womit, unter Hinzunahme der ausstehenden Brandent: schädigung etwa auf dem Wege der Submission das Theater in seinen alten Grenzen und seinem früheren Be— flande wieder aufgebant werden kann: dagegen 3) die Berwilligung der Mittel zum Neubau eines Decorations- magazins abgelehnt wissen. Nach beinahe vierstündiger Debatte wird die Regierungs vorlage einstimmig, der An- trag Goldmann gegen 2 Stimmen abgelehnt; sodann der Antrag des Ausschusses mit dem Zusatze bei 2:„ohne die Rechtsfrage zu präjudiciren“, mit 39 gegen 10 und bezw. 38 gegen 11 Stimmen angenommen, womit die Anträge Schröder und Rabenau erledigt sind. Für die von dem Ministerpräsidenten in erster Linie aufrecht erhaltene Re⸗ gierungsvorlage erhob sich keine Simme; für den Antrag Goldmann nur die des Antragstellers und des Abg. Stüber; für den Annag des Finanzeusschusses sprachen Weber (Darmstadt), Königer, Buff, Becker, Welcker und schließlich Dernvdurg als Berschterstauer. Für den Antlag Schröder traten außer dem Antrage Schaum und List ein. Der Antrag v. Rabenau ward nur vom Antragsteller unter nützt. Abg. Frauck wollte die Rechtsfrage dahin ent scheiden, daß nur der Familien- Fideicommiß Fonds ver⸗ bunden erachtet werden könne, und desbalb die Regierungs— vorlage vorerst und dis dahin abgelehnt wissen, daß die Regierung eine Vorlage macht, wonach der Aufbau aus jenem Fonds erfolgen soll. Er erklärt zugleich, daß er den Theateraufbau allerdings wolle und bei der neuen Vorlage sich Prüfung vorbehalte, ob Billigkeits-Gründe für einen Zuschuß aus Staatsmitteln wegen zu großer Belastung des Fonds sprechen. Er und seine zwei Ge— nossen stimmten gegen den Antrag des Finanzausschusses.
Darmstadt. Die Regierung hat die Ermäch— ligung nachgesucht, den hessischen Beamten und Be— diensteten der Main⸗Neckar⸗Eisenbabn für 1874 und, für den Fall, daß bis dahin die Verhand- lungen mit Preußen und Baden wegen einer gleichen Besoldungs Norm noch nicht zum Ziele geführt haben, auch für 1875 eine provisorische Zulage von ein Sechstel ihres Gehaltes, wie den übrigen Civil-Staatsdienern, zu gewäbren.
— Am 16. Sept. wurde dem Brigadier zu Pferd, Johannes Thomas Felsing, das silberne Kreuz des Philipps Oldens; am 4. Oct. dem Director der Feuerwehr in Mainz, Mathias Weiser, das Ritterkreuz 2. Classe des Ludewigs- Ordens; den Brandmeistern bei der Feuerwehr in Mainz, Heinrich Johannes Reiff, Philipp Ernst Schmitt, Heinrich Vögler II., Carl Heininger, Joseph v. Zabern und Johannes Friedrich Hock, das Ritterkreuz 2. Classe des Philipps Ordens; den Spritzenmeistern bei der Feuerwehr in Mainz, Joseph Bambach, Caspar Gruber, Johannes Sautier und Jacob Knoob, dem Sapeur Joseph Vorschmitt und dem Schlauchführer Johannes Dinges, das allgemeine Ehrenzeichen mit der In— schrift:„Für Verdienste“ verliehen.
— Post-⸗Personalnachricht. Der Postsecretär Wernicke in Mainz wurde nach Forst i. L. ver; setzt. Angestellt wurden: der Militär- Anwärter Christian Metzger als Stadt-Postbote in Mainz und der Militär⸗Anwärter Caspar Lamp als Post— Packetträger in Darmstadt.
— Die großh. Regierung hat den Dircetionen der Gerichte und Sparkassen die oberhessischen Eisenbahn⸗ Aktien als nicht pupillarisch(zur Au- legung von Mündelgeldern ungeeignet) sicher be— zeichnet.
