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föderalistische Partei zu reorganisiren, seine Bei— hülfe abgeschlagen.
Italien. Rom. Die italienische Regierung bat zwei höhere Offiziere mit dem Auftrage nach Deutschland gesandt, sich über die dortigen Heeres-
einrichtungen genau zu unterrichten. Dieselben nahmen vor einigen Tagen mit Erlaubniß des großen Generalstabs die Einrichtungen und das Material des Eisenbahnbataillons in Augenschein.
Rom. Nach erfolgtem Wiederzusammentritte der Kammern wird der Justizminister dem Senate den Entwurf des neuen Strafgesetzbuches vorlegen. In demselben ist die Todesstrase nicht nur im Princip beibehalten, sondern auch auf zwei weitere Fälle ausgedebnt. Er stellt diesen Antrag auf Grund Gutachtens der Gerichte und überläßt es dem Parlamente, sich über eine so hochwichtige Frage endgültig auszusprechen.
Venedig. Auf Befebl des italienischen Kriegs-
Wild sich anschickte abzuziehen, ohne ihn weiter zu beachten bielt er es der Klugheit gemäß zu entschlüpfen. Kaum batte das Wildschwein ihn wiedet erblickt, als es über ihn hersiel, ihn auf den Boden warf und mit seinen Hauern ihn in der Seite und am Schenkel schwer ver— wundete. Doch behielt Dietlin seine Geistesgegenwart, es gelang ihn, seine linke Hand in das Maul des Schweines zu stecken und es an der Zunge zu packen; mit der rechten Hand, in der er das Beil bielt, bearbeitete er den Kopf des Thieres so tüchtig, daß es endlich betäubt wurde. Dann erhob er sich und tödtete das Wild, das sein Leben in Gefahr gesetzt hatte. Dietlin muß noch im Bette liegen, aber sein Zustand ist gar nicht beunruhigend. Das Wildschwein wog 90 Kilogramm. Beim Verhauen des⸗ selben erkannte man, daß es schou eine Kugel im Leibe hatte.
Literarisches.
B. Darmstadt, 5. Januar 1874.— Noch gerade recht für den Weihnachtslisch ist unlängst im Verlage der Winter'schen Universiidtsbuchhandlung zu Heidelberg eine poctische Erzählnng⸗ des früheren Reallehrers zu Friedberg und nunmehrigen Gymnastallehrers dahier,
ministers wird in Venedig eine großartige Tor— pedofabrik errichtet werden. Der Director der Marinkartillerie Herr Tilling und der Ingenieur Rubini sind mit der Ausarbeitung der betreffen— den Pläne betraut worden.
Asien. Penang. Die Holländer baben das Feuer auf den Kraton am 3. d. M. eröffnet. Die Cholera tritt dem Vernehmen nach sehr heftig in dem hollandischen Lager auf und herrscht eine große Sterblichkeit unter den eingeborenen Truppen.
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Allerlei.
Berlin. Ein etwas bedenklich älteres Frauenzimmer kommt zum Staatsbeamten:„Ist das bier, wo man die
obligatorische Civil ⸗Ebe eingehen kann?“— Staatsbe- amtetr:„Allerdings.“— Dame:„Dann bitte ich Sie um
sofortige Trauung.“— Staatsbeamter:„Wo ist denn ihr Oräutigam?“— Dame:„Bräutigam? Eklauben Sie mal! Den muß ich Doch bier geliefert bekommen, wozu wäre denn sonst die Ehe obligatorisch?“
Pfirt.(Elsaß.) Am 31. Occember batte sich Christian Dieltlin in den Wald begeben um Holz zu hauen. Kaum hatte ex seine Arbeit begonnen als er von einem Wild schwein üderfallen wurde. Er wollte das Wild mit seinem Beile begrüßen, aber er schlug fehl und das Schwein schleuderte ihn fünf Meier wein fort. Es gelang ihm sich binter einen Baum zu verstecken und als er sab, daß das!
