Ausgabe 
31.1.1874
 
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CEC

ne) mit grofser Majorität gewählt. Im 115 Nell Se Reichenbach wurde Webeky(liberal) mit 9628 Stimmen gegen Graf Stolberg Peters waldau(Centrum) mit 5858 Stimmen gewählt. Im Wahlkreise Ueckermünde ist Stadtrath Dohrn(Stettin) mit 4725 Stimmen gegen Kreisrichter Zachariä(Pasewalk), der 2837 Stimmen erhielt, gewäblt. Dohrn wie Zachariä sind nationalliberal. In Trier wurde der Ober⸗ bergrath Bluhme(national liberal) gegen Muth (ultramontan) gewählt. In Deutschkrone wurde Lehrte(national- liberal) gegen Bredew(ultra- montan) gewählt. In Neustettin wurde Graf Arnim-Heinrichsdorff(conservativ) gegen Professor Dieterici(liberal) gewählt. g

Bromberg, 28. Jan. In ersten Wahlkreis des Regierungs- Bezirks Bromberg(Czarnikau⸗ Chodziesen) ist Rittergutsbesitzer v. Klitzing(con- servativ) mit 11,088 Stimmen gegen Probst Kwialkowski(ultramontan) gewahlt, welcher 5901 Stimmen erhielt. a

Dresden, 27. Jan. Bei der Stichwahl im 14. sächsischen Wablkreis erhielt Amts haupt- mann v. Könneritz 7409, Social-Demokrat Finck 6319 Stimmen. Ersterer ist also gewählt.

Gotha. Am 27. und 28. Mai l. J. findet hier die sechste Bundes ⸗Versammlung der freien religiösen Gemeinden in Deutschland statt. Es ist u. A. bereits folgender Antrag des Bundes Vorstandes angemeldet:Die Bundesversammlung wolle beschließen, den Vorstand zu beauftragen, seine Bestrebungen, betreffend die einheitlich. Regelung der Kechtsverhältnisse der freien reli giösen Gemeinden im deutschen Reiche, fortzusetzen.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 29. Jan. DieNeue freie Presse erfährt telegraphisch aus Zürich, daß der Feldmarschall-Lieutenant Freiherr 5. Gablenz daselbst am Schlagflusse gestorben ist.

Schweiz. Bern, 27. Jan. In Fahp, einem jurassischen Grenzort, hat sich die Bevöl- kerung der Verhaftung des abgesetzten Pfarrers widersetzt. Eine Compagnie ist dorthin abgegangen. In Genf ist ein an den Secretär des Bischofs Mermillod, Abbs Collet, adressirtes Ballot eines in Bar ⸗le⸗dut gedruckten Aufrufs an die Mächte zur Intervention zu Gunsten der unterdrückten schweizerischen Katholiken mit Beschlag beleat worden.

24. Jan. Die neuesten Nachrichten aus dem Jura melden das Fortdauern und Umsich greisen der Excesse. Unter Billigung der lieberalen Mitglieder der Bundes- Bersammlung hat die Re gierung nun ein weiteres Trupven- Aufgebot ver anlaßt, den drei Schützen-Compagnien folgt eine Abtheilung Dragoner. Von den Schützen Com- pagnien marschirt eine nach Saulch, wo der einzige Bürger, welcher für das Kirchengesetz stimmte, mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt wurde, die zweite begibt sich nach Courfaivre, wo der Sohn des Schullehrers mit einem Stück Holz schwer mißhandelt wurde, und die dritte hat die Freiberge von Cerneux-Godat bei les Blois als Ziel, wo ein Landjäger von der Menge überfallen und lebensgefährlich verletzt worden ist.

Frankreich. Paris. Der Prinz Napo⸗ leon hat in seinem eigenen Empfangs⸗Salon einen heftigen Auftritt mit einigen bonapartischen Depu; tirten gehabt, insbesondere mit Galloni d' Istria. Maurice, Richard u. A. erklären nun zwar im Figaro, daß alles in Ruhe und mit Höflichkeit vorgegangen sei, aber auch ste geben zu, daß der rothe Prinz doch u. A. zu Galloni sagte:Im Grund seid Ihr doch Klerikale(der Prinz bediente sich des WortesCagots Frbmmler), die für den Grasen Chambord stimmen würden!

