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0 4 Rußland. Petersburg. Die Polizei hat Mocksadt(8 ti, dunn Onebürgz
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in Podgoricza am 19. d. wurden die auf dem
getödtet.
Donaufürstenthümer. Zara, 22. Oct. Officiell. In Folge der Tödtung eines Türken
erhielten die Herrn: Wilhelm Nohl von Blofeld(15 Mark), Wilhelm Bausch von Nieder-Wöllsiadt(15 M.), Heinrich Stoll von Nieder⸗Wöllstadt(12 M.), Bürgermeister Reitz . l 0 von Södel(12 M.,— für einen weiteren Fasel eine dortigen Markte anwesenden Montenegriner nieder- lobende Anerkennung), Georg Pflug von Nieder-Wöllstadt gemacht, ebenso wurden am 20. mehrere Mon- 10 055 Johannes Hofmann VII. von Rodheim v. d. 51 iner i odgorie N 5(10 M.), Heinrich Weith von Nieder-Wöllstadt(verzichtete tenegriner in Podgoricza und in der Zelau⸗Ebene e ene 3 Weh von Griedel(8 M.) Heinrich Kaufmann von Nieder⸗ M.), Conrad Mickel von Ober-Mockstadt (7 M.), Georg Stoll Ww. von Nieder-Wöllstadt(7 M.),
keinen neuen Geheimbund mit communistischen Ten- Philipp Adolph Eß von Doru-⸗Assenheim,(7 M.), Carl
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denzen entdeckt. Die besten Agenten der gebeimen Staatspolizei gingen in die Provinz ab. Nach Twer, wo sich der Hauptsitz der Umtriebe befinden soll, begab sich der Chef der Gendarmen, General- Adjutant Potapoff, selbst.
Amerika. New Nork, 23. Oct. Lon⸗
doner Zeitungen publiciren ein Telegramm aus
Buenos Ayres vom 21. wonach Mitre mit dem Hauptcorps der Insurgenten vor der Stadt stand. Von beiden Seiten scheute man sich, anzugreifen. Oberst Gonzales ging mit 500 Mann Regierungs— truppen zu den Insurgenten über. Gerüchte waren verbreitet über ein im Süden des Landes stattge— habtes Gefecht, aus welchem zahlreiche Verwun⸗ dete nach Buenos Ayres unterwegs sind. Der Oberst Lozos Cazes war aus unbekannten Ur- sachen verhastet.
Aus Stadt und Land.
. Friedberg, 25. October. Heute ward der boch, betagte Cantor der hiesigen Sladikirche, Herr Wilhelm Fritsch, zur Ruhe gebracht. Er war über 84 Jahre alt.
Mehr als 50 Jahre wirkte er als Organist und Lehrer der Musik; zwei Menschengeschlechter haben von ihm die
Musik gelernt. Er war, im vorigen Jahrhundert geboren, eine lebendige Tradition unserer alten Musik. Er war noch von dem Hauche Bachs, Hayens, Mozarts angeweht;! deßhalb pflegte er ihre reine Kunst, als wäre keine senti— mentale, keine lascive nach ibr gekommen. Die alte gothische Kirche, neben der sein bescheidenes Haus stand, war sein Dominium. Von der boben Orgel herab ließ er die Fülle der Töne in die mächtigen Hallen erströmen: sie erhoben den Hörer zu bewundernder Andacht. Wer über die Brüstung den alten Mann mit dem Sammt⸗ käppchen erblickte, dessen Fingern das gigantische Getriebe der Bachischen Fuge eniquoll, dem trat das Bild des allen Bach vor die Seele. So muß der alte Bach, seine Schüler wenigstens müssen so gespielt haben.— Nicht weniger als 7 Söͤyne sind om entsprossen. Alle wurden von frühster Jugend in der Kunst unterwiesen. Sie sind alle füchtige Künsiler geworden. Einige wirken als Beamte im hessischen Staatsdienst; Andre sind geschätzie Lehrer in Frankfurt; Andre haben in amerikanischen Städten deutsche Kunst zu Ehren gebracht. Was der Vazer gesät, das ist aufgegangen und zur guten Fiucht gedieben.
