Holland. Haag. Nachrichten aus Atchin zufolge hat der General van Swieten versucht. eine Proclamation unter die kleinen Radschahs an der Küste zu vertheilen, worin er die Unter- werfung der Atchinesen anzeigt und die der Rad- schahs verlangt, indem er Schutz ihres Handels und ihrer Religion verspricht. Die Radschabs weigern sich allgemein und setzen ihren Widerstand sort. Das Gerücht von dem Tode Panglima- polin's war erfunden. Starke Befestigungen sind in der Nähe des Kraton's angelegt. Dem Ver- nehmen nach sammeln die Atchinesen ihre Macht, um das holländische Centrum anzugreifen.
Großbritannien. London, 17. März. Der Herzog und die Herzogin von Edinburg statteten heute der Kaiserin Eugenie in Cbislehurst einen Besuch ab. f
Chisleburst, 16. März. Die Feier der Volljährigkeitserklärung des kaiserlichen Prinzen fand unter sehr zahlreicher Betheiligung statt. Allein an französischen Gästen waren zum Empfang in Camden⸗House mebrere Tausend Eintrittskarten ausgegeben. Auf die Beglückwünschungsrede des Herzogs von Padua dankte der Prinz demselben für das dem Kaiser bewahrte treue Andenken und bemerkte, daß trotz des durch die loyale Haltung des Marschall-⸗Präsidenten Mac Mahon hervorgerufenen Vertrauens, sich die öffentliche Meinung für eine Berufung an das Volk ausgesprochen habe, und erklärte sodann seine Bereitwilligkeit, sich den Ent⸗ scheidungen des Landes zu unterwerfen, möge sie der gegenwärtigen Regierung günstig sein oder der Name Napoleon wiederum, zum achten Male, aus der Wablurne hervorgehen.
Spanien. Madrid, 16. März. Serrano verfügt dem Vernehmen nach über 34,000 Mann und 90 Geschütze. Die carlistischen Streitkräfte sollen 35,000 Mann betragen. Die Stärke der carlistischen Artillerie ist unbekannt. General Loma hat 8000 Mann bei Miranda concentrirt und beabsichtigt von der Rückseite einen Angriff auf die Carlisten. g
— 16. März. Wie der„Agence Havas“ aus Figueras vom 15. d. gemeldet wird, bat der Carlistenführer Saballs eine Abtheilung republi-
kanischer Trupven unter Führung des Generals Nouvilas, welche auf dem Marsche zur Unter stützung des Generals Olliot begriffen war, überfallen und dieselbe sowie ihren Führer gefangen genommen.
Amerika. Washington. Im Westen der Vereinigten Staaten ist seit Kurzem eine Art jener„Geistes⸗ Epidemien“ ausgebrochen, welche in Zeiten politischer, namentlich aber religiöser Ueberreizung der Völker als äußere Erscheinung
der Krankheit der Volks- Seele aufzutreten pflegen.
leicht schmerzlich vermißt wurde.
hehre Genuß von Aufführungen Meisterwerke zu Theil wird.—
wehr zum erstenmal allarmirt.
gewähltes Programm und fand die Aufführung der ein⸗ zelnen Stücke, von denen einige neu und zum ersten Male an diesem Abend in otchestraler Klangentfaltung zum Vortrag gelangten und die daher unser Interesse ganz besonders in Anspruch nahmen, allgemein den wärmsten Beifall und lebhafte Acclamation. Besonders anmuthig und lieblich wirkten die Klänge der Haydn'schen XI. Sym⸗ phonie, die durch den eigenartigen Characler und die wohl⸗ ihuende und angenehme Klangwirkung, welche überhaupt den Tondichtungen dieses Meisters vorzüglich eigen sind, die Zuhörer in gespanntester Aufmerksamkeit bis zum Schlusse gesesselt hielt. Das Stück war mit vielem Eifer und Geschick eingeübt und gebührt dem Verein für die rastlose und unermüdliche Thäligkeit und für die Aufführung dieses classischen Werkes allgemeines Lob und allge— meine Anerkennung. Die übrigen Nummern„Ouverturen zu Titus und Weibertreu von Mozart, Egmont v. Beet⸗ oven“ u. s. w. erntelen durchweg den lebhaften Beifall und hielten die Zuhörerschaft in heiterer und angenehmer Summung, wenngleich auch das nach dem Concert seit— ber übliche Tänzchen von der jüngeren Generation viel Wir glauben uns der Zustimmung vieler Musikfreunde versichert halten zu dürfen, wenn wir zum Schluß noch den Wunsch aussprechen, daß der Dilettanten-Vetein auch fernerhin auf dem betretenen Wege sorischreiten möge, so daß uns noch recht oft der größerer classischer
Vilbel, 16. März. Vergangene Nacht kurz nach 11 Uhr wurde unsere erst im Entstehen begriffene Feuer⸗ Im zweiten Stock des früheren Gasthauses zum Engel hatte sich ein Balken in der Nähe eines alten Kamins entzündet, welches zum
Glück noch rechtzeilig entdeckt wurde und so dulch rasches
Eingreifen einiger Feuerwehrmänner die Bewohner des Hauses und die Nachbarschaft vor großem Unglück ke— wahrt wurden.
