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Kriegsministeriums jetzt sog. Ballon Granaten von 4 Cm. Durchmesser anfertigen, für die er eigene Kanonen construirt hat und durch welche es möglich werden soll, die im Kriege zur Ver⸗ wendung kommenden Luftballone auf große Ent⸗ fernung in Stücke zu reißen.
— Der„Post“ zufolge erließ der Oberkirchen⸗ rath zur Erleichterung der Schwierigkeiten bei dem Uebergang von dem seitherigen kirchlichen Aufgebot zu dem Aufgebots⸗Verfahren bei der bürgerlichen Eheschließung eine Verfügung, wonach die Befug- niß des Oberkirchenraths zur Dispensirung von zwei Aufgeboten bis zum Inkrafttreten des Civilehe gesetzes durch die Superintendenten delegationsweise ausgeübt werden soll.“— Die Meldung auswär⸗ tiger Blätter von angeblich diplomatischen Schritten der dänischen Regierung in Berlin wegen Aus- weisung dänischer Unterthanen aus Schleswig sind nach zuverlässiger Mittheilung durchaus unbegründet.
Bonn. Aus den bisherigen Verhandlungen der Unions ⸗Conferenz ist wenig Bemerkenswerthes zu erwähnen. Abgesehen von der Erörterung einiger rein technischen Fragen, wie die Zulässig- keit des Wortes„Filioque“ in das abendländische Glaubens⸗Bekenntniß, und einem Vortrage v. Döl⸗ linger's über das Verhältniß der abendländischen und morgenländischen Kirche ist als bisheriges thatsächliches Resultat der Debatten nur zu ver— zeichnen, daß Döllinger und Bischof Reinkens sich für die Gültigkeit der Bischofs⸗ und Priester- Weihen der anglekanischen Kirche aussprechen.
— 16. Sept. Die Unjons⸗Conferenzen wurden unter eifrigen Debatten fortgesetzt und erzielten, wie die„Bonner Ztg.“ meldet, eine Verständigung in wichtigen dogmatischen Punkten. Allgemeine Bewunderung erregte die lebhafte und rüstige Leitung des hochbetagten Döllinger in beiden Sprachen. Der Bischof von Pittsburg dankte und überreichte eine schriftliche Erklärung, welche der Freude über die in den wichtigen Punkten erreichte Einigung Ausdruck verleiht. Der Bischof fügt hinzu:„An der Conferenz Theil genommen zu haben, werde zu seinen schönsten Lebenserinner⸗ ungen gehören.“ Aehnliches äußerten der Ober— Priester Janyschef aus Petersburg und Dechant Howson aus Chester.
Kassel. Der älteste Sohn des deutschen Kronprinzen, Prinz Friedrich Wilhelm, wird das Gymnasium zu Kassel für einige Jahre besuchen. Der junge Prinz ist bereits am Freitag Abend in der vormaligen hessischen Residenz angekommen und hat im sogenannten Fürstenhause, in unmittel- barer Nähe des Lyceums, dem er als Schüler angehören wird, Wohnung genommen. Er ist für die obere Secunda des Gymnasiums ange— meldet worden. Der Berliner Correspondent der „Times“ hat die Nachricht, daß der zukünftige Herrscher Preußens und des deutschen Reiches den ferneren Unterricht auf einer öffentlichen Lehr⸗ Anstalt genießen werde, für wichtig genug gehalten, um sie telegraphisch nach London zu melden.
Dresden. Graf Herbert Bismarck hat seit einigen Tagen seine Stellung bei der hiesigen k. preußischen Gesandtschaft als Attaché wieder ein⸗ genommen.
München. Die Untersuchung gegen den Attentäter Kullmann wurde, wie man hört, ge— schlossen und die Sache an das Apellgericht Bam⸗ berg verwiesen, welches die Verweisung vor das Schwurgericht von Unterfranken zu erkennen hat. Die Untersuchungs⸗Akten sollen zwar sehr umfang- reich geworden sein, allein andere, als die bereits im Wesentlichen bekannten Thatsachen wird die öffent⸗ liche Verhandlung kaum zu Tage bringen.
Nürnberg. Wie der„N. K.“ vernimmt, wird in hiesiger Stadt in den nächsten Tagen die Reichs⸗Schulcommission zusammentreten. Unter den Berathungs⸗Gegenständen wird besonders die Festsetzung gemeinsamer Normen für die Berech- tigung zum einjährig⸗ freiwilligen Dienst sein. An der Commission nehmen u. A. Theil: der wirkl. Heheimrath Dr. Wiese aus Berlin, Schulrath Dr. Hartwig aus Schwerin, Studien Rector Dr. Heerwagen von Nürnberg.
