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nach Art der Bischöfe sich mit der Aurcvle des Martpriums zu umziehen, indem sie in den Kerker zu wandern gedenken. Es mußte darum deren zwangsweise Vorführung zur Ver⸗ büßung ibrer zehn-, bezw. dreitägigen Gefängniß⸗ strafe angeordnet werden.
Limburg. Am 6. l. M. kommt vor der hiesigen Strafkammer die Anklage gegen den Bischof Dr. Blum von hier wegen Zuwiderhand⸗ lung gegen die Kirchengesetze zur Verhandlung; es ist dies der zweite derartige Fall gegen den genannten Herrn.— Die Berufung des Caplans Houben gegen das Erkenntniß des Polizeigerichts zu Diez vom 10. März wegen Zuwiderhandlung gegen die Mai-Gesetze wurde zurückgewiesen unter Herabsetzung der Geldstrafe auf zusammen 775 Thlr. eventuell 8½ Monat Gefängniß.
Weimar. Die Regierung hat den Professor Stoy aus Heidelberg wieder nach Jena berufen, um hier den Lehrstuhl für Pädagogik und die Leitung des pädagogischen Seminars zu über- nebmen. Damit ist der im Landtag eingebrachte Antrag im Voraus erledigt. Am 29. April ge- langte die Etatsberathung zum Schluß. Die Dotationen für die beiden Lehrer Seminarien, für das Volksschurwesen überhaupt, darunter 15,000 Mark für die Schul-Inspectoren mit je 4500 Mark Gehalt, ferner für die Anstalten für Wissenschaft und Kunst und die Forstschule in Eisenach wurden bewilligt. Der Landtag bewil- ligte den Neubau eines Seminargebäudes hier unter Vorbehalt der Verlegung der speciellen Baukosten- Anschläge; endlich wurde auch die Uebernahme der Zimmermann'schen Realschule in Apolda als Staatsanstalt, die vom Stifter mit 20,000 Thaler dotirt wurde, unter milden Be— dingungen beschlossen.
Nürnberg. Nachdem am Donnerstag die hiesige Mitgliedschaft der sotial- demokratischen Arbeiterpartei aufgelöst worden war, berief der bisherige Vertrauensmann derselben am 2. d. Abends eine Volksversammlung im größten Saale Nürnbergs zusammen. Auf der Tagesordnung stand laut Anschlagszettel die erwähnte Auflösung und die Bierfrage. Der Besuch der Versammlung wurde ein so starker, daß buchstäblich kein Mann mehr in den Saal hineingegangen wäre, als darin waren. Auf die letzte Aufforderung des Polizeicommissärs, sich zu entfernen, wurde der Saal vollständig geräumt.
— Das Ministerium ist mit den Schritten des Nürnberger Magistrats gegen die Social— Demokraten einverstanden. Aus Erlangen kommt die Nachricht von der Auflösung der dortigen social-demokratischen Partei⸗Mitgliedschaft.
Stuttgart. Die Ankunft des Kaisers von Rußland hierselbst erfolgte am 6. d. M. Die Trauung des Herzogs Eugen von Württemberg mit der Großfürstin Vera findet Freitag den 8. d. statt. Am 4. begannen die Festlichkeiten mit einem Ball auf der Wilhelma.
Metz. Demnächst sollen die französischen Lehrer des Kreises Metz wöchentliche Zusammen⸗ künfte haben, um unter Leitung eines deutschen Lehrers Deutsch zu lernen. Solches ist für alle Kreise angeordnet, wo vorzugsweise französisch gesprochen wird, denn von 1878 an soll überall die deutsche Sprache als die officielle Geschäfts- sprache eingeführt werden. Ich bin nun begierig, wie es mit diesem Unterricht gehen wird. Die jüngeren Lehrer werden kommen und ans Lernen
gehen, die älteren aber es vorziehen, sich pensioniren zu lassen, denn in Folge der Gehalts-Erhöhung haben sie jetzt so viel, daß ihre Pension nun gerade so viel beträgt, wie ihr Gehalt unter französischem Regime.