Büdingen, 13. März. Heute Morgen um ½10 Uhr
verschied nach längerem schweren Leiden die verwiltwele
Fürstin Tyckla zu Yendurg und Büdingen, geb. Gräfin zu Erbach⸗Fürstenau, nach kürzlich vollendeten 50. Jayre. Darmstad t, 16. März. Im Jahre 1872 waren im
Großherzogtbum 4167 Obstweinzäpfer und zwar in der Provinz Starkenburg 2007, in Oderbessen 1931 und in
dem wenbauenden Rheinhessen 329. Kelterscheine wurden 7484 Stück gelöst. Hiervon entfallen auf Starkenburg 4343.
Darmstadt. In dem Großherzoglichen Museum sind kürzlich zwei vollfändige Prunkrüftungen japanesischer Aoligen aufgestellt worden, die wohl geeignet sind, den eigenthümlichen Geschmack und das vobe technische Geschick dieses alien Culturvolkes zu bezeugen.— Sie sind ein
Geschenk des Freiherrn Alix v. Siebold an das Museum.
Darmstad. Die Frage der Leichenvervrennung wird eben in vielen Städten lebhaft discutict und haben sich vereus einige Leichenverbrennungsvereine constituirt. Wir erfabren, daß sich auch tu unserer Stadt eine Anzahl von Personen lebhaft für die Frage interessiet und man be— apsichligt, sich mit bereits bestehenden Vereinen in Ver— dindung zu setzen. Die Angelegenheit erscheint uns aus verschiedenen Gründen der allgemeinen Beachtung werth, wie sich denn auch bereits gesetzgebende Factoren mit der— selben ernstlich befaßt haben.
Mainz, 13. März. Ein frecher Raubanfall ist in Schierstein im Rheingau verübt worden. Ein aus dem gessischen Odenwald gebürtigter Cigarrenarbeiter wollte sich am Dienstag Abend mit einer Weibsperson aus Birkenau(dei Weinheim) von Schierstein nach Biebrich begeben, als er von orci Individuen, mit denen seine weib—
liche Begleiterin in der Schiersteiner Herberge zusammen
Neuestens haben nämlich die Weiber in den Ver- einigten Staaten eine halb aus religiösen, balb aus socialen Ursachen bervorgegangene Vexrücktheit“! in Form eines Kreuz-Zuges gegen die geistigen““ Getränke erfaßt und seuchenartig— der Volks- Mund bat dafür bereits die treffende Bezeichnung „Bet⸗Seuche“ gefunden— sich von Ohio aus schon über einen großen Theil des Unions⸗Gebiets verbreitet. Eine sogenannte Temperanz⸗Bewegung gegen das Laster der Trunksucht war langst im Gange. Die Frauen zumal hassen den Wirths⸗ haus⸗Besuch der Männer, weil er die sonst über⸗ mäßig privilegirte Stellung des schönen Geschlechts zu gefährden droht. Echt weiblich ist es aber jedenfalls, daß Singen und Beten als Gegen— mittel angewendet werden.
