—
— 1
————————*
———
S
—
47
*
Deutsches Reich.
Darmstadt, 14. Mai. Gestern hielt der Finanzausschuß zweiter Kammer mit dem Mini- sterium eine nabezu fünfstündige Sitzung, welche wesentlich dem Nachtragsbudget und der Vorlage wegen des Wiederaufbaues des Hoftheaters ge— widmet war.
— 16. Mai. Dem Vernehmen nach sind die 18 Kreisschulinspectoren für die 18 noch ver- bleibenden Kreisämter bereits designirt. In dem evangelischen Theil des Großherzogthums sind hierfür außer einem Seminarlehrer und zwei Volksschullehrern lauter Theologen in Aussicht genommen.
Berlin, 15. Mai. Das Abgeordnetenhaus nabm heute in dritter Lesung ohne Debatte die Vorlagen über die Grenz- Regulirung mit Mecklen-⸗ burg und Theilung des Communiongebietes am Unterbarz mit Braunschweig einstimmig an. Ferner wurde in zweiter Lesung das Gesetz über außer- ordentliche Staatsschulden Tilgung angenommen. Die Gesetzvorlagen über Erweiterung der Staats- Zins garantie für die Halle-Nordhausen-Kasseler Bahn und über die Vollendung der drei Bahnen Hanau Offenbach, Tilsit-Memel und Arnsdorff- Gassen wurden gleichfalls in zweiter Lesuag ge— nezmigt. Das Gesetz über eine Anleihe von 50 Millionen Thaler zur Erweiterung des Netzes der Staatsbahn wird in zweiter Berathung nach den Anträgen der Commission mit einem Antrage Richter's genehmigt, wonach der jährlich flüssig zu machende Betrag von dieser Summe im Etat vorzusehen und pro 1874 nur 5 Millionen zu verwenden sind.
— 15. Mai. Herrenhaus. Vor dem Ein- tritt in die Tagesordnung nimmt Fürst Puttbus das Wort und protestirt sehr heftig gegen die Ausführungen Lasker's im Abgeordneten hause bei der Debatte über die Berliner Nordbahn. Der Fürst äußert:„Lasker hat schon einmal die Tribüne als Deckmantel frecher Lügen gegen mich benutzt.“ Hier wird der Redner vom Präsidenten wegen unparlamentarischen Ausdrucks reetifieirt, worauf derselbe fortfährt: er sehe das Haupt— motiv der Angriffe Lasker's in persönlicher Ran- cune. Vor und nach Lasker's Reden über derlei Dinge werde an der Börse viel speculirt. Solchen Manipulationen sei Lasker nicht fremd(Wider spruch); er lasse sich wenigstens von seinen Ge⸗ sinnungs-Genossen mißbrauchen, die aus dem Unglück Anderer Gewinn ziehen, das sei das Verbrechen oder die Mitschuld daran.
— 16. Mai. Abgeordnetenhaus. Vor Ein— tritt in die Tagesordnung ergreift der Abg. Lasker das Wort zur Widerlegung der von dem Fürsten Putbus im Herrenhause gehaltenen Rede. Lasker behauptet in 16 Punkten die Unrichtigkeit der vom Fürsten Putbus gemachten Anführungen, und sagt dann u. A.: Fürst Putbus habe ihn als Fälscher, Lügner, als einen Mann dargestellt, der dem Strafgesetz verfallen sei. Diese gezen ihn erhobenen persönlichen Beleidigungen wolle er unberührt lassen, da dieselben bereits durch den Prästidenten des Herrenhausts gerügt seien. Die angeführten Paragraphen des Strafgesetz— buches seien allerdings ein thatsächliches Moment in der Rede des Fürsten Putbus. Gegen Be— leidigungen und Verleumdungen gebe es Strafen, doch untersuche der Richter den Thatbestand. Möge das Haus entschelden! Fürst Putbus beschuldige ihn persönlicher Rancune, dagegen müsse er er— klären, daß ihm der Fürst völlig unbekannt sei— Er beschuldige ihn ferner der Börsen⸗Speculation. (Lärm, Ruft: Pfui!) Der Feldmarschall Graf Roon habe einst, wie ein Ehrenmann thue, nach eingezogenen Erkundigungen ähnliche Verdachts äußerungen zurückgenommen. Er frage, ob er sich solcher Dinge schuldig machen konnte?(Nein! Nein!) Er hoffe, auch das Land werde mit Nein! antworten. Wer aus Anderer Unglück Vortheil ziehe, sei ein Verbrecher. Darin stimme er dem Fürsten zu. Solche Verbrecher geißle er vor dem Lande. Er, Redner, sei der Gegenstand
in die Tagesordnung erllärt Prinz Biron, daß er gegen Lasker's Angriffe anläßlich der Debatte über die Berliner Nordbahn vorgehen werde, so⸗ bald der stenographische Bericht vorliege. Die Rechnungen der Ober Rechnungs-Kammer und der Bericht der Staatsschulden-Verwaltung werden durch einmalige Schlußberathung, die Gesetze über das hannover'sche Höfe Recht und über die Regel; ung der Wasserlauf⸗Abgaben im Reg.-Bez. Wies⸗ baden in erster Berathung erledigt. Das Kirchen- gemeinde⸗ und Synodal Ordnungs⸗Gesetz wurde nach längerer General- und Special Debatte, wobei der Cultusminister für die Fassung des Abgeordnetenhauses eintritt, in letzterer angenommen. München. Wie man in Abgeordneten⸗Kreisen vernimmt, wird den Kammern eine Regierungs Vorlage bezüglich Einführung der Civilehe nicht zugehen.