Dr. Ferdinand Bender, im Druck erschienen. Der talent⸗ volle Verfasser, welcher dieselbe nach ihrem Helden„Redlev“ betitelt bat, führt une in schwungvollen Jamben voll edeler Diklon die, mit seingewählten Gleichnissen und ties⸗ empfundenen Schildevnungen aus Natur und Seelenleben reich ausgeschmückte, zragisch endende Geschichte eines treu liebenden Paares aus dem kernigen Volke der nordischen Insulaner vor uud versteht es, obwohl die Handtung an sich von klassischer Einfachheit ist, auch in erzählerischer Hinsicht daueend zu fesseln. Das schöne und vielver— sprechende Werkchen ist deßhalb freudig zu begrüßen und sei hiermit allen Frrunden reiner und duftiger Poesi⸗ warm empfohlen.
D. Frankfurt a. M. 8. Januar. Das Geschäft bat sich heute, haupisächlich am Speculationsmarkte, etwas lebhafter als an den vorhergehenden Tagen gestaltet und war auch die Tendenz eine günstigere. Von London wurde die Herabsetzung des Bankdiecontos als für Morgen be⸗
vorstebend gemeldet, welche Nachricht von animitender Wirkung wat. Creditactien bewegten sich in lebbaften
Umsätzen von 247 bie 247%, Staate bahnactien von 352½ bis 353. Auch Lombarden wurden von der Speculation mehr beachtet und gingen bis 170¼, Oestert. Lapnen verkehrten größtentheils zu bobeten Coutsen. Galizier sind 2½¼ fl., Ungarische Nordost 4 fl. besser. Neue Staalababnpriorliäten sest zu 93. In Bauken war das Geschäft zwar still, aber die Tendenz eine recht fesie. Handelsgesellschaft zeigten sich zu 110% gesucht. Deulsche Vereinsbank besserten sich/ pCt., Meininger 1½ pt.,
Dresdener ½ pit. Silbertente sesl. Spanier höher, Von Loosteffecten, in welchen lebhafte Umsäße fattfanben Augsburger bis zu 9 fl. bezahlt. Finnländer und Schwebische 10-⸗Thlr.⸗Losse höher. Ungatische sest. Bar⸗ letia in gutem Begehr. Ven amerikinischen Wertben Oewego, Oregon und Stockton⸗Copporopelie je ½ pet. desser. Buffalo und deide Missourt ebenfalls böher. Von Wechseln Wien und Paris anziehend. Silberrenteceupon 23.3. Oesterr. Eisenbahncoupons 93½
Geld⸗Cours.
Frankfurt am 8. Januar 1874. Preußlsche Friedrichsd or fl. 9 57½—58½ W 1„ 9 4—43 Holländische fl. 10 Stücke„ 8 52—54 Ducaten. g„„„% Ducaten al mare„ 5 33—35 20⸗Frankersstücke„ 9 20½—21½ Englische Sovereigns„ 11 48—50 Russische Imperiales.„ 0 42—44 Dollars in Gold. 1 224½—2½
ö Am 29. November d. J. ist der Fabrknecht Wiegand Agel von Steinfurth in seinem Dienste sauf det Straße plötzlich todt zusammengebrochen
und bat eine schwache Wittwe mit drei kleinen Kindlein in größter Noth hinterlassen. Nachdem
zur Unterstützung derselben in Steinfurth die Summe von 33 fl. 18 kr. gesammelt worden war, haben theilnehmende Bewohner von Bad-Nauheim die Witwe durch eine Weibnachtsgabe von 29 fl. 6 kr. hocherfreut. Vielleicht finde sich auch in Friedberg nock ein williges Herz und eine offene Hand für diesen guten Zweck. Den gütigen Gebern wird hierdurch der berzlichste Dank aus⸗ esprochen. Die Expedition d. Anzeigers ist gerne bereit Gaben in Empfang zu nehmen.
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