wir noch lebten? Gott hat ihn zum Werkzeug unſerer Rettung gemacht, weil wir ihm barmherzig waren!
Der Hofmann ſchwieg beſchämt, aber ſpäter ſagte er: Liebe Frau, du haſt mir eine Lehre gegeben, die hab' ich mir ins Herz geſchrieben! Und von da an war er nie mehr hart gegen Arme und Herberge heiſchende Wanderer.
Bericht des Ausſchuſſes des Vereins gegen Bettelei zu Friedberg für das Jahr 1832.
Ob es gleich leider nicht zu verkennen iſt, daß die Theilnahme an unſerem Verein abgenommen hat und theils durch Todesfälle, theils durch Wohnortsveränderungen manche Lücke in der Zahl der Mitglieder entſtanden iſt, ohne durch den Hinzutritt neuer Mitglieder den entſprechenden Erſatz zu finden, ſo hat die wohlthätige Wirkſamkeit des Vereins doch nicht abgenommen, vielmehr noch eine größere Aus⸗ dehnung gewonnen. Die Einnahmen des Vereins beliefen ſich, einſchließlich 433 fl. 29½ kr. Kaſſevorrath aus dem Jahr 1851, auf 1325 fl. 57/¼ kr. An Unterſtützungen ſind verabreicht worden, und zwar:
a) an Arme in den Nachbarorten 87 fl. 30 kr. b) an durchgereiſte Handwerksgeſellen. 616„ 54%
zuſammen alſo die namhafte Summe von 704„ 24„ die Verwaltungskoſten haben betragen 136„ 03„
mithin die geſammte Ausgabe a
und iſt ſonach am Schluß des Jahres 1852 ein Vorrath von 485 fl. 30 ¼ kr. verblieben, wovon 366 fl. als Reſer⸗ vefond verzinslich angelegt ſind. Unter den Verwaltungs— koſten befinden ſich einige größere Ausgaben für Druckſachen und Formularien, welche für mehrere Jahre ausreichen werden. Die Zahl der Unterſtützten in den Nachbarorten beträgt 25, die Zahl der durchreiſenden Handwerksgeſellen, welche Unterſtützung des Vereins erhalten haben, 6169. Aus dieſen Zahlenangaben mögen die Bewohner hieſiger Stadt erſehen, welch' eine große Beläſtigung ihnen der Verein abgenommen hat. Für die Umgegend hat unſer
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Verein, außer den dahin gefloſſenen Unterſtützungen, auch noch dadurch wohlthätig gewirkt, daß von einzelnen Ge— meinden mit anerkennungswerther Bereitwilligkeit, bedeuten— dere Unterſtützungen als früher bewilligt worden ſind.
Auch haben ſich nach dem Muſter unſeres Vereins in mehreren Landgemeinden ähnliche Vereine gebildet, und es wird dadurch der Bettelei immer mehr entgegen gear— beitet. Wenn übrigens der Verein ſeine wohlthätigen Zwecke auch fernerhin erreichen ſoll, ſo müſſen die in der Mitglie— derzahl entſtandenen Lücken wieder ausgefüllt werden, und wir bitten daher ſowohl die neu eingezogenen Bewohner der Stadt als auch die neu aufgenommenen Bürger, welche ſich der Wirkſamkeit des Vereins erfreuen, ohne Mitglieder deſſelben zu ſein, mit einem entſprechenden Beitrag dem— ſelben beizutreten.
Mit dieſem Bericht verbinden wir die Anzeige an ſämmtliche Mitglieder des Vereins, ſich zur ſtatutenmäßigen Generalverſammlung und Ergänzungswahl des Ausſchuſſes
Mittwoch den 13. d. M., Abends 7½ Uhr, auf dem hieſigen Rathhauſe recht zahlreich einfinden zu wollen und bemerken zugleich, daß die Rechnung für das Jahr 1852 vom 7. bis zum 14. d. M. bei Rathsdiener Wagner in hieſigem Rathhauſe zur Einſicht offen liegt. Friedberg den 2. Juli 1853. Der Ausſchuß des Vereins gegen Bettelei.
Nachricht.