Karlsruhe, 14. Mai. In der gestrigen Abend Sitzung der zweiten Kammer wurde die Special⸗Berathung des Altkatholiken-Gesetzes be— endet. Vor der Schluß-Abstimmung protestirte der Abgeordnete Lender Namens der Ultramon- tanen gegen das Grsetz, das wider die Verfassung und die völkerrechtlichen Verträge verstoße. Staats- mintster Jolly bezeichnete den Protest als be- deutungslos. Die Ultramontanen verließen den Sitzungs Saal und wurde darauf das Gesetz einstimmig angenommen.
Offenburg. Der Ausschuß des freisinnigen Vereins hat sich mit den übrigen liberalen, be— ziebungsweise gemeinnützigen Vereinen des Landes in's Benehmen gesetzt, um gemeinschaftlich mit denselben bezuglich der obligatorischen Einführung der confessionslosen Volksschulen bei den gesetz— gebenden Factoren vorstellig zu werden.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Pest, 14. Mai. Im Oedenburger Casino verwundeten vor einiger Zeit Offiziere einen Civilisten, der die„Wacht am Rhein“ angestimmt batte, in erheblicher Weise. Der damals verwundete Geometer Dörflinger hat nun von der deutschen Botschaft in Wien ein Schreiben erhalten, aus welchem hervorgeht, daß die beiden wegen des beregten Vorfalls in Unter- suchung gezogenen Offiziere des Vergehens wider die körperliche Sicherheit nach§. 680, resp. 431 432, welche eine Kerkerstrafe von 6 Monaten bis zu einem Jahre festsetzen, militärgerichtlich für schuldig erkannt und auch zum Schadenersatze von 149 fl. ö. W. an den Kläger solidarisch ver- pflichtet worden sind. Dörflinger hat das Geld für Armenzwecke in Oedenburg bestimmt.
Frankreich. Paris, 13. Mai. Die Regierung wird, wie die„Agenee Havas“ meldet, den Antrag stellen, daß die Nationalversammlung das Wahlgesetz zuerst berathe und diesen Antrag zur Cabinetsfrage machen. Das rechte Centrum und die gemäßigte Rechte haben einstimmig be⸗ schlossen, die Regierung zu unterstützen. In der heutigen Sttzung der Nationalversammlung wurde Buffet mit 360 von 387 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten wiedergewählt. Die Linke ent. hielt sich der Abstimmung.
Versailles, 15. Mai. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung brachte Broglie den Gesetzentwurf über die erste Kammer ein. Bei dem Verlesen des Berichts und der Motive klaschten die gemäßigte Rechte und das rechte Centrum Beifall, die äußerste Linke und Rechte verhielten sich schweigend. Wie man versichert, wird die Discussion über die Feststellung der Tagesordnung erst am Montag stattfinden.
— 16. Mai, 5 Uhr Abends. Nationalver⸗ sammlung. Bei der Berathung über die Tages- ordnung für die vorliegenden Gesetzvorlagen wird die von der Regierung für das Wablgesetz ver— langte Priorität mit 381 gegen 317 Stimmen verworfen. Die Minister zichen sich zurück.—
vielfacher Verleumdung und Verdächtigung während der Thätigkeit der Untersuchungs- Commission ge— westun. Er habe nie darauf geantwortet und keine
6 Ubr. Die Ministet kebren in den Sitzungs aal zurück. Ein Deputirter der Rechten erklärt, die Fraze betreffe nicht die Keststellung der Tages ⸗
gemacht.„Wenn man uns diese Dinge aufdrängt, die dann müssen wir darüber reden.“ — 16. Mai. Herrenhaus. Vor Eintritt
Mittheilung über die Thätigkeit der Commission ordnung, sondern, ob die Nationalversammlung Gewalten Mac Mabons organisiren wolle.
Rampont von der Linken bemerkt:„Wir haben gegen das Partei-⸗Ministerium gestimmt, gegen
die Sitzung auf Montag.
Die Minister haben ihre Demission gegeben, fahren
vorüber ist. Die Unterhandlungen dürften morgen fortgesetzt werden.
Versailles. Man meldet von hier, daß die Ministerkrisis leicht in eine Regierungkrists um⸗
spielen, welche ihm die Rechte aufcoctroyiren wolle.