Berlin. Graf Arnim ist auf seinen auf Krankheit gestützten Entlassungsantrag von den beiden gerichtlichen Physikern ärztlich untersucht worden. Das Resultat ist noch nicht feststehend.
— Graf Arnim hat sich darauf gefaßt zu machen, daß sein Unterschlagungs-Proceß eine für ihn höchst unliebsame Erweiterung erfährt. Man wird ihm vorwerfen, er habe Staats-Geheimnisse verrathen. Der Reichskanzler Fürst Bismarck würde nie und nimmer mit so schwerem Geschütz gegen den Ex-Botschafter vorgegangen sein, wenn er nicht genau wüßte, daß der Criminal- Richter ihm Recht und dem Grafen Unrecht geben muß. Was ihm zur Last gelegt wird, rechtlich nicht fraglich sein, es müssen Thatsachen vorliegen, welche Arnims Schuld unzweifelhaft erscheinen lassen.
— Wie die„Spen. Zeitung“ hört, soll auch das Kammergericht den Antrag des Grafen Arnim auf Entlassung aus der Haft zurückgewiesen haben.
— Staatssecretär v. Bülow ist am 9. dieses hier eingetroffen und hat die Geschäfte des aus— wärtigen Amtes wieder übergommen. Ueber die Rückkehr des Fürsten Bismarck sieht zur Zeit noch nichts fest.
Köln. Am 9. d. ist unser Erzbischof nach mehr ale neunmonatlicher Haft wieder in Freiheit gesetzt worden. Die ganze Straf- Summe betrug 10,000 Thaler zu deren Deckung 9000 Thaler Gehalt, die Versteigerung seines Mobiliars und die Gefängnißhaft ausreichten.
Trier. Gegen das die Freilassung des Bischofs Eberhard verordnende Urtheil des hiesigen Zuchtpolizeigerichts ist von Seiten der Staatsbe— hörde die Appellation angemeldet worden, so daß die Ausführung des Urtheils für jetzt unterbleibt.
Dresden. Beide Kammern des Landtages hielten ihre Schlußsitzungen. Am 10. d. erfolgte der feierliche Schluß des Landtages durch den König in dem hiesigen Schloß.
Eisenach. Zu den Verhandlungen der Social-Politiker sind zahlreiche Theilnehmer einge troffen, darunter die Professoren Nasse, Held, Sybel(Bonn), Wagner(Berlin) und Frhr. v. Roggenbach.
München. Die„Neuesten Nachrichten“ schreiben: Glaubwürdigen Nachrichten zufolge ist die Mittheilung, daß der Uebertritt der Königin— Mutter bereits stattgehabt habe, nicht begründet. Auch der früher als Termin dieses Ereignisses angegebene 15. October soll, wie es heißt, nicht eingehalten werden, sondern die Conversion soll erst in der letzten Woche des October stattfinden. Seit vorgestern befindet sich die ältere Schwester der Königin-Mutter, die Prinzessin Marie Elisabeth von Hessen, eine treue Anhängerin des protestan— tischen Glaubens, in Hohenschwangau. Briefe des deutschen Kaisers an den König von Bayern und die Königin-Mutter dürften Vorstellungen gegen den Conftssionewechsel derselben enthalten.
Ausland.
Schweiz. Bern. An 9. d. ist die Unterzeich nung des Postunionsvertrages erfolgt. Nachmitlags faud noch eine Schlußsitzung statt, in welcher zunächst Bundesroth Borel in einer Ansprache die Bedeutung des vollendeten Werkes hervorhob, die der Ausdauer der Mitglieder zu verdanken sei. Sodann nahmen noch der englische Delegirte, der deutsche General Postmeister Stephan und die Delegirten von Amerika und Spanien das Wort.
— 10. Oct. Ein Schlußprotokoll des Welt postcongresses erklärt den unterzeichneten Unions vertrag für obligatorisch, auch für den Fall, daß Frankreich nicht beitritt.
