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wort:um wieder auf den bewußten Hammel zu kommen, das Kotzebue in ſeinemCarolus Magnus auf das Theater brachte, hat ſeinen Urſprung in dieſem Avocat Patelin. Hier heißt es Revenez donc à vos moutons! Ein ſehr morallſches Schauſpiel machte auf dem Kindertheater des Herrn Comte einen tiefen Eindruk auf die jungen Zuſchauer. Es heißt:Trokenes Brodl Ein herrlicher Titel. Ein junger Bur⸗ ſche, der nicht begrelſen will, daß Ar⸗ beit und Thätigkeit zum Glüke füh⸗ ren, und daher ſeine Aufgaben nicht macht, wird von ſeinem Vater auf ei⸗ ne Ration trokenes Brod geſezt. Er, der gewohnt iſt, ein delikates Früh⸗ ſtüt zu bekommen, wird darüber höchſt unwillig, wirft ſein Brod zur Erde, und will lieber hungern, als trokenes Brod eſſen. In demſelben Augenblik geht ein hungriger Bettler vorüber. Gutes, friſches, weißes Brod, dat wäre für ihn ein berrlicher Fund. Er bittet, es aufheben zu dürfen, und er⸗ labt ſich daran. Nun ergibt ſich, daß er der frühere Beſizer des Schloſſes war, der darch Unthätigkeit und Leicht ſinn bis zum Bettler herabgeſunken iſt. Seine Erzäblung ergreift den Kna ben auf wunderbare Welſe, und dieſer ſtürzt ſeinem Vater zu Füßen, und verſpricht, hinfort ühm nicht mehr durch ſeinen Ungehorſam Veranlaſſung zum Strafen zu geben. Dieſe moraliſche Skizze und ihre Wirkung moͤgen be weiſen, daß es auch im Bereiche der dramatiſchen Kunſt bier bei uns nicht ganz ſo diſſolut ausſehen mag, als man im Auslande gern verbreiten möchte.

Ich könnte mehrere Beiſpiele hievon anführen. Vei den Italienern hat die neue Oper des jungen Coſte, Ma⸗ lek⸗Adel, Glük gemacht. Der Kompo⸗ niſt wurde gerufen. Eines unſerer prospirirendſten Theater iſt das des

Valals-Royal. Es wird bon einer Ak⸗

tiengeſellſchaft dirigirt, deren Kapital 120,000 Frks. beträgt. Im vergange⸗ nen Jahre wurde eine Dividende von 162,758 Frks. ausgezahlt, mithin mehr als 120 Proz. Die Totaleinnahme be trug 566,400 Frks. Eine urſprüngli⸗ che Aktie von 1000 Frks. wird jezt mit 11, bie 12,000 Frks. bezahlt,! und man kann ſie ſelbſt zu dieſem Preiſe nicht haben. Herr Serlbe hat ſich zum dritten Mal mit einer größeren Komödie auf dem Theatre francais ver⸗ ſucht. Dieſe führt den Titel:La cameraderie de la courte echelle. Mehrere Feulletonkſten in den Zeitun⸗ gen urtheilen nicht ungünſtig darüber, obgleich ſie Herrn Seribe rathen, lie ber auf den kleinern Theatern zu blei⸗ ben, die ſein eigentliches Element bil deten. Hr. Scribe führt in der Ko mödie den Gedanken durch: Oüne Ge vatterſchaften ſei nichts zu erlangen und auszuführen. B.

Literatur.

Peſth. So eben erſchien in Hartlebens Verlag: JardinesNa turgeſchichte des Thierreichs IV. Band. Enthaltend: Wiederkaͤuen de Thiere, 1. Theil: Kameele, Hir⸗ ſche, Rehe, Antiloppen etc. Deutſch von Dr. Aug. Diezmann. Mit dem Bildniß und der Lebensbeſchreibung Campers und 33 kolorirten Abbildun gen(außerdem noch mit zahlreichen zierlichen Holzſchnitten). Ueber die Trefflichkeit, Gedie genheit und Ge⸗ meinnüzigkeit dieſes Prachtwerkes ha⸗ ben ſich die vorzüglichſten Blatter des In- und Auslandes einſtimmig günſtig ausgeſprochen, unb wir können Gelehr⸗ ten vom Fache ſowohl, als der nach Bil⸗ dung ſtrebenden Jugend kein zwek dien⸗ licheres naturgeſchichtliches Werk, ale das vorliegende von Jardine empfehlen.