Heidelberg, 17. Sept. Die hiesige Heilige⸗ Geist⸗Kirche, welche durch Ministerial⸗Erlaß vom
20. August d. J. der altkatholischen Gemeinde zur Mitbenutzung überwiesen wurde, ist gestern Nachmittag polizeilich geöffnet worden, da das katholische Pfarramt, trotz wiederholter Aufforder⸗ ung des Bezirks⸗Amts, sich geweigert hatte, die Schlüssel herauszugeben.
Ausland.
Schweiz. Bern, 16. Sept. Der inter- nationale Post⸗Congreß ernannte den Bundesrath Borel zum Präsidenten, genehmigte das von der Schweiz vorgelegte Geschäfts-Reglement und wählte eine Commission aus den Vertretern Deutschlands, Oesterreichs, Aegyptens, Italiens, Portugals, Ruß lands, Schwedens und der Schweiz für die Vor⸗ berathung des von Deutschland beantragten Post⸗ vertrags Entwurfs.
— 16. Sept. Der internationale Post⸗Congreß hat bei der vorläufgen artikelweisen Berathung des Vertrags- Entwurfs die Einheits Taxen für das Unions Gebiet beschlossen.
Frankreich. Paris. Senart verwahrt sich in einem durch die Blätter veröffentlichten Brief gegen die Behauptung des„Constitutionnel“, er habe im Jahre 1870 Italien die Rückgabe Nizza's angeboten. Senart sagt, daß, als er damals die italienische Regierung sondirt habe, wie ein Schritt der Bevölkerung Nizza's selbst behufs Wieder-Vereinigung mit Italien aufge— nommen werden würde, der König und die Re— gierung erklärt hätten, sie fänden es unehrenhast, aus Frankreichs Unglück Vortheil zu ziehen. Ein Zugeständniß, das mit Einwilligung der Bewohner dem siegreichen und Italien unterstützenden Frank— reich gemacht sei, könne nicht zurückgenommen werden. Senart bemerkt, die französische Regier⸗ ung habe Italien für diese Erklärung gedankt.
Amiens, 15. Sept. Marschall⸗Präsident Mac Mahon kam heute Abend hier an und wurde von einer zahlreichen Menschenmenge, darunter viele Fremde, sehr sympatisch begrüßt.
Grasse, 15. Sept. Proceß wegen der Entweichung Bazaine's. Gefängniß- Director Marchi deponirt, daß er Befehl gehabt, die Ueber wachung Vazaine's auf's schonendste auszuführen. Er habe seine Maßregeln im Einvernehmen mit den Militärbehörden getroffen und Villette die Verpflichtung abgefordert, keine Entweichungsver⸗ suche zu unternehmen. Doineau läugnet, betreffs der von ihm an Bazaine beförderten Depesche im Einverständniß gewesen zu sein. Villette stellt die Uebernahme einer Verpflichtung betreffs der Fluchtversuche Bazaine's, die Kenntniß von der Art der Ausführung der Flucht, sowie die Theilnahme daran in Abrede.
— 16. Sept. Proceß Villette: Nach der Verlesung der Anklageschrift folgten die Vertheidig— ungs⸗Plaidoyers. Die Vertheidiger der Wächter Gigoux, Lefrangois, Leterne, und Plantin bean- tragten Freisprechung derselben. Der Vertheidiger des Commandanten Marchi hebt die schwierige Lage desselben wegen der exceptionellen Sellung Bazaine's im Gefängniß hervor, wodurch die Ver⸗ schuldung Marchi's sich mildere. Nachdem noch der Vertheidiger Doineau's gesprochen, wurde die Sitzung geschlossen. Morgen wird Advocat La- chaud die Angeklagten Villette und Barreau ver- theidigen.
Belgien. Brüssel. Der„Etoile belge“ erfährt aus guter Quelle, daß der hiesige spanische Gesandte bei der belgischen Regierung Schritte gethan, um die Absendung von Waffen für die Carlisten ab Antwerpen zu verhindern. Die Re⸗ gierung habe dem Verlangen des Gesandten sofort entsprochen, indem sie geeignete Anordnungen nach Antwerpen ergehen ließ. Ein mit Waffen für die Carlisten beladener Dampfer hätte den Hafen jedoch in dem Augenblick verlassen, als der Befehl, das Auslaufen zu verhindern, in Antwerpen ein⸗ getroffen sei.
Großbritannien. London. Die Berg⸗ arbeiter von Durham haben beschlossen, in der Frage der Herabsetzung der Löhne einer schieds⸗ richterlichen Entscheidung zuzustimmen. ü
— Aus Cambridge wird gemeldet, zahlreiche Pächter hätten ihre Arbeiter entlassen und ständen
weitere Entlassungen in großem Umfange bevor, um der Arbeiter⸗Union entgegenzutreten.
