3 Der Schmetterling.

Flugblatt zum Spiegel.

Sonnabend, 25. Februar.

Theater.

Peſth(24. Febr.). Die vier⸗ aktige OperLeſtocg von Scribe und Auber kam am 20. d. M., als Vene ſize des Hrn. Beer, zur erſten Auffüh⸗

rung und ward am 22. wiederholt. Der Text von Scribe iſt ſehr. werthvoll; die Handlung bewegt ſich raſch, ſpannt bis an's Ende und die Entwlkelung iſt befriedigend, ſo daß das Ganze auch ohne Muſik ein artiges Schauſpiel ab⸗ geben würde. Die hiſtoriſche Vafis ver⸗ mehrt noch das Intereſſe. Die Mu ſik verläugnet ihren Kompoſiteur kei nesweges. Jedermann hätte, ohne daß es der Zettel erſt beſagte, Aubers Va⸗ terſchaft ſogleich erkannt. Seine Er zeugniſſe ſind ſehr homogener Natur. Tiefe, Gelehrſamkeit und Originali⸗ tät muß man hier nicht ſuchen. Hin gegen iſt dieſe Seichtigkeit nicht zu⸗ rükſtoßend, dieſe Oberflächlichkeit nicht ſchwerfällig und dieſe Reminiszenz nicht unzugänglich. Grazie, Leichtigkeit und Champagner⸗Effekt charakteriſiren dieſe Muſik, und wennLeſtocg an⸗ dern Werken dieſes Kompoſiteurs, vor züglich derStummen,Fra Diavo lo pc. nachſtehſt, ſo liegt es darin, weil die Oper ſo ſchwach mit Solo⸗ parthien bedacht wurde. In der Du verture und in den Enſembles zeigt

beſſpe⸗ Geiſt in ſeinem liebens⸗

würdigen Lichte; Alles klingt ſo an⸗ muthig, gefällig und einladend. Da dieſes Tonwerk wieder zu der Klaſſe der ſogenannten Spielopern gehört, ſo theilen wir die Darſtellenden in jene, welche vorzugsweiſe im Geſange und jene, welche im Spiele brillirt hatten. Zu den erſtern gehört Mad. Mink (Eliſabeth), die ihre immer ſiegenden Glokentöne erſchallen ließ, und Herr Kaler(Golofkin), der mit dröhnender Allgewalt ſeinen ſeltenen Baß produ zirte, von dem aber nur zu wünſchen wäre, daß er auch in den Enſembles wirkungsvoller hervorträte. Zu den lez⸗ tern zählen wir unſern Hrn. Beer(Le ſtocq), der ein für einen deutſchen Te⸗ noriſten ſeltenes Schauſpieltalent be ſizt, und damit auch einen angenehmen und ausdrukvollen Geſang verbindet, und Dem. Walter(Katharina), die bet ihrem netten Spiel auch recht nett ſang. Mad. Segatta(Eudopia) u. die H. H. Kreipl(Dimitri) u. Stoll wa⸗ ren ſich im Geſang und Spiel gleich, zum Theil befriedigend. Die Oper ge⸗ ſiel ziemlich. Gut geſungen wurde vor züglich: das Finale im 1. Akt; ein Lied von Dem. Walter, ein Duett zwiſchen Dem. Walter und Hrn. Beer, und ein Septett im 2. Akt; die Arie des Hrn. Kreipl im 3. und jene der Mad. Segatta im 4. Akt. Es freut uns, daß Leztere dafür Anerkennung er⸗ hielt. N J. M.