Binder und Dr. Ruoff, alle drei aus Stuttgart. Der Schriftsteller Verein„Concordia“ legte durch den Bürgermeister von Ludwigsburg einen Kranz nieder. Ein Männer- Chor sang zum Beginn und zum Schluß der Feierlichkeit. Kirchliche Ceremonien waren durch den letzten Willen des Verstorbenen ausgeschlossen.
Karlsruhe, 8. Febr. Die zweite Kammer bat ein Gesetz angenommen, nach welchem Knaben noch zwei Jahre und Mädchen ein Jahr nach Zurücklegung des schulpflichtigen Alters verpflichtet find, zur Befestigung und Erweiterung der in der Volksschule erworbenen Kenntnisse wöchentlich einige Unterrichts- Stunden(die Fortbildungs- Schule) zu besuchen.
Straßburg. Bei der Reichstagswahl in Elsaß Lothringen haben sich nach einer von der „Str. Ztg.“ für verlässig erachteten Zusammen⸗ stellung folgende Ziffern ergeben: Wahlberechtigt waten ungefähr 315,000. Davon machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch 242,063 Wähler. Von den abgegebenen 242,063 Stimmen fielen auf die klerikalen und die„reinen“ Protest- Candi- daten 191,782 Stimmen, auf die sog.„elsässische Partei“ 41,949 Stimmen, auf unzweifelhafte Deutsche 5193 Stimmen, auf Social- Demokraten 680 Stimmen; der Rest von 2459 Stimmen ist auf die ungültigen und zersplitterten Stimmen zu rechnen.
— Vor Kurzem ist die Genehmigung zum Beginne der rechtsrheinischen Forts Bauten von Berlin eingetroffen und es werden die letzteren innerhalb der nächsten Tage in Angriff genommen werden. Gegenwärtig ist man mit der unterir- dischen Telegraphen Leitung beschäftigt, welche die einzelnen Forts untereinander verbindet.
Metz. Der„Moniteur de la Moselle“ meldet, daß die 15 elsaß⸗lothringischen Abgeordneten am Freitag gemeinsam in den Reichstag eintreten werden.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 11. Febr. Die gesammte Summe, welche Seitens der Re⸗ gierung durch die gestern eingebrachte Vorlage für die Subventionirung der Eisenbahn-Bauten bean- sprucht wird, beträgt 35 Millionen Gulden. Die „Neue Freie Presse“ versichert, die Regierung ge— denke von der im Hülfsgesetze gegebenen Möglich- keit, eine Staatsschuld von 80 Millionen zu con- trahiren, keinen Gebrauch zu machen, da für die nächsten Erfordernisse die Kassa-Bestände hin- reichten, und wolle den Bedarf eventuell durch den im Budget nachgesuchten Rententitel⸗Verkauf decken.
— 11. Febr. Kaiser Franz Joseph ist beute Nachmittag mit Gefolge auf der Nordbahn nach Petersburg abgereist.
— Es bestätigt sich, daß der Fürstbischof von Breslau durch einen befreundeten österreichischen Kirchenfürsten hier in Wien hat sondiren lassen, ob, wenn er unter gegebenen Umständen seine Residenz in den österreichischen Antheil seiner Diöcese sollte verlegen wollen, ihm irgendwelche Anstände entgegenstehen würden. Die Antwort hat den betreffenden Entschluß lediglich in das woblerwogene Ermessen des Bischofs stellen zu müssen geglaubt; ste hat aber gleichzeitig nicht mit der Andeutung zurückgehalten, daß man diesseits nicht zu dulden gesonnen sei, daß von österreich⸗ ischem Gebiet aus der eng befreundeten preußischen Regierung Schwierigkeiten und Verlegenheiten be⸗ reitet würden.
Schweiz. Bern, 10. Febr. Die Regier- ung des Cantons Solothurn hat den aus dem Jura usgewiesenen Geistlichen den Aufenthalt im Canton untersagt und dieselben angewiesen, den Canton innerhalb 3 Tagen zu verlassen.
