Ausgabe 
10.1.1874
 
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Beilage.

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Aus Stadt und Land.

tledberg, 7. Januar. Für die Leser desOber⸗ bessischen Anzeigers dürsie es vielleicht von Interesse sein, zu erfahren, daß dermalen über eintausend Cremplare unseres Blattes zur Post nach weiterhin ge den. UnserAnzeiger wird außerdem von 600 Abonnenten in Friedberg, von 500 in nächster Umgebung gehalien.

t it somit das verbreiteste Blatt in Oberbessen. Nach Orten unseter Provinz geht derAnzeiger(vorzugs weise durch die Post) in der Anzahl von 25 bis

200: nach Ockstadt(80), Fauerbach(35), Assenbeim G0), Bönstadt, Bußbach(160), Echzel(60), Reichels deim(85), Rodheim v. d. H.(30), Hungen(45), Güdel, Nieder⸗Wöllstadt(55). Florstadt(20), Ortenberg, Nauheim(200), Greoßkarden(40). Außerhalb unserer Provinz gebt derselde in mebreren oder einzelnen Exem⸗ plaren, wahrscheinlich an dort wohnende Friedberger, nach Bamberg, Battenberg, Berlin, Bingen, Braunsels Braunschweig, Bückeburg, Darmstadt, Erbach, Friederichs dorf, Gladenbach, Heppenbeim, Bockenheim, Weilburg, Offendach, Wetzlar, Usingen, Kempien, Mannbeim

furt, Nürnberg, Brensvach, Villmar, Pforzheim, Stutt⸗ gart, Leipzig, Homburg v. d. O., Hanau und nach Amtetika. Es ist une diese Verbreitung und der stetige

Zuwachs zugleich eine Aufmunterung, die Redaktion in der seilberigen Weise fortzuführen und werden wir jede Gelegenheit ergtreisen, das Blalt mehr und mehr zu heben.

Inbeiden. Am verflossenen Montag ereignete sich in unserer nächsten Nähe, dei Hungen, auf einer Eisen deingrude ein gräßlichee Unglück. Ein Vater mit zwei Sbonen und weiteten zwei Bergleuten(ebenfalls Brüder) arbeiteten Nachmitlags in dem Werk. Nach zweistündiger Arbeit gewahrt einer der Letzteren, der Jüngste, daß hinter ihm ein Theil der Grude eingestürzt ist; er geht dem Ort des Unglücke zu, findet seinen Bruder bis an den Hals verschültet une ist im Stande diesen, freilich schwe verletzt, betrauezuziehen. Nun galie der Reitung der dre Anderen. Kurz desonnen, rust er andere Bergarbeiter zur Hülfe. Beim raschen Aufräumen wird der oben ser

wähnte Baler tobt(durch Erstickung), von dessen Söhnen

det eine sehtr schwer, det andere leicht betaus gezogen. Für den Schwer verwundeten nung vorbanden seimn.

Mainz, 7. Jan. Ein Mann, der gestern Abend in seine Wohnung im Gattenfelde zurückkehrte, wurde nicht weit vom Durchbruch am Heidelberger Faß von einem Subject angefallen. Det Angegrissene verstand abet Sache schlecht und traktirtic den Burschen, der feine ersassen wollte, mit tüchtigen Hieben, so daß detselbe Ummerlich schrie. Als der Wegelageter sein Theil gefaßt dalte, entfernte sich der Andere und ließ den Gezüchtigten am Wege liegen, von wo et sich aber dald wieder aus dem Staube machte. Bei der böchst mangelbaften Be⸗ leuchtung det beit. Passage wat ein längeres Suchen nach dem Gauner ein Ding der Unmdͤglichkeit.

verletzt soll wenig Hoff⸗

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Allerlei

Frankfurt. Ein Mann don Oberrad wurde von bie jetzt nech unermittelten sechs Burschen auf der Offen⸗ bacher Landftraße mißbandelt, wobti ner mehrere gefährliche Suche in den Rücken und sonstige kleine Verletzungen an Kopf und Sciie erhielt.

