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trag dieſer Arie zu legen weiß, iſt hier zu bekannt, als daß wir noch et⸗ was hinzuzufügen hätten; eben ſo weiß man, daß alle hier verſuchten Nachahmungen, wenn nicht geſcheitert, doch durchaus keinen Vergleich aus hiel⸗ ten. Anderswo ging es nicht beſſer. So oft nun dieſe Piece hier, ſelbſt auch von Fr. Carl, gehört wurde, ſo brachte ſie diesmal doch noch ſolchen friſchen Effekt hervor, daß ſie auf ſtürmiſches Verlangen wiederholt werden mußte, und auch dann der Beifall nicht enden wollte.— Als Intervallen hörten wir unſern trefflichen Violoncelliſten Hrn. Wagner Variationen über ein Tiro⸗ lerlied mit ausgezeichneter Kunſtfer⸗ tigkeit vortragen.— Hr. Louis Engel aus Wien ſpielte ein Capriccio von Thalberg auf dem Piano und präſen⸗ tirte ſich als einen trefflichen Klavier⸗ ſpieler, dem Schwierigkeiten nur Kin⸗ dereien ſind. Schade, daß er nicht bei ſeinem erſten Debütiren eine einſchmei⸗ chelndere Kompoſition wählte.— Ein herziges Gedicht von J. v. Raics, in Muſik geſezt v. Ed. Winterle und ge⸗ ſungen von Hrn. Oberhoffer that gute Wirkung.— Aber unisono ſprach ſich am Schluſſe das Verlangen aus, Hen⸗ riette Carl bald in einem zweiten Kon zerte bewundern zu können. Hag.
Mignon⸗Zeitung.
Karlsruhe. In der hieſigen Zeitung lieſt man folgende Anzeige, die beinahe einer Perſiflage auf die häufig vorkommenden Bekanntmachun⸗ gen ähnlichen Inhalts gleichſieht: Am 6 Februar, Abends, wurden in un⸗ ſerm Magazin einige Exemplare von „Hilperts engliſchem Wörterbuch“ durch das Herabfallen einer brennenden La⸗ terne ſo beſchädigt, daß ſie gänzlich
unbrauchbar wurden. Auf ſofortige An⸗ zeige an den General⸗Agenten, Herrn Ed. Koelle, wurde uns von der Kom⸗ pagnie royale der genau ermittelte Werth der Exemplare ſogleich baar vergütet, ſo daß wir dem Inhalt der Police gemäß zufrieden geſtellt ſind. Karlsruhe, den 14. April 1857. Aus Auftrag der Aktiengeſellſchaft von Hilperts Wörterbuch: die Braun' ſche Hofbuchhandlung. D.
Buntes aue Paris. Die Geſandten von Madagascar beſehen fortwährend die öffentlichen Anſtalten und andere Merkwürdigkeiten der fran⸗ zöſiſchen Hauptſtadt, ohne über ürgend etwas in Erſtaunen zu gerathen. Ihre Manieren ſind ſehr ſanft, ihre Ruhe iſt ſo groß, daß man glauben möchte, ſie langweilen ſich. Das ſchlechte Wet⸗ ter ſcheint ſie ſehr zu inkommodiren; als neulich ihr Führer fragte, was ſie am folgenden Tage zu ſehen wünſchten, antworteten ſie: Die Sonne, wenn es möglich iſt.— Der berühmte Koch⸗ künſtler Burnet, Herausgeber des Die- tionnaire de Cuisine, hat kürzlich ei⸗ ne Nichte mit einer halben Mill. Frks. ausgeſtattet.— Die reichen Engländer laſſen gegenwärtig ihre Töchter in Pa⸗ ris erziehen, um ſie an eine beſſere Tollette zu gewöhnen und ihnen eine gefälllgere Tournüre zu geben. B.
NewYork. Im Weſten der Vereinigten Staaten von Nordamerlka hat man Ruinen einer alten verſchüt⸗ teten Stadt entdekt, von deren Da— ſein bisher nichts bekannt war. Sie liefern einen neuen Beleg von der, durch mancherlei Spuren, ſo wie durch Indianerſagen verbreiteten Anſicht, daß ein ſeitdem ausgeſtorbener Menſchen⸗ ſtamm jene Gegenden bewohnt habe.
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Redigirt von der Redaktion dee Spiegels.


