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nanzen vom 10. Jan., daß des Großherzogs Königliche Hoheit aller⸗ gnädigſt zu verfügen geruht haben, daß die Recepturen Vöhl, Wimpfen und Lindenfels die amtliche Bezeichnung„Rentämter“ erhalten und die bei denſelben angeſtellten Receptoren, ſoweit dies nicht bereits der Fall iſt, künftig den Amtstitel:„Rentamtmann“ führen ſollen. — 8) Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben am 31. Dez. 1852 dem Präſidenten des Staatsraths, Staatsminiſter Zimmer⸗ mann das Großkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen, und am 9. Jan. dem Generalmajor Dingeldey das Comthurkreuz 1. Cl. des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen allergnädigſt zu verleihen geruht.— 9) Dienſtnachrichten. S. K. H. der Groß⸗ herzog haben allergnädigſt geruht: am 22. Dez. 1852 dem Schulvicar Eckel von Rodheim die 2. evang. Schullehrerſtelle zu Großenlinden; 27. Dez. dem kath. Pfarrer König zu Bechtolsheim die kath. Pfarr⸗ ſtelle zu Budenheim zu übertragen; 28. Dez. den von dem Herrn Grafen von Erbach ⸗Fürſtenau auf die evang. Schullehrerſtelle zu Steinbach präſentirten Schulvicar Gläſſing fur dieſe Stelle zu be⸗ ſtätigen; 31. Dez. dem Schulvicar Brauburger die kath. Schullehrer⸗ ſtelle zu Engelthal und dem Schulvicar Rodelſperger die evang. 2. Schullehrerſtelle zu Lollar zu übertragen; 3. Jan. dencgerichtsacceſſiſten Dr. Edwin Verdier de la Blaquiere aus Darmſtadt in die Zahl der Advokaten und Procuratoren bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg aufzunehmen; den von dem Herrn Fürſten zu Iſenburg⸗ Birſtein auf die evang. Pfarrſtelle zu Hitzkirchen präſentirten Pfarrer Scriba zu Büdingen für dieſe Stelle zu beſtätigenz 5. Jan. dem Pfarrer Marchand zu Obbornhofen die reformirte Pfarrſtelle zu Lin⸗ denfels zu übertragen. 10) Coneurrenz für: die reform. Pfarrſtelle zu Neuiſenburg mit jährl. 596 fl.(Präſentation der reformirten Kirchengemeinde daſelbſt); die 1. kath. Schullehrerſtelle zu Mombach mit jährl. 354 fl. und einer Vergütung von 25 fl. für Heizung des Schullocals. 11) Geſtorben iſt: am 31. Dez. 1852 der penſ. Frie⸗ densgerichtsſchreiber Werner zu Pfeddersheim.
Aus den Annalen der geheimen Sicherheitspolizei in London.
Nach Dickens's Household Words. II.
(Schluß.)
Vor ſechs Jahren etwa wurde uns hinterbracht, daß bei einigen Engroſſiſten in der City große Mengen Battiſt und Seidenzeug geſtohlen wurden. Ich erhielt mit zwei Kollegen den Auftrag, der Sache nachzuſpüren. Nach langen Bemühungen brachten wir heraus, daß in gewiſſen Läden, die zu den ſchönſten und beliebteſten in London ge⸗ hörten, Waaren der genannten Art zu ſo niedrigen Preiſen verkauft würden, daß ſie, wenn die Käufer dabei beſtänden, nothwendig geſtohlen ſein mußten. Der Anfang war ſomit gemacht; wir hatten die Hehler. Das Nächſte war nun, den Ort auszukundſchaften, wo der Ankauf des geſtohlenen Gutes vor ſich ging. Auch hierüber kamen wir durch beharrliche Nachforſchungen in's Klare. Es war dies nämlich ein Wirthshaus in der Nähe von Smithfield; hierher brachten die Austräger der beſtohlenen Magazine, welche die eigentlichen Diebe waren, ihre Beute, und eben da kamen ſie auch mit ihren Kunden zu— ſammen. Für gewöhnlich logirten in dem Wirthshauſe Fleiſcherburſchen, die aus der Provinz nach London kamen, um daſelbſt eine Stelle zu ſuchen. Dieſes Umſtandes wegen wurde unter uns beſchloſſen, ich ſollte, um die nähere Bekanntſchaft der Diebesbande zu machen, als Fleiſcherburſche verkleidet in der genannten Herberge ein— kehren.— Noch heute kann ich mich des Lachens nicht erwehren, wenn ich daran denke, wie ich, mein Bündel unter dem Arm, in die Gaſtſtube trat und Quartier ver— langte.„Ihr kommt aus der Provinz, junger Mann 2“ fragte man mich.—„Ja freilich,, war meine Antwort, „oben aus Northamptonſhire und ich komme hier mutter⸗ ſeelenallein vor in Eurer ungeheuren Stadt London, wo ich niemals geweſen bin und wo die Häuſer und Straßen gar kein Ende nehmen. Gott, was iſt das groß das
London, was iſt das groß!“—„Haſt Recht, mein Burſche,“ meinten die Anderen,„und Du wirſt Dich mehr als einmal verlaufen.“——„Wir werden Dir bald
eine Stelle ſchaffen,“ ſagten nach einigen Tagen näherer Bekanntſchaft die anderen Geſellen zu mir, und in der Meinnng, ich ſei ſehr darauf bedacht, ſo raſch, wie mög⸗ lich anzukommen, führten ſie mich auf alle erdenkliche Fleiſchmärkte. Indeſſen konnte ich begreiflicherweiſe nie über den Gehalt einig werden. Man fand dieſe Bedenk⸗
lichkeiten höchſt ſonderbar von mir und ſchöpfte ſolchen
Verdacht, daß man mir auf Schritt und Tritt Spione nachſchickte. Indeſſen kannte ich meine Leute. Ich machte ein dummes Geſicht, ging gaffend, die Hände in den Taſchen, durch die Straßen, ſchlenkerte bald an den, bald an jenen Laden und machte mir ein Vergnügen daraus,
meine Begleiter, die mir in einer Entfernung von fünfzig
Schritten folgten, ſtundenlang durch die Stadt zu ſchleppen.