Friedberg.(Landwirihschaftliches.) Dem am 16. Oe tober d. J. dahier stattgehabten Faselmarkte wurden aus den Kreisen Friedberg und Büdingen 36 Rindsfasel der Berner⸗Race, sowohl rein Berner, wie Berner-Bastard, zugeführt. Im Vergleich zu dieser nicht bedeutenden Ausdehnung des Marktes müssen die zu Stande gekom⸗ menen Verkäufe(10 an der Zaht) zahlreich genannt werden. Die vorgenommene Musterung lieferte den Beweis, daß auch in der Wellerau recht brauchbare Rindssasel gezogen werden können, was natürlich nicht ausschließt, daß von Zeit zu Zeit zur Plutauffcischung Original- Berner einge⸗ führt werden müssen. Zur Prämitrung werthvoller Zucht tyiere halten der landw. Bezirksverein und. die Stadt Fried⸗ berg ausehnliche Beiträge bewilligt. Im Ganzen wurden von der Preisrichter⸗-Commission 18 Preise zuerkannt und für 4 weitere Fasel Wegvergütungen bewilligt. Preise
Willes von Melbach(6 M.) Marlin Gröninger II. von Ockstadt(6 M.) und Carl Schmidt ven Reichelsheim(6 M.). Der Faselmarkt hatie sich in Folge des schönen Wetters eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. H.
Kirch⸗Göns, 21. Oct. Bei der heute dahier fatt⸗ gefundenen Bürgermeisterwabl wurde der bisherige tüchtige Bürgermeister Herr Joh. Weber, wiedergewählt.
Lang⸗Göns, 24. October 1874. Bei der gestern hier sialigehabten Bürger meisterwabl wurden 167 Stimmen ab- gegeben, wovon Konrad Brückel V. 163 Stimmen erhielr; eine Stimme ging als ungültig für diesen verloren und die drei übrigen erbielten J. Wagner 1 und K. Weber 2. Brückel war sein 4 Jabren Beigeordneter und hat sich während seiner 13jährigen Thätigkeit als Mitglied des Ortsvor⸗ standes die Achtung und das Vertrauen der biesigen Ge— meinde erworben und ist sehr befähigt das Bürgermeister— amt selbstständig zu führen.
Nieder⸗Eschbach, 17. Oct. Bei der vorgestern bier staligefund enen Vürgermeisterwahl wurde der seitherige
Bürgermeister Herr A. Faust von 70 abgegebenen Stimmen
mit 65 solchet wieder gewählt, welches ein Zeichen, daß das Vertrauen, welches diesem Manne in seiner jetzt schon
über 21 Jahre langen Dienstzeit steis zu Theil geworden, sich nicht gemindert, sondern noch mehr verstärki bat.
Gießen. In letzer Woche sind hier 52 Eymnastasten wegen verbotener Verbindung durch das Dircklorium in Untersuchung genommen worden. Das Resultat der Unter⸗ suchung war, daß 12 von den 52 vom Gymnasium aus- gewiesen worden sind.
Groß⸗Umstadt. In dem Weinberg des Herren Bierbrauer G. B. Ganß dahler ist eine Traube gewachsen, welche so riesige Dimensionen zeigt, daß selbst der tapferste Tcaubenessetr sie sicherlich nicht in einem Sitz verspeisen
würde; die Traube, an welcher die Perkel sehr dicht sitzen,
wiegt nur die Kleinigkeit von 12 Pfund; sie ist vorläufig in dem Wirihszimmer des Hrn. Ganß zur Ansich! ausgehängt.
Mainz, 22. Oct. In einem Hause der Fusistraße ereignete sich heule ein sebr bedauerlicher Vorfall, welcher zur größten Vorsicht mahnt. Der Inbaber der beiteffenden Wohnung machte beim Erwachen seine Frau auf einen durchdringenden Gasgeruch aufmerksam, welcher das Zimmer erfüllt:. Auch das Dienstmädchen nahm denselben wahr und ze öffnete man zuerst alle Fenster, bis man glaubte, daß der Geruch draußen sei. Als aber hierauf der Mann mit einem Lichte die Leitung untersuchte, obne, wie es den Anschein hat, vorher den Haupthahn geschlossen zu haben, erfolgte eine Explosion, welche ihn zu Boden schleuder te und an der rechten Hand verbrannte, während die Scheiben zerbrachen, die Vorhänge und Möbel braunten und sogar eine Flügelthür, trotzdem vor derselben eine schwere Com— mode stand, aus den Angeln gerissen wurde. Die Sache hätte leicht schlimmere Folgen haben können.
