Logis
—— Ute, 1
Donnerstag den 7. Mai.
berhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Kriedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Für die Monate
Mai der Verlags-Cxpedition mit 20 kr.,
auf den den Poststellen mit 32
rann bei
und Juni
„Obechessischen
Anzeiger“ bei
kr. abonnirt werden.
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Betreffend: Erscheinen von Feldmäusen.
Amtlicher Theil.
Friedberg am 4. Mai 1874.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Sie wollen durch die Feldschützen und andere qgualificirte stellten Grundstücken an Wassergräben, Rainen, Graswegen ꝛc. sich Feldmäuse zeigen und die Resultate einberichten.
Personen nachsehen lassen, sich auch selbst überzeugen, ob auf den mit Gerste be—
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Deutsches Reich.
für das neue Schulgesetz, welche verflossenen Mon- tag in Darmstadt durch eine Commission von hierzu berufenen bewährten Schulmännern be— gonneg haben, sind von hier die Hru. Seminar- director Schäfer und Lehrer Kempf zugezogen worden.
Darmstadt. Prem. Lieutenant Rothe vom Groß. Art.⸗Corps, commandirt zur Dienstleistung bei dem Großen Generalstabe, ist unter Beför— derung zum Hauptmann und Belassung beim Großen Generalstabe, in den Generulstab ver setzt worden.
— Am 29. April wurde der erste Registrator bei dem Ministerium des Innern, Geheimer Re— gierungsrath Philipp Jäger, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt und demselben in Aner— kennung seiner mehr als fünfzigjährigen treuen und ersprießlichen Dienste das Ritterkreuz erster Classe des Ludewigsordens verliehen
Berlin, 3. Mai. Soeben, 1 Uhr Mittags, erfolgte die Ankunft des Katsers Alexander von
Rußland und der Großfürsten Constantin und
Alexis nebst deren zahlreichem Gefolge, worunter Graf Adlerberg und Fürst Dolgorukt, auf dem Ostbahnhofe.
Zwiespalt zwischen Friedberg. Zu den betreffenden Vorarbeiten
Kaiser Wilhelm, sämmtliche könig— g
dem Leiter der preußischen Politik und dem Cultusminister in Bezug auf die
Kirchen Politik nicht bestehe; dae ganze Volk Preußens und des Reiches stehe hinter dieser Politik.„Ich habe Grund, zu sagen, daß man
Seitens der Curie bereit gewesen wäre, der Schweiz entgegenzukommen, wenn nur Preußen im Kampfe allein gelassen wäre. Wer bürgt Ihnen dafür, daß außer jenem päpstlichen Briefe vom August des vorigen Jahres an den ersßten Fürsten des Reiches nicht auch noch andere Briefe an andere Fürsten geschrieben wurden?(Große Sensation.) Im Laufe der Debatte erklärt der Cultusminister gegenüber dem Abg. Mallinckrodt: er wisse, daß Seitens des Papstes nicht blos an den König
von Preußen ein Brief geschrieben sei. Von einem zweiten Briefe des Papstes an den König,
dessen Veröffentlichung Mallinckrodt verlange, sei dem Cultueminister nichts bekannt. Im Fortgang der Sitzung werden die einzelnen Pa Gesetzes bis zu H. angenommen.
— Von dem Reichskanzler heißt es, wenn es die Witterung zuläßt, schon Tagen nach Varzin übersiedeln.
Der Landtag hat in der ersten Woche;
12 in der Commissionsfassung
er werde, in einigen
ragraphen des
Es sollen künftig nur zwei Formen unterschieden werden: Realschule und böhere Bürgerschule, nicht Realschule erster und zweiter Ordnung ꝛc. Als Realschulen sollen alsdann nur diejenigen Anstalten gelten, welche, wie das Gymnastum, einen neun⸗ jährigen Lehrcursus haben.
— Nach Präsentation durch Bischof Reinkens sind auf Grund der Maigesetze der Domberr v. Richthofen, der Profissor Dr. Weber und der Pfarrer Strucksberg, sämmtlich in Breslau, von dem Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg für diese Provinz als altkatholische Geistliche zu— gelassen worden.
Köln. Die hiesige Regierung hat unter dem 20. v. M. eine Verfügung erlassen, daß das kirch⸗ liche Nebenamt den Lehrer an der Erfüllung seiner Pflichten gegen die Schule niemals hindern darf; daß die Lehrer an Sonn- und Feiertagen nicht mehr verpflichtet sind, die Schulkinder in der Kirche zu beaufsichtigen; daß Lehrer zur Theil nahme an Protessionen u. dgl. Aufzügen nicht verpflichtet seien; daß die Schule zur Betheiligung an Andachten, welche nicht zum Schulgottesdienst (zweimal geht die Schule noch wöchentlich zur Kirche) gehören, nicht herangezogen werden kann und daß die Betheiligung der Schule an An-
liche Prinzen und der Großberzog von Sachsen— seines wiederholten Beisammenseins ganz außer— dachten kirchen politischer Tendenz zu jeder Zeit
Weimar waren auf demselben anwesend; der russische Botschafter und die Feldmarschälle Graf Moltke und v. Manteuffel. Die beiden Kaiser umarmten sich. Der Kaiser von Rußland
der Kaiserin nach dem königlichen Palais, wo der Kaiser von Rußland sich nach dem rus— sischen Botschaftshotel begab. Hier waren die Kronprinzessin und die königlichen Prinzessinnen aum Empfang anwesend.— Kaiser Wilbelm be— gibt sich am 7. d., Abends 11 Uhr, nach Wies baten, wo er bis zum 24. verweilen wird. An diesem Tage, Nachmittags, erfolgt die Abreise nach Ems, von wo der Kaiser bereits am nächsten Tage hierher zurückkehrt.
