927
Keisa
29
Holz-Ver
blen in dem Gräflich v. Rantzau'sch
on zehn Jahren einlösbare Staatsschuldscheine agewechselt.
Newpork, 14. Mai. Gonzales, Platz-
mmandant in San Jose de Guatemala, ließ m Viceconsul Magee 200 Stockstreiche ertheilen. die Wiederholung der Execution wurde nur durch e Intervention von Regierungstruppen verhindert, enen Gonzales sogar die Erschießung Magee's fahl. Die Truppen weigerten sich und nahmen Bonzales, der zu entfliehen versuchte, nach beftigem VBiderstande gefangen. Das Vorgehen Gonzales ar durch persönliches Zerwürfniß mit dem Consul ranlaßt. — 14. Mai. Die Legislatur von Arkansas t Baxter als Gouverneur anerkannt und den räsidenten Grant gebeten, die Legislatur in nen Schutz zu nehmen.
— 15. Mai. Grant bat eine Proclamation lassen, in welcher er Baxter als Gouverneur on Arkansas anerkennt und die dortigen bewaff— ten Parteigänger auffordert, sich zu zerstreuen. rooke indeß, wie gemeldet wird, ist entschlossen, n Kampf fortzusetzen.
Aus Stadt und Land.
J
Darmstadt. Zur Zeit schwebt an einem hessischen undgericht ein interessanter Prozeß, worüber wir folgendes alsächliche erfahren: Ein Bauer machle einem Handels⸗ ann die Offerte, ihm 20 Maller Frucht zu verkaufen. ir das erste Malter brauche er ihm blos 1 Heller zu zahlen, für das zweite 2 Heller, für das dritte 4 Heller, t das vierte 8 Heller und so für jedes solgende Malter e doppelte Anzavl Heller wie für das vorhergehende. Der andelsmann rechnete sich den Betrag rasch bis zum zehnten Falter aus und glaubte Wunder ein wie gutes Geschäft 3 machen, wenn er rasch den Handel vor Zeugen ab— Kloß. Wie erstaunte aber der Mann, als man die Kreide örbeiholte, um den Preis auszurechnen, als sich beim erdoppeln immer größere Ziffern präsentirten. Schon bim 16. Malter, das er mii 36,768 Heller bezahlen te, wurde dem Manne sehr schwül, die Haare sträudten h ibm ader dei den nun folgenden Ziffern zu Berge, Jan für das 20. Malter sollte er 580.288 Heller zahlen.
taämmtliche Zahlen addirt, ergeben die Summe von
160,575 Heller= 4368 ½ Gulden. Natürlich weigerte i der Handelsmann nun diese horrende Summe zu zablen, Bauer besteht aber auf seinem Schein und schwebdt die Fache wie gesagt jetzt am Gericht.
Allerlei.
Frankfurt, 14. Mai. Heute Mittag wurde die an und Fettvieh⸗Ausstellung nebst Maschinenmarktl,
ünstigt vom Wetter unter zahlreicher Betheiligung des Jublikums, eröffnet. Der erste Gang der Besucher war
meift nach der Abiheilung des Zucht- und Fettviehs ge⸗ tet, welche in ihrer Gesammtheit wie im Einzelnen
wunderung erregte. Seit der letzten Ausstellung 1868 t die Zucht in edleren, für die Landwirthschaft mehr winn bringenden RNacen entschiedenen Forischritt ge⸗ cht. Der gewöhnliche Landschlag ist den Kreuzungen i Schorthorn, Simmerthaler, Holländer und Berner ce c. gewichen. Während 1868 nur 130 Stück Zucht⸗ b ausgestellt waren, füllten jetzt 296 Stück die Ställe, tunter 281 ebleret Race. Das Masl-Rindvieb hielt h ftüher und auch jetzt ziemlich die Waagschale; es Inden nur 34 Stück Pracht⸗ Exemplare in der Aus⸗ lung, darunter erregten einige Normänner die größte Aufmerksamkeit. Schafe sind 79 vorhanden und 21 Zucht⸗ b 58 Mast- Schase; 1868 waren deren nut 45. Zu un Schweinen war der Andrang besonders groß, denn i Sauen mit ibren Ferkeln, darunter eine mit 17 mun⸗ en Stücken, find in der That im höchsten Grade der
wunde wer th. 5 Le Auf dem Schießscheibenstande
Marburg, 14. Mai. 1 N bataillons ereignete si u b 4* de nämlich durch einen,
enswerther Unfall.— Es wu
2 scheint, zu früh abgescuerten Schuß der zum Mar⸗
en an der Scheibe kommandirte Oberjä ger H. schwet M wunbet. Die Kugel soll in die Brufßt eingedrungen, Unnoch aber Hoffnung vorhauden sein, den Verwundeten peberherzuftellen.(Derselbe ift inzwischen gestorben).