Frankjurt. In der Nacht vom 3. zum 4. d. M. wurde mittelst Einßeigene die Buffetkasse einer am gr Hirschgraben belegenen Restaufalton bestoblen. Falls der Died Mangel an kleinem Gelde batte, so dürfte derselbe seine Rechnung wohl gefunden haben, da die Kasse 250 Hellernüce, sonst aber nur noch eine ve silberte Frank surler Biermarke enthielt. Ueber den getingen Gesammt erttag seines Unterneb mens bat det Dieb sich durch Mit⸗ nahme von noch hundert Stück Cigarren zu enischädigen

gesucht. Hoffentlich gelingt eee, dem Gauner auf gie Spur

zu kommen und ibn zur Strase zu zieben. Kalsetslautern, 3. Jan. Gestern Nachmittag 3 Uhr ereignete sich in der Parise straße ein räßliches Unglück. Die 2 Kinder des Taglöbners Joh. Schnitzer von Stein bei Annweiler, ein Mädchen von 5 Jahren und ein Knabe ven 3 Jahren, waren von ihren Eltern in der Wohnung allein gelassen worden. Dat Knab spielte mit Zündbölzjchen und zündete adurch Stroh an, welches seine Kleiber sofort in Brand setzte. Von feiner etschreckten Schwesier allein gelassen, warf sich 25 Knabe Bran 0

nun in das Beit, bessen Lumpen gleichfalls in rlethen und die ganze Lagerstälte burchbrannten, so daß der verkohlte Leichnam des Knaben unter den Trümmern des Belles auf dem Fußboden gefunden wurde. München. Am 2. Weibnachtelage brachen 5 Knaben im Aller von 1115 Jahren in die verspertte Wohnung eines wohlhabenden Bürgers ein und entwendeten eine Baarsumme von beiläufig 700 fl. Das Unternehmen wurde unter Anleitung des 11jährigen Sohnes des Be

fohlenen durchgeführt. In einem Siadel an der Baper⸗ kraße wurde inzwischen von der Gendarmerie der größte Theil des Geldes aufgefunden, sowie die Arretlrung der

3 jüngeren Miiglieder der Bande bewerlshelligt; der Al

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teren Hallunken konnte man bis jetzt nicht babbast werden, da ie Tage nach dem Diebstahl mit Pferden, welche sie oll augenblicklich sein, indem die

bel einem Pferde Betleiher, angeblich zu einem Spazier

Frank-

die

ritte, entlehnten, davon ritten und noch heute wieder⸗ kommen sollen.

Halberftadt. Hier waren im Juli v. J. mehrere Personen nach dem Genuß von Schweinefleisch an der Trichinose erkrankt und zwei sogar daran gestorben. Nach⸗ dem bie deßbalb eingeleitete Untersuchung ergeben, daß ein dortiger Metzger das Fleisch verkeuft hatte, bevor ihm das Resultat des Fleischbeschauers über seine Untersuchung des Fleisches bekannt geworden war, wurde der Metzger zu 1 Jahr 3 Monaten Gesängniß, so wie zu einer Geld⸗ buße an die Beschädigten von 435 Thaler verurtbellt.

Kempten, 4. Januar. DerSchw. M. meldet, daß heute Nacht der verantwortliche Redacteur derKemp⸗ lener Zeitung und Besier der Tob. Dannheimet'schen Buchhandlung in Kempien, Heinrich Dannbeimer, und sein Bruder, die mit einander, im gleichem Zimmer schliesen, durch Kohlendampf erstickt sind.

Neu Ulm, 31. Dec. Im Werke Nr. 22 hat sich der Vicefeldwebel Johann Scheller von der Fuß- Arullerie mittelst eines Geschützes erschossen. Er bat das Geschütz [mit 1 Pfund Pulver, 4 Gewebrpatronen und 9 Büchsen⸗

kartäischen geladen. Unglückliche Liebe soll Scheller zu dem verzweifelten Schritte veranlaßt haben. Berlin. Die längst geplante Absicht, in Berlin

Buchdtuckercien zu errichten, in welchen ausschlleßlich von Damen der Satz hergestellt wird, soll nun zur Berwirk

chung gelangen. Unter dem Schutze und der Aussicht des Lelte⸗Vereins wird derG.⸗Zig. zufolge vom ersten

Januar 1874 ab ein von einem biesigen Buchdruckerei Besitzer zur Verfügung gestellies tvpograpbisches Institut in Wuksamkeit sein, in welchem nur weibliche Setzer aus⸗ gebildet und nach dem Berliner Tarif beschäflgt werden. Ersordetlich für den Eintritt als Lehrling ist die Vor⸗ bildung der zweiten Classe einer böheren Töchterschule oder der ersten Classe einet Mittelschule.

