zu Haus und es iſt warm. Ich will Gott danken, wenn ich auf dem Heu liegen kann. N 5
Bleib' mir vom Leibe, Hebräer, ſagte wieder der hartherzige Hofmann; heutzutage beſinnt man ſich, ehe man unbekannte Leute in ſein Haus aufnimmt, beſonders wenn man allein wohnt, wie ich. f
Gott weiß es, ſagte der Jude, ich bin ein armer Jüd, aber ein ehrlicher. An meiner Hand klebt kein Unrecht.
So kann Jeder ſagen, war des Hofmanns Antwort, aber, wer's ihm glaubt, wird geſtraft! 5
Als der Hofmann das ſagte und der arme Jüd ganz traurig gen Himmel blickte, konnt's die Hoffrau nicht mehr über ihr Herz bringen, ſie trat herzu und ſagte zu ihrem Mann: Jacob, weißt du nicht, daß der Apoſtel ſagt: Herberget gerne? und der Herr zu uns am jüngſten Tage ſagen will: Ich bin ein Fremdling geweſen, und Ihr habt mich nicht beherberget? ö 8
Geh', alte Betſchweſter, ſagte zornig der Hofmann, bleib' mir mit deinen Bibelſprüchen, wie mit dem Juden da, vom Leibe!—
Schäme dich vor dem Juden, der du den Namen des Chriſten trägſt und unchriſtlich handelſt, ſagte die Frau! Wenn etwas Aehnliches einmal dir oder mir oder deiner Kinder Einem begegnete, ſag', wie wär's uns oder ihnen? Du willſt Nichts von der Bibel hören? Denkſt du nicht mehr daran, als du ſo lange krank warſt, wie ſie dich erquickte, wenn ich dir daraus vorlas? Im Unglücke war dir das Wort Gottes ſchon recht; jetzt aber, wo du ge⸗ ſund biſt, ſoll's dir vom Leibe bleiben!—
Der Hofmann brummte Etwas in den Bart und ging weg.
Die Frau aber ſagte zu dem Juden freundlich: Kommt Ihr herein in Gottes Namen! Sie führte ihn liebreich herein, weil der arme Mann nicht mehr gehen konnte, machte ihm in der Küche ein Fußbad, kochte ihm Eier ab, die ein Jude eſſen darf, und legte ihm ein un⸗ angeſchnittenes Brod vor, daß er ſich's anſchneiden möchte, damit er davon eſſen dürfte, und als der alte Mann er— quickt und geſättigt war, und nicht die hohe Leiter hinauf⸗ klettern konnte auf den Heuſtock, ſo warf ſie ihm eine Menge Heu herunter, legte ihm ein friſches Leintuch da— rauf und ſagte: Nun ſchlaft Euch hübſch aus und Gott ſei bei Euch!
Und als der Juͤd ſeinen Riemen um den Arm wickelte und betete, da ſprach er: Herr Zebaoth, der du die Mild— herzigen ſegneſt, ſegne dies Haus um des frommen Weibes willen, das Barmherzigkeit an mir thät, und vergilt's ihr viel tauſendmal! Und darauf legte er ſich und ſchlief ein.
Als der Hofmann heimkam, brummte er: Du biſt eine barmherzige Schweſter; nimmſt alles Lumpengeſindel auf! Wenn nun ſo ein Kerl mit dem Schinderhannes im Bunde ſteckte und machte ihm Nachts die Scheuerthüre auf. Wie dann?—
Das thut der arme, alte Mann gewiß nicht, ſagte zuverſichtlich die Frau. f
Ich will einmal aus Vorſorge meine Flinte laden, ſagte der Hofmann, und unſere Schlafſtubenthür tüchtig zuriegeln. ö
Nun wurde von dem armen Juden Nichts mehr ge⸗ redet; aber der Hofmann lud ſeine Doppelflinte und ſetzte ſich in den Kleidern in den Sorgſtuhl, damit er bei der Hecke wäre, wenn's Noth thäte. Er war aber in der Ernte, die juſt im Gange war, müde geworden, und ſchlief bald hart und feſt ein.
Das Alter ſchläft nicht lange. Es iſt ſein Loos, daß es frühe wach iſt. Es mochte ein bis halb zwei ſein, da wurde der Jude in der Scheuer wach und horte vor
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dem Scheuerthore Leute herumſchleichen. Das wurde ihm bedenklich.