Mainz, 23. Oct. Gestern Nachmittag trug sich auf dem Rheine in der Nähe der Mainspitze ein, dae böchste Mitleid erregender Unglücksfall zu. Zwei junge Männer waren emsig an dem sogenannten„Spiel“ eines größeren Schiffes beschästigt, als die daselbost befindliche schwere eiserne Kette sprang, den Einen, einen Kostheimer, welcher am nächsten Sonntage in den Stand der Ehe zu treten gedachte, sofort lödtete, den Andern aber mit voller Wucht zu Boden warf und lebensgefährlich verletzte. Während die Leiche des jungen Mannes aus Kostheim fofort nach dessen Heimathsort transportirt wurde, gelang der andere Verunglückte, aus Nierstein gebürtig, nach lebend in das
biesige Rochusspital, woselbst er nach einigen Stunden
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jedoch ebenfalls den Geist aufgab. Der Kostheimer heißt Philipp Schmidt, der Niersteiner Wilhelm Krämer. Letzterer war verheirathet. J
Mainz, 23. Ocl. Gestern wurden wieder zwei Bauern- fänger verhaftet. Die Edlen hatten eines unserer ersten Cases zum Schauplatz ihrer Thätigkeit auserseben und einen Franzosen glücklich in tyr Garn gelockt, den sie weio⸗ lich zu rupfen begannen. Der Wirth des Cafes, welchem das Verdienst gebührt, diese sauberen Vögel schon lange beobachtet und sie bei verschiedenen Gelegenheiten dem Publikum signalisirt zu haben, ließ sie anscheinend rubig gewähren, schickte aber schleunigst zur Pollzel und so ge⸗ lang es, die Beiden, von denen der eine als besonders geschickter„Macher“ bekannt ist, in flagranti zu erwischen. Da sie diesmal beim Hazardspiel derart attrapict wurden, daß Leugnen Nichis mebr half, so wird denselben wohl das saubere Handwerk auf einige Zeit gelegt sein.
Allerlei.
Osnabrück, 20. Oct. Man schreibt der„W. Prov.⸗ Zia.“ von hier:„Nach dem außerordentlich milden und schönen Wetter der letzten vierzehn Tage eniuden sich heute gegen Abend einige Gewilter über unsere Stadt, welche wir einestheils als die langandauernsten, anderntheils als die an electrischen Entladungen reichsten Lieses Jahres be— zeichnen dürfen. Die Luft hat sich jedoch danach nicht sehr abgeküblt, und vielleicht dauert das schöne Weiter noch einige Zeit hindurch an.“
Münster, 20. Oct. Gestern Nachmittag trat ein plötzlicher Wechsel der bis dahin milden Witterung ein. Kurz vor 4 Ubr entlud sich ein so beftiges Gewitter, wie wir seit langem kein ähnliches erlebt haben. Wolkenbruch⸗ artig goß der Regen, theilweise mit Hagel vermischt, aus den Wolken, so daß mehrere Straßen der Stadt nach Ver⸗ lauf einer Viertelstunde völle g unter Wasser standen, zum Gaudium der darin herumwatenden Jugend. Kaum batte
dies Gewitter ausgetobt, als ihm ein neues solgte, welches
bis Abends gegen 8 Ubr anhielt.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 24. October. Die Preise auf unserem heurigen Fruchtmarkie betragen: Waizen(100 Kilo) 12 fl. 5 kr.; Korn(90 Kilo) 9 fl. 2 kr.; Gerste(80 Kilo) 8 fl. 13 kr.; Hafer(60 Kilo) 6 fl. 15 kr.; Molter (90 Kilo)— fl.— kr.; Erdsen(110 Kilo) 12 fl. 8 kr.; Linsen(100 Kao) 11 fl. 35 kr.; Samen(90 Kilo) 13 fl. 10 kr.; Kartoffeln(100 Kito) 1 fl. 48 kr.
Fraukfurt, 22. Oct. Fruchibericht. Mehl Nr. 1 24 fl), Nr. 2 23 fl., Ni. J 19 fl., Nr. 4,. Nr. 5 14 fl., Roggenmehl ¼(Berliner Marke) 16 ½ fl., do. II.(Berliner Marke) 12 fl. Waizen effecuv hiesiger 13 fl., Korn 10/11 ½ fl., Gerßte 11—12 fl., Haset 10—11 fl., Kohlsamen 16 fl., Erbsen 13—17 fl., Wicken 17 ½ fl., Linsen 17—21 fl., Rüböl 38 fl. Alle Preise verstehen sich per 100 Kilo.