— Der Strike der Kohlengruben⸗ Arbeiter von Dean Forerst(Lancastershire) ist beendigt, nachdem die Besitzer den Arbeitern eine Lohn- erhöbung von 1 Schilling per Tag bewilligt haben, Die Besitzer der Baumwoll⸗Spinnereien zu Bolton haben der Einsetzung eines Schiedsgerichtes zu⸗ gestimmt.
Spanien. Madrid.„Politica“ erklärt, die Regierung werde sich niemals dazu herbeilassen, einen Theil ihres Territoriums oder die Colonien abzutreten.
— Nach einer hier eingegangenen Meldung aus Washington äußerte Präsident Grant bei Empfang des spanischen Gesandten Mantilla, er anerkenne die Anstrengungen Spaniens, die inneren und äußeren Schwierigkeiten zu überwinden.
— 17. Sept. Heute wird bei Estella eine große Schlacht erwartet.— Das officielle carlistische Organ veröffentlicht das Resums eines Schreibens, welches Don Carlos von dem Kaiser von Rußland erhalten hat. Der Kaiser versichert Don Carlos seiner Sympathie, bedauert, daß Spanien durch chronische Revolutionen und Nichtachtung der Lehren, welche die Geschichte gebe, seinen altbe— rechtigten Platz unter den Nationen verloren habe, und schließt mit Wünschen für das Aufhören der Leiden, unter welchen Spanien seufze.
Türkei. Konstantinopel. Ein kaiser⸗ licher Erlaß ist erschienen, welcher die officielle Anerkennung Serrano's verfügt.
Donaufürstenthümer. Bukarest. Es verlautet in diplomatischen Kreisen, daß sich in Rumänien eine starke Bewegung nach Trennung der Moldau von der Walachei bemerkbar macht. Die Moldauer wollen ihren eigenen Hospodar haben.,
Amerika. Neworleans, 15. September. Die Liga der Weißen erließ eine Proclamation, worin sie den Gouverneur Kellog für einen Usur⸗ pator erklärt und die Wiedereinsetzung des Gou⸗ vernkurs Mac Henry verlangt. Die Partei der weißen Liga bewaffnete sich, bemächtigte sich des Stadthauses und errichtete Barrikaden. General Longstreet wit 500 Polizeisoldaten, meistens Far⸗ bigen, forderte die Weißen vergebens auf, sich zu zerstreuen. Ein heftiger Kampf entbrannte darauf in Canal⸗Street, wobei 6 Bürger und 30 Poli- zeileute todt blieben, Letztere zogen sich darauf nach Jacksonsquare zurück. Die Bundestruppen blieben neutral und besetzten das Zollhaus. Gou⸗ verneur Kellog verlangt die Intervention des Präsidenten Grant. Gouverneur Kellog befindet sich im Zollhause unter dem Schutze von Bundes truppen. Das Stadtbaus, die Polizei- Station, das Telegraphen-Amt und das Arsenal sind in den Händen der Liga der Weißen. eL 16. Sept. Zehntausend Bürger zogen heute gegen das Rathhaus, setzten Peuce zum Gouverneur ein und erbaten dessen Anerkennung bei dem Präsidenten Grant. Die Stadt ist im Uebrigen ruhig.— Die Bewegung der Weißen dehnt sich über ganz Louistana aus. In Green zersprengten dieselben eine Neger Truppe, wobei mehrere Schwarze getödtet wurden. Washington, 15. Sept. Präsident Grant hat eine Proclamation erlassen, worin er die Aufständischen auffordert, binnen einer Frist von fünf Tagen auseinander zu gehen, und die Bürger zur Mitwirkung bei Wiederherstellung der Ruhe ermahnt. Grant hat den Militär⸗Commandauten befohlen, die erforderlichen Maßregeln zu treffen.
— 15. Sept. Der spanische Gesandte über⸗ reichte heute dem Präsidenten Grant seine Creditive und sprach hierbei das Verlangen der spanischen Regierung aus, die Beziehungen Spaniens und Amerika's möchten sich mehr und mehr befestigen. Präsident Grant erwiederte, er theile diesen Wunsch auf das Herzlichste.
Aus Stadt und Land. N Friedberg. Die Gemeinderatyswahl in Friedberg wird in den ersten Tagen staltfinden. Eine nochmalige Bürgerversammlung erscheint zur Verständigung über die Candidaten durchaus zweckmäßig. 5 . Friedberg. Zur Beachtung bei der Gemeinde! raibswahl in Friedberg empfehlen wir Folgendes!
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Zu Mitgliedern des Gemeinderalhs eignen sich nur Männe,
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