Ausgabe 
19.1.1853
 
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6) Geſtorben find: am 25. Okt, der evang. Pfarrer Wimmenauer 95 Riecrnen 29. Okt. der kath. Pfarrer Seifert zu Büdesheim; der Thorſchreiber Kimpel zu Darmſtadt: am 30. Okt. der penſ. evang. Pfarrer Dollinger zu Wachenheim; der Landgerichtsdiener Müller zu Gladenbach; 16. Nov. der penſ. Direktor des evang. Prediger⸗

ſeminars zu Friedberg, erſter Profeſſor der Theologie und Stadt⸗ f

pfarrer daſelbſt Ur cheol. Crößmann.

Nr. 59 enthält: 1) eine aus 34 890. beſtehende Großherzog⸗ liche Verordnung vom 8. d. M., die Ausführung des Geſetzes vom 21. Februar 1852 über die Erwerbung des Grundeigenthums und die beſonderen rechtlichen Folgen des Eintrags eines Erwerbstitels in dem Grundbuche in den Provinzen, Starkenburg und Oberheſſen betr., nebſt dem Formulare des Mutationsverzeichniſſes. 2) Eine aus 14 88 beſtehende Gr. Verordnung von demſelben Datum, die Fortführung der Grundſteuerkataſter betr. 3) Dienſtnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 25. Nov. dem kath.? Pfarrerg Körber zu Kleinkrotzenburg die kath. Pfarrſtelle zu Wattenheim, ſowie dem kath. Pfarrer, Klein zu Wattanbeim die kath. Pfarrſtelle zu Kleinkrotzenburg, am. 29. Nov. dem Richter an dem Bezirksgerichte zu Mainz Dr. Schmitt unter Belaſſung deſſelben in dieſem Amte die Funktionen des erſten Unterſuchungsrichters an dem vorgenannten Gerichte zu übertragen; am 4. Dez. den penſ. Polizeirath zu Gießen, Hofrath Zulehner, dermalen zu Darmſtadt, zum Rechner der Criminalkaſſe der Provinz Starkenburg, 90 am 6. Dez. den Kreisaſſeſſor Müller zu Mainz zum Rechner der Criminal⸗ kaſſe für die Provinz Rheinheſſen zu ernennen; ſowie am 7. Dez. dem Rechner der Criminalkaſſe für die Provinz Rheinheſſen, Rech⸗ nungsrath Müller zu Mainz die Stellen eines Rechners des Kirchen⸗ und Schulhaus-Baufonds, des Fonds für Findel⸗, verlaſſene Kinder und die Entbindungsanſtalt zu Mainz zu übertragen. 4) Charakter- ertheilungen: S. K H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 26. Nov. den Poſtbaltern Wiener zu Darmſtadt, Kempf zu Gießen und Poly zu Mainz den Charakter alsPoſtſtallmeiſter; am 6. Dez. dem zum Rechner der Criminalkaſſe fur die Probinz Rheinheſſen ernannten Kreisaſſeſſor Müller den Charakter alsRech nungsrath zu ertheilen. 5) Verſetzungen in den Ruheſtand mam 22. Nov. Phyſikatswundarzt Steinhäußer zu Steinheim, 26. Nov. Veterinärarzt bei dem Landgeſtüt, Oberhofveterinärarzt Britſch auf Nachſuchen und in Rückſicht auf ſeine geſchwächte Geſundheit. 60 Geſtorben: am 28. Nov. der Militärpenſionär Lieb zu Mainz.

Das Geſchenk des Wucherers. Von W. Heinrigs.

Es mögen nun vier Jahre her ſein, da ſaß an einem trüben Wintertage ein alter Mann in einem finſtern Zimmer des Erdgeſchoſſes eines alten Hauſes in der Rue zu Paris. Die Stube war getäfelt, und das Ge täfel, ſowie alle Möbeln darin waren von Rauch und Alter geſchwärzt und ſo ſchmutzig und düſter, daß man ſich kaum einen trübſeligeren Aufenthalt denken konnte. Die ledernen Ueberzüge der ſchwarzen Stühle waren an den Ecken und Kanten ganz weiß und durchgerieben; der alte Fußteppich trug eine kothige Mißfarbe, trotz der feu rigen bunten Farben, die er einſt gezeigt; etliche alte waſſerfleckige Kupferſtiche aus der Kindheit der Kunſt hingen an den Wänden, und die Gläſer davor waren ſo abgeſtanden wie die Fenſterſcheiben; die einſt weißen Vor⸗ hänge zeigten eine Chokoladefarbe. Mitten in der Stube ſtand, gleichſam als Sonne dieſes ſtaubigen Syſtems, ein mächtiger, eichener Comptoir-Schreibtiſch von neuerer Bauart, und an dieſem ſaß der ſchon erwähnte alte Mann, der einzige Herr und Meiſter dieſes unheimlichen Aufent halts. Er war ſeines Handwerkes ein Geldverleiher, einer der auf Pfänder lieh un oncle, wie die Studenten des Quartier latin ſagen. Sein Ausſehen deutete auf ein Alter von mehr als ſechszig; ſein Geſicht war lang, ſeine Züge wie aus Buchsholz oder gelbem Sandſtein geſchnitten, ſo unbeweglich und ſchroff waren ſie anzuſehen. Sein Auge war kalt, bleich, ſtahlgrau, die Augenbraunen aber ſchwarz und buſchig, wie bei einem ſauertöoͤpfiſchen alten Kauz; eine lange Adlernaſe, ein dünner zuſammengekniffener Mund, und ein großes Doppelkinn, das ſich in eine weite, ſchmutzige, weiße Halsbinde halb verſteckte, vervollſtän digten ſeinen Aufzug. Auch der Ausdruck ſeines Geſichts