es vorgezogen,
2 Ausland.
Frankreich. Paris. Mac Mahon spielt schon ganz den Souverän: nach dem Vorgange der französischen Monarchen versäumt er keine Gelegenheit, fremden Fürstlichkeiten Geschenke aus den natisnalen Manufacturen zu verehren. So hat er in Sevres für den König der Niederlande aus Anlaß des 25jährigen Regierungs⸗Jubiläums
und die Herzogin von Edinburg als Hochzeits- geschenk zwel von Künstlerhand bemalte Porzellan- schaalen fertigen lassen. Großbritannien. London, 3. Mai. Der„Observer“ meldet, ein bei dem hiesigen Vertreter der spanischen Regierung gestern Abend eingegangenes amtliches Telegramm bestätige den Einzug Serrano's in Bilbao.
Spanien. Auf dem Schauplatz des Carlisten⸗ krieges in Nordspanien nehmen die Ereignisse einen für die Madrider Regierung durchaus günstigen Fortgang. Die Carlisten räumen ohne irgend ernsteren Widerstand zu leisten eine Position nach der andern, die Republikaner rücken dann stets ungehindert in dieselben nach. Portugalete wurde am Freitag Abend von Serrano besetzt; von dort wurde der Vormarsch in südlicher Richtung gegen Bilbao, und zwar auf beiden Ufern des Nervion ohne Verzug sortgesitzt. Am Sonnabend standen die Carlisten zwar noch vor Bilbao und setzten das Bombardement der Stadt fort; es deuten indeß alle Anzeichen darauf hin, daß der einmal begonnene Rückzug der Anhänger Don Carlo's erst in den unwegsamen Bergen Navarra's und Guipuzcoa's zu Ende kommen wird. Jedenfalls ist jetzt, nachdem von Norden Serrano, von Südwesten Concha heranrücken, der endgültige Entsatz der Biscayischen Hauptstadt nur noch eine Frage von wenigen Tagen; die Glocken Bilbao's werden in kurzer Zeit wohl den einziehenden Marschall de la Torre mit seinen Truppen be⸗ grüßen, nicht aber zur Krönung Carlo's VII. als König von Spanien ihr Festgeläute ertönen lassen. Uebrigens scheint die Verfolgung Seitens der Republikaner so schlaff als nur möglich betrieben zu werden. Bei Pedro de Abanto trennten wenige hundert Schritte nur die beiden Heere; von einem Vorsprung der Carlisten auf ihrem Rückzuge kann also keine Rede sein. Aber trotzdem läßt man sie überall ihre Positionen ruhig und gemächlich verlassen ohne ihnen im Nacken zu sitzen, ihr Gepäck wegzunehmen und Gefangene zu machen. Bilbao, 3. Mai. Der hiesige Gesundheits⸗ zustand ist trotz der Belagerung vortrefflich. Die Sperrvorrichtungen des Nervion- Flusses werden weggeräumt und die Verbindungen mit der Um- gegend nach allen Seiten eröffnet.
Baponne, 4. Mai. Nachrichten von carlisti⸗ scher Seite bestätigen den Einzug des Generals Concha in Bilbao und fügen hinzu, die über- legene Artillerie der Republikaner habe die Carlisten gezwungen, ihre Stellungen aufzugeben. Die carlistische Armee sei vollständig intact, während die Regitrungstruppen 16,000 Mann an Todten, Verwundeten und Kranken verloren hätten und durch diese Verluste auf ca. 30,000 Mann zu- sammengeschmolzen seien.
Griechenland. Athen. Der vom Könige mit Neubildung des Cabinets beauftragte Com- mundurus hat dem Könige ein Memorandum überreicht, worin er verlangt, daß die Wirksam— keit des Cabinets keinen Einflüssen von Außen unterliege und daß die äußere Politik geändert werde. Andernfalls sei ihm die Ausführung des Auftrags unmöglich.
Aus Stadt und Land.