Lyon. Ein Bürger von Lyon, Namens Camescasse, hatte den dortigen Präfecten, den be kannten Herrn Ducros, gerichtlich belangt, weil derselbe ihn durch einen eigenmächtigen Erlaß ge⸗ zwungen hätte, ein Civil⸗Begräbniß in ungewöhn⸗ licher Morgenstunde vor sich gehen zu lassen. Der Prozeß ging durch alle Instanzen und der Cassations⸗ hof hat soeben den Kläger abgewiesen.

Großbritannien. London, 27. Jan. Das prolestantische Meeting in St. James Hall

bat bei sehr zahlreicher Betheilizung unter dem

Vorsitze Sir John Murrap's stattgesunden. Die Versammlung nahm die nach dem Programm fest⸗ gestellte Resolution mit Einstimmigkeit an. Die Redner bezeichneten es als eine Pflicht Deutsch⸗ land's, den Kampf gegen die Vergewaltigung Rom's fortzusetzen. Die Namen des Kaisers und des Fürsten Bismarck wurden ledesmal enthusiastisch begrüßt. Viele Zustimmungstelegramme deutscher Städte wurden verlesen.

27. Jan. Der Tod des Dr. Livingstone wird officiell bestätigt. Das heute Abend ab- gebaltene zweite protestantische Meeting in Exeter Hall verlief in gleicher Weise wie das in St. James Hall.

Spanien. Madrid, 27. Jan. General Moriones hat die Operationen gegen die Carlisten wieder aufgenommen. Lopez Dominguez hat den Oberbefehl in der Provinz Valencia übernommen. Barcelona, 27. Jan. Ein Angriff des Carlisten⸗Führers Saballs auf Colona de Farmes wurde trotz einer vermittelst Artillerie gelegten Bresche von den Vertheidigern, welche Barrikaden errichteten, abgeschlagen.

Italien. Rom. DieOpinione publicirt ein Schreiben Lamarmora's auf den bekannten Artikel des deutschenReichs- Anzeigers vom 22. d. M. Der General reprodueirt den Text des bekannten Schreibens Usedom's vom 12. Juni 1866 und erklärt, das Original des Special- Berichts Govone's vom 3. Juni 1866 sei bei einem Notar deponirt. Lamarmora behauptet, alle diese Documente seien durchaus privater Natur und könnten sich daher in den Archiven des auswärtigen Ministeriums nicht vorfinden.

Aus Stadt und Land.

Ulpha. Dieser Tage fand dahier ein beklagenswerther Unglücksfall statt. Die in hiesigem gräflichen Hose be⸗ schäftigte 35jährige Ernestine Möll von hier wollte sich in einet Scheuer Stroh zu ihrem Gebrauche herunterwersen. Durch das Wegrutschen einiger, unter ihr liegenden Ge⸗ bunde Stroh verursacht, stürzte sie mit denselben in einer Höhe von ungefähr 25 Fuß herunter und schlug mit dem Kopf in der bloßen Tenne dergestalt auf, daß augenblick⸗ licher Tod erfolgte.

Darmstad t. Oer Wahlsieg Moufangs in Mainz ist Gegenstand einer hier zu realisirenden sonderbaren Wette geworden. Ein rheinhessischer Geschäftsmann war so sehr des Sieges der Nalionalliberalen gewiß, daß er darauf einging, der Gegenpartei für jede Stimme Mousfang'scher Majoriiät einen Schoppen Bier anzubieten, jedoch mit der Klausel, daß dasselbe bis zum 24. Juni d. J. getrunken sein müsse. Der Gewinnende hat sich bereits an die Arbeit gemacht, jedoch freilich bebagen ihm gewisse sonkige zur Controle dienenden Modalitäten nicht sonderlich. Mainz. Die biesigen Briefträger, denen während des Wahlkampfes eine so barte Arbeit zu Theil wurde, haben eine Extra-Gratification erhalten. Die katholische Volkspartei gab 150, die Fortschrittspartei 50 Gulden, und die 200 Gulden wurden so vertheilt, daß jeder Bries⸗ träger 5 fl. erhielt, während der Rest dem Bureau-Ver⸗ sonal zufiel, welches die Wahlbriefe abgestempelt und sorlirt hatte.

Allerlei.

