über die Wieſe hin, daß der Raſen unter dem Hufe ſeines Roſſes aufflog. Der arme Marqueur wanderte traurig die Straße nach Baſtide zu und kam auf dem Marktplatze an, als eben eine Eskadron franzöſiſcher Chaſſeurs aufge— zogen war. Die blanken Männer bezauberten manches Auge, das ſehnſüchtig hinter dem Fenſter hinablugte, aber auch dem ſchönen Joachim folgte manches Auge nach, als er auf den Garten zuging, in welchem er die ſchönſte und lieblichſte der Blumen, welche, wie er ſich ſtill wieder⸗ holte, nur für ihn blühte, zu finden hoffte. 5
Schon wollte Joachim durch das große Hauptthor in das Gaſthaus ſeines Vetters eintreten und die breite Treppe zu dem Gemache ſeiner Lauretta hinaufſteigen, da kam ihm der Gedanke, ſein Mühmchen unverſehens zu überraſchen, und er begab ſich in den Hof, wo ſich in einem kleinen Nebengebäude eine Dachkammer befand, welche ein einziges Fenſter enthielt. Dieſes Fenſter lag in gerader Richtung dem Zummer Laurettens gegenüber, ſo daß man durch daſſelbe gerade hinüber ſehen konnte. Joachim zog leiſe die Thür des Dachſtubchens hinter ſich zu, ſchlich ſich zum Fenſter und blickte durch die Vorhänge verſtohlen in das Zimmer ſeiner Lauretta. Sie ſaß oder lag vielmehr in einer maleriſchen Stellung auf einem Divan, und ſchien Jemanden in der Ecke des Zunmers, wohin Joachim's Blick nicht reichte, zuzulächeln.— Ein Augenblick und— Joachim's böſes Geſtirn— der Lieu⸗ tenant, trat hervor, ließ ſich zu Laurettens Füßen nieder und bedeckte ihre Hand mit glühenden Kuſſen. Joachim ſtand, wie vom Blitze gelähmt.— Sein Auge wurzelte auf der ſchönen Gruppe.— Als aber Lauretta ſich nie— derbeugte und einen Flammenkuß auf die Wange des Lieu⸗ tenants drückte, da war der Lauſcher ſeiner nicht mehr
mächtig. 5 f i. „Laurettal“ rief er mit unendlichem Schmerze. Die Glücklichen horchten hoch auf.— Das war Joachim,“
rief Lauretta ängſtlich,„retten Sie ſich, ſein Zorn kennt keine Grenzen, ich Unbeſonnene vergaß die Dachkammer zu verſchließen.“ f
„Dafür iſt geſorgt,“ lachte der Lieutenant,„der Hahn hat ausgekräht,“ und auf dem Hofe erſcholl ein brüllendes Gelächter. g f
Lauretta trat zum Fenſter und ſah, wie Joachim zornglühend ſich von ſechs Reitern loszumachen ſuchte, die ihn umringt hatten. f
„Der Burſche hat den Satan im Leibe,“ rief der Wachtmeiſter zum Fenſter hinauf,„was ſoll's, Herr Lieutenant?“ i
Bollieu riß das Fenſter auf, daß die Scheibe klirrte.
„Subordination!“ donnerte er hinab,„und keinen Laut, Burſche! Du biſt Chaſſeur im Namen der Nation, laſſe Dir gutwillig den Sarras umſchnallen, ſonſt zer⸗ quetſcht meine Kugel Dein mattes Gehirn!“
Joachim ſah, daß hier jede Widerrede vergebens ſei. Noch einen letzten Blick der Verachtung warf er auf Lauretta, welche ſich zitternd hinter dem Lieutenant ver- borgen hatte, und folgte hierauf, ohne ein Wort zu ver— lieren, dem Wachtmeiſter auf den Marktplatz, um mit ſeiner Eskadron ſeine Vaterſtadt auf immer zu verlaſſen.
2
Ein Zweig aus der furchtbaren Geißel des Ewigen ragte auf dem Greveplatze in Paris, das mordende Ge— rüſte der Guillotine, zu dem Himmel empor, der ver— ſchloſſen blieb vor den Klagen der zahlloſen Opfer, vor den Todesſeufzern der Tauſende, welche dem tödtenden Eiſen anheimſielen.
