Betreffend: Die Kirchenvoranschläge für 1875.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Kirchenvorstände des Kreises.
usschreiben vom 28. v. dieses Jahr, da diese Periode Ende 1874 abläuft, die Voranschläge aufzustellen haben. Aufnahme in die Gemeinde Voranschläge erfolgen kann.
Unter Bezugnahme auf unser A dreijäbrige Voranschlagsperiode haben,
die baldige Einsendung besorgt sein, damit, da wo Zuschüsse nöthig werden,
Mis. bemerken wir Ihnen, daß selb
T 1 pi.
Friedberg am 30. Mai 1874.
stverständlich auch Diejenigen von Ihnen, die eine Sie wollen für
—
Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier- ungsblatt Nr. 26 enthält:
I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Außercourssetzung der Landesgoldmünzen und der landesgesetzlich den inländischen Münzen gleich⸗ gestellten ausländischen Goldmünzen betreffend. 3
II. Bekanntmachung Großberzoglicher Provinzial⸗ Direction Overbessen, die Wabl der Geschworenen in der Provinz Oberhessen für das Jahr 1875 betreffend.
III. Nachweisung der in der Großherzoglichen Münze zu Darmstadt seit dem Abschluß der Münzconvention vom 25. August 1837 bis zum Schlusse des Jahres 1873 statigehabten Großherzoglich Hessischen Ausmünzungen.
IV. Uebersicht der für das Jahr 1874 von Groß herzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Um⸗ lagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den israelinschen Religionsgemeinden des Kreises Gießen.
V. Ordensverleihungen.
VI. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.
VII. Namens veränderungen.
VIII. Ertheilung von Erfindungspatenten. Seine Königliche Hobeit der Großherzog haben allergnädigst ge— ruht: am 2. Mai dem Kaufmann Heinrich Hoffmann in Darmstadt auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent für die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Construclion einer Rollmaschine sür die Filzhut- Fabrikation, am 4. Mai dem Maschinenfabrikanten Georg Sigl in Wien auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent für die durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterten Ver⸗ besserungen an Seilbahnen während der nächsten fünf Jabre für den Umfang des Großberzogtbums unter dem ausdrücklichen Vorbehalte zu ertheilen, daß durch die ver⸗ liehenen Patenie Niemand in der Anwendung bereits früher schon dekaunt gewesener Theile der Erfindung ge— hindert werden soll.
IX. Concurtenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Schulstelle zu Balkenhausen mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.; die evang. Schulslelle zu Schöllenbach mit einem jährl. Gehalt von 400 fl., dem Grafen zu Erbach— Fürstenau siehl das Präsentalionsrecht zu; die evang. Schulstelle zu Heppenheim im Loch mit einem jährl. Ge⸗ halt von 500 fl.; die evang. Schulstelle zu Neckarhausen mit einem jährl. Gehalt von 400 fl.; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Communal— schule zu Oppenbeim mit einem jährl. Gebalt von 550 fl.; die kalholische Schulstelle zu Fürfeld mit einem jährl. Gehalt von 500 fl.; die evang. Schulstelle zu Erlenbach mit einem jährl. Gehalt von 400 fl., dem Grafen zu Erbach⸗Erbach steht das Präsentationstecht zu; die evang. Schulstelle zu Breitenbrunn mit einem jäbrl. Gebalt von 450 fl., dem Fürsten zu Löwenstein-Wertihheim⸗Rosenberg, sowie dem Grafen zu Erbach-Schöuberg steht das Präsen⸗ tationetecht zu; die evang. Schulstelle zu Esselborn mit einem jährl. Gehalt von 450 fl.
Darmstadt, 29. Mai. Karl Johann Hoeff— mann ist heute unter Betheiligung der Mitglieder
des Ministeriums, der Abgeordnetenkammer und
des Gemeinderaths sowie zahlreicher sonstigen Leid tragenden zur Ruhe bestattet worden.
— Auf dem vorigen Landtag hatte die zweite Kammer mit Zustimmung der Regierung beschlossen, den Forstwarten eine Zulage von 40 fl. zu be⸗ willigen, allein dieser Beschluß ging auf dem Weg zwischen der ersten und zweiten Kammer verloren und die Forstwarte hatten das Nachseben. Um diesen Fehler, der seiner Zeit viel Staub aufge— wirbell, wieder gut zu machen, hat der Finanz- ausschuß auf gestellten Antrag beschlossen, die Regierung zu ersuchen, vro 1872 die fragliche Zulage nachträglich zur Auszahung gelangen zu lassen, denn von dem Jahr 1873 an war sie in Folge des jetzigen Finanzgesetzes ohnehin schon praktisch geworden.