Frankreich Paris. Die Convention, betreffend die Abgrenzung der elsaß lothringischen Bischofs⸗Diöcesen, ist im Ministerium der aus- wärtigen Angelegenheiten durch die französischen und deutschen Commissäre unterzeichnet worden
Großbritannien. London. Der„Globe“ enthält eine Depesche aus Shanghai, wonach der Krieg zwischen China und Japan erklärt ist. Anderweite Bestätigung fehlt noch.
— In dem Meeting der Grubenarbeiter- Association am 9. dieses wurde beschlossen, den Grubenarbestern von Vigan die Annahme der Lohnreduetion um 10 Procent und die Wieder— aufnahme der Arbeit zu empfehlen, andernfalls denselben eine Unterstützung zu versagen. Die Grubenbesitzer Wakefield haben 6000 Arbeiter entlassen, welche eine Herahsetzung der Löhne um 20 Procent ablehnten. Weitere Entlassungen stehen noch bevor. Beiderseits wurde die Ent, scheidung eines Schiedsgerichts abgelehnt.
Glasgow. Ueber das Protestanten-Meeting ist am 7. d., Folgendes zu melden: Die erste Resolntion wurde von Begg begründet. Derselbe hob hervor, daß die Durchführung des ultramon⸗ tanen Princips alle politischen Interessen der römischen Kirche unterordnen, die Zerstörung aller politischen Freiheiten herbeiführen und die Errungen— schaften der Reformation in Frage stellen würde. Der Krieg von 1870 habe unzweifelhaft auf die Erdrückung des Protestantismus in Deutschland und seiner stärksten continentalen Veste abgezielt. Nach dem Siege Deutschlands beabsichtige der Vatican jetzt die Wieberherstellung seiner Macht- stellung und werde die Wieder aufrichtung der päpstlichen Souveränetät darch Waffengewalt ver⸗ suchen, sobald die Monarchie in Frankreich und
vielleicht in Spanien errichtet sei. Die voraus⸗
sichtliche Bekämpfung des Versuchs durch Deutsch⸗ land und Italien würde einen europäischen Krieg herbeiführen. Redner schloß mit der Aufforderung, die Schotten und Engländer möchten vereint der römischen Invaston entgegentreten. Newdegate, die zweite Resolutian begründend, sprach seine Bewunderung für die Weisheit des deutschen Kaisers und die Talente Bismarck's und Moltke's (des„Fürsten der Strategen“) aus und forderte die Schotten und Engländer auf, das Parlament im Interesse der britischen Unabhängigkeit zum praktischen Ausdruck der Sympathie mit Deutsch⸗ land gegenüber dem Ultramontanismus zu ver⸗ anlassen, Einhelligkeit in die Politik der beiden großen Reiche zu bringen.(Beifallssturm.) Die übrigen Redner sprachen in ähnlichem Sinne. Spanien. Madrid. Die Regierungs⸗ Truppen unter Befehl des Generals Laserna haben am 8. d. die Bewegungen gegen La Guardia am Ebro, wo sich die Carlisten concentrirt haben, be⸗ gonnen.— Es bestätigt sich, daß der spanische Gesandte in Paris neuerdings eine Beschwerde— Note wegen der Begünstigung der Carlisten an der französischen Grenze überreicht hat. Amerika. Washington. Gegen die Liga der Weißen sind gerichtliche Verfolgungen vor dem Zuchtpolizeigericht angeordnet. Eben so soll gegen die Mormonen wegen Polygamie nach dem Gesetz der letzten Congreß-Session vorgegangen werden. N
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Das Beispiel des kaiserlich deutschen Kronprinzen, der seine beiden Söhne auf das Gymnasium nach Kassel geschickt, hat in hohen Kreisen Nachahmung gefunden. Der Erbprinz von Reuß j. L. ist in Leipzig, um am Nicolai Gymnasium daselbst seine weitere Aus— bildung zu empfangen. Ein Sohn des Prinzen Alexander von Hessen wird, wie bereils gemeldet, vom nächsten Semester an das Kasseler Gymnasium besuchen.