Nacht war's— eine finſtere aber geräuſchvolle
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Nacht, wie die Nacht, welche den Sonnenhimmel Frank⸗ reichs umſchattete, vom Kriegsgetöſe durchſchauert. Ka— roſſen eilten vorüber, pfeilſchnell vor dem Triumphbogen des gewaltigen Todes, an deſſen Stufen die Henkersknechte das Blut zuſammenkehrten, das den Tag hindurch ge— floſſen war, rohe Flüche unterbrachen die lautloſe, grelle Thätigkeit der Arbeitenden. Am fernen Montmatre ſtiegen Raketen in die Luft empor.—
„Guillome,“ Deine Fauſt iſt blutig, Du taugſt zu dem Handwerke nicht,“ krächzte Baſtide.
„Daß Deine Knochen erlahmen,“ fluchte Guillome entgegen;„der Letzte, der ſeinen Kopf hinauftrug, um ihn dort abzuſetzen, iſt Schuld daran. Als das Eiſen ſank, ſtreifte es den Burſchen, er wimmerte, ich richtete ihn zurecht und ſchnitt mich dabei in die Knöchel. Eine ſaure Arbeit das,, brummte der baumlange Guillome.
„Ja wohl,“ entgegnete der Andere;„immer und immer nur das Konterfei des Todes vor Augen zu haben — aber ſieh' dort, was ſucht die ſchmucke Dirne wohl an dieſer Stätte des Todes?“
Geiſterbleich, mit verſtörten Zügen und aufgelöstem Haare, von einem leiſen Strahle des eben hervortretenden Mondes beſchienen, wankte ein Mädchen auf die Richt— ſtätte zu.„Hier,“ wimmerte ſie;„hier muß Robert ge⸗ endet haben!“— Ohnmächtig ſtützte ſie ſich auf eine Stufe des Todesgerüſtes.
„Was ſoll's Bürgerin?“— herrſchte Guillome dem Mädchen zu.
Lauretta rang nach Faſſung:—„Könnt Ihr mir nicht ſagen, gute Männer,“ ſprach ſie im leiſen, ſchüch— ternen Tone,„um welche Stunde Robert Bollien hingerichtet worden iſt?“
„Da hätten wir eben gelegene Zeit,“ lachte Juan Brieux, der Großhenker;„Jeden, der da hinaufklettert, erſt um ſeinen Namen zu fragen. Nehmen ſich doch die Herren im Tribunal kaum Zeit dazu.“
„Hm!“ meinte Guillome;„der Name da iſt mir eben nicht ganz unbekannt. Die Bürgerin meint wohl deu ſchmucken Chaſſeur-Lieutenant, der geſtern in die Con⸗ ciergerie gebracht wurde.... Robert Bollieu? ja, ja, ſo heißt er— den kenne ich nur zu gut, hab' ja als Ser— geant-Major unter ihm gedient.— Ja, um den ſteht es ſchlecht.“— Lauretta erbleichte. Der Mann fuhr jedoch unbarmherzig fort:„Morgen Abend kehren wir ſein Blut mit dem der andern Opfer, welche die große Schaubühne da beſteigen, ſo gut zuſammen, wie....“
„Mörder!“ rief Lauretta, mit dem Ausbruche der wildeſten Verzweiflung;„Fluch dem Tribunal, das die himmelſchreiendſten Ungerechtigkeiten im Angeſichte des ſchweigenden Himmels verübt!— Aber er wird ſich auf— thun, dieſer Himmel und Euch mit ſeinem Feuer zermal— men, wie er einſt ſich aufthat....“
„Genug des Gewinſels,“ ſagte Guillome,„das Mädchen iſt eine Royaliſtin, halte ſie feſt, Bourgois, morgen ſpeiſet ſie bei Simſon, und in drei Tagen liegt ihr Kopf im Korbe und wir haben dabei unſern guten Verdienſt.“
„Wohlgeſprochen!“ lachte Bourgois, und wollte ſich der ſich ſträubenden Lauretta bemächtigen.—
Dieſe aber rief:„Sergeant, Ihr habt kein Recht auf mich, mein Leben gehört der Rettung meines Robert.“
„Der iſt gut aufgehoben,“ meinte der Lange, aber plötzlich ließ er die Hand ſinken und ſchien ſichtbar ver⸗ legen.
9 Ein hochſtämmiger junger Offizier, mit der dreifar⸗ bigen Kokarde geſchmückt, ſtand vor dem Mädchen.—
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