chen kriechen können. Man gibt denſelben einige zarte Maulbeerblätter oder Aeſtchen, die bald von ihnen beſetzt ſind, und bringt ſie auf die zur Zucht beſtimmten Horden — ähnlich den Dörrbrettern— deren Boden mit Lein— wand oder Papier belegt iſt. Die Raupen werden, An⸗ fangs ſoviel als möglich, ſpäter täglich 6- bis 8Smal ge—⸗ füttert und der Seidenzüchter wird bald durch die Uebung erfahren, wie viel und wie oft Futter den Raupen erfor⸗ derlich iſt. Bei gehöriger Temperatur, 18— 20“ Reaumür iſt die Raupe in 29 Tagen ausgewachſen, binnen welcher Zeit ſie ſich Amal häutet. Vor der Häutung iſt die Fütterung geringer. Kurz nach derſelben ruhen die Rau⸗ pen bis ihre Kauwerkzeuge erſtarkt ſind, dann aber freſſen ſie deſto mehr. Wenn die Häutung eintritt, fällt die Raupe in eine Art Schlaf, wobei ſie den Kopf in die Höhe ſtreckt und 24 Stunden keine Nahrung zu ſich nimmt. Ohne kuͤnſtliche Wärme und bei kühlem Wetter dauert der Schlaf oft 2-3 Tage. Die Horden müſſen oͤfters gereinigt und ihre Zahl bei dem Zunehmen der Raupen vermehrt werden. Die Reinigung erfolgt da— durch, daß man die Raupen an Aeſtchen laufen laßt und ſie auf andere Horden bringt, oder daß man die Horden mit Futternetzen überſpannt und ſolche mit Laub belegt, auf welches die Raupen durch die Maſchen kriechen. Sind die Raupen ausgewachſen, ſo werden ſie unruhig, laufen auf den Blättern umher, verlaſſen die Horden— was ſie vorher nie thun und verſuchen zu klettern. Nachdem ſie ſich ihres Unraths entledigt haben, bringt man ſie in die von Beſenreiſern oder Ginſtern erbauten Spinnhütten oder auf Horden mit doppelten Querſtäben, in welchen ſie ſich verpuppen. Zuerſt ſpinnen ſie die Anknüpfungsfäden (Flockſeide) und dann den Cocon, eine aus einem einzigen Seidenfaden von 800— 1200“ Länge beſtehende Hülle, wozu ſie 3— 4 Tage nöthig haben.
IIl. Von den Cocons und der Seide.
Etwa u 8 Tage nach Vollendung der Cocons nimmt man dieſelben aus den Spinnhütten heraus, befreit ſie von der Flockſeide, hebt die beſten zur Zucht auf und tödtet die übrigen. Dieß geſchieht dadurch, daß man die Cocons bei einer Temperatur von 45 und mehr Reaumür in Körbe in einen Backofen ſtellt, wodurch ſie erſticken. Die Cocons verkauft man in die Haspelanſtalten oder läßt ſie auf eigene Rechnung abhaspeln. Ohngefähr 230—250 gute Cocons wiegen 1 Pfund und 10 Pfund geben 1 Pfund Seide. Der Werth derſelben iſt 12 fl. Der Haspellohn für 1 Pfund beträgt 2 fl. 30 kr. Die Seide iſt weiß oder gelb und wird von der Spinnerei auf Haspeln in Strängen wie das leinene Garn abge— wunden.
IV. Von der Nachzucht.
Die zur Fortpflanzung beſtimmten Cocons trennt man nach Farbe und Geſchlecht— die großen eirunden ſind gewöhnlich Weibchen, die in der Mitte eingedrückten Männchen. Nach 10—14 Tagen kriechen die Schmetter— linge aus, in der Regel des Morgens von 5— 7 Uhr und nachdem ſie ſich eines gelben Saftes entledigt haben, bringt man ſie paarweiſe zuſammen. Nach 7—8 Stunden werden ſie getrennt und das Weibchen legt in den nächſten 36— 40 Stunden auf einen Bogen Papier, Stückchen Leinwand oder dergl. 400— 500 Eier. Die in den erſten 24 Stunden gelegten Eier ſind die beſten. Sie ſind An— fangs gelb, dann röthlich und in 14 Tagen aſchgrau. Man rollt die Unterlage zuſammen und bewahrt ſie bis zum Frühjahr in einer Kapſel im Keller auf.
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V. Von meiner Seidenzucht.