Dann kehrte ich plötzlich um, that, als ob ich ſie eben erſt erblickte, und freute mich ausnehmend, ihnen zu be⸗ gegnen, da ich mich ſchon wieder einmal in dem verdammten London verlaufen hätte. Gefälligere Geſellſchaft konnte ich mir gar nicht wünſchen. Ihr Hauptſpaß war es, mich in London umherzuführen. Sie zeigten mir unter Anderem die Gefäͤngniſſe, zunächſt Newgate.„Alſo hier,,
ſagte ich, wie wir vor dem Hauſe ſtanden,„hier iſt es,
wo man die armen Leute aufhängt!“—„Wie einfältig!- meinten meine Begleiter,„nein, Fleiſcher, hier drüben ſieh, das iſt der Platz zum Hängen.“... Aber trotz der Sicherheit, in die ich die Leute eingewiegt hatte, war mir doch bange, ein Konſtabler könnte uns bemerken und mich als Beamten anreden. Glücklicherweiſe blieb ich hier, wie anderswo ungeſehen, und Alles hatte guten Fortgang; nur daß es mir ſehr ſchwer war, mit meinen beiden Amts⸗ gehülfen ein vertrauliches Wort zu reden.
Die geſtohlenen Waaren wurden in ein Hinter⸗ zimmer des Wirthshauſes gebracht. Dort ſchloß man auch die Verkäufe ab. Gern hätte ich, gleich von An⸗ fang an, einen Blick in dieſe Spitzbubenbörſe geworfen, doch wurde mir ſtets die Thüre vor der Naſe zugeriegelt. Ich mußte mich alſo noch weiter in dem Vertrauen meiner neuen Freunde feſtſetzen. Demnach, wenn die Schurken ihre Geſchäfte beſprachen, ſaß ich dumm und gleichguͤltig am Kamin und rauchte, als hing ich eigenen Gedanken nach, meine Pfeife. Fragte nun einer von den Führern der Bande, die nur zum Abſchluß von Verkäufen in die Herberge kamen, wer ich wäre, ſo meinte der Wirth: „Der da kömmt eben aus ſeinem Dorfe und weiß und merkt von Nichts was. Vor dem dürft Ihr Alles reden.“ Am Ende hatte ich meine Leute wirklich ſo ſicher gemacht, daß ich in den geheimnißvollen Saal gelaſſen wurde und allen Verhandlungen beiwohnen durfte.
Gute zwei Monate hatte ich als Fleiſcher in der Herberge gelebt, bis es mir gelungen war, die nöthige Anzahl von Perſonalien und Thatſachen zu ſammeln, ſo daß ich meine Kollegen von der Polizei auffordern konnte, zur Verhaftung der Spitzbuben zu ſchreiten. Bei der all⸗ gemeinen Arreſtation, die nun erfolgte, wurde ich natür— lich ebenfalls gefaßt und fortgeſchleppt, denn ich mußte meine Fleiſcherrolle bis an's Ende fortſpielen. Als mich der gutmüthige Wirth in Gefahr ſah, rief er:„Nehmt den da nicht mit, ſeht Ihr nicht, daß es ein Bauernjunge iſt, der noch in den Pantinen ſteckt und keinem Maikäfer ein Leides thäte.“—„Ganz ſchoͤn,“ meinten meine Kollegen, „aber was wir einmal halten, das laſſen wir nicht los.“
Noch war das Haupt der Bande nicht gefangen. Einige Tage vor der Kataſtrophe hatte mir der Mann im Vertrauen mitgetheilt, daß das Geſchäft im Sinken wäre, daß er Verrath fürchte und einer von den Ihrigen bereits von der ſtädtiſchen Polizei arretirt worden ſei. Er werde deßhalb nicht mehr auf die Herberge kommen und ſich
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