cken lieben. Das wildeste Feld, wenn es 1—3 Jahre brach liegt, und besonders mit den Schafen be⸗ huͤtet wird, verliert die lange Quecke b., und nur die dritte Art uͤberzieht noch die obere Kruste des Ackers. Zeitige Vorarbeiten, gehoͤriges Gahrwer⸗ den der Aecker, und nicht zu schnell auf einander folgende Pflugfurchen sind Praͤservative vor wildem und lockerem Acker, und dieses kann nur durch Brach⸗ wirthschaft, in Sandboden geringerer Art, und durch Blatt- und Halmfruchtwechsel in besserem Lande befoͤrdert werden.
Gaͤnzliche Ausrottung der Quecken in Gegenden und Klimaten, die fuͤr sie geeignet sind, ist wohl eine Unmoͤglichkeit, und selbst die Natur scheint sie fuͤr diese Gegenden weislich geschaffen zu haben, weil deren Aecker ohne dieses Unkraut zu lose werden, und al⸗ len Schutz vor zu schneller Verduͤnstung verlkeren wuͤrden. Wir sehen es taͤglich an den nackten Sand- schollen, wo weder Duͤnger, noch Arbeit fruchtet. So— nach haben die Quecken ihren Nutzen, besonders in Gegenden wo weder der rothe Klee fuͤrs Rindvieh, noch der weiße für die Schafe vorzuͤglich gedeiht, wo der ärmere und kleine Landwirth oft aus den Quecken sein Melkfutter, und im Fruͤhjahre blut— lungen⸗ und brustreinigende Getraͤnke fuͤr die Kuͤhe und Ochsen bedarf. Wenn das Winterfutter im Fruͤhjahr knapp wird, sind klar geschnittene Que⸗ cken mit Heidekraut gemengt, dem Viehe zur Saͤt⸗ tigung bestimmt. So nachtheilig suͤr den Ackerbau eine uͤberhandnehmung der Quecken ist, eben so fuͤhlbar schädlich wuͤrde in Sandgegenden ihr gaͤnz⸗ licher Mangel sein. Die Felder wuͤrden sich zwar viel leichter bestellen lassen, und manche Handarbeit erspart werden, allein bei trockener Zeit wuͤrde der lose Acker leichter verduͤnsten, und die Saatwurzeln nicht hinreichen, aus der Tiefe die Feuchtigkeit an sich zu ziehen, und so den Wechselproceß zu beguͤn⸗ stigen, der die Gase der Fruchtbarkeit hervorlockt und unterhaͤlt. Die Graswurzeln sind das Gewebe,
welches die Natur hervorruft, große Feldflaͤche leich⸗
ter Erdtheile gegen den wehenden Wind zu schuͤtzen,
der Saat und Ackerkrume entführen wuͤrde. Sie ge⸗ ben nach abgebrachter Halmfrucht, fuͤr das Weidevieh junge Nahrung und bei dem Umbrechen oder Stuͤr— zen mit dem Pfluge Stoff zur Vermehrung des Humus. 8
Man sieht, daß auch dieses Uebel des Landbaues in minder gesegneten Landesstrichen sein Gutes hat und den Kreislauf der Natur bewaͤhrt, der uns, die wir das Land bebauen, zeugt, wie wir moͤglichst sei⸗ nen Lauf in richtigem Schwunge erhalten sollen, um von beiden zu Nutz und Frommen unseren und un⸗ serer Mitmenschen Vortheil zu ziehen.
Zeit- und Kraftgewinn ist ein Vortheil in der Landwirthschaft, der doppelte Renten traͤgt, und auch bei der Verminderung und Ausrottung der Quecken ebenfalls angewendet werden kann, wenn man sich passenderer Instrumente bedient, als der oͤf— ters gewoͤhnlichen. Die groͤßte Mangelhaftigkeit ha⸗ ben gewohnlich die Eggen. Statt daß ihre Zinken im 45graͤdigen Winkel nach vorn stehen, und we⸗ nigstens 6—7 Zoll von dem Balken weg lang sein sollten, die Egge selbst nicht ein laͤngliches recht wink— liches, sondern ein geschobenes, bewegliches Quadrat bilden muͤßten, so sind die meisten, besonders in den Queckengegenden, entgegengesetzter Gestalt und leich⸗ ten Gewichts, wodurch kein Herausheben und Rei⸗ ßen der Quecken bewirkt werden kann, sondern nur ein Ebenkratzen und Fortschieben statt findet. Mit einer der genannten Eggen wird die Arbeit nur halb verrichtet und doppelte Zeit und Zugkraft verschwen⸗ det, und die Queckenwurzeln werden dadurch eher beguͤnstigt als zerstoͤrt. In einer gut eingerichte⸗ ten Wirthschaft, wo die Felder Quecken erzeugen, sind zweierlei Eggen noͤthig; große zweispaͤnnige mit schiefstehenden Zinken, und leichtere, zum Eineggen der Saat.
Noch zweckmaͤßiger ist, nach meinem Dafuͤrhal⸗ ten, bei queckenreichen Feldern ein Instrument, was noch sehr unbekannt ist, und nur erst vor unge⸗ faͤhr 5— 6 Jahren in einer kleinen Flugschrift(2) bekannt gemacht wurde. Es ist, meines Wissens, von englischen Landwirthen vorgeschrieben worden,