Darmstadi. Am 4. Mal sprach das Bezirksstraf— gericht den katholischen Pfarrer Seb, dermalen in Ober⸗ Abisteinach, von der bekannten Anklage, bei Gelegenheit einer am 14. Seplember v. J. zu Groß- Umstadi statt⸗ gehabten Christenlehre den Kanzelparagraphen durch Aus⸗ lassung über die Sedanfeier übertreten zu haben, frei, da einestheils der Beweis dafür, daß wuklich die zur Anklage gestellten Aeußerungen gefallen für nicht erbracht erkannt resp. enischieden wurde, daß in anderen kein strafbares Vergehen enthallen sei.
Vom Main. Eine neue Erfindung der Herren Croissaut& Brelonnidre, durch die sozusagen eine neue Art von Farben hergestellt wird, macht eben in Frank reich großes Aussehen. Dieselbe besteht darin, aus den allergewöhnlichsten Steffen, wie Sägspähne, faules Holz, Humus, Moos, Flechien, Abfäuen von flanzen und thierischen Stoffen, ja sogar aus Excrementen die pracht⸗ vollsten Farben herzustellen. Die Einführung dieser Er⸗ findung in Deuischland haben die Herren Wirth& Comp. in Frankfurt a. M. übernommen. Von denen auch Muster zu beziehen sind. Nach den bisherigen Erfahr—
desselben eine prachtvolle Vase und für den Herzog
ungen sind die neuen Farben auch gegen das Sonnenlicht
Allerlei.
Frankfurt. Die Frage, welchen Schaden die letzten Nachltfröste an den Blüthen verursacht, gab in der Haupt⸗ versammlung der Gartenbaugesellschaft am Freitage den Anlaß zu einer längeren Discusston und kesümirte zu dem Ende, daß derselbe nicht so bedeutend, wie man anfänglich geglaubt und daß immer noch eine ziemliche Ernte zu erwarten sei, da die meisten Bäume nur iheil⸗ weise gelitten haben. Kirschen, Aprikosen und Weinstock habe der Frost am meisten geschädigt. Frankfurt. Wie sehr die Fortbildungsschule des Vereins zur Bolksbildung in hiesiger Stadt einem höͤchst dringenden Bedürfniß entspricht, ergibt sich aus der zahl⸗ reichen Betheiligung an den einzelnen Unterrichtsfächern. An dem Unterricht in der Buchhaltung z. B. betheiligen sich 36, an dem in verschiedene Curse getheilten fran⸗ zösischen und englischen über 100 junge Leute. Hanau. Kaum ist hier vor einigen Tagen ein braver und friedlicher Arbeiter als Opfer des rohen Uebermuthes betrunkener Genossen, in deren Rauferei er ohne böse Absicht gerathen war, an mehreren Messerstichen sofort auf dem Platz geblieben, so wurde am 2. Mai wieder die Siadt durch eine Blutthat grauenvollster Art entsetzt. Ein Goldarbeiter hat sein Kind, noch Säugling, in der Wiege mit einem Beil erschlagen. Dem Trunk ergeben, arbellslos und arbeitsscheu, während seine Frau ihn und ihre drei Kinder ernähren mußte, gibt er, wie verlautet, Notb und Verzweiflung als Grund des Mordes an. Kaiserslautern. Die aus allen Theilen der Pfalz eingelaufenen Berichte bestätigen leider, daß in der Nacht vom 28. zum 29., mehr aber noch in der Nacht vom 29. zum 30. April der Weinstock, die Obsibäume, Nußbäume, Klee, Frübkartoffeln ꝛc. durch die Kälte großen Schaden gelilten haben. Betrübende Nachrichten liegen namentlich aus Dürkbeim un Umgegend vor; dort bat namentlich die zweite Nacht großen Schaden gethan. Bonn, 30. April. Am 4., 5. und 6. Juli d. J. wird der Berliner Verein für Volksbildung, einer Ein⸗ ladung des hiefigen Bildungsvereins solgend, bei uns seine Generalversammlung abhalten. Bekanntlich gebört unser Bildungsverein der genannten Gesellschaft als corpo⸗ ratives Miglied an und hat man sich deßhalb von seiner Seite entschlossen, die betreffende Versammlung möglichst