Die von dem Hülfs⸗Comité für die Abgebrannten in Gambach ausgeſtellte Empfangsbeſcheinigung von 96 fl. 21 kr. nebſt einem Päck⸗ chen Kleidungsſtücke, liegt bei unſerm Ausſchuß⸗Mitgliede dem Hrn. Prof. Dieffenbach 14 Tage lang den Intereſſenten zur Einſicht offen.
Friedberg den 6. Juli 1853. Der Ausſchuß des Hülfsvereins.
Ueber die von uns eingeſandten Gaben im Betrage von 76 fl. 34 kr. können die desfallſigen Quittungen ebenfalls bei uns eingeſehen werden. Friedberg den 7. Juli 1853. Die Expedition des Intelligenzblattes.
Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.
Oeffentliche Ladung. (986) Konrad Roth von Florſtadt, geboren am 15. Juni 1783, deſſen Aufenthaltsort un⸗ bekannt iſt, wird hiermit aufgefordert, ſich bin⸗ nen 3 Monaten von heute an bei dem unter- zeichneten Gerichte zu melden, widrigenfalls er für verſchollen erklart und ſein Vermögen den als Erben aufgetretenen Perſonen überantwortet werden würde. Friedberg am 20. Juni 1853. ä Großherzogl. Landgericht Hofmann. Edictalla dung. 1040) Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz Oberheſſen hat über das Vermögen der ſich von ihrem Heimathsort heimlich entfernt habenden Peter Schäfer'ſchen Eheleute zu Rockenberg den förmlichen Concurs prozeß erkannt und das un⸗ terzeichnete Gericht mit deſſen Leitung beauf— tragt. Anſprüche jeder Art ſind im Termin Dienſtag den 16. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr,
bei Meidung des ſtillſchweigend erfolgenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe anzumelden und zu be— gründen. Gleichzeitig werden die Peter Schä— fers Eheleute aufgefordert, in vorbeſtimmtem Termine etwaige Einwendungen gegen das auf— genommene Inventar und das ergangene Con- curs⸗Erkenntniß bei Meidung des Ausſchluſſes vorzubringen. Butzbach den 28. Juni 1853. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Dr. v. Schmalkalder.
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(1065) Die bekannten Erben des Johannes Haas zu Wiſſelsheim haben die Erbſchaft aus— geſchlagen. Erb⸗ oder andere Anſprüche an den Nachlaß ſind deßhalb im Termin
Donnerſtag den 11. Auguſt d. J., Morgens 8 Uhr,
dahier anzuzeigen, gegenfalls ſie bei Vertheilung der Maſſe nicht berückſichtigt werden.
Die Schuldner des Johannes Haas haben bis zu obigem Termine ihre Schuld an Gr. Beigeordneten Huber in Wiſſelsheim zu bezahlen oder dieſelbe anzuerkennen, gegenfalls demnächſt Klage gegen ſie erhoben werden wird.
Friedberg den 3. Juli 1853.
Großh. Heſſ. Landgericht Dr. Irle.
Steinkohlenlieferung.
(1066) Dienſtag den 26. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll in dem Büreau des Ba— taillonsverwaltungsraths dahier die Lieferung von 900 Centner Ruhrerſteinkohlen— Fettſchrot erſter Qualität— auf dem Soumiſſionsweg in Accord gegeben werden.
Dieß den Intereſſenten mit dem Anfügen zur Nachricht, daß die Lieferungsbedingungen von beute an in obengenanntem Büreau eingeſehen werden können und daß die dieſerhalb eingelegten Soumiffionen, gleich nach Ablauf oben erwähn— ten Termins, eröffnet werden.
Friedberg den 1. Juli 1853.
In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter
Arbeitsverſteigerung
(1067) Donnerſtag den 14. Juli, Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen bei Herrn Gaſtwirth Haas zu Ilbenſtadt, zur Unterhaltung der Vicinal— wege außerhalb des Orts: 1) das Brechen von 5,0 Cubikklftr. Steinen, 2) das Anfahren derſelben, 3) das Aufſetzen und Zerſchlagen, öffentlich in Accord gegeben werden. Ilbenſtadt am 10. Juli 1853. Der Großherzogl. Bürgermeiſter Jer.