— Die neuen Verwaltungegesetze und das Schulgesetz könnten erst nach der Genehmigung des Nachtragsbudgets ausgeführt werden. Wenn,
Berlin. Unter den Beschlüssen des Justiz- Ausschusses zu dem Strafprozeß-Ordnungsentwurf mag folgende Fassung des§. 55 hervorgehoben werden:„Der Eides-Leistung wird gleich geachtet, wenn ein Mitglied einer Religions-Gesellschaft, welcher das Gesetz den Gebrauch gewisser Be- theuerungsformeln an Stelle des Eides gestattet, eine Erklärung unter der Betheuerungsformel dieser Religions-Gesellschaft abgibt.“
— 29. Mai. Fürst Bismarck wurde heute Nachmittag 4 Uhr vom Kronprinzen, alsdann vom Kaiser mit einem dreiviertelstündigen Besuche beehrt.
— Wie die„B. B.⸗Ztg.“ wissen will, wird dem Landtage in der nächsten Session von Seiten des Cultusministers außer den bereits in Aussicht gestellten Gesetzentwürfen über das Unterrichtswesen und die Verwaltung des Vermögens der katho— lischen Gemeinden auch noch ein solcher zur
vorgelegt werden. 5
— Wie die„Deutsche Allg. Ztg.“ von an— geblich zuverlässiger Seite erfährt, darf es nun- mehr als bestimmt angesehen werden, daß der von dem General- Posidirector Stephan veranlaßte Weltpostcongreß am 15. September d. J. in Bern zusammentritt.
Kolberg. Die Entfestigung von Kolberg ist, so weit es Sache der Militär-Behörde ist, Kolberg den Namen als Festung zu nehmen, so gut wie beendet, und die Stadt nunmehr wirk⸗ lich eine offene.
Bonn, 28. Mai. Die altkatholische Synode hielt heute zwei Sitzungen, die dritte und die vierte. In ersterer wurden die Debatten über die kirchlichen Reformen der Fasten, Abstinenz, Kate chismen und liturgischen Bücher fortgesetzt, in letz— terer wurde die Vereinfachung des Disperswesens in Ebesachen und die Abschaffung des Reverses über Kindererziehung bei gemischten Ehen beschlossen.
— 29. Mai. Gestern Abend hatten sich die zur allkatholischen Synode Abgeordneten und zahl- reiche Gesinnungsgenossen zu einer geselligen Zu— sammenkunft vereinigt. Professor Reusch brachte einen Toast auf Döllinger aus, dem ein begeisterte⸗ Telegramm zugesandt wurde. Heute ertheilte Bischof Reinkens einem jungen Theologen die Subdia— conateweihe. Darauf wurde die Wahl der Syagodal- Repräsentanz und der Synodal-Examinatoren vor- genommen und die Synode geschlossen. Als Ort für den im Herbst abzuhaltenden Congreß wurde Freiburg im Breisgau gewählt.
Dortmund. Die„Westf. Ztg.“ schreibt: „Zur Schande für unsere Stadt ist es jetzt hier so weit gekommen, daß die altkatholische Gemeinde nur noch unter polizeilichem Schutze Gottesdienst halten kann, da römisch-fanansirte Pöbelmassen in der Kirche selbst und von außen durch Lärm an den Thüren ꝛc planmäßige Stöcungen verursachen.
Sammelplatz und Hauptquartier der Schaaren zu
und geleitet werden.“
Paderborn. Der hiesige Bischof hat wegen seines vorletzten Hirtenbrieses, worin verschiedene „Verläumdungen“ der Regierung enthalten waren, mehrere gerichtliche Vorladungen erhalten.
Kassel. Wie aus einer als gut bewährten
wie zu hoffen, letztere in der ersten Hälfte des Juni erfolge, habe die Ausführung der ersteren für den Anfang des Juli Aussicht. Gleichzeitig würden die Stadtverordnetenwahlen vo werden. Die Berathung der Kirchengesetze be— ginnen nächste Woche im Gesammtministerium.
Quelle mitgetheilt wird, soll Seitens des Kasseler Gesammt-Consistoriums gegen den derzeitigen Metropolitan in Homberg das Diseiplinar-Ver⸗
rgenommen fahren eingeleitet werden, weil dieser dem dort
Regulirung des Kloster- und Ordens Wesens
Die in der Nähe der Marien Kirche gelegene Schenk⸗Wirthschaft eines Katholiken pflegt als
dienen, von wo aus die Züge in Bewegung gesetzt
Decrete untersagt worden, irgendwelche kirchliche Amtshandlungen innerhalb des Consistorial⸗Bezirks zu verrichten.