Newpork. Nachrichten aus Mexico zufolge sind dortselbst Ruhestörungen vorgekommen. Eine durch Priester aufgeregte Volksmenge tödtete einen amerskanischen Geistlichen und plünderte dessen Besitzthum. Mehrere Priester wurden verhaftet.
Rio de Janeiro. Nach Lissaboner Nach— richten von hier vom 22. Februar ist der Bischof von Pernambuco wegen Ungehorsams gegen die Staatsgewalt vom höchsten Gerichtshofe zu 4 Jahren
ogirt hatte, überfallen, zu Boden gerissen und unter ebensgesährlicher Bedrohung des Inhalts seines Berliners, eines Portemonnaies und seiner Ubr beraubt wurde. Der ine der Raubgesellen, ein Bäcker Namens Friedrich Frei— mann aus Herborn, sowie die mit ihnen im Complott handelnde Weibeperson sind bereits ermittelt und ver— haftet worden.
Mainz, 15. März. Heute Nacht wüthete dahier eine heftige Feuersbrunst. Die Brandstätte umfaßt den von der Holzgasse, dem Graben, der Augustinergasse und der Zuchthaus gasse von drei Seiten eingeschlossenen Häuser— complex. Cine Reibe von Häusern in der Holzgasse und in der Augustinergasse sind des Dachstuhls beraubt und in den oberen Stockwerken ausgebrannt. Niedergedrannt ist die Dampfmühle in der Zuchthausgasse, wo das Feuer seinen Anfang nahm, und am ärgsten hat der Brand in dem Innern des Quadrats gewülbet, wo der Blick nur einen rauchenden Schutthaufen sieht. Man hört, daß Menschenleben zu beklagen seien, ein Diener und eine Magd sollen verunglückt sein. Bestäligung dieser Nachricht und det von bedeutenden Verletzungen erzählenden Gerüchte bleibt abzuwarten. Ein Mädchen retteie sich durch einen Sprung aus dem zweiten Stock auf einen untergebreiteten Mantel. Die Zahl der verbrannten Gebäude mag etwa 10 bis 15 bettagen. Ueber die Entstehungsursache ver— lautet nichts Bestimmtes. Seit langer Zeit war hier kein ähnlich starker Brand zu beklagen. Heute Abend standen die Brandtrümmer noch in Gluth und schlug hier und da eine Flamme auf.
Bingen, 12. März. Am Abend des 11. d. legte sich
Gefängniß verurtheilt worden.
Aus Stadt und Land.
-r. Friebberg, 17. März. Das am verflossenen Sonnlag Abend im Saale des Hötel Trapp staltge⸗ fundene Concert der hiesigen Dilettanten-Capelle bot ung diesmal in drei Abtheilungen ein äußerst reichhalliges und
in der Nähe der alten Brücke ein Frauenzimmer auf die Schienen der Nahebahn und ihr Körper wurde von dem Schnellzuge in zwei Theile getrennt.
Allerlei. Frankfurt, 14. März. Gestern Abend wurde der nen Völker, dessen Identizät nunmehr vollständig festgestellt ist, im hiesigen Gesängniß eingebracht.
Leipzig, 10. März. Gestern verschied hier die Wittwe Robert Blum's, Eugenie, geb. Günther. Sie war ge⸗ boten am 13. Februar 1810 zu Penig in Sachsen bei⸗ rathete 1840 den damaligen Theater⸗Cassirer Robert Blum
in Leipzig und ging, nach dem gewaltsamen Tode desselben,
mit ihren Kindern nach Bern, kehrte 1865 nach Leipzig zurück und lebte hier, mit Ausnahme eines einjährigen Aufenthalts in Nord-Amerika, bis zu ihrem durch ein Lungenleiden und zunehmende Alters Schwäche herbei⸗ geführten Tod.
Stuttgart, 15. März. In vorletzter Nacht ist von ruchlosen Händen das Schloß zum Eingang der Grab⸗ Kapelle der Königin auf Rothenberg gesprengt und die Kapelle ihrer Schätze im Werth von mehreren 100,000 fl. beraubt worden.
Volkswirthschaftliche Mittheilungen aus dem Deutschen Handelsblatt, (Organ für die amtl. Nachrichten des Deutschen Handelstags) zusammengestellt von dem Friedberger Handels verein. III.