würdig und sestlich zu begehen. Nürnberg. Das germanische Museum hat vom Sultan drei aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammende, von den Türken bei ihrer Invasion in Deuischland er⸗ oberte Kolossalgeschütze als Geschenk erbalten. Der Trans⸗ port von Konstantinopel nach Nürnberg geschieht auf Kosten der Reichsregierung. Chemnitz. Dieser Tage hat sich eine grausige That davier ereignet. Die Frau eines Zollbeamten, die wohl nicht in ganz glücklichen Verhälimissen sich besunden, nahm ihre 4 Kinder im Alter von 2— 13 Jahren, pazierte längere Zeit am Damme des dortigen Schloßteiches auf und ab und warf plötzlich, wahrscheinlich von Geistesnacht befallen, sämmtliche Kinder in's Wasser, denen sie dann selbst nachsprang. Zwei Kinder, ein Knabe von 10 Jahren und ein Mädchen don 2 Jahren, sind ertrunken; die Frau und 2 Kinder wurden gerettet.. Berlin. Am 18. v. M. starb die in der Rosenthaler Straße 13 wohnende Wittwe Eleonore Haagen im hohen Alter von 103 Jahren 9 Monaten 4 Tagen. Bei vollem Bewußtsein und umgeben von ihren Kindern und Enkeln, die sie mit rübrender Liebe pflegt hatten, hatte sie das Nahen ihres Endes gefühlt. f g Berlin. Für die Mitglieder der Fortschrittspartei im Reichstage wurden während der abgelaufenen Session läglich Veilchensträuße in das Reichs tagsgebäude von un⸗ bekannter Hand gesendet. Die geheimnißvolle Senderin ist jetzt nachträglich durch die im vertraulichen Kreise ge⸗ machte Offenbarung eines Abgeordneten als die mißtrauische Gaitin eines Mitgliedes der Forischrittspartei enthüllt worden. Die Dame balte schon, wie der fortschritiliche— Poet wissen wollte, seit längerer Zeit ihren Gemahl in Verdacht, daß er den Reichstag des Oefteten„schwänzte,“ und daß die heitere Laune, die er oft allzuspät nach Hause mitbringe, weniger eine Nachwirkung der meist doch sehr ernsthaflen Sessionen des Reichstages, als vielmehr der⸗ privaten Sitzungen in engerem Kreise sei. Die poetischen Veilchensträuße wurden also von ihr als höchst prosaische Contremarken benutzt. ständig und das leere Knopfloch des angeblich aus der Sesston kommenden Gemahls war für sie ein vollständig genügendes Beweisobject. Diefe ebenfalls in engerem Kreise gemachte Enthüllung des denunciationssüch ligen
schrittspartei sehr überrascht haben, am meisten aber den mitanwesenden— Gemahl der denuncirten Dame!
Berlin. Der deutsche Kronprinz, der dekannilich Protector der internationalen landwirihschaftlichen Aus stellung in Bremen ist, wird dem Vernehmen der„Wes.⸗ Zig.“ nach gegen Schluß der Ausstellung mehrere Tage nach Bremen kommen. Voraussichtlich wird derselbe Frei⸗ tag, den 19. und Sonnabend, 20. Juni, der Veribeilung der Prämien und der Vorführung der prämiirten Thiere beiwohnen.
Berlin. Aus der Provinz Bahia in Brasilien sind 50 Einwanderer, von allen Mitteln entblößt, hier ange? kommen, um in ihre alte Heimath Ostpreußen zurück⸗ zukehren Sie haben die preußische Regierung um eine Unersrützung angerufen. Ste erzählen, daß in Brasilien Hunderie ihrer Landsleute am Hungertyphus verstorben seien.
Obornik(Provinz Posen). Es hörte ein hiesiger Färbereibesitzer kürzlich Abends einen Hülseruf in seiner Färberei. Als er nun in letztere eintrat, hatte er einen
sehr haltbar und färben ganz ausgezeichnet.
seltsamen Anblick. Er say einen Mann in einer mit
Das Manöver gelang ihr voll?
Abgeordneten soll die anwesenden Mitglieder der Jo ri⸗ 1
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