— 4. Mai. Der Kaiser von Rußland, welcher gestern bereits die Feldmarschälle v. Wrangel, Moltke und Manteuffel besucht hatte, machte heute
Nachmittag deim Fürsten Bismarck einen Besuch.
Borher hatte der Fürst einen längeren Besuch des
Fürsten Horischakoff empfangen. Heute Vormittag fanden vor dem Kaiser und seinen hohen Gästen Exercitien einer combinirten Brigade im Feuer
statt. Heute Nachmittag ist großes Galadiner, Abends Soirée, wozu 170 Einladungen er— zangen sind.
— 5. Mai. Sitzung des Abgeordnetenhauses.
5. 3 des Gesetzts über die Verwaltung erledigter Bisthümer wird angenommen. Zu F. 4 erklärt der Cultusminister Falck: Er trage die volle Ver intwortlichkeit für die Vorlage und für die Politik, porauf dieselbe basire; er constatire, daß ein
ferner
und die Großfürsten fuhren direct zur Begrüßung von
Neben einer Reibe kleinerer er all in drei große und wichtige
ordentlich gearbeitet. Vorlagen hat erledigt: gesetz und das Fischereigesetz.
Im Verfolg der im October v. J.
ab-
Schulwesens, deren Protokolle vor Kurzem im „Centralblatt für die Unterrichtsverwaltung“ ver— öffentlicht worden sind, hat der Cultusminister bebufs weiterer Vorbereitung des Entwurfs eines Unterrichts-Gesetzes die Schulbehörden zur gut— . Aeußerung über eine Reihe der wichtigsten in der Conserenz besprochenen Punkte aufgefordert. Es sind dabei schon gewisse allgemeine Ergebnisse als Anhaltspunkte für die Aeußerungen vorläufig formulirt. Im Allgemeinen ist vorangestellt, daß eine Verschmelzung von Gymnasien und Real— schulen nicht in Aussicht genommen wird, vielmehr beide Kategorien ungeachtet der Gemeinschaftlich— keit und ihrer gegenseitigen Beziehungen ferner neben einander bestehen sollen.
— Die Affäre Arnim steht noch immer im Vordergrunde des öffentlichen Interesses. Es darf aber constatirt werden, daß je länger die Dis— cussion darüber währt, um so mehr sich das öffentliche Urtheil auf die Seite des Fürsten Bis— marck stellt.
— Nach den vorläufigen Mittheilungen des Cultusministers an die Provinzialbehörden über die Reform des höheren Schulwesens soll für die
Feen eine Vereinfachung sowohl in der Ein—
theilung der Schulen, wie im Lehrplan eintreten.
das Expropriationsgesetz, das Synodal⸗
g 5 g 4 gehaltenen Conferenz über die Fragen des höheren
unstatthaft sei.
— Endlich wird das Hermanns-Denkmal auf dem Grotenberg im Teutoburger Wald vollendet; dieses Ereigniß, bei welchem der Held erst fast 2000 Jahre nach seinem Tode nach Gebühr ge— würdigt wird, soll am 2. Sept. d. J. durch ein Nationaisest gefeiert werden.
Dortmund. Am vorigen Donnerstag wurde dahier die altkatholische Schule feierlich eröffnet. Es ist dies, so viel wir wissen, erste vom Staate anerkannte altkatholische Schule in Deutsch- land. Gegen 50 Schüler werden darin unter- richtet.
Hannover. Schon mehrfach ist den bedeutenden Lehrermangel unserer Provinz binge— wiesen worden. Nach einer Nachricht, die man als zuverlässig betrachten darf, sind im Gonsistorial bezirk Hannover gegenwärtig noch über 40 größten— tbeils gering dotirte Schulstellen zu besetzen. Kleinere Pfarren und Collaboraturen sind gleichfalls in Menge vacant. In der Provinz Hannover sollen überhaupt noch 160 Schulen ohne Lehrer sein. Der dadurch an vielen Orten herbeigeführte Noth— stand hat eine Höhe erreicht, die dringend zur schleunigen Abhülse mahnt, denn das traurige Auskunstsmittel, Präparanden, die noch in sehr jugendlichem Alter stehen, mit Lehrämtern zu be— trauen, kann auf die Dauer nicht genügen.
Fulda. Die beiden gesperrten Capläne Helfrich und Weber, welche bekanntlich wegen ge— setzwidriger Ausübung geistlicher Amtsdandluagen zu geringen Gelostrasen verurtheilt waren, daben
die
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