Ausgabe 
30.9.1873
 
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. Deutsches Reich. Darmstad i Am 16. l. Mis. wurde der

Lundrichter Friedrich Bölicher in Gießen züm engen Friedens⸗Bündnssses heran.

Stadtrichter daselbst und* 4 Moritz Hempel in Schlitz zum Landrichter, in

Herbssein ertlannt. N 1 Am 21. September a der Di. Franz umpfenhach aus Gießen zum Lehrer an dem

Gymnastum zu Mainz ernannt. 25. Sept. Die außerordentliche Landes

weiter mittheilt, in ihrer gestrigen 10. Sitzung die§§. 56 bis 65 des Verfassungs Entwurfs meist gemäß den Anträgen des Aus schusses.§. 56 handelt von der Errichtung der Decanate im Allgemeinen; ein Minoritäts⸗ Antrag, dieselben nach Confissivnen zu liedern, fiel.§. 57 be ift die Zahl ind ben Bereich der Decanate, durch ein befonveres Kitchengesetz geregelt werden soll, ferner dir Verändkrungen im Um: fange eines Decunats; ein Antrag der Majoritäk des Ausschusses, auf Wünsche solcher Gemeinden, die aus confesstonellen Gründen einem benach- barten Decanate zugetheilt sein wollen, Rücksicht zu nehmen, wurde abgelehnt. Nach F. 38 bildet die Decanats⸗Synode die Vertretung aller evan⸗ gelischen Kirchen- Gemeiden des Detanats.§. 59 rehulirt die Zusammensetzung der Detanats Sy node aus Vertretern der Kirchen⸗Gemeinden im Sinne der Gleichheit des geistlichen und Laien⸗ Elements. Anträge auf stärkere Heranziehung des Laien⸗Elements volksreicherer Gemeinden fan⸗ den keine Zustimmung; dagegen würde ein An⸗ trag, wonach nicht, nur die eigentlichen Pfarrer und deren Vertreter nebst ebenso vielen weltlichen Abgeordneten(System des Ausschuß⸗Antrags),

sondern auch Hülfs Geistliche, die alle Sonntage

Goltesdienst zu halten haben, nebst gbenso dielen weltlichen Abgeordneten der betr. Gemeinden in dez, Deranats⸗Synode Sitz und Stimme haben, angenommen. F. 60 handelt von den berathenden Mitgliedern der Decanats. Synode.§., 61 ent scheidet den Fall, wenn von mehreren Pfarrern einer Gemeinde einer Pfarrer eine? achbarten selbständigen Kirchengemeinde ist. 2 normirt daß mehrere gleichberechtigt vereinigte Gemeinden zusammen einen weltlichen Abgeordneten wählen; ein Antrag, daß solche je einen Abgeordneten wählen sollen, drang nicht durch.§. 63 be⸗ stimmt die Wahlperiode der weltlichen Mülgtleder

der Decanats Synode auf 6 Jahre,§. 64 Feine einzelnen Glieder zu beruhigen.

theilweise Ergänzung g derselbeng nach Ablauf von 3 Jahren,§. 65 die Neuwahl für einen in der Zwischenzeit weggefallenen weltlichen Abgeordneten. Ein Antrag gauf Wahl von Stellvertretern wurde abgelehnt. An 4200 f

5 20 Hint 16. Sept. Die außerordentliche Landes

Synode erledigte in ihrer gestrigen 11. