Bremen. Die österreichische Polar Expedition ist gerettet. Dieselbe langte in Norwegen an. Lieutenant Payer meldet aus Vardoe, 3. Sept.: Land entdeckt 200 Meilen nördlich von Nowaja Semlja. Sachen für mich nach Christiania schicken.
Coburg. Der Landtag des hiesigen Herzog thums wird sich zur Wieder⸗ Aufnahme seiner Be rathungen, besonders über das neue Volksschul— gesetz, Ende September wieder versammeln.
Heilbronn, 3. Sept. Der Kronprinz des deutschen Reichs ist heute Nachmittag 3¼ Uhr mit Gefolge hier eingetroffen, von dem Prinzen Hermann von Sachsen⸗Weimar als Vertreter des Königs, dem Fürsten Hohenlohe-Langenburg und dem preußischen Gesandten v. Magnus von der Landesgrenze ab hierher begleitet. Am Bahnhof hakte sich die Generalität zum Empfang einge— funden. Der Prinz fuhr durch bie reich beflaggte und bekränzte Stadt unter ununterbrochenen ent— husiastischen Zurufen der sehr zahlreichen Menschen⸗ menge nach seinem Absteigequartier bet dem Staats— rath Goppelt. Heute Abend findet eine Serenade statt.
— 4. Sept. Der König von Württemberg ist mittelst Extrazuges heute Nachmittag 1½ Uhr hier eingetroffen. Derselbe wurde am Bahahof
10 vom Kronvrinzen des deutschen Reiches, dem Her— 1 zog Eugen von Württemberg, dem Prinzen von 5 Weimar, dem preußischen Gesandten, der Gene— 15 ralität und den städtischen Behörden empfangen. Der König und der Kronprinz begrüßten sich sehr herzlich und fuhren in offenem Wagen nach dem Absteigequartier des Königs bei dem Director des Gerichtshoses, Huber, von dem sehr zahlreich ver— sammelten Pub sikum enthusiastisch begrüßt.
in dem festlich geschmückten Rathhause statt.
— 4. Sept. Ein gestern hier eingegangenes Telegramm des Schiffs-Lieutenant Weyprecht an seinen hier wohnenden Schwager bestätigt, daß die österreichische Nordpol-Expedition glücklich in 1785 Norwegen angelangt ist. Offiziere und Mann- 5 schaften seien wohlbehalten. 5— 5. Sept. Nach der heute erfolgten Be— endigung der Manöver, über deren Verlauf der deutsche Kronprinz seine Zufriedenheit aussprach, fuhr der König mit den gestern ebenfalls aus Stuttgart eingetroffenen sämmtlichen Ministern mittels Separatzuges nach 12 Uhr von der 65 Station Northeim ab, nachdem er sich vom Kron— 0 prinzen herzlich verabschiedet hatte. Der Kron—
g prin fuhr halb 1 Uhr mittelst Extrazugs nach N Fürth ab, woselbst er dem Fürsten v. Hohenlohe— 45 Langenburg einen Besuch abstattet. Morgen reist 915 der Kronprinz über Heidelberg nach der Rhein-
pfalz, woselbst er gleichfalls den Truppen⸗Manövern beiwohnen wird.
München. Ein von der Staatsregierung
verlangtes Gutachten der Verwaltung der Bayeri— schen Hypothek- und Wechselbank über den Bank— Gesetzentwurf spricht sich aufs Entschiedenste gegen die Annahme des Gesetzentwurfes aus. .— Auf den Oberstlieutenant v. Vallade vom 2. Jäger-Bataillon soll ein Attentats-Versuch ge— macht worden sein. Bei den bei Ingolstadt ab— gehaltenen Manövern sind scharfe Schüsse gefallen, und man muthmaßt, daß mit Steinen auf den nicht sonderlich beliebten Commandanten geschossen worden sei.