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erlitt keine merkliche Veränderung, als nach ſchüchternem Anpochen die Thür geöffnet ward und ein junger Mann von eigenthümlich intereſſantem Ausſehen eintrat.

Der Ankoöͤmmling war gut gekleidet, obſchon ſeine Kleider nicht mehr ganz neu waren, und hatte die Ma nieren eines Mannes von guter Familie und Bildung. Seine bleiche Stirn trug tiefe Runzeln des Kummers; ſeine tiefliegenden, dunklen Augen hatten einen ſonderbaren Glanz; ſein langes braunes Haar, nun feucht von Schweiß, hing in kleinen Strähnen ihm über die Stirne. In ſeinem ganzen Weſen lag ſozuſagen der Entſchluß zu irgend einer ungewohnten außerordentlichen That, von deren Ausfüh⸗ rung ihn wenigſtens kein Schwanken und keine Schwäche von ſeiner Seite abhalten konnte, wie ſehr ihn auch fremder Widerſtand daran hindern mochte. Mit leichter Verbeugung ſeiner hochgewachſenen Geſtalt wandte er ſich im Tone erkünſtelter Ruhe an den Geldverleiher mit der Frage:Sie leihen Geld aus, mein Herr?

O ja zuweilen und auf gute Sicherheit, verſetzte der Wucherer gleichgültig, und unterzog den Aufzug ſeines Begleiters einer prüfenden Muſterung.

Der Fremde zauderte; es lag eine Art entmuthi⸗ gender Kälte in dem Tone dieſer Antwort, die über ſeinen

Vortrag oder Antrag im Voraus abzuurtheilen ſchien.

Gleichwohl fuhr er mit einiger Anſtrengung fort: Ich las Ihre Anzeige in den öffentlichen Blättern! Der Wucherer würdigte auch dieſe Einleitung keiner Antwort, ſondern ſaß bolzgerade in ſeinem Lehnſtuhle und erwartete weitere Anträge.Ich bin, wie Sie aus dieſen Papieren ſehen werden, im Beſitz einer Antwartſchaft auf ein nicht unbeträchtliches Erbtheil, fuhr der Fremde fort und reichte dem Wucherer einige Papiere. Dieſer nahm und prüfte ſie mit derſelben unwandelbaren Ruhe, und hörte nur mit halbem Ohr auf die mündliche Erklärung derſelben, welche ihm ſein Beſucher gab. Nur ein einziges Mal blickte der Geldverleiher über die Urkunde hinweg, die er ſoeben prüfte, und fragte mürriſch:Sie heißen Bernard Or meille?

Zu dienen, verſetzte der Fremde und nahm mecha niſch eine Zeitung in die Hand, in welcher ſein Auge zu erſt auf eine Ankündigung folgenden Inhalts:Geld wird ausgeliehen in jedem Betrag und auf jede Art von Sicherheit, auf Realien oder perſönliche Garantie. Näheres zu erfragen zwiſchen zehn und fünf Uhr bei Mr. Jean Dubracg, Rue, Ile St. Louis, Paris.

Nach einer kleinen Pauſe legte der Wucherer die Papiere wieder ſorgfältig zuſammen und gab ſie dem Fremden zurück.Sie ſind von keinem Werthe, nützen mir gar Nichts, ſagte er.Die Anwartſchaft auf das Erbtheil iſt ſehr unbeſtimmt. Können Sie keine andre ſtatthafte Sicherheit bieten?

Leider nein, verſetzte Bernard Ormeille; können Sie mir denn nicht irgend Etwas auf dieſe Erwartungen vorſtrecken? Nicht einmal eine kleine Summe?

Keinen Liard, war die trockene Antwort.

Gibt es denn gar kein Mittel, fünfhundert, drei, ja ſogar nur zweihundert Franken aufzunehmen? fragte der Fremde ängſtlich, und mit der Hartnäckigkeit eines Ertrinkenden, der ſich ſogar an einen Strohhalm anklammert.

Es gibt wohl ein Mittel! ſagte der Wucherer gleichgültig. Ormeille ſeinerſeits erwartete ſchweigend den nähern Aufſchluß hierüber.Ich meine perſönliche Sicherheit, fuhr der Letztere mit mürriſcher Ungeduld fort und rüſtete Papier und Feder, um einen Brief zu ſchreiben.

Ich biete Ihnen jeden Gewinn, rief der junge Mann eifrig;meine Ausſichten ſind gut; ich kann viel leicht...

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