Paris, 10 Mai. Die„Corr. Havas“ berichtet: Seit drei Tagen sehen wir uns leider genöthigt, nichts als Hiobsposten einzuregistriren, welche uns aus Loth⸗ ringen, dem Herzogthum Bar, der Grasschaft Mömpelgard, der Ober⸗Champagne, Burgund und Aquitanien einlaufen. Unsere Grundbesitzer, Pächter und Landleute sind ganz untröͤstlich. Die Gegenden, welche bis jetzt verschont ge⸗ blieben, sind ebenfalls in tausend Aengsten, denn man befürchtet, daß das fatale Welter anhalten werde. In Central-Frankteich ist der Schaden ein ungeheurer, denn was nicht schon erfroren war, ist durch den starken Frost in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai vollständig zerstört worden.—
Marseille. Ein wahrhaft grauenhafter Vorfall hat die Bevölkerung der Umgegend in Erregung und eine angesehene Familie in namenlose Trauer versetzt. Der „Patrie“ werden darüber solgende entsetzliche Einzelbeiten geschrieben:„Vor ungefähr zwei Jahren verbeirathete sich die kaum 16jährige Tochter der Eheleute X...... mit einem jungen Manne aus Salen. Nach ungefähr einem Jahre feierten die jungen Eheleute die Geburt eines Kindes. Die junge Mutter war schon fast ganz genesen, als sie eines Abends einen so befligen Blutsturz bekam, daß sie sofort die Besinnung verlor und der in der Eile herbei gerufene Arzt nur noch im Hause ankam, um den Tod der jungen Frau zu constatiren. Es war Mitte August, die Zeit in welcher im südlichen Frankreich der tropischen Hitze wegen, Leichen nicht lange stehen können. Der Arzt ordnete deßhalb schon sechs Stunden nach eingetretenem Tode die Beerdigung der Leiche an, und so wurde die Todte von der trauernden Familie zur letzten Ruhestätte geleitet. Als vor einigen Tagen der Wittwer die Absicht zu erkennen gegeben hatte, sich wieder verheirathen zu wollen, reclamirte die Schwiegermutter, Mad... 5 die Leiche ihrer Tochter zur Ueberfübrung nach Marseille. Die Mutter wollte selbst bei der Ausgrabung zugegen sein. Als jedoch der Stein von der Gruft abgehoben wurde, taumelte sie entsetzt vor dem schrecklichen Anblick, der sich ihren Augen darbol, zurück. Der Sargbeckel war aufge— brochen, die Leiche lag mitten in der Gruft, die Haare zertauft, die Kleider zerfetzt und die Finger halb abgenagt, Die Verzweiflung der schwergeprüften Mutter ist unbe⸗ schreiblich, sie ist dem Wahnsinne fast schon verfallen. Das Gericht bat sosort die Untersuchung gegen diejenigen eingeleitet, welche die übereilte Beerdigung der Scheintodten veranlaßt haben.
New⸗-Pork, 16. Mai. In Goshen(Massachusetts) sind drei Wasser-Reservoirs zersprungen und durch die Wassermassen drei Ortschaften fast vollständig zerstört. Die Däuser mit ihren Bewohnern, Maschinen, Geräthen wurden zahlreich sorigeschwemmt. Die Zahl der getöͤdteten Per- sonen beträgt 60. Der angerichtete Schaden hat noch nicht geschätzt werden konnen.
Volksbildungsverein.
Der hiesige Volksbildungsverein wird in diesen Tagen, nachdem ihm zu den Beiträgen der Mit⸗ glieder von dem Mathildenstifte für den Kreis Friedberg und dem hiesigen Vorschuß- und Credit- Verein in anerkennens- und dankenswerther Weise namhafte Mittel für seine Zwecke zur Verfugung gestellt worden sind, ein öffentliches für jedermann zugängliches Lesezimmer eröffnen.
Wir dürfen hoffen, daß diese, wie wir hören, mit Freuden begrüßte Einrichtung, die allerdings nur in einsacher und bescheidener Weise ihren Ein- zug in's Leben halten kann, sich bald die Gunst unserer Bevölkerung erwerben und von den segens— reichsten Folgen begleitet sein wird. Wenn auch der Anfang zunächst nur mit politischen, belehrenden und unterhaltenden Zeitschriften, die theils auf Kosten des Vereins angeschafft, theils in freund- lichster Weise aus dem Privatbesitz uns überlassen sind, gemacht werden muß, so wird sich doch bald gewiß eine wahrhafte Volksbibliothek daraus ent⸗ wickeln, wie sie einige unserer Nachbarstädte schon seit längerer Zeit besitzen.
Um nun dieses Ziel, dessen hobe Bedeutung in jetziger Zeit wir wohl nicht des Weiteren aus- einander zu setzen brauchen, zu erreichen, wünschen wit nicht blos viele lesende Besucher unserts Zim-
mers, sondern wir bedürfen noch weitere zablende
Mitglieder und es ergeht darum an Alle, die sich
für die edlen Zwecke der sich über ganz Deutsch⸗
land erstreckenden Gesellschaft zur Verbreitung von
Volksbildung, von der unser Verein ein Zweig⸗
verein ist, interessiren und noch nicht Mitglieder
sind, die dringende Bitte, durch Einzeichnung in unsere Mitgliederliste unseren Verein unterstützen zu wollen.