Freiburg i. B, 5. Sept. Der Altkatholiken— Congreß scheint sehr zahlreich besucht zu werden. Von hervorragenden Mitgliedern sind bereits ein— getroffen: Bischof Reinkens, die Professoren Schulte, Reusch und Friedrich und der Reichstagsabgeord— nete Völk. Heute Abend findet eine gesellige Ver— einigung der eingetroffenen Mitglieder statt,
Ausland.
Oesterreich⸗ Ungarn. Wien. Fürst Milan von Serbien ersuchte durch Vermittelung des Fürsten Hohenlohe in Paris den Kaiser Wilhelm, er möge ihn im December in Berlin f empfangen,
7.4 fahrer Weyprecht und Payer aus Vardge vom
1 eingeschlossen, sodann norbwärts getrieben.
3. war das Schiff im Herbste 1872 im Packeise hauptet wurde, nur 6000 Mann stark.
wurde ein ausgedehntes Gebirgsland, 200 Meilen nördlich von Nowaja- Semlja, entdeckt. Im October daselbst festgetrieben und überwintert, wurde 79 Grad 51 Minuten nöcdlicher Breite und 59 Grad östlicher Länge das Land bis über den 82. Grad hinaus erforscht. Die Hauptaus- dehnung des Landes erstreckt sich nach Norden und Westen. Im Mai 1874 wurde das unbalt- bare Schiff verlassen und nach einer Hötägigen Reise zu Schlitten und Bootfahrt der russische Schooner„Grensaland“ bei Nowaja-Semlja ge— troffen. Das Mitglied der Expedition, Krisch, ist an der Tuberculose gestorben, die anderen sind gesund. Es ist die Genehmigung des Kaisers er— beten worden, das entdeckte Land Franz Josephs⸗ Land zu nennen.
Schweiz. Genf. Die Genfer-Regierung hat 19 katholische Geistliche, welche die Ablegung des verfassungsmäßigen Eides verweigerten, des Amtes entsetzt und den Kirchenrath beauftragt, für die Verwaltung der vacanten Stellen Sorge zu tragen.
Frankreich. Paris. An Stelle des in Folge der Entweichung Rochefort's abgesetzten Herrn Gaultier de la Richerie ist der Schiffs- capitän von Pritzbuer zum Gouverneur von Neu- Caledonien ernannt worden.
— Der Prozeß gegen die Mitschuldigen Ba- zeine's also in erster Reihe gegen den Oberst Vil— lette und den Hauptmann Doineau wird zwischen dem 10. und. 15. d. M., wahrscheinlich am 14. vor dem Zuchtpolizeigericht von Grasse eröffnet werden. Lachaud wird die Vertheidigung führen
0 ö Um und die Verhandlung wird eine öffentliche sein. 3 Uhr findet ein von der Stadt gegebenes Banket Die
Anklage gegen die Gefaͤngenwärter lautet nicht auf Mitschuld, sondern nur auf Pflichtver— säumniß; Villette und Doineau sind angeklagt, an der Entweichung Bazaine's mitgewirkt, nicht aber, die Wärter bestochen zu haben. Neben ihnen wird noch August Barsay, der Kammer— diener des Exmarschalls auf der Anklagebank Platz nehmen.
— Das„Journal officiel“ meldet die Er— nennung des Grafen Chaudordy zum Gesandten in Spanien.
— Vor einigen Tagen ist für den in Civita— vecchia vor Anker liegenden„Orénoque“ in der Person eines Herrn Pélabon ein neuer Aussichts— Commissär auf ein Jahr ernannt worden, und man hat aus dieser Personal-Veränderung schließen wollen, daß das gedachte Schiff in Widerspruch mit neueren Meldungen auf unbestimmte Zeit in den römischen Gewässern verbleiben soll. Die „Opinion nationale“ spricht sich energisch da⸗ gegen aus.
