Jahrgang 
1837
Seite
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bheatraliſchen Wechſelbälge bei uns ein⸗ führte, nahm vorige Woche Abſchied als Pünktlich, inKunſt und Natur und ſprach den Dank aus für den gü⸗ tigen Beifall, den er in der ehrwür digen Moldauſtadt, wo die Kunſt zur Natur geworden, erhalten. In ein Paar Tagen beginnt das Gaſtſpiel des Hrn. La Roche, vom Wiener Vurg⸗ theater, als Daniel imErbvertrag. Cramolini hefindet ſich hier u. wird viel⸗ leicht ebenfalls in einer Spieloper auf⸗ treten. Dem. Peche und Mad. Deſſoir werden Ende dieſes Monats erwartet. A.

Mignon⸗Zeitung.

Buntes aus Paris. Man zeigt hier ein Bett, das ziemlich groß, von geſchniztem Holze iſt und aus dem Palaſte Piccolomani in Siena kommt. Dieſes Bett ſtellt einen Tempel von korinthiſcher Ordnung vor; die canne⸗ lirten Säulen ſind mit Weinranken verziert. Dieſes ſchöne Kunſtwerk rührt aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts ber und wurde von dem berühmten Bildhauer ausgeführt, welcher die Ver⸗ zierung des Domes von Siena machte. Ein einziges Zimmer wurde in Ver⸗ ſailles zur Zeit der dortigen Feſte auf 24 Stunden für 100 Fr. vermiethet. Ein franzöſiſches Blatt, das von der Champagnerfabrik bei Dresden ſpicht, verlegt dieſe Stadt in die Verein. Staa⸗ ten(Etats-Unis). Wahrſcheinlich war in der Quelle, aus welche es ſchöpfte, von den Zoll⸗Vereinsſtaaten die Rede. Paganini iſt in Paris anweſend, und wohnte am 5. Juli einer Opern⸗ vorſtellung bei. Es heißt, er wolle ſich in Havre nach New⸗Pork einſchiffen. Ein gefeierter dramatiſcher Schriftſtel⸗ ler in Paris ſoll geſonnen ſein, der

Welt und ihren Freuden zu entſagen, und in den geiſtlichen Stand zu tre⸗ ten, weshalb er ſich an den Vorſteher des Colleges St. Sulpice um Aufnahme gewendet habe. Man ſchreibt dieſen plözlichen Entſchluß einer unglüklichen Liebe zu. Der Vorſteher ſoll übrigens erwidert haben, der Bittſteller möge einen Monat lang über ſeinen Ent ſchluß ernſtlich nachdenken. In dieſem Augenblik drängt ſich das neu gierige Pariſer Volk in die Menage rie des botaniſchen Gartens, um den prachtvollen Leoparden vom Senegal, den der Schiffslieutenant Vous zum Geſchenk gemacht, zu bewundern. Seit 10 Jahrrn war ein ſolches Thier nicht in der Menagerie vorhanden geweſen. Mad. Marie Reine, die Herausge⸗ berin des Journalsdas freie Weib«, hat ſich wegen häuslichen Unglüks er tränkt. Muſard war urſprünglich Fri ſeur, dann Kammerdiener, und iſt nun bekanntlich der Pariſer Strauß mit einer jährlichen Revenue von beinahe 500,000 Franken. B. Hamburg. Dieliterariſchen u. kritiſchen Blätter der Vörſenhalle brachten vor einigen Wochen einen lan⸗ gen Aufſaz:Wer da? Bulwer oder Gutzkow? die vielbeſprochenenZeit genoſſen betreffend. Nun folgt ein Poſtſkript, ſo voluminös faſt wie der Aufſaz ſelbſt, deſſen Anfangsworte wir nur geleſen haben:Nicht Bulwer, ſondern Gutzkow iſt der Verfaſſer der Zeitgenoſſen, welche vor Kurzem dem deutſchen Publikum mit unerhörter Kekheit als Vulwer'ſches Produkt an geprieſen wurden. Sapienti sat! V. Madrid. Das Grafendiplom Es⸗ partero's hat der ſpaniſchen Regierung 6000 Realen abzuſchreiben gekoſtet. Und die Spanier ſollen kein Geld ha⸗ ben? T.

Redigirt von der Redaktion des Spiegels.