Ausgabe 
21.9.1853
 
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zu nehmen.Adolph! rief ſie in einem Tone aus, der ihren Schauder bezeichnete, erhob ſich zugleich mit Anſtrengung, und breitete die Arme nach mir aus. Ich näherte mich ihr. Sie zitterte, ihr Buſen wogte ſtürmiſch. Als ſie bemerkte, daß ich neben ihr ſei, fiel ſie ſchaudernd zurück.Mache mit meinem Leben, was Du willſt, ſprach ſie;beſchließe über die wenigen Tage, welche Gott mir noch gewährt, wenn Du es ſo willſt; aber ſprich nicht mehr ſo, wie vorhin, denke daran, daß ich krank bin und Du mir Angſt machſt! Es ftel mir in der That ſchwer auf's Herz, daß meine Leidenſchaft viel leicht ihr Uebel verſchlimmert habe.Ich mache Dir Angſt, Thereſe! Adolph macht Dir Angſt? Ach! tauſend mal lieber ſterben, als Deinem Herzen den kleinſten Schmerz zu bereiten! Was ſage ich! lieber allein ſterben und Dich auf ewig verlieren! Ich werde nichts thun als was Du willſt; und wenn Du meiner Beſtändigkeit zu ſehr mißtrauſt, um auf den Glauben an meine Ver ſprechungen hin Dein Glück zu gründen, wenn zu Deiner Beruhigung mein ganzes Leben als Probe dienen ſoll, ſo werde ich mich begnügen, Dir zu folgen, Dich von Weitem zu belauſchen, meine Augen auf alle Deine Handlungen gerichtet zu halten, mit meinen Gedanken auf alle Deine Gedanken aufmerkſam zu ſein; ich werde Dich nicht mit der beharrlichen Verſicherung eines Gefühles quälen, an welches Du nicht zu glauben vermagſt; ich werde Dir nicht eher wieder davon ſprechen, als bis Du nicht mehr die Täuſchungen der Jugend und der Leidenſchaften, die Dir ſo vieles Mißtrauen einflößen, zu fürchten haſt. Ich werde warten, Dir zu ſagen: hier bin ich, bis die Zeit und Verzweiflung mein Leben abgenützt und meine Haare gebleicht haben. Dann werde ich wieder zu Dir zurück kehren, noch ebenſo beſorgt um Dein Glück, wie heute, und ich werde, zu Deinen Füßen vor Freude ſterbend, Dich noch einmal ſagen hören, daß Du mich liebſt, Dir beweiſen, daß Du Dich grauſam in meinem Herzen ge⸗ täuſcht haſt! Während ich ſo ſprach, badete ich ihre Hände mit meinen Thränen, und ſie ſtieß mich nicht mehr zurück.»Ich will es wohl, ſagte ſie;ich will an Alles glauben, was Du mir verſprochen haſt. Ich will daran glauben, ſo lange Du willſt; läuft auch eine Täu ſchung mit unter, ſo wiegt ſie doch das ganze Leben auf. Ich wäre ſehr thöricht, ſie zurückzuweiſen. Ja, ich glaube, daß Du mich liebſt, Adolph, daß Du mich ſo liebſt, wie ich bin, und daß Du mich ewig lieben wirſt. Hat es denn nicht Liebende gegeben, die ihre Geliebte nicht über lebt haben? Ein Gefühl, das den Tod beſiegt, vermag wohl dem Unglücke zu widerſtehen. Sie ſchlang ihre Hände in die meinen und ſchmiegte ſich an meinen Buſen. Ich fürchtete, ihr wehe zu thun, weil ſie überall

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Schmerzen fühlte, und entfernte mich daher ein klein we nig, doch ließ ich meinen Mund dem ihren ſo nahe, daß ich ihren Athem einhauchen konnte; und da es ſehr ſchwer war, dieſe Stellung lange ohne die äußerſte Ermüdung auszudauern, ſo ſtützte ich zuerſt meinen Oberkörper auf ihr Bett, und nach und nach ruhte ich ganz auf demſelben, ohne daß ſie es bemerkte. Dieſer Gedanke verurſachte mir die furchtbarſten Herzbeklemmungen. Ich empfand eine unausſprechliche Miſchung von Schmerzen und Wonne bei dem Gedanken, daß ich neben Thereſen liege, neben der blinden, ſterbenden Thereſe; ich verglich dieß mit der Glückſeligkeit, die ich mir verſprochen hatte, und fühlte

tief, daß das Leben des Menſchen nicht ſein ganzes Ge⸗

ſchick zu umfaſſen im Stande iſt. Wenigſtens war ich

überzeugt, daß an meinem noch Vieles fehle, daß es aber

hier nicht endigen werde, und daß mir Gott nicht allein zu meiner Qual eine Seele verliehen habe, die das Gluͤck wünſche und die Ewigkeit begreife.(Fortſetzung folgt.)