Frankfurt. Wie wir einem kirchlichen Blatt ent⸗ nehmen, trat ein vornehmer junget Japanese, derselbe, der von seiner Regierung zur Ueberwachung der Anfertigung von Papiergeld hierhergesendet worden ist, vor 8 Tagen in dem benachbarten Seckbach nach Empfang der Taufe zum Christenthum über. Von hier geht er zur japanesischen Gesandischaft nach Wien.

Frankfurt, 30. Jan. Vorgestern Nacht wurde in einer hiesigen Wirihschaft eine Spielergesellschaft, welche dort bereiis längere Zeit ihr Wesen getrieben haben soll, polizeilich aufgehoben. Die Polizet war so gut unterrichtet, daß sie das Losungswort auf die Fragewer da? anzu⸗ geben vermochte und in Folge dessen harmlos eingelassen wurde. Es gelang hierdurch die ganze Gesellschaft in Mitten ihres Treibens abzufassen.

Koblenz. Von Saarbrücken aus wird ein 26 Jahre alter Post⸗Amts⸗Assistent verfolgt, welcher dort sein dem 28. v. M. verschwunden ist und die kolossale Summe von 35,000 Thlr. unterschlagen hat.

Wien. Den Haupttreffer von der jüngsten Januar⸗ ziehung der österr. Creditloose hat, wie man derN. Fr. Pr. mittheilt, Erzherzog Albrecht gemacht. Der Gewinner halte die ganze Serie in seinem Besitze und machte daher noch einige Nebentreffer. Der Erzherzog ließ sich am 13. d. M. bei der Creditanstalt den Haupiltreffer von 200,000 fl. escompiliren.

London, 27. Jan. Wiederum ist von einem furcht⸗

baren Bahnunfalle zu berichten. Der Londoner Schnell⸗ zug stieß auf dem Wege von Edinburg nach Glasgow auf einen Kohlenzug und tödtete dadurch sechzehn Per⸗ sonen, vierzehn Passagiere und zwei Eisenbahndiener.

Eingesandt. Mosynoikisch! Von den Mosynolken er⸗ zählt Kenophon in seinerAnabasis:Sie hatten ganz andere Bräuche, wie die anderen Völker: was wir im Oeffentlichen thun, thaten sie im Ge⸗ heimenz und was wir im Gebeimen zu thun pflegen, verrichteten sie auf der Straße. Wenn ich das garstige Zoten-Lied singen höre, was eben bei der Jugend hier grassirt, denke ich an die Mosynoiken. Manchmal will es mich bedünken, als ging es noch eine Stufe tiefer. So heute Morgen, als die Buben aus der katholischen Schule kamen und das Lied in coro sangen, was sonst nur den Klebscheitern und Speisknetern permittirt ist. Friedberg, 27. Januar 1874.

(Dem Herrn. Einsender, dem wir gewiß im Sinne Vieler dafür danken, daß er diese Sache einmal in An⸗ regung bringt, diene üdrigens zur Nachricht, daß nicht nur die katholischen Schüler diese Zoterei singen, sondern auch die übrigen Schüler und sogar unsere jungen Schuldamen sich nicht entblöden mitzuwirken, und wir sind überzeugt, daß es nur dieser Anregung bedarf, um die sämmilichen Herren Lehrer zu veranlassen, nach Kräften diesem Unsuge zu steuern. D. Red.)

Aufruf.

