Jahrgang 
1837
Seite
21
 
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Der Schmetterling.

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Ein

Flugblatt zum Spiegel.

Theater.

Peſth(21. März). Das erſte Theaterjahr der Direktion Schmid ging mit der lezten Woche zu Ende. Wenn uns der ſehr beengte Raum die ſer Blätter geſtattete, ein Reſumé ihres Wirkens in dieſem Jahre auf⸗ zuſtellen, ſo könnten Vergleichungen mit frühern Direktionen nur ſehr zu Gunſten der jezigen ſpre Miß⸗ griffe geſchahen immer, und emand kann leugnen, daß auch im lezten Jahre Vieles verkehrt erfaßt wurde; aber Jeder, der genaue Einſicht in die Manipulation der jezigen Direktion erlangte, muß eben ſo gewiß das Zu geſtändniß geben, daß wenn früher Mängel und Verſtöße meiſt aus übel angebrachter Oekonomie entſtanden, jezt gerade umgekehrt eine manchmal zu weit getriebene, ſplendide Liberalität manche Hemmungen und Hinderniſſe veranlaßte. So barok dies auch klin gen mag, ſo wahr iſt es doch, und die Ueberzeugung liegt Jedermann ſehr nahe. Daß eine an Erfahrung reicher gewordene und an das Terrain ſicherer u. feſter geſtüzte. Direktion uns für's zweite Jahr größere Vortheile verſpricht, läßt ſich um ſo leichter er⸗ achten, da wie man ſieht, dieſelbe we niger ihr eigenes Intereſſe als das des Publikums im Auge behält. Unü⸗

Mittwoch,

1837.

22. März.

berſteigbare Hinderniſſe werden wohl auch noch im zweiten Jahre das vor geſezte Ziel durchkreuzen, aber immer- hin muß die Peſther Bühne, unter ſol cher Aegide, unter den öſterreichiſchen deutſchen Provinzialbühnen nächſt oder nebſt Prag den erſten Rang einneh⸗ men. Das Publikum in Peſth kſt auch berechtigt, dieſe Anſprüche zu machen; nur fordere es nicht mehr und meſſe blos ſeine Kräfte mit jenen der Direktion. Das Theaterjahr wurde mit Che rubinis herrlichen OperLodoiska beſchloſſen, worin Mad. Mink in der Titelrolle von uns Abſchied nahm. Dieſe ausgezeichnete Sängerin, die wir keimen und reifen ſahen, möge nun auch in der Fremde ihr glänzendes Talent bewundern laſſen und möge ihr ein et waiges Heimweh aus keiner andern Gemüthsgquelle entfließen, als aus der Sehnſucht nach einem Lande, wo ihr die ſchönſten Blüten zu Theil wurden. Noch hatten wir in der lezten Wo⸗ che eine Novität, die auf unſerm Vo den entſtanden. Es iſt dies eine Peſther Lokalpoſſe, betitelt:der Peſther Jahrmarkt dc. v. Carl Haff ner. Die Poſſe macht nicht viel An ſprüche und iſt in Form und Durch führung den Leopoldſtädter Produkten dieſer Art ſehr ahnlich, übertrifft aber an Witz und draſtiſchen Situationen viele der neueſten Schöpfungen der Wiener Vorſtadt⸗Muſe. Zugeben müſ⸗