Mainz, 28. Oct. Productenmarkti. Waizen per Nov. 12½ fl., per März 19 M. 85., per Mai 19 M. 85. Korn per Nov. 10½ fl., per März 15 M. 90., per Mai 15 M. 85. Hafer per Nov. 10¾ M., per März 18 M. 45 Pf., per Mai 18 M. 45 Pf. Nüböl per Ocl. 17 M 10 Pl., per Mai 31 M. 50 Pf. Raps per April 29 M. 30 Pf.
Marburg, 17. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete 1 Pfd. 11— 13 Sgr. Eier 1 St. 7—8 Hl. Käse pr. Stück 10- 12 Hir. Kartoffeln 2 Liter 12— 15 Hlr. do. 170 Pid. 25—28 Sgr. Tauben das Paar 4½ bis
5 Sgr. Hahne 1 St. 12—15 Sgr. Hübner 1 St. 7— 10 Sgr. Gänse 1 St. 20—45 Sgr. Hasen 1 St.
1 Thlr. bis 1 Thor. 10 Sgr.
Kassel, 22. Oct. Der Nacht⸗Coutierzug der Main⸗ Weser-Bahn auf der Strecke Frankfurt-Cassel kommt vom 31. d. M. ab in Wegfall, wodurch der Postverkebhr zwischen Frankfurt und Berlin erheblich beeinträchtigt wird.
New-Mork, 23. Oct. Die diesjährige Zucker⸗Ernte in den Staaten der Union soll, nach den angestellten Er— vebungen, alle seit dem Jahre 1861 dagewesenen Ernten
uͤbersreffen.
Exöffaung der Ackerbauschule zu Friedberg am 2. November 873.
Immobiliar-⸗Versteigerung. 3144 Mittwoch den 28. October d. J., Vormittags 10 Uhr, soll in hicsigem Rathhause die Hofraithe nebst Güter⸗ stücken des Bäckermeisters Karl Stelz auf dessen frei; willigen Antrag zum drittenmal öffentlich an den Meist⸗ bietenden versteigert werden,
Friedberg den 20. October 1874. Oroßherzogliches Ortsgericht Friedberg. Foeid r.
Immobiliar⸗Versteigerung. 3170 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause die Hofraithe nebst Grundstlcken des verstorbenen Martin Klein auf Antrag der Erben einer zweiten und letzten Versteigerung aus— gesetzt werden und bei annehmbaren Geboten der so— fortige Zuschlag erfolgen.
Friedberg den 19. Oktober 1874. f Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Fo ue a r.
3 Zimmer nebst Küche ꝛc. ꝛc.
2203 zu vermiethen. Jos. Hoffmann.
Donnerstag den 29. Oktober d. I., Vormittags
Immobiliar⸗Versteigerung. 3193 Mittwoch den 28. Oetober l. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause die nachbeschriebenen Immobilien auf freiwilligen Antrag der Erben des ver⸗ storbenen hiesigen Bürgers Johann Philipp Engel 1. zum dritten und letzten Male öffentlich meistbietend ver— steigert werden. Gemarkung Friedberg:
Flur. Nr. Klafter. 1 26 142,7 Grabgarten in der Stadt, 1 2 Grabgarten daselbst, eee e Grabgarten am Mainzerthor.
Friedberg den 22. October 1874. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. ou ca r.
Ein eleganter Jagdwagen,
3169 viersitzig, ein- und zweispännig, 2 Halbverdeck und verschiedene leichte Wägelchen mit und ohne Federn, stehen zu verkau en in der landwirthschaftlichen Maschinen— und Geräthewerkstätte von
Fauerbach b. Fr.
K. Häuser.
Bekanntmachung.
3196 Mit dem 1. Mai d. J. sind die den unterm 1. Mai 1834 ausgefertigten Obligationen für die Ge⸗ meinde Nieder-Ursel beigefügten Zinscoupons zu Ende gezogen.
Ich fordere die Interessenten auf, die neuen Zins— coupons zu diesen Obligationen gegen Vorlage der Original-Obligationen bel mir in Empfang zu nehmen, oder mir die betreffenden Obligationen, auf welchen die Beifügung weiterer Zinscoupons bemerkt werden muß, alsbald einzusenden, worauf ich die Obligationen, mit den neuen Zinsecoupons versehen, alsbald zurücksenden werde.
Niederursel am 14. Oktober 1874.
Der Buürgermeister Setdler
3195 Eine noch sehr gute zweistoͤckige Scheuer, der
untere Stock von Russen, der obere Stock von Holz,
steht aus freier Hand auf den Abbruch zu verkaufen bei Münster bei Butzbach.
Heinrich Kuhl, Faloschütz.
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