In Nr. 2 des vorigen Jahrgangs des Schulboten für Hessen erließ der unterzeichnete Obmann des Laadeslehrer⸗ vereins nachfolgenden Aufruf zur Gründung eines hess. Lehrerwaisenstiftes:Das würdigste, vom reichsten Segen begleitete Denkmal, das der deutsche Lehrerstand bei Ge⸗ legenheit und aus Veranlassung der hunderjährigen Ge⸗ burtstagsfeier Heinrich Peslalozzi's, des Schöpfers und Begründers der modernen Volksschule, des vielgeprüften und getäuschten, aber an den Menschenherzen nie irte⸗ gewordenen Vaters der Armen und Waisen, in den ver⸗ schiedenen Gauen errichtete, sind bekanntlich die von Diester⸗ weg in Vorschlag gebrachten Pestalozzi⸗Vereine und Pesta⸗ lozzi⸗Stiftungen zur Unkerstützung hilfsbedürftiger Lehrer⸗ Wittwen und zur Erziehung armer Lehrer⸗Waisen. Im Großherzogthum Hessen war es leider nur die sog. leu⸗ städter päd. Gesellschaft, welche den 12. Januar 1846 durch Gründung einer Unlerstützungskasse für die Hinier⸗ bliebenen ihrer Miiglieder im Sinne Diesterwegs feierte, Erst im Jahre 1864 ist es mir möglich geworden, erfolg⸗ reiche Anregung zur Gründung einer ähnlichen, das ganze Land umfassenden Veranstaltung unter dem Namen Lu d⸗ wig⸗ und Alice⸗Stiftung zu geben. Dieselde hat während der kurzen Zeit ihres Bestehens manche Nolh gelindert, manche Thräne getrocknet und wird auch ferner⸗ hin bei entsprechender Reorganisation in noch erhöhlerem Maße allen bedrängten Lehrerwiwen Hilfe und Unter- stüßung gewähren. Noch aber nes eine Sorge, die vielen Lehrern unseres Landes den Blick in die Zukunft zu trüben geeignet ist, die das ganze Leben hindurch schwer auf ihnen lastet und sie bis an das Grab begleitet: es ist der Gedanke, ihrer Kinder Geschick bei frühem Hin⸗ scheiden nicht sichern, Nichts ihnen hinterlassen, ihnen oft nicht einmal eine Zuflucht bei vermögenden, liebenden und theülnnehmenden Anverwandien bereiten zu können. Das wahrhaft traurige, tieferschütternde Loos der Kost'schen Hinierbliebenen ist ein vereinzelter Fall, der mehr als alle deredten Worte das Gesagte bestätigen dürfte. Mit mir werden meine Kollegen vielfach die Wahrnehmung zu machen Gelegenheit haben, daß arme Lehrerwaisen in der traurigsten Lage sich befinden, zu gewöhnlichen Dienstboten herabsinken und mit diesen nicht selten deren Nohheiten und Laster theilen, und so nach und nach, dem Gifte der Verführung, dem Stachel der Noth erliegend, ihren siil⸗ lichen Untergang fisden. Allen diesen Unglücklichen kann nicht durch ein⸗ det mehrmalige Gaben an Geld, sondern am wirksamsten und dauernd durch Erziehung und Unter⸗ richt und spätere Ausbildung zu einem ihren Anlagen und Fäyigkeuen entsprechenden Berufe geholfen werden. An uns, Freunde und Kollegen, sind diese Unglücklichen ver⸗ storbener Amtsgenossen zunächst gewiesen, wir dürfen uns der Pflicht nicht entziehen, an ihnen Vaterstelle zu ver⸗ treten, ihnen in der Gründung eines Waisenstiftes helfend und rettend zur Seile zu stehen. Solcher Asyle erfreuen sich bereits unsere Kollegen in Preußen, Sachsen, Bayern u. s. w. und auch unserem Unternehmen wird das Ge⸗ lingen nicht fehlen, wenn unser Landeslehrerverein, der bereits eine nahmhafte Einnahmequelle zu diesem Zwecke in dem Selbstverlage der Schulbücher ꝛc. besitzt, durch Beschluß der nächsten Generalversammlung die Sache ernst und beharrlich in die Hand nimmt. An Unterstützung von gemeinnützigen Fonds, von Schul- und Lehrerfreunden wird es uns nicht fehlen. Bereits sind mir zu gedachtem Zwecke 8 Thlr. zur Verfügung gestellt. Der Vater der Armen und Weisen, der auf das Scherflein von nur 4 Tyolr., die einem Hermann Franke zu ähnlichem Zwecke gegeben wurden, solches Gedeihen legte, daß das größte Waisenhaus Deulschlands daraus hervorging, möge und wird auch unsern gemeinsamen Bestrebungen zur Gründung eines Lehrer-Waisenstiftes seinen erfüllen⸗ den Segen verleihen.

Durch diesen Aufruf angeregt, faßte die am Juli v. J. in Gießen tagende Generalversammlung ces. L.

Vereins auf Antrag des Vorsitzenden den einstimmigen Beschluß, auch für das b at Pa ein Lehrer⸗

waisenstift ins Leben zu rufen und Vereinsvorstand das weiter Geeignete

unterzeichneten Auoführung der

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