Kirchenbuchsauszug von Butzbach. Monat Auguſt. Getraute:

14. Joh. Philipp Heil, Wachtmeiſter im Gr. Garderegi⸗ ment Chevauxlegers, gebürtig von Kleinumſtadt, mit Eliſabethe Groß, des verlebten Bürgers und Metzger⸗ meiſters Johs. Groß dahier 2. nachgel. ehel. Tochtr.

28. Johs. Burk, Bürger und' Metzger dahier, gebürtig von Obermörlen, mit Katharine, des verlebten Bür gers und Metzgermeiſters Joh. Conrad Rübſamen nachgel. Wittwe, geb. Debold.

Getauft e:

2. Dem Gr. Expedienten der Main-Weſer⸗Eiſenbahn da⸗ hier Philipp Ruths ein Sohn, Friedrich, geb. den 26. Juli.

7. Eine uneheliche Tochter, Anna Roſine, geb. den 18. Juli.

21. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Heinrich Möh lich ein Sohn, Wilhelm, geb. den 1. Auguſt.

28. Dem Ortsbürger zu Gambach und Briefträger da

hier Johannes Enders ein Sohn, Johannes Ferdi⸗

nand Georg, geb. den 10. Auguſt.

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1. Katharine Marie Sophie Suſanne Eliſabethe Chri ſtine Arnoldine Ronſtadt, des Bürgers und Metzger⸗ meiſters Jacob Ronſtadt, 10. Kind, 6. Tochter, alt 1 Jahr, 3 Monate und 12 Tage, 7 den 31. Juli.

3. Friedrich Ruths, des Gr. Expedienten der Main Weſer-Eiſenbahn dahier Philipp Ruths, 2. Kind, 2. Sohn, alt 7 Tage, 1 den 2. Auguſt. 5

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

S ννν Edictalla dung. (1346) ueber das Vermögen des Moſes Strauß und ſeiner Kinder zweiter Ehe zu Nie⸗ derwöllſtadt iſt Concurs erkannt und Liquida⸗

tionstermin auf f

Mittwoch den 2. November, Vormittags 10 Uhr,

anberaumt worden. In dieſem Termin ſind Forderungen und Anſprüche jeder Art an die Maſſe, bei Vermeidung des ohne beſonderes Präclufivdecret eintretenden Ausſchluſſes vor ſolcher geltend zu machen; auch ſoll in dieſem Termine die Güte verſucht, ſowie wegen Ver⸗ äußerung der Maſſe, Beſtellung und Cautions⸗ leiſtung eines Curators, Beſchluß gefaßt werden. In dieſen Beziehungen werden alle Gläubiger,

die nicht perſönlich, oder durch Specialbevoll mächtigte erſcheinen, als den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger beitretend behandelt werden. Friedberg den 18. Auguſt 1853. Gr. Heſſ. Landgericht Hofmann.

Edicetalladung.

(1381) Johannes Diefengraͤber und Ehefrau von Ilbenſtadt haben durch Teſtament vom 24. Dezember 1832 ihr Vermögen dem Johan- nes Klein(zweiter) daſelbſt vermacht. Ueber folgende, der Johannes Diefengräbers Wittwe im Grundbuche zugeſchriebene Immobilien 165, 33 Klafter Hofraithe im Ort und J 64, 38 Klaf⸗ ter Grabgarten im Ort, kann ein Eigenthums⸗ nachweis nicht erbracht, auch nicht nachgewieſen werden, daß ſonſtige Anſprüche auf dieſelben nicht beſtehen. Deßhalb werden alle, welche aus irgend einem Grunde Anſprüche auf die

vorbezeichneten Immobilien bilden wollen, auf⸗ gefordert, ſolche ſogewiß binnen 6 Wochen, von heute an, hier geltend zu machen, als ſonſt die ſelben gebetenermaßen als durch Verjährung resp. Erbſchaft erworben, den Kindern des Johannes Klein zweiter im Grundbuche werden zugeſchrieben werden. Friedberg den 27. Auguſt 1853. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann.

Ed iet ala dung.

(1402) Folgende im Aſſenheimer Grund⸗ buche auf den Namen des verlebten Amtmann Hofmann zu Moxſtadt eingetragene, ein Gräflich Aſenburg-Wächterbachiſches Erblehen bildende Immobilien Pag. u. Nr. des Grundbuchs 62/1. 124/I. 234/J. 549/22. 846/5. 878/7. 104%ö 3. 234/J4. 30/1. 30/3. 319%. 343/17. 419/4. 476/1. 483/12. 573/1. 588/10. 63/1. 619/12. 653/38. 653/40. 68/1. 75/2. 763/8. 765/.

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