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1874.
Samstag den 8. August.
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Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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o lizeiliche
Nachricht.
Gestohlen zu Steinbach bei Philipp Hill III. 18 fl. S. W., worunter ein Frankfurter Bankschein. a g i
Verdächtig ein Bursch dem Aeußern nach Metzger, nach verkäuflichen Kälbern fragend, kam von Eschborn und ging nach Rödelheim zu. Signa⸗ lement: Alter circa 20 Jahre; Statur: groß, schlank; Haare: dunkel; Bart keinen; Gesicht: blaß, pockig; Kleidung: roth und weiß gestreifter Kittel, belle Hosen mit dunkeln Galons, schwarze Schildkappe von Seidenzeug, schwankes Stöckchen mit Knopf.
Derselde ist im Betretungefalle anzuhalten und mit Effecten vorzuführen.
Friedberg am 5. August 1874.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Ter a p p.
Wir machen Diejenigen, im Kreise Friedberg befindlichen Schulamts-Aepiranten, welche sich der diesjährigen Definitorial-Prüfung unterziehen wollen, auf die im Abdruck nachstehende Bekanntmachung Großh. Oberstudien⸗Direction vom 30. Juli laufenden Jahres(in Nr. 216 der Darmstädter
Zeitung vom 6. laufenden Monats) aufmerksam. Friedberg am 6. August 1874.
B
Großherzogliche Kreisschulcommission Friedberg.
F
Ara p y.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Definitorialprüsung der Schulamts- Aspiranten dies Jahr am 6. October, Vormittags 8 Uhr, in dem Realschulgebäude dahier deginnen wird. b i f Diejenigen Schulamts- Aspiranten, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, haben ihre an die unterzeichnete Bebörde
zu richtenden Gesuche, unter Beischluß des ihnen beim Abgang vom Schullehrer-
Seminar ertheilten Zeugnisses, im Original oder in beglaubigter
Abschrift, spätestens bis Ende kommenden Monats, bei den einschlägigen Kreis-Schul⸗-Commissionen einzureichen, welche bitrüber die
Berichte der Ortsschulvorstände einholen und mit
den Gesuchen weiter befördern werden
Die Großherzoglichen Kreis- Schulcommissionen und die Ortsschulvorstände werden den Schulamtes Aspiranten in geeigneter Weise von dieser
Bekanntmachung Kenntniß geben. Darmstadt am 30. Juli 1874.
Großherzogliche Oberstudien⸗Direetion.
„ Ackermann.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 6. August. Im Laufe dieser
Woche hat das Gesammtministerium mehrere Sigungen über die Kirchengesetze abgebalten. Das Nesultat ist noch nicht bekannt geworden. Berlin. Von Seiten des Cultus ministeriums and neuerdings Ermittelungen über den jeweiligen Stand der ländlichen Fortbildungs- Anstalten er— oben worden, da Herr Falk sich mit der sehr willkommenen Absicht trägt, ihnen, gleich den ge— verblichen Fortbildungs- Anstalten, eine feste Ge⸗ galt und Organisation zu geben. Außerdem sollen ie Gemeinde-Zuschüsse zu den vorbandenen länd— ichen Fortbildungs- Anstalten genau ermittelt werden, im sodann die Bedingungen für die zu erwarten— en Staatszuschüsse sestzustellen.
— Die elf hervorragenden deutschen Juristen, welche in die Commission zur Aufstellung eines eutschen Civilgesetzbuches gewählt worden sind, laben jetzt sämmtlich sich bereit erklärt, die Wahl anzunehmen. Die Arbeiten, welche eine Reihe von Jahren erfordern, sollen zunächst so in An⸗ miff genommen werden, daß fünf Mitglieder
ländig hier in Berlin über die einzelnen Theile
les Entwurfs in Berathung treten und die Resul- ute dann den weiteren sechs Mitgliedern zur Fritik unterbreiten.
L Nach dem 1. September begibt sich der
Fronprinz zur Truppen-Inspection nach Württem⸗
lerg, der bayerischen Rheinpfalz, und wohnt dann lem Manöver des 11. Armeccorps, sowie dem Kbnigsmanöver in der Provinz Hannover bei. Pelplin. Der Bischof v. d. Marwitz scheint
wenig Neigung zu haben, mit den Staatsgesetzen aAmusehr in Conflict zu gerathen. Beweis hierfür i die Thatsache, daß er keinen von den kürzlich aus geweihten Priestern angestellt, sondern sämmt— (chen auf unbestimmte Zeit Urlaub ertheilt hat. Sagan. Der„Riederschl. Ztg.“ wird mit— theilt, daß bier unter angesehenen Katholiken Besprechungen stattgefunden haben, um gegen die lhre von det päpstlichen Infallibilität offene Stellung zu nehmen. Etwalge Bedenken, die nem gemeinsamen Vorgehen noch entgegenstanden, allen jetzt gehoben sein.