Frankreich. Paris. Der deutsche Bot schafter, Graf Arnim, ist am 11. d. auf seinen hiesigen Posten zurückgekehrt und hat die Führung rer Geschäfte aus den Händen des Grafen Wes— dehlen wieder übernommen.
wodurch der Staatsrath verändert und an dessen Spitze ein Präsident mit Minister Rang und Titel gestellt wird. Zu diesem Posten ist bekannt⸗ lich Batbie, der Praͤsident des Dreißiger Aus- schusses, ausersehen, und nun wird er seine 29 Collegen schon selbst zur Eile drängen, um die Septennats-Verfassung fertig zu bringen.
— Die Commission für die Sache Melvil⸗ Bloncourt hat beschlossen, den Beschuldigten vor sich zu laden, damit er sich über die erhobenen Anklagen äußere. Es ist indeß bekannt, daß Melvil-Bloncourt schon seit zwei Tagen die Grenze überschritten und sich nach Genf ge“ flüchtet bat.
Holland. Haag, 11. Febr. Nach offi⸗ ciellen Nachrichten aus Atschin vom 7. Februar bestehen zwischen den Frührern der Atschinesen Uneinigkeiten über die Nachfolge im Sultanat. Die Holländer errichten im Kraton ein Fort und Lager, um den Fluß zu beberrschen. Die Wieder- aufnahme der Feindseligkeiten ist aufgeschoben. Der Feind scheint seine Ohnmacht zu fühlen. Die Bevölkerung verhält sich nicht feindlich.
Türkei. Konstantinopel. Die seit so langer Zeit zwischen Serbien und der Pforte schwebende Zwornik- Frage, die Frage, ob die Festung Klein-Zwornik Türkisch oder Serbisch sein solle, ist nach der„Karlsr. Zeitung“ durch einen Compromiß erledigt: Zwornik wird weder Türk⸗ ische noch Serbische Besatzung erhalten, sondern neutralisirt werden.
Rußland. Warschau, 12. Febr. Der Kaiser von Ocsterreich ist heute früh hier einge- troffen, besichtigte in russischer Uniform das Keks⸗ holm⸗Regiment, dessen Inhaber er ist, und reiste nach zweistündigem Aufenthalt nach Petersburg weiter. Der Kaiser wurde von der Bevölkerung überall lebhaft empfangen.
Petersburg, 12. Febr. Zum Empfange des morgen 2½ Uhr Nachmittags hier eintreffen den Kaisers von Oesterreich werden Ehrenwachen auf dem Behnhof und am Winterpalais aufge- stellt werden. Von der Festung werden unter Aufhissung der kaiserlich österreichischen Standarte 21 Saluischüsse gelöst.
Aegypten. Kairo, 10. Februar. Das Heer des Königs von Darfur, 10,000 Mann stark und mit drei Kanonen versehen, welches den Banden zu Hülfe geschickt war, die am Bahr el Ghasal Sclavenhandel treiben, ist durch ein ägyp⸗ nsches Corps vollständig geschlagen. Der Ober general von Darfur ist getödtet, die Fahnen und die drei Kanonen sind genommen und das ägyp— tische Corps rückte in Darfur ein, überall die Sclavenjägerbanden verfolgend und zersprengend.
Amerika. Washington. Staatssecretär Fisb läßt das Gerücht dementiten, daß zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ein Aus tausch ziemlich lebhafter Noten stattgehabt bätte.
Aus Stadt und Land.
2 Friedberg. Sonntag den 22. d. Mis. wird der Musikverein sein erstes diesjähriges Concert ver⸗ anstalten. Dasselde verspricht ein in ungewöhnlich hohem Grade genußreiches zu werden. Als Haupipisce wire nämlich die berühmte Composition Rombergs von Schillers Glocke zur Aufführung kommen und zwar unter Begleitung der hiesigen Dilettanten-Capelle. Es ist unseres Wissens seit langer Zeit das erstemal, daß hier in Friedberg Cyor und Orchester zur Aufführung eines so bedeutenden Tonstückes sich die Hand reichen und daß insbesondere beide vereinigten Mächte hierbei musikalische Leistungen speciell Friedberg repräsentiren. Nur für einen Theil der Soloparthien ist es nöthig gewesen, tüchtige auswärtige Kräfte zu gewinnen. Auch das zweite von Chor und Occhester vorbereitete Musikstück: Zi⸗ geunerleben von Schumann wird erst durch die Mitwirkung der Instrumente mit seinem eigenthümlichen Colorit zu voller Geltung kommen können. Außer diesen beiden Picen wird das demnächst zu veröffentlichende Programm an Productionen von Orchester und aus⸗ wärligen Künstlern eine schöne Auswahl ebenbürtiger Genüsse darbieten.