Berlin. DieNeue Börsen⸗Zig. erzählt. daß ein japanesischer Prinz, der bis vor einem Jahre in Berlin studirte, sich mit einer Dame aus Breslau, welcht in einem dortigen Kurzwaaren⸗Geschäft fungirte, verlobt hatte. Die Braut, welche jetzt in Köln weilt, hatte den Japanesen vor 14 Tagen einen Brief erhielt, der sieAngesichts dieses nach Jeddo cititt. Od sie gereist ist, weiß das Blatt nicht, wohl aber, daß sie die zur Besircitung der Reisekosten beigesandten Wechsel über 2000 Thaler auf ein Frankfurter Bankhaus zu Gelde ge⸗ macht bat.

Berlin. Auf dem Berliner Weihnachtsmarkt trat der Kronprinz an den Spielzeugektam einet alten Ver⸗ käufetrin, wo er Einiges auesuchte und schließlich auch nach [dem Preise einer kleinen Gelenkschlange stogte. Die Alte welche keine Ahnung von ihrem bohen Kunden hafte, for⸗ derte 3 Sgr., worauf der Kronprinz lächelnd2 gute bot.Ach, erwiederte jene,Sie sind senn hübsches Herteken und wollen mir noch cenen Sechsetr ab knappfen dei die schlechten Zeiten, wo wir kerne Geschäfte machen, weil sie uns von'n Schloßplatz nach dem Lufigarten ver⸗ etzt haben. In dem Augenbdl ck trat die Frou Kronptin⸗ zessin heran und nahm den Arm ihres Manncoe, der, nachdem er der Alten 1 Thaler auf den Tisch gelegt und die gekauften Sachen an sich genommen, sich laut lachend mit seiner Frau enisernte. Als ein Nachbar der Alten zuries Das war ja der Kronprinz! sagte diese;Herr Jott ick jalle uf den Rücken; na man jut, det ick ihn anständig

bercits vergessen, als sie

behandelt babe. Berlin. Bei der Civilabtbeilung des Stadigctichte Berlin scheint die Proxis, das geschriebene Recht durch

das Fauftrecht zu cortigiren, in immer weiteten Dimen- sionen um sich zu gieifen. Am Sonnabend slanden 2 Brüder vor der 3. Proceßdeputation, deten einer den andern wegen Rückgabe eines angeblichen geringfügigen [Darlehens verklagt batte. Der Beklagte bestritt, von dem Bruder jemals ein Darlehn erhalten zu daben, und et⸗ klärte sich bereit, diese Behauptung noͤthigenfalls zu de⸗ schwören; in demselden Augenblick erhielt er aber von dem llägerischen Bruder eine Ohrfeige, so kräsuig, daß er mit dem Kopfe gegen die Wand fiel. Der Richter verdängte zwar eine sofort zu vollftreckendt 6ßündige Haft gegen den Excebenten, begreisflicherweise aber ohne damit irgend welchen Eindruck auf denselben zu machen.Für 6

Verurtheilte lachend bei seiner Abführung.

Wien. Wie wir vernehmen, hat der äfteste Sohn des deutschen Kronprinzen dem Kronprinz Rudolph von Oesterreich als Weihnachtsangebinde, und gleichsam als Dank für die ihm erwiesene Gastfreundschaft, einige

seine Umgebungen und die Ausstellung darstellend, gesandt und damit einige Auszüge aus dem Tagebuche verbunden, welches er während des Wiener Aufenthalts in diesem Sommer geführt.

schrieb e er, demHamilton Spectator zufolge, vier Tropfen slarke Schwefelsäure, die in einem zu drei Viersheilen ge füllten Glase Wasser aufgelöst wurden. Für Kinder ge nügt eine kleinere Dosis. Die Wirkung dieser Behandlung S Aure sosort die Para- silen zerftört und der Patient die Verstopfung aushustet.

ser Anzeiger.

Stunden baue ich ibm alle Tage eine runter, äußerte der

selbstverfertigte Federzeichnungen, Erinerungen an Wien,

Adelaide. Ein einfacher Arbeitsmann in Abelaide, Südaustralien, Namens Greathend, bat ein wirksamee Mittel gegen Diphteritis entecckt. Für Erwachsene ver

Kinder, die vorher in einem sast flerbenten Zustanbe sich befanden, sollen zehn Minuten nach dem Genuß bes Mitiele Appetit und Neigung zum Spielen bekundet haben.