Eisenbahn-Unfälle. Capitän Tyler's Bericht über die Unglücksfälle pro 1871 in Eng⸗ land gibt an, daß in diesem Jahre von 31,250,000
Passagieren einer getödtet sei; es waren im Ganzen 57 getödtet und 896 verletzt und zwar
waren von diesen Unfällen 12 Tödtungen und 845 Verletzungen ohne eigenes Verschulden der Verunglückten vorgekommen.
Auf den deutschen Bahnen sind im Jahre 1871 von Passagieren getödtet 32, verletzt 119 und zwar obne ihr eigenes Verschulden getödtet 26 und verletzt 108. Befördert wurden auf sämmt⸗
lichen deutschen Bahnen pro 1871 128,548,949 Passagiere, es kommt also im Ganzen ein Ge⸗
tödteter auf 4,017,154 und wenn man diejenigen nicht in Betracht zieht, welche durch eigene Schuld umgekommen sind, ein Getödteter auf 4,944,189 Passagiere.
Von Beamten und Arbeitern wurden pro 1871 ohne ihr Verschulden verletzt 145, ge⸗ tödtet 40.
Staatsfinanzen. Die Staatsschulden des Königreichs Sachsen betragen nach Ausweis des Budgets in Summa etwas über 101 ½ Million Thaler. Mag wohl auf den ersten Blick diese Schuldenlast für einen Staat wie Sachsen sehr hoch erscheinen, so muß sich diese Meinung ändern, sobald man erfährt, daß fast sämmtliche Schulden, mit Ausnahme eigentlich nur der 5% 12 Mil- lionen vom Jahre 1867(Kriegscontribution) zu fruchtbringenden Zwecken, meistens Eisenbahnbauten, aufgenommen worden sind.
Frankreichs Staatseinnahmen während des verflossenen Jahres decken sich nach einer vor
Kurzem von dem Finanzminister veröffentlichten
Uebersicht in ihrem Totalergebnisse merkwürdig genau mit dem Voranschlage. Die Gesammtein⸗ nahmen waren auf 1,811, 350,000 Francs geschätzt worden, betrugen in Wirklichkeit 1,80 7,706,000 Francs. Es ist sehr bemerkenswerth, daß 2 Jahre nach einem verheerenden Kriege die Steuerpflich⸗ tigen ihre Abgaben mit solcher Pünktlichkeit zu zahlen im Stande sind, und daß selbst die in⸗ directen Steuern, bei denen doch viel von dem sreiwilligen Gebrauch abhängt, so stark zuge— nommen haben. Die Mehreinnahme gegen 1872 beträgt 178,542,000 Francs.
Eisenbahnen. In der Badischen Kammer bemerkte der Präsident des Handelsministeriums üher die Erhöhung der Taxen für Per⸗
sonenbeförderung, daß aaf Seiten der
inttots das ündele Klage allen dre hungs taz f 455
55
os An von 15 h. Nu. N c 1020 3 g 657 55
1005 669 7 0 471 65 636 N70 8 . 11431 9 398 4 104 1² 55 189 W0 7 903 542
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. 9, 99, 8.
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Reichsverwaltung keine Neigung dazu vorhanden
sei, daß es sich sehr frage, ob dadurch nicht der Verkehr leiden werde, und auch abzu- warten sei, was von Seiten benachbarter Ver— waltungen geschehe.
Das badische Eisenbahnbau-Budget beziffert sich für die nächste Finanzperiode auf ca. 25 Millionen Gulden; im sächsischen Budget sind für den Neubau von Eisenbahnen, Erweiterung der Bahnhöfe 1c. für 1874 und 75 ca. 10½ Mil⸗ lionen Thaler ausgeworfen.
Aus der Rechtssprechung des Reichs-Ober— handelsgerichts. Wie bedenklich es ist, einen Wechsel zu übernehmen, ohne die vorangehenden Firmen genau zu kennen, zeigte sich in folgendem
Falle. Ein Wechsel war gezogen auf ein Handlungs-
Nan. Ser 35 1047 134 1 less 169 1 2477 200 ü Nd 240 * N32 1775 Irüsseler Februar. 2000.