Dresden. Wie das„Dresd. Jou nal“ meldet, haben die in Evangelicis beauftragten Staatsminister beschlossen, zur Erledigung einiger dringlichen Gegenstände nach Schluß oder Ver- tagung des gegenwärtigen Landtags eine außer⸗ ordentliche Synode einzuberufen.
Straßburg. Die Unterzeichner der Adresse an den Reichskanzler haben ein Schreiben des Oberpräsidenten erhalten, worin ihnen im Auf⸗ trage des Reichskanzlers vorläufig mitgetheilt wird, daß derselbe wegen der in so hohem Maße wünschenswerthen Beschleunigung der Stadt ⸗Er⸗ weiterung mit dem Kriegsminister in Verhand- lung stehe.
Ausland. Oesterreich⸗ Ungarn. Wien. Das „Vaterland“ veröffentlicht den Wortlaut einer päpstlichen Encyclica an die ruthenischen Bischöfe, worin der Papst den traurigen Stand der Dibcese Chelm beklagt, wo der von der Regierung bestellte Administrator alles Kirchliche mit Füßen trete, und die Bischöfe ermahnt, selbst unter Androhung schwerster Strafen die genaue Beobachtung der vom päpstlichen Stuhle approbirten Liturgie an zubesehlen. f
Schweiz. Bern, 29 Mai. Der Stände⸗ rath genehmigte in Uebereinstimmung mit dem Nationalrath einstimmig die bundesräthliche Bot- schaft, betreffend die Abstimmung über die Bundes- reviston, womit die neue Bundesverfassung in Kraft tritt.
Frankreich. Paris. Das„Journal des Débats“ glaubt die bereits vom„Journal de Paris“ gebrachte Nachricht bestätigen zu können, wonach die Ivee einer deutschen Candidatur in Spanien von Neuem aufgelebt sei. Der„Univers“ versichert sogar, Don Carlos habe Ellio nach Frankreich geschickt, um dem französischen Cabinet über diesen Gegenstand genaue Mittheilungen zu machen.
— 29. Mai. Die Gerüchte über eine be⸗ absichtigte Annäherung der beiden Centren der Nationalversammlung beginnen der„Agence Havas“ zufolge Consistenz zu gewinnen.
Versailles, 28. Mai. lung. setzentwurf vor, welcher die Regierung zur Er⸗ nennung einer provisorischen Commission ermächtigt, die an Stelle des aufgelösten Generalraths des Departements der Rhone-Mündung treten soll. Die für den Entwurf beantragte Dringlichkeit wird von der Versammlung angenommen. Die Regierung machte der Versammlung keinerlei Mit thellung und wird, wie die„Agence Havas“ meldet, nur etwaige an sie gerichtete Interpel⸗ latinnen beantworten.
Großbritannien. London. Bei der Parade in Woolwich ist aufgefallen, daß der Kaiser von Rußland, als die Cadeten ausmar⸗ schirten, den Prinzen Louis Napoleon aus dem
Nationalversamm⸗
Gliede zu sich heranrief, ihm ein Pferd geben
ließ und ihn nebst dem früher in Petersburg accreditirten Gencral Fleury an seiner Seite be- hielt. Der Angabe, daß der junge Prinz im Examen durchgefallen sei, wird auf das bestimmteste widersprochen; von den Lehrern in Woolwich soll
vielmehr seiner geistigen Befähigung kein ungünstiges
Zeugniß ausgestellt sein. — 30. Mai. Tausend Kohlengruben-⸗Arbeiter
wohnenden abgesetzten Pastor Schilling die Vor- in Mola(Nordwales) haben die Arbeit eingestellt, nahme einer Amtshandlung(e nes Begräbniß- um sich der beabsichligen Herabsetzung der Löhne
— Gutem Vernehmen nach ist die Ankunft Actts) gestattet, also die Renitenz des genannten um 10 pCt. zu widersetzen.
der Keiserin von Rußland in Jugenheim am Expfarrers gegen das Consistorium unterstützt habe. Bekanntlich ist den Abgesetzten im Entlassungs⸗
14. Juni zu erwarten.
— Die Regierung veröffentlicht die in der
Der Minister des Innern legt einen Ge⸗
Zeit vom 11. April bis 7. Mai gepflogene
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