Vlissingen. Nach dem„Echo du Parlement“ ge- rieth die„Livadia“ an der Mündung der Schelde auf eine Sandbank und setzte erst nach Eintreten der Fluth die Reise fort.
Großbritannien. London, 13. Mai. Der Kaiser ven Rußland ist in Windsor ange— kommen. Die Stadt ist reich beflaggt. Eine unge⸗ beure Menschenmasse begrüßte den Kaiser. Nach der Ankunft fand im Schloß Familientafel statt.
— 16. Mai. Die„Times“ meldet: Kaiser Alexander, die Glückwünsche der Botschafter bei deren gestrigem Empfange beantwortend, habe erklärt: die Politik Rußlands sei darauf gerichtet, den Frieden auf dem Continent aufrechtzuhalten;
mächte würden ihre Anstrengungen vereinigen, um dieses Resultat zu erzielen.
Schweden. Stockholm, 12. Mai. Dem schwedischen Reichstage wurde am 9. d. M. der Commisstonsbericht über den vom Generalstab ausgearbeiteten Entwurf zu den Grundzügen einer neuen Heeres-Organisation unterbreitet. Nach dieser Vorlage soll die Armee aus Linie, Land- wehr und Landsturm bestehen. Linie und Land- wehr zusammen sollen 100,000 Mann betragen, incl. Train ic. Der Landsturm besteht nur aus Infanterie. Die Wehrpflicht für das active Heer dauert vom 21. bis zum 33., zum Landsturm gehört aber jeder Schwede vom 18. bis 40. Lebensjahre. Die Dienstzeit ist bei der Cavalerie auf 17, bei der Artillerie, den Genietruppen und der Garde auf 12, bei der Infanterie und beim Train auf 10½ Monat festgestellt. Die jähr- lichen Militär- Ausgaben bei dieser neuen Ein— richtung sind auf 28,150,000 Kronen veranschlagt. Vorläusig ist der Entwurf dem Reichstage jedoch nur zur Erwägung überliefert worden.
Spanien. Bilbao, 14. Mai. General Concha verweilte die letzte Nacht in Valmaseda. Ein Armeccorps ist auf Leodia, eine Division gegen den Ebro vorgeschoben. In Bilbao wird eine neue Einschließung befürchtet. General Morales errichtet Verschanzungen auf dem rechten Ufer des Nervion. Auf dem linken Ufer finden täglich Scharmützel mit den Carlisten siatt.
— 15. Mai.
zwischen Biscaya und dem Thal von Amezqueta besetzen. Viele Bewohner von Bilbao verlassen die Stadt. seiner Armee in Zornoja. Santander, 15. Mai. sein Commando aus Gesundheitsrücksichten nieder⸗ gelegt. worden. Amerika. Washington, 14. Mai. Der Senat hat eine Bill angenommen, welche die Bankbeschränkungen aufhebt und einen Maximal- betrag von 382 Millionen Banknoten festsetzt. Sobald der Betrag der circulirenden Banknoten um je eine Million vermebrt wird, mussen je 250,000 Yecenbacks eingezogen werden. Ferner wird eine allgemeine Amottistrung der Greenbacks festgesttzt. Vom 1. August 1878 ab werden die
Grtenvacks gegen 4½ proc., binnen ciner Friß
Mac Mahon haben wir niemals stimmen wollen.“ 1 a Hierauf setzt die Versammlung die Feststellung der Tagesordnung auf Dienstag fest und vertagte
Paris, 16. Mai, 11 ubr 30 Min. Abds. Goulard hatte eine Conferenz mit Mae Mahon.
indeß fort, die Geschäfte zu führen, bis die Krisis
schlagen könne. Mac Mahon habe wiederholt erklärt, lieber zurückzutreten, als die lächerliche Rolle zu
Belgien. Brüssel, 13. Mal. Der Kaiser fe von Rußland verließ auf der Nacht„Livadia“
er hoffe, die Regierungen der europäischen Haupt.
General Concha hat seinen e Vormarsch angetreten und will zunächst die Defileen
Don Carlos steht mit dem Gros
General Elio hat
Dorregarey ist zum Ober-General ernannt
bDitmpad! wm en uche ert zun die Offtt
un ds este 2 an für de
Air das vierle d c teppelle Anz Fueelsmann 1 Mallet aus un i machen, w. Ihloß. Mie erf Ferbeiholte, un Uerdeppeln in tim 16. Me olle, wurde ich ibm ade Henn füt das Sämmlliche 11,160,575 55 sich ker Hande Ver Bauer bef Eache wie ges Frankfurt ducht- und 8 Agünstigt vom Hublikums, er u nach de el, welche Hunderung e E bie Zucht Nainn bringe iht. Der ge A Schorttern u. gewicht i dusgefellt Em Bie her und len nur 34 Ang, darun! usmerlsamkeit 1 18 Naß u Schtinen