Im Frühjahr 1847 wurde ich durch Herrn Wald⸗ ſchmidt in Wetzlar mit der Seidenzucht bekannt, im Herbſte deſſelben Jahres gründete ſich in Darmſtadt der Seiden— bauverein, deſſen Mitglied ich wurde, und im Frühjahr 1848 erhielt ich durch Herrn Waldſchmidt die erſten 20 Räupchen. Ich erzog dieſelben nach einer mir zufällig zur Hand gekommenen Anleitung zur Cultur der Maul- beerbäume und der Seidenraupen— 1840 in Darmſtadt von Carl Netz herausgegeben— mit den Blättern eines in meinem Hausgarten ſtehenden ſchwarzen Maulbeer— baumes und fand, daß ſie dieſelben ganz gut nährte. Es machte mir Vergnügen und ich entſchloß mich zur weiteren Zucht. Durch den Verein bezog ich einige Loth Saamen und von Herrn Carl Netz in Darmſtadt 50 Buſch- und Zwergſtämme, die ich in meinen Hausgarten ſetzte, ließ mir mehrere Horden und ein Geſtell fertigen und betrieb die Zucht mit wenig Aufmerkſamkeit und Eifer, indem ich nicht gehörig fütterte und mehr Raupen hielt, als ich er— nähren konnte. Doch ſah ich, daß die Zucht gedeihen könnte und ließ im Jahr 1851 meine bis dahin gezogenen ſchlechten Cocons abhaspeln, von welchen ich 3 Loth gelbe Seide erhielt. Inzwiſchen wurde ich mit Herrn Netz per— ſönlich bekannt, der beſonderes Verdienſt um die Seiden—
zucht in unſerm Lande hat und jolche in größerer Aus
dehnung betreibt“). 1852 bezog ich von ihm, da meine Raupen nicht ſo geeignet zur Zucht waren, 1000 Eier und 30 2jährige Baumpflanzen und eine ähnliche Sendung für 1853. In 1852 erhielt ich 1450 Cocons von einem Gewicht von 3 Pfund 10 Loth— 435 auf das Pfund — und von denſelben 8 Loth Seide. 1853 1050 Cocons — 3 Pfund 9 Loth, 325 aufs Pfund— und von dieſen auch nur 8 Loth Seide, 2 Loth weiße und 6 Loth gelbe. Da ich in dem letzten Jahr ein gleiches Gewicht mit 1050 Cocons, wie vorher mit 1450 erzielte, ſo hätte der Ausfall ein beſſerer ſein müſſen und ich hätte einige Loth Seide mehr erhalten, wenn bei dem Tödten der Cocons die nöthige Vorſicht beachtet worden wäre, denn Herr Netz ſchrieb mir, daß die Cocons durch die große Hitze, ganz verſengt geweſen und in Folge deſſen der Faden ſich ſo mürbe gezeigt hätte, daß das Haspeln äußerſt ſchwierig und nur mit großem Koſtenaufwande möglich geweſen, auch eine nicht geringe Anzahl Cocons gar nicht hätten gehaspelt werden können, und ſich wergartig aufgelößt hätten. Die beſten Cocons, welche ich zur Zucht zurück— behalten, wogen 6— 7 aufs Loth— 210 aufs Pfund. Die ſtärkſten, welche Herr Netz gezogen, wogen 180 aufs Pfund. Erwägt man nun, daß meine Raupen, ſtatt bei 20— 22“ Reaumür bei 16“ ausgegangen ſind, daß ich ſie bei gewöhnlicher Temperatur erzog, die oft ſtatt 18“ nur 14 war und in einer Nacht manchmal 40 wechſelte, ſo kann ich mit meiner kleinen Zucht zufrieden ſein und habe bei derſelben die Ueberzeugung gewonnen, daß die Raupen in kleiner Anzahl, bei jeder Witterung gedeihen, wenn ſie gut gefüttert werden. Die Zucht dauert dabei auch etwas langer, 36—40 Tage. Bei größeren Zuchten, wobei genau darauf zu ſehen iſt, daß die Raupen ſich zur beſtimmten Zeit häuten, daß die an einem Tag ausgegangenen ſtreng geſondert bleiben, wie überhaupt das Gedeihen der Zucht vom pünktlichen Einhalten der Vorſchriften, über die Füt— terung, Heizung, Auslüften ꝛc. abhängt, dieſes ſich aber auch lohnt, da ſind ſolche zu befolgen.
*) Herr Netz hat 18 Morgen mit Maulbeerbaum bepflanzt, auf
welchen gleichzeitig noch Ackerbau getrieben wird, und wird, nach⸗ dem ſein ſeitheriges Local im Auguſt d. J. abgebrannt iſt, eine großartige Muſter-Anſtalt für Seidenbau errichten und von 1854 an unentgeltlich praktiſchen und theoretiſchen Unterricht ertheilen.
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