Als er ſchlafen ging, hatte er geſehen, daß oben über dem Scheuerthor ein ganzes Gefach offen war, wahrſchein— lich, um als Zugloch zu dienen, und daß inwendig eine Leiter an dem Loche ſtand, die bis obenhin reichte.
Er macht ſich auf und kriegt leiſe an das Scheuer— thor, und hört, daß fünf bis ſechs Männer daſtehen, die miteinander flüuſtern.
Ich weiß, ſagte der Eine, daß inwendig an dem Loch eine Leiter ſteht, ich hab' ſie heute ſtehen ſehen, als ich vorüberging und zu dem kleinen Thürchen hineinſah.
So laßt uns eine Wagenleiter abmachen und hinauf⸗ ſteigen, ſo ſind wir drinnen! ſagte ein Andrer.
Jetzt gingen ſie hinter das Haus, wo der Ernte— wagen ſtand. Der Jude ſtellt langſam die Leiter weg von dem Loch und ſchleicht in das Haus, an die Stubenthuͤr, und klopft leiſe.
Der Hofmann erwacht. Was gibt's? fragt er.
Hofmann, ſteht um Gottes willen auf und macht Licht! ruft der Jude. Es ſind ſechs Räuber da, die wolle! mit einer Leiter von Eurem Erntewagen zu dem Loch ober dem Scheuerthore hereinſteigen. Ich hab' ſie gehört und die Leiter weggeſtellt. Kommen ſie herauf, ſo muß der Erſte herunterſtürzen. Macht Licht, ſteckt die Laterne an und ladet Eure Flinte! aber ſchnell!
Die Frau war auch erwacht und ſagte: Siehſt du
nun, welch' ein Segen meiner Wohlthat folgt? Ohne den
armen, alten Juden in der Scheuer, was wär' aus uns geworden?—
Beide machten ſich nun zurecht; aber der Mann konnte vor Zittern kein Licht anbringen, und die Frau vor Schrecken ihren Rock nicht finden.
Da that's plotzlich einen fürchterlichen Schlag, und in dem Augenblicke rief der Jude aus vollem Halſe: Halloh! Halloh! den haben wir! Herbei Ihr Leute, herbei! Spitzbuben im Hauſe! Zu Hülfe! zu Hülfe!
Da hörte der Hofmann, wie ſie an den Laden vor— beiliefen. Er rieß das Fenſter auf, ſtieß den Laden zurück und feuerte ſeine zwei Flintenläufe ab ins Dunkel hinaus. Das hörte der Nachtwächter im Dorf, und gleich darauf läutet es Sturm. Die Bauern kommen und fangen noch zwei von den Räubern, die ſich in Kornhaufen auf dem Felde verſteckt hatten, wo ſie des Nachtwächters Spitz entdeckte.
Mittlerweile hatte die Hoffrau ihren Rock gefunden und der Hofmann Licht gekriegt. Knechte und Mägde eilten herbei, und ſie fanden den Juden, der auf einem Kerl in der Tenne kniete und ihn niederhielt.
Den griffen ſie und banden ihn gleich feſt. Er hatte ſich bloß ein Loch in den Kopf gefallen, ſonſt aber ſich nicht wehe gethan. Und als ſie ihn genau betrachteten, war's ein ſchlechter, verrufener Menſch aus dem nahen Dorfe, der gleich bekannte, er habe mit den Spitzbuben gemeinſame Sache gemacht, und den Anſchlag gegeben, durch das Zugloch hereinzuſteigen, wo er am Tage die Leiter habe angelehnt ſtehen ſehen; es ſei auf nichts Ge— ringeres abgeſehen geweſen, als die Hofleute zu ermorden, dann Alles auszurauben, weil Knechte und Mägde hinten hinaus ſchliefen, und alsdann den Hof anzuſtecken, damit man ſie nicht etwa verfolgen könne.
Die drei Gaudiebe wurden der Obrigkeit überliefert, den Juden aber bewirthete der Hofmann mehrere Tage mit Freuden, und entließ ihn dann reich beſchenkt.
Die Frau aber ſagte zu ihrem Manne: Siehſt du, wie ſich jede Gutthat reich belohnt! Hätte deine Hart⸗ herzigkeit den armen Juden fortgeſtoßen, wer weiß, ob
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