Von den aufgelegten Zeitschriften nennen wir:
Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung.
Die Berliner Volkszeitung.
Die Neue Frankfurter Presse.
Die Neue Mülhauser Zeitung.
Den Oberhessischen Anzeiger.
Den Wetterauer Boten.
Die Gartenlaube. Daheim.
Die Landw. Zeitung für
Das Hess. Gewerbeblatt.
Die Genossenschaftsblätter.
Concordia, Zeitschrift für die Arbeiterfrage.
Den Bildungsverein, das offizielle Organ der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Außerdem finden sich eine Menge belehrender
und unterhaltender Zeitschriften in der Lesemappe. So sei denn unser Unternebmen dem Wohl-
wollen Aller und unser Lesezimmer tifriger Be— nutzung und die dort aufliegenden Zeitschriften schonender Behandlung bestens empfohlen.
Handel und Verkehr.
Grünberg, 16. Mai. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte detragen: Waizen(100 Kilo) 16 fl. 53 kr.; Korn(90 Kilo) 12 fl. 43 kr.; Gerste(80 Kilo) 10 fl. 32 kr.; Hafer(60 Kilo) 6 fl. 50 kr.; Molter (90 Kilo) 11 fl.— kr.; Erbsen(110 Kilo) 12 fl. 5 kr.; Liusen(100 Kilo)— fl.— kr.; Samen(90 Kilo) 13 fl. 20 kr.; Kartoffeln(100 Kilo) 3 fl. 2 ke.
Frankfurt, 16. Mai. Der beulige Heu und Strobmarkt war gut befahren. Heu kostete per Tir. 1 fl. 36 kr. bis 2 fl. 20 kr., Siroh per Centner 1 fl. 30 kr. bis 1 fl. 50 kr., Butter 1. Qualität 45 kr., 2. Qualität 42 kr., Eier das Hundert 3 fl.— kr.
Mainz, 16. Mai. Producteumarkt. Waizen per Mai 16 fl. 25 kr., per Juli 15 fl., per. Nov. 14 fl. 25 kr. Korn per Mai 11 fl. 18 kr., per Juni 11½ fl., per Juli 10⅝ fl., per Nov. 10 fl. 18 kr. Hafer per Mai 11 fl. 15 kr., per Juli 11⅝ fl. Rübsl per Mai 17 fl. 30 kr., per Ocl. 19 fl. 10 kr.
das Großh. Hessen.
Verloosung. Ansbach⸗Gunzenhausener 7⸗fl.⸗Loose. Zieb⸗ ung am 15. Mai. Gezogene Scrien; 1 25 75 255 468 470 477 810 903 909 939 1111 1597 1924 2133 2141 2228 2421 2520 2583 2626 2949 2970 3129 3234 3257 3752 3769 3803 4060 4158 4313 4652 4686
Das Dampfschiff„Herder“, Capitain Fischer, von der Adler⸗Linie, welches am 80. April von Hamburg abgegangen, ist am 13. Mai, 9 Uhr Morgens, wohlbe⸗ balten in New⸗Dork angekommen. An Bord Alles wohl.
Das der Deutschen Transatlantischen Dampfschifffabris- Gesellschaft(Adler⸗Linic) in Hamburg gebörende Post— Dampfschiff„Goethe“, Capitain Wilson, trat am 14. Mai seine drute diesjährige Reise mit 35 Cajüts⸗ und 416 Zwischendecks-⸗Passagieren, sowie Post und Ladung von Hamburg direct ohne Zwischenhaͤsen anzulaufen nach New⸗York an.
Aecht kölnisches Wasser
von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Oder hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dußend und 40 kr. per Glas gehorsamst. 5
ohann Maria Farina in Cöln
—— 2————
steigerung.
1 den 1. Juni d. J., Vormittags 9 Uhr/ a 2 5 en Kirchwald dahier 1) 1000 Glchenschäl⸗Wellen,
) 8000 Mittelwald⸗ und Vackwellen
3) 1000 Gichen⸗
e dem Fruchts
Ort und Stelle bei dem Teich, bei Regenwetter aber pescher versteigert werden. Mai 1874.
Kirchner.
Brodmehl
und Prima-Vorschuß mehl bei
Zilegenberg den 16.
191
r
e 753 Das Fabriklager Feuer- und Dtlebesfester
Cassaschränke
(neuester Construktion), Vale-System von Stern& Schneider in Bockenheim befindet sich großer Kornmarkt Nr. 8, Frankfurt a. M. 104/111.
Glycerin-Ausschußseife
957 ii kleinen und großen Stücken billigst.
M. D. Loeb.
1555 Bei Carl Bindernagel in Friedberg ist zu haben: Dreihundert sehr schöne Stammbuchsverse enthält:
AKROSTIC IHA.
oder Kränze der Liebe und Freundschaft um Frauen- und Männernamen gewunden. Von Franziska Rosenhalu. Preis 36 kr.
Zwei Morgen Lurzerner Klee
1568 hat zu verpachten L. Schuchard.
Eier⸗Gemüsenudeln
Louis inbeim.
1573 empfiehlt Pb. Dan Kümmich.