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(Eeisenach. Der Socialdemokrat Giffei wurde vom Kreiegericht zu 3 Monat Gefängniß und ein Drittel Kosten verurtheilt; 16 Genossen wurden freigesprochen.
Rudolstadt. Unsere Regierung publicirt eine
Warnung gegen die Auswanderung nach Brasilien. Es hat nämlich die brasilianische Regierung wiederum die Concession dazu ertheilt, daß 15,000 euro- päische Arbeiter in den Provinzen Alageas und Pernambuco angesiedelt werden. Die Regierung warnt vor dieser Colonisattlon, da die früheren Emigranten theils durch Krankheit zu Grunde ge— gangen sind, theils vor Kurzem erst im äußersten Elend nach Deutschland zurückgeschafft werden mußten. Hannover, 2. Aug. Staatsrath Zimmer— mann, der in den hannover'schen Verfassungskämpfen von 1837 und 1855 eine bervorragende Rolle in Bekämpfung des Staats-Grundgesetzes und der Verfassung von 1848 spielte, zuletzt bis 1866 hannover'scher Minister-Resident in Hamburg, ist hier gestern gestorben.
München. Stiftspropst Dr. v. Döllinger wird an den Verhandlungen persönlich Theil nehmen, die demnachst in Bonn über die Frage der Wieder— Vereinigung der christlichen Confessionen statlfinden sollen. Bekanntlich hat sich Dr. v. Döllinger schon vor zwei Jahren in seinen Museumsvorträgen mit dieser Idee beschäftigt.
Speyer. Die Mittheilung über Verhand- lungen, die mit dem Bischof v. Haneberg von Seiten der badischen Regierung gepflogen worden seien, ist nach der„Rhein-Pfalz“ vollständig er- dichtet. Das ultramontane Blatt kann mit Be— stimmtheit versichern, daß mit demselben von keiner Seite irgend welche Verhandlungen hinsichtlich des erzbischöflichen Stuhles von Freiburg staltgefunden haben. Damit ergeben sich die Nachrichten von gewissen Zugeständnissen von selbst als Fictionen.
Freiburg, 1. Aug. Gemäß einer Ministerial- Verfügung ist das erzbischöfliche theologische Con— vict beute geschlossen worden.
Constanz. Von der Insel Mainau aus hat die Kaiserin-Königin im strengsten Incognito eine Tour durch die Schweiz angetreten.
Weißenburg. Die umfangreiche Liqui- dation der Stadt Weißenburg für Kriegs-Requl⸗ sinlonen und Einquartierung ist nun so weit gediehen, daß die Anweisung der sehr beträchtlichen Ent— schädigungssumme, auf welche übrigens die Stadt schon einen Vorschuß von 210,000 Franken er— halten hat, in einigen Wochen ersolgen kann.
Marsal. Die Arbeiten zur Demolirung der Festung begannen vorige Woche mit den Vorbe— reitungen zur Niederlegung der Front 1— 2. Dieselben bestehen in der Anlage von Schächten, in welchen die Ladungen angebracht werden und zwar jede in der Stärke von 70— 100 Pfund. (Am Dienstag und Mittwoch fanden auf Fort Haricourt die ersten Versuche im Zerstören von Gewölben und Hohlräumen statt. Dieselben er- gaben sehr gute Resultate; besonders gelungen war die Zerstörung eines Verbrauchs-Pulvermaga- zins, welches durch 60 Pfd. Spreng-Pulver so total zertrümmert wurde, daß sast kein Stein auf dem anderen blieb. Am 30. Juli wurden auf Front 1—2 mehrere Minen mit gleichem Resultat gezündet.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Die Mel dung der tschechischen Blätter, Mace Mahon treffe zu den böhmischen Septembermanövern auf Schloß Brandeis als Gast des österreichischen Kaisers ein, wird von competenter Seite dementirt.
Frankreich. Paris. Sobald die Kammer auf Ferien ist, wird die Regierung, besonders Italien und Spanien gegenüber, andere Saiten aufziehen. Der Herzog Decazes ist von Grund aus anti klerikal und hat keinen Hang für Don Carlos oder die päpstliche Weltmacht. Er hat dieser Tage bereits den ungedultigen Deputirten der Linken wiederholt die Versicherung gegeben, sie würden volle Befriedigung erhalten, wenn sie ihn nicht öffentlich interpellirten, und daraufhin unter— blieb die sehr heikle Debatte in der Kammer. Keine Partei möchte Deutschland gegenüber einen dirketen oder indirecten Casus belli schaffen. Der Hirten brief des Erzbischoss von Paris aber gibt dem
Herzog Decazes jetzt einen erwünschten Anlaß, das
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