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Wien(18. März). Dem. So⸗ phie Löwe feierte vorgeſtern im„Nacht⸗ lager von Granada“, einen Triumph der in den Annalen dieſes Opernhauſes aufgezeichnet zu werden verdient. An dieſem Abende(der ihr Venefize-Abend war) trat ſie zum lezten Male vor ihrer Abreiſe auf. Die Leiſtung der Dem. Löwe als Gabriele wurde ſchon bei der erſten Vorſtellung mit den leb— hafteſten Beifallsbezeugungen und Her— vorrufungen belohnt, aber an dieſem
Abende war es Enthuſias mus, der dieſe.
ausgezeichnete dramatiſche Sängerin durch die ganze Leiſtung begleitete. Sie wurde ſechs Mal ſtürmiſch gerufen. Man ſpricht aber, daß wir ſie nach Oſtern nochmals als Gabriele werden bewundern können, da ſie in der Ve— nefize des Hrn. Staudigl ſingen werde. — Im Hofburgtheater iſt heute ein neues Schauſpiel:„Marie“, nach dem Franzöſiſchen von Th. Hell.— Im Joſephſtädter Theater ſpielt Hr. Rappo bereits„zum dritten Male.“ Wann wird dieſer Unfug ein Ende nehmen? Auch mit Holzſchnitten ſind die Theater zettel verſehen; auch dieſes, glaube ich, iſt für ein Reſidenztheater etwas zu komödiantenartig.— Im Theater an der Wien erſchien unlängſt eine neue Poſſe von Hopp, die recht viele„ſpa— ßige“ Szenen hat, ſonſt aber kei— nen andern Werth. Die Hrn. Scholz und Neſtroy ſind darin, wie immer, höchſt komiſch.— Im Leopoldſtädter Theater gab der fleißige Schauſpieler Hr. Schaffer zu ſeiner Einnahme eine neue Poſſe vom geiſtreichen und talent begabten ſtükausdemärmelbeutelnden Hrn. Schickh und entſprach vollkommen meinen Erwartungen, ja ſie übertraf noch ſelbe. Ich dachte, es werde ein höchſt mittelmäßiges Produkt zum Vor⸗ ſchein kommen, und ſiehe da, es war weit darunter.— Eine erfreuliche Neu⸗ igkeit für die Kunſt- und Muſikfreunde
Peſths iſt, daß Hr. Prof. Löwy mit ſeiner Familie die nächſte Woche nach Peſth reiſet, um daſelbſt ein Konzert zu geben, und ſeine Kinder auch in die dortige Kunſtwelt einzuführen. Sie werden nun ſelbſt Gelegenheit haben, den kleinen liebenswürdigen Waldhor— niſten Richard ſehen und hören zu kön⸗ nen, und werden gewiß meiner Mei— nung beiſtimmen, die ich ſchon oft in dieſen Blättern ausſprach.— Nächſte Woche iſt alſo die Ruhewoche für mich armen Korreſpondenten, und ich werde auch meine Ferienzeit zu benüzen wiſſen, ich werde nämlich in gar kein Theater gehen. Ach, Sie wiſſen nicht(nicht?), wie ſüß es iſt, ein Korreſpondent zu ſein und nicht übers Theater ſchreiben zu dür— fen! Leben Sie wohl, werther Herr Redakteur, nach Oſtern ſehen wir uns wieder, da iſt die italieniſche Oper ſchon hier, dann bin ich wieder ganz Italiener und unterzeichne mich als Ihr umilissimo servo
Reine chiano Fuxino.
Mailand. Von hier nach Odeſſa geht eine nene Ladung italieniſcher Sänger ab. Die Primadonna heißt Giunti, der erſte Tenor: Criſtofani, der erſte Baſſiſt: Graziani. Als Mu- ſikdirektor iſt dieſem Vereine H. Rizzi beigeſellt.(Einige dieſer Sänger ſind bereits durch Peſth nach Odeſſa paſſirt.)
E.
Allerlei.
Caſſel. Hier hat ſich eine„Kä⸗ fer⸗Geſellſchaft“ gebildet, welche ge— naue und möglichſt vollſtändige Samm⸗ lungen deutſcher Käfer und Schmetter⸗ linge beabſichtigt: wenn dieſe Inſek⸗ ten die Statuten leſen könnten, ſie machten ſich in höchſter Eile fort aas der Nähe von Caſſel. B.