Friedberg, 13. Febr. Die Hessischen Volksblätter bringen einen sehr beherzigenswerthen Aufruf, den wir auch der hiesigen Einwohnerschaft dringend an's Herz
— Die Regierung hat endlich ein praktisches legen: Der mit aller Macht hereingebrochene Winter hat Mittel ausgefunden, um den bereits zum öffent-] Tausende von Vögeln in die Stadt und deren Umgebung
lichen Gespött zur Beschleunigung seiner Arbeiten
gewordenen Dreißiger-Ausschaß ö big 2 esch 5 ein sehr dankbares Feld, durch fast kostenlose Anlegung zu drangen. von Futterstellen den armen, so nützlichen Geschöpfen das
getrieben. Hier ergiebt sich für wohlwollende Menschen
Sie hat endlich den Gesetzvorschlag eingebracht, Leben fristen zu helfen.
Groß ⸗Karben, 12. Febr. Gestern Abend ereignete sich hier ein Eisenbahnunsall. Der Packmeister des nach 9 Uhr bier ankommenden Zuges gerieth bei dem Auf⸗ steigen unglücklicherweise durch einen Fehltritt unter bie Räder, wodurch ihm beide Beine abgefahren wurden. Der Unfall hatte noch in derselben Nacht seinen Tod zur Folge,
Darmstadt. Eine dieser Tage ergangene Entschelb⸗ ung des Reichsoberhandels-Gerichts in Leipzig hat ein wichtige Principienfrage entschieden. Der Reichspost⸗Fiscus war wegen eines in Verlust gerathenen Geldbriefs von einem Handelsgericht in Rheinhessen belangt worden. Der Verklagle schützte die Einrede der Incompetenz vor, weil das Pofs⸗ geschäft nicht zu den Handelsgeschäften gehöre und der Post Fiscus baher auch nicht als Kaufmann zu betrachten sei. In drei Instanzen wurde die vorgeschützte Einrede verworfen, indem in Gemäßheit der Art. 390 und 421 des Handelsgesetzbuchs die Postanstalten den handelsrechtlichen Besuimmungen über das Frachtgeschäft unterworfen seien.
Mainz. Geländet wurde bei Braubach im Rhein die Leiche des vor einigen Wochen plötzlich von Alzey ver⸗ schwundenen Post⸗Secretärs Maschmann.
Worms, 11. Febr. Bei dem von vorgestern auf gestern gefallenen Schnee wurden am gestrigen Tage end⸗ lich die beiden Wölfe, die sich schon den ganzen Winter über in den Waldungen um Kirchheimbolanden zum Schaben des Wildstandes aufhielten, eingekreist. Nachmittags wurde von in der Eile zusammengerufenen Jägern der betreffende Trieb umstellt und halte das glückliche Resultat, daß ein sehr starker männlicher Wolf von einem Herrn Bindewald aus Bischheim erlegt wurde.— Im Jahre 1846 wurde der letzte Wolf in unserer Nähe, nämlich in der Ober⸗ sörsterei Lampertheim geschossen.*
Allerlei.
Frankfurt. Am Montag wurde in Oberrad einge Volksversammlung durch Frohme abgehalten. Nachdem derselbe sein Thema abgewickelt, ergriff der„Eisenacher“
daß er nicht arbeiten wolle und sich in Bremen für 80 fl.
sich denken; Frohme stürzte auf Bär los und schlug dem selben ins Gesicht. Dieser war in seiner Erwiderung a1 nicht saul, so daß die Polizei die Sitzung schließen un
das Lokal räumen mußte.
