Der Schmetterling.
Ein
Flugblatt zum Spiegel.
12.
Mittwoch, 7. Juni.
1837.
Theater.
Peſth(Herr Rott wieder bier). Am 4. d. M. trat der von ſeiner, mit dem rühmlichſten Erfolge gekrönten, Kunſtreiſe nach Berlin zu— rükgekehrte Hr. Rott, als Valentin im „Verſchwender“ auf. Das Haus war über die Maſſen voll und Hr. Rott ward mit einem endloſen Beifallsſturm empfangen. Er ſpielte, wie immer, mit allem Aufwande ſeines natürlichen Humors und bewegte ſich in der Sphä⸗ re wahrer und wirkungsvoller Komik, ſo daß die reichen Lorbeern, die er ſich in der Hauptſtadt an der Spree erwarb. uns nur als ein ganz einleuchtendes Ergebniß erſchien. Hr. Rott ward in einem fort vom Applauſe begleitet und, wir wiſſen nicht wie oft, lärmend ge— rufen. Bei dem Hobelliede ſang er er neue Strophen, von denen wir, ſo weit ſie uns im Gedächtniß geblieben, einige mittheilen:
Mir fiel's, wie manchem Tiſchler ein, Nach Berlin zu geh'n;
Dort ſollen Tiſchler glüklich ſein, Die gut ihr Werk verſteh'n;—
Ich hatt', ich ſag' es grad heraus, Viel Beifall dort und Glük—
Da träumte mir, man ſagt zu Haus: Der Rott kommt nicht zurük!—
Mir fiel ein Zentner auf die Bruſt, Und ward ſogleich zerſtreut;
Zum Hoblen hatt' ich nimmer Luſt, Der Traum macht' mir viel Leid; Ich ſah betrübt den Hobel an,
Und dachte an mein Peſth,
Ich ſprach: ein braver Hobelmann Hält Wort und Treue feſt—
Was nüzt mir alle Ehr' der Welt, Die mir Berlin geſchenkt— Wenn dort, wo's Glük mich hingeſtellt, Man Schlechtes von mir denkt. Ich nahm den Hobel in die Hand Und ſang mein Abſchiedslied—: „Es lebe hoch mein Ungarland, Mein braver Meiſter Schmid!“ Dem. Schmidt gab die Cheriſtane recht lobenswerth, und gefiel ſehr.— Tags darauf ward„der Verſchwender“ wie⸗ derholt. Hag. Wien(27. Mai). Endlich ha⸗
ben wir heute den erſten ſchönen Tag,
wo man ohne Regenſchirme ausgehen kann, aber wird es auch ſo bleiben? Wird uns der Sonntag morgen auch ſo freundlich anlächeln, oder wird er ſeine heitere Stirn in graue Wolken— falten runzeln? Ich befürchte es, denn Stuver gibt morgen ein Feuerwerk. Was ſoll ich heute machen? Soll ich ins Theater gehen, um Ihnen referi— ren zu können? Grauſamer Redakteur! bei ſolch einem ſchönen Wetter ſoll ich referiren? Nimmermehr, und müßte ich ſelbſt die piſaniſchen Brüder noch ein Mal anſehen. Ach, das waren


