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den Pfarrer zu holen, vor der Thüre aber nahm er ein Meſſer aus der Taſche und ſchnitt ſich die Kehle ab. Wahrſcheinlich hielt er die Zögerung für eine übele Vorbedeutung und er ſorgte allerdings, daß ſie in Erfüllung gehe. M. Wien. Der Nürnberger Korre— ſpondent ſagt:„Ein hieſiger Poſtbe— amter, Herr Auffelberger, der Ver— faſſer des topographiſchen Lexikons, hat eine, bereits auch privilegirte Er⸗ findung gemacht, welche, wie er an— kündigt, in England und Frankreich verſucht worden. Es ſind Landkarten, die aus dem Sazkaſten und der Preſſe des Buchdrukers ganz allein hervor⸗ gehen, und weit billiger erzeugt wer⸗ den können. Zum gemeinen Gebrauch ſind dieſe Landkarten auch gewiß ſehr zwekmäßig; aber was Eleganz u. De⸗ tail⸗Inhalt betrifft, werden ſie mit den geſtochenen wohl niemals konkuriren können.(Wenn wir nicht irren, ſind ſchon ſeit längerer Zeit dergleichen Landkarten in Landerer's Buchdruke⸗ rei in Peſth erſchienen. R.) Buntes aus Paris. Auf den hieſigen Straßenlaternen werden jezt die Namen der Straßen u. die Haus⸗ nummern angebracht, um Nachts den Einwohnern, beſonders Fremden, als Wegweiſer zu dienen.— Ein gewiſſer Hameau ſtand am 18. Juli wegen Diebſtahls in einem Laden vor dem Pariſer Aſſiſengericht. Sein Mitſchul⸗ diger war bei der Verhaftung entſprun—⸗ gen, und konnte, troz aller Nachfor⸗ ſchungen, nicht mehr aufgefunden wer— den; als plözlich der Kläger ſich um⸗ drehte, und ihn unter den Zuhörern entdekte. Der Präſident ließ ſogleich die Thüren ſchließen, den Dieb feſt⸗ nehmen und ins Gefängniß führen. Ha⸗ meau wurde zu 8⸗jährigen Zuchthaus
verurtheilt.— Für Herrn Per ſil, den frübern Juſtizminiſter u. jezigen Münz⸗ direktor in Paris, ſchlägt ein Journal eine Medaille mit folgender Inſchr ift vor:„Die Münze hat mich lange ge⸗ leitet; es iſt Zeit, daß ich die Mün⸗ ze leite.“ VB. Frankfurt. Als neulich in ei⸗ ner Geſellſchaft davon die Rede war, daß Frankfurt doch bald ein paſſendes Vörſengebäude erhalten möchte, ſtimmte Jemand folgende Strophe an:
Kennſt du das Land, wo Rheumatis⸗ mus blüht,
Und gichtiſch Reißen durch die Glie— der zieht,
Wenn ſanft vom Himmel Regen nie⸗ derfällt,
Man ſich auf kaltes Steingetäfel ſtellt;
Kennſt du es wohl? Dahin, dahin,
Muß täglich ſich bei uns der Handel zieh'n!
Braunſchweig. Dr. Strauß, der Verfaſſer des„Leben Jeſu““, iſt ein anſpruchsloſer, noch nicht dreißig— jähriger Mann mit einem ſanften, geiſtreichen Geſicht, auf dem die Spu— ren eiſernen Fleißes und tiefen Den⸗ kens zurük gelaſſen ſind. Wer ihn näã⸗ her kennt, der muß ihn von Herzen lieben und achten, denn er iſt eben ſo liebenswürdig als achtungswerth. So
ſagt die Mitternachtzeitung. F.
Philadelphia.„Nehmt euch ein Exempel dran!“ In Vinkneyville in Nordamerika wurde unlängſt ein ge⸗ wiſſer Joſtah Coldart zu einer Ent⸗ ſchädigungsbuße von 150 Dollars verur— theilt, weil er ein junges, liebens⸗ würdiges Mädchen, Marie Daverport, welcher er die Ehe verſprochen, hatte ſizen laſſen.— Oho! wo kämen denn unſere jungen Herren hin, wenn ſie ihre tagtäglichen Kourſchneidereien, die ſie nicht ſelten mit derſelben Verſpre⸗ chung motiviren, auf ſolche Weiſe ſtets büßen müßten! F.
Redigirt von der Redaktion des Spiegels.


