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ſen wir aber auch, daß an equivoquen Ausdrüken der Peſther Dichter ſeine Wiener Kollegen faſt zu überbieten wußte. Der erſte Akt iſt der kurz⸗
weiligſte und gelungendſte, der dritte
zeichnete ſich durch das Spiel des Hrn. Rott auf dem Holz- und Strohinſtru— ment aus, worin dieſer eine wahre Virtuoſität beurkundete. Auch die Kouplets ſind artig und ſo gefiel das Ganze.— Die H. H. Rott, Lang und Gade, unſer Komiker-Triumvolrat, wa— ren ſehr verdienſtlich.— Am Palm— ſonntage hatten wir eine höchſt bemer— kenswerthe und intereſſante muſikali— ſche Akademie im Theater. Unſer aus— gezeichneter erſter Violoncelliſt u. So— loſpieler, Hr. Wagner, gab ſie zu ſei— ner Benefize und bewährte ſchon in der Auswahl der Piecen einen geläu— terten Geſchmak, ſo daß dieſe Akademie ein wahrhaftes Feſt für alle Muſik— freunde war. Der erſte Saz der großen Sinfonie in A- dur v. Beethoven er— öffnete den Reigen und ergriff, ſo wie deren Finale und Allegretto, mächtig jedes Gemüth. Dann ſpielte unſer ge— feierte junge Gaſt),, H. Vieux⸗ temps, den erſten Saz eines großen Violinkonzertes von Beethoven und wir glauben behaupten zu konnen, daß er mit der Ausführung dieſes gro— ßen Tonwerkes allen ſeinen hieſigen Leiſtungen die Krone aufſezte. Er er— regte Staunen und Bewunderung. Nie iſt noch einem Jünger der Kunſt mit Os rößerem Rechte ein Lorbeer gereicht worden, als dem jungen Vieurtemps an dieſem Abend. Aus einer Loge flog der wohlverdiente Kranz auf die Bühne und ward dem beſcheidenen Künſtler überreicht.— Das darauf fol gende Vo—⸗ kalkonzert erlag faſt dem Eindruke, den Beethoven und Vieuxtemps zurükge— laſſen. Lezterer ſpielte auch die ſchon beſprochenen, trefflichen ungariſchen Va⸗ rigtionen für Piano und Violine von
Hrn. Kapellmeiſter Erkel und ihm, mit genanntem Hrn. Kapellmeiſter, und beide Künſtler erregten faſt in glei— chem Maaße die höchſte Theilnahme. Wie ehrenvoll für Hrn. Erkel! Am Schluſſe trug Vieuptemps noch Varia— tionen eigener Kompoſition mit uner⸗ ſchöpflicher Meiſterſcheft vor. Der geſchäzte Konzertgeber, Hr. Wagner, ließ ſich in einem Konzertino für das Viloloncell von B. Romberg und in deſſen Humoreske:„der Maskenball“ hören. Das anerkannte Talent dieſes ausgezeichneten Künſtlers, trat wieder bei dem Vortrage der genannten zwei Piecen ins ſchönſte Licht, und bekräf— tigte neuerdings das ehrenvolle Zeug— niß, daß einſt Romberg ſelbſt über ihn ausſtellte. Wir glauben, daß er in den Geiſt jenes Heros der Violoncel—⸗ liſten am meiſten eindrang und daß ſeine Leiſtung nicht nur das Gepräge der ſtrengſten Präziſion und eines nie fehlenden Mechanismus an ſich tragt, ſondern auch von Sentimentalität und Jovialität überſprudelt. Das Audito— rium war von dieſer Wahrheit durch— drungen und ließ dem Künſtler den gerechteſten) Applaus widerfahren.— Das Haus war ſehr voll, und ward mit einer noch vollern Befriedigung verlaſſen.— Geſtern gab Mad. Munk ein Abſchiedskonzert im Theater, wo— bei Vieuxtemps ſich, ebenfalls zum Ab- ſchiede, in zwei Piecen hören ließ.— Mad. Mink feierte einen wahren Tri- umph. Sehr volles Haus. Kränze, Ge—
dichte und Enthuſiasmus ſagten ihr, daß ſie unvergeßlich bleibt.— Bereits iſt Mad. Vohl-Veiſteiner(bis⸗ ber erſte Sängerin des königſtädt. Theaters in Berlin) hier angekommen. Dieſe be Sängerin, die Berlin ſehr rne verlor, iſt eine geborne Ungarin und hier für das Mezzoſopran-Jach engagirt. Statt der abgehenden Mad. Mink erwarten wir Mad. Piehl aus Hamburg.— Hr. Rott hat bereits ſeine Kunſtreiſe nach Verlin angetreten. Hag.