Frankfurt. Ein hiesiger Thierarzt rief den Thien schutz Verein um Hülfe gegen die von der Trambahn anz geblich verübte Pferde⸗Quälerei an. Nach seiner Ansich! übertteigt eine dreimalige Tour von Bockenheim nach Franksurt hinteteinander die Kräfte eines Pferdes.
Düsseldorf, 10. Febt. In der heutigen Verhand⸗ lung des Sttafgerichis über die bekannten Vorgänge in dem Neusser Nonnenkloster wurden wegen fahrlässiger Tödtung die Vorsteherin Dorothea Herbertz zu 2, Johann Ossendorff zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. Die Oeffentlichkeit war ausgeschlossen.
Chemnitz. Am 8. d. ist ein von hier nach Dres den abgegangener Personenzug zwischen Freiberg und Mülden“ hülten im Schnee siecken geblieben. Es entgleisten meh⸗ rete Wagen, doch kam keine Verletzung von Personen dabei vor. Erst spät in der Nacht gelang es, nachdem durch colossale Anstrengungen des Personals bei Fackel⸗ schein und unter mililärischer Mitwirkung ein Geleist fahrbar gemacht worden, den Verkehr wieder herzustellen,
Berlin. Als artiges Stilpröbchen eines bairischen Ultramontanen, der jedoch zu feige ißt, Farbe zu bekennen, theilen wir aus einem an den Reichstagsabgeordneten füt Berlin, Herrn Herz, gerichteien und mit dem Posistempel Ingolstadt versehenen Briese eine kurze Blumenlese mit; „Kapital⸗Lump! Erzspitzbube, schlechter Kerl ohne Riß ligion, ohne Gott, ohne Kirche, schlechter Freimaurer Dil und Du Räuberhauptmann B., ihr wollt die katholische Kirche stürzen, ihr religionslosen Lumpen, ihr Siraßen⸗ räuber, den hochwürdigsten Herrn. Herrn Erzbdischof von Posen und Gnesen habt ihr, weil er kein lumpigter, lieder licher Bischof Reinkens, kein charakterloser Döllinger, kein sütenloser Renftle, kein ausgesprungener Hyacinth, ins Gefängniß abführen lassen, die übrigen hochwürdigsten Herten, Herren Erzbischöse und Bischöse und treuen Priestet ebenfalls schon verurtheilt, während ihr Lumpenbagage schon längst an den Galgen gehört. Gott der Herr wird seiner Kirche durch die treuen Katholiken den Frieden und den Sieg wieder geben. Die Pforten der Holle, B. mit deiner Sau-Blatten(Glatze), schlechtes Dreckindividuum Herz, dummer rother Fischer, armes Schilfrohr Döllinger,
pforten werdet die heilige römisch katholische apostolische einzig wahre Kirche Christi nicht überwältigen. Lebe wohl lumpigter Herz! Raubmöcder der Kirche, der Schule, Du und der Bismarck sammt seinem schlechten Anhang der Liberalen. Hoch Pius unser heiliger Vater, hoch die katholische Kirche.“ Zu diesen Krafistellen läßt sich mil Heine sagen:„Jedes Wort ein Nachtlopf und kein leerer.“ Auf welcher Stufe sittlicher Verkommenheit muß der Vert fasser dieses Schandbriefes stehen!
Mülhausen. Die Elsässer Wahlen haben dem Zeichner auf einer hiesigen Fabrik Stoff zu einem heitern Bilde geliefert. Der Küustler zeichnete unsern Deputirteß Häffely als französischen Tambourmajor an der Spiße von Bischösen und Pfarrern, wie er in Berlin vor dem Abgeordnetenhause anlangt.— Häffely klopft mit seinem großen Stock an der Thüre des Hauses, worauf Bismar erscheint und mit einer Miene, als wollte er die Thüte sofort wieder zuschlagen, unsern Abgeordneten fragt: Wer seit ihr?—„Ich bin der Häffely von Mülhausen, Golt⸗ verdammi“,— sagt der Angeredele,—„und die Andern da sind meine Collegen“.— Bismarck:„Was wollt ihr
Erzketzer Du, und halbstudirter Fischer, ihr und die Höllen⸗
Bär aus Offenbach das Wort und warf demselben vor,
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