Der Stapellauf der Panzer ⸗Fregatte Borussia.

Am 22. November hat auf der Werft des Vulkan zu Bredow der Stapellauf der Panzer- FrtgatteBorussia stattgefunden. Der Kron⸗ prinz und die Kronprinzessin des deutschen Reichs wohnten der Feierlichkeit bei, und die Kron- prinzessin vollzog mit eigener Hand den Act der [Taufe, indem sie eine Flasche mit Wein am Bug des Schiffes zerschellte. Darauf wurden Keile unter den Schiffskörper getrieben, um ihn auf dit mit Talg und Seife beschmierten Schlitten zu heben. Hundertfünfzig Arbeiter schlugen mit mäch- tigen eisernen Hämmern gleichzeitig darauf los, und die kolossale 55,000 Centner schwere Last hob sich alsbald sichtbar. Nachdem die Stützen entfernt waren, gab der Erbauer des Schiffes, Schiffs⸗Baumeister Haack, den Besehl, das letzte Doppeltar, welches noch dieBorussia hielt, zu durchhauen, und sofort setzte sich der Koloß in Bewegung. Unter dem Jubelrufe von Tausenden eilte das Schiff erst langsam, dann immer schneller ins Wasser; die Ketten, welche zur Hemmung des Vorstoßes und zur Drehung des Schiffs dienen sollten, bewährten sich vollständig, der Ablauf fand obne den geringsten Unfall statt. Wenige Minuten nach 3 Uhr lag das Schiff seitlängs vor der Werft desVullan auf dem Strom, und die zahlreichen Dampfer, welche unterhalb der Werst auf der Oder dichtgefüllt mit Zu- schauern gelegen hatten, passirten, nach der Stadt fabrend, dieBorussia mit lautem Hurtah. Bei dem Bankett, das dem Stapellauf folgte, ergriff der Kronprinz nach dem Toast auf den Kaiser wiederholt das Wort zu einem Trinkspruch auf die deutsche Marine und den deutschen Gewerbe fleiß. DieBorussia, ein Panzer-Thurmschiff für den Kampf auf bober See, hat eine Länge von 309 Fuß bei 52 Fuß Breite und 34½ Fuß Tiese vom Oberdeck bis zum Kiel. Vollstandig ausgerüstet und armirt beträgt ihr Gewicht 6663 Tonnen oder 133,260 Cir. Der Tiefgang im scesertigen Zustande ist auf 23 Fuß im Miitel festgestellt. In der Mitte schließt eine gepanzerte Kassematte die beiden Thürme, welche 6 Fuß über dem Oberdeck vorstehen werden. Die Thürme werden jeder mit zwei 26 Ctm.- Schiffsgeschützen neutster Construction armirt. Außer den vier Geschützen in beiden Türmen wird je ein 17. Cim.- Geschütz in Back und Hock aufgesiellt. Die Pulder Kammern können nöthigenfalls unter Wasser ge setzt werden, ohne die darin befindliche Munition unbrauchbar zu machen. Der innere Naum ist in viele kleine wasserdichte Abtheilungen eingetbeilt, um grobe Sicherheit gegen die Gefahr des Sinkens zu haben. Unter den Panzerplatten befindet sich eine Unterlage aus Teakholz von 10 Zoll Dicke und stärker, je nach der Dicke der Platten. Die Panzerplatten werden im Bereiche der Wasserlinie 9 Zoll, unter detselben 7 Zoll und über Wasser 8 Zoll stark, welche Stärken nach hinten und vorn bis 4 Zoll abnebmen. Die Panzerplatten der Tdürme sind 8 Zoll an den Steslen, wo Geschütz- Pforten durchgehen, 10 Zoll fark. Die Dampfmaschinen zur Fortbewegung der orussia sind drei Cplinder-Expansions-Maschinen von 5400 indicirten Pferdekräften mit sechs Kesseln von je 5 Feuerungen, also 30 Feuerungen. Die Steuerung des Schiffes und die Umsteuerung der Maschinen wird außerdem dusch besondere Dampf maschinen bewirkt. Von der Massenbaftigkeit der verschiedenen zum Bau des Schiffes verwandten Materialien gibt ein Bild, daß schon bis fetzt 200 Cir. Farbe zum Grundiren gebraucht sind, und mindestens noch eben so viel Farbe gebraucht werden wird.