Ockstadt. Am 10. d. M. war dahier Wahlschlacht; zwar.
„Ahnungsgrauend, sodesmuthig
„Traten wir den Wahltag an;“ doch nach„vielem Getrommel wenig Soldaten!“— Der seitherige Herr Bürgermeister Gröninger, der sein Amt schon 22 Jahre verwaltete, ward mii Sieg gekrönt. Während für seine Person sich 100 Stimmen summirten, erhielt der eine der beiden Gegencandidaten 17, der andere trotz den Empfehlungsplacaten, die mit„Viele Wähler!!!“ unter⸗ zeichnet waren, nur 15 Stimmen. Nafürlich ermangelte es nicht der üblichen Ovationen: 3 Ehrentannen, Vocal⸗ und Instrumentalmusik, Toaste ꝛc. trugen ihr Möglichstes dazu bei. Hoffentlich wird der Wunsch des Herrn Bürger⸗ meisters und der„meisten Wähler“, dahingehend, daß zwischen Bürgermeister, Gemeinderath und der ganzen Gemeinde ersprießliche Einhelligkeit herrschen möchte, sich realisiren. Nicht unerwähnt bleibe, daß das Verhalten sämmtlicher Wähler vor und an dem Wahltage ein mußerhaftes war.
Dorheim, 11. Oct. Bei der gestern dahier stattge⸗ habten Bürgermeisterwahl wurde Christian Martin Zerb, Candidat der Fortschrittspartei, mit großer Majorität zum Bürgermeister gewählt. Abends fand zu Ehren des neuen Bürgermeisters ein Lampionszug mit Illumination und Ständchen statt.
Darmstadt. Der erste Präsident der 1. Kammer Graf zu Erbach-Fürstenau hat insolge seiner Erkrankung das Präsidium der ersten Kammer vorläufig dem Grafen Görtz, dem 2. Präsidenten, übertragen.
Darmstadt. In der Versammlung der Stadtver⸗ ordneten beschloß man einstimmig Concurrenzausschreiben bezüglich der mit 8000 Mark dotirten Bürgermeisterstelle, der Endtermin der Anmeldung soll der 15. October sein.
Darmstadt. Während des Jahres 1873 waren im Großherzogthum 387 Bierbrauereien im Betrieb gegen 439 im Jahre 1872, so daß also 52 Brauereien den Betrieb einstellten. Die Gesammteinnahme von Bier(im Inlande gebrautem und eingeführtem) betrug im Jahre 1873: 248,908 Thlr. 19 Sgr. gegen 285,029 Thlr. 15 Sgr. im Vorjahre, so daß sich ein Minus von 36,120 Thlr. 26 Sgr. ergibt.
Darmstadt. Am Schlusse des vorigen Jahres waren im Großherzogthum im Ganzen 1018 Branntwein⸗ brennereien vorhanden, nämlich 208 in Städten und 810 auf dem Lande. Davon waren 444 im Betrieb gegen 414 im Jahre 1872. Die Branntwein⸗Einkommensteuer betrug im Ganzen 125,350 Thlr. 19 Sgr. gegen 10,876 Thlr. 4 Sgr. im Vorjahre, also ein Plus von 23,474 Thlr. 14 Sgr.— Die Rückvergütungen betrugen 13,094 Thlr. 21 Sgr., so daß 112,225 Thlr. 27 Sgr. bleiben, zu welchen noch an Uebergangsabgaben und an Eingangszoll für eingeführten Branntwein 13,965 Thlr. 3 Sgr. kommen, so daß die Gesammteinnahme vom Branntwein 126,221 Thlr. 2 Sgr.(19,776 Thaler 13 Sgr. mehr wie im Jahre 1872) betrug.
Heppenheim. Am 9. d. erschoß sich ein junger Mann in einem Wingert in der Nähe unserer Stadt nach⸗ dem er sich zuvor schon 3 Messerstiche beigebracht hatte.
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