— Das carlistische Organ„Cuartel Real“ hatte vor einigen Tagen ein Schreiben des Grafen Chambord an Don Carlos, seinen Neffen, ver— öffentlicht. Die Aechtheit dieses Documents ist nicht über jeden Zweifel erhaben; die„Union“, welche sonst jede Silbe ihres Heinrich mit ge— sperrten Lettern abdruckt, hat es nicht wieder— gegeben, und auch Lemoinne vom„Journal des Debats“ trägt Bedenken, es für authentisch zu halten, andernfalls es nicht nur den Rohyalismus, sondern auch Frankreich blosstellen würde.
— 5. Sept. Mae Mahon empfing heute den Besuch des Großfürsten Constantin von Rußland und erwiederte denselben sogleich. Der Großfürst reist morgen nach Biarritz zurück. Mae Mahon wird sich am 13. nach Bethune begeben, um den Mänövern des vom General Clinchant befehligten Armee⸗Corps beizuwohnen.
Norwegen. Christiania, 4. Sepibr. Eine heute hier eingelangte Nachricht meldet die Ankunft der österreichischen Nordpol⸗Expedition in Vardoe. Das Schiff„Tegetthof“ ist zu Grunde gegangen. Die Mitglieder der Expedition wurden nach langen Schlittenreisen von ruffischen Schiffen aufgefunden.
Spanien. Madrid. Die Banden unter Don Alfonso sind in voriger Woche in Vinaroz
145— Zusfolge von Telegrammen der Nordpol-(Provinz Valencia) eingerückt, in ziemlich kläg⸗
lichem Zustand und statt 10,000, wie bisher be— Von
1873 Vinaroz zogen sie nach Benicarlo und mußten
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von dort, verfolgt von einer republikanischen
sion aus Teruel, einen schleunigen Rückzug antreten, — 4. Sept. Das Cabinet Zabala hat sei nal, Demission gegeben und ist das neue Ministerium 50
wie folgt zusammengesetzt: Sagasta Ministerpräst, J sebeh dent und Inneres, Ulloa Aeußeres, Colmenares“ 0 Justiz, Serrano Bedoyao Krieg, Camacho Fin anzen, Arias Marine, Navarro Rodrigo Handel und Romero Ortiz Colonien. N
Santander, 3. Sept. Die Carlisten haben die Belagerung von Puycerda aufgegeben und sind. durch das Pyrenäenthal von Dalp abgezogen, Vor Pupeerda sind keine carlistischen Abtheilungen, mehr sichtbar. Die Thore von Puyeerda sind ge— öffnet, viele Einwohner sind in Bourg-Madame
eingetroffen. 11 i den — 4. Sept. Die Kriegsschiffe„Albatros“] Ale 1 5 und„Nautilus“ haben die Rhede von Bilbaß 10 125
wieder verlassen. Die Carlisten haben in det Nähe von Bilbao Vertheidigungen errichtet. Die Bergwerks-Arbeiten sind eingestellt und die Berg⸗ Arbeiter entlassen.
Amerika. New⸗ANork. Die republi— kanische Convention in Ohio hat sich für das republikanische Programm ausgesprochen, welches den Freihandel und die Wiederaufnahme der Baarzahlungen befürwortet. a — Anläßlich von Ruhestörungen in Cons hatta hat der Gouverneur von Louisiang eine Be— lohnung für die, Ermittelung der Urheber der Unruhen ausgesetzt, mit dem Hinweis, daß die selben einem Geheim-Bunde von Weißen, der sich 1 bel mut zur Beseitigung von Staatsbeamten verschworen J bude von babe, angehörten. Der General- Staatsanwalt J i en! der Unioa hat angeordnet, daß zur Unterdrückung 1 der Unruhen erforderlichen Falles mit Waffenge:-] darm fas walt einzuschreiten sei. Die Beamten werden be= naß des Ses. schuldigt, die Neger zur Erregung der Unruhen I jungen?
8 I zur Mündu veranlaßt zu haben. 15 1
Rio de Janeiro. Der ultramoniane De-.
putirte Roma hat beantragt, den MinisterPräsi—
im 9 Ubr ein, Verlhe werden nde, die ve Abends abgehe ur Verlooung
Olfenbas le Ftau belt abesu mit o. a6 dem Sal Darm fad lltit⸗Rechen lung für B. 727 303 fl. N nclag we dDarmstad on Raunheim
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denten Rio Branco und zwei andere Minister Haarhau wegen Hochverraths und Verschwörang gegen die ene un Religion und den Staat unter Anklage zu stellen. Ann N Der Antrag wurde einer Speeial- Commission überwiesen.
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Aus Stadt und Land.
Friedberg. Die Blätter enthalten aus allen Theilen unseres Landes Berichte über die Sedanfeier, welche alle zu reproduciren der Raum unseres Blattes verbietet, Ebenso enthalten die auswärtigen Zeitungen Berichte aus allen möglichen Städten und Dörfern Deutschlands, Ueberall der gleiche Enthusiasmus, überall der gleiche
Patriotismus. s dem Sold, N. Friedberg. Am 5. Sept. wurde die Wetterauer—
Industrie-Ausstellung durch einen Besuch Sc. Kgl. Hoheit 85
des Großherzogs hochgeehrt. Die Comitemitglieder, viele Leefel
Aussteller und auch einige Ausstellerinnen waren anwesend,. 02 0
S. K. H. haben unser Unternehmen von Anfang an mit 1 Der u
Wohlwollen ausgezeichnet, ja dasselbe möglich gemacht tohversteiger
durch Ueberlassung' der sehr geeigneten Ausstellungsräume den und w
lichkeiten, wofür Comite, Aussteller und alle Freunde unserer Bestrebungen nicht genug danken können. Auch bei dem Be⸗ suche der Ausstellung zeigte der hohe Herr das lebhafteste In⸗
teresse für das Ganze. Die Chaisen, Maschinen, Geräthe, die 1 auch mit d Zergwerle, Salinen, chemische Fabrikate, die landwirthschaft⸗ me zugelasf, lichen Produkte und Fabrikate, die Zeichnungen, Prode— atlense schriften, Lehrmütel der Schulen, die Manufacturwaaren 28. Gro Wohnungs- und Kunstgegenstände,— alles dieses wurde einer genauen Besichligung unterzogen, ost sogar mit einem 1 Eingehen ins Detail und mit Aussprüchen des Lobes und 8 der Aufmunterung für die Aussteller. Die wahrhaft 3 9 liebenswürdige Freundlichkeit unseres Landesfürsten machte 0 Die seith auf alle Anwesende den besten Eindruck. Uns Wetterauer ö aber ist dieser Besuch und die Art und Weise seiner Aus— 9 führung ein Beweis hoher Theilnahme für unser Ringen bestande und Kämpfen, die Industrie zu fordern, heimischer zu tber machen; und wie wollen uns dadurch um so mehr au im 8 gemuntert erachten, unsere Arbeit und Leistungen zu ver 90 Oeotg u. vielfältigen und zu heben, um weiteren Beifall zu verdiene seit de N und damit zugleich auch befähigter zu werden für die sie Nechnun immer mehr ausspitzende Concurrenz. So müssen de Fama Ausstellung und die dabei der Wetlerauet Industrie von ö allen Seilen gezollte Aufmerksamkeit segensreich sortwirken, 5 9 H. Dortelweil. In hlesiger Gemeinde wurde auch u ller heut dieses Jahr wieder die Sedanfeier begangen. Abends erfolgt zuvor wurde das Fest durch die Glocken eingeläutet, ebenso ad ⸗Nar der Festmorgen. Der Ort war beflaggt. Ein Festzug, Gros woran die Schuljugend mit ihrem Lehrer, Festjungfrauen, Nl die Krieger, der Geistliche, Gemeinde-, Kirchens und[ Schulvorstand, sowie viele Gemeindeglieder sich betheiligten, Ei 8 bewegte sich unter Glockengeläute durch die Straße vor le Hi das Dorf zur Friedenslinde. Hier hielt nach dem Fest?“ Wiidig U gesange Herr Pfarrer Kalbhenn von Klein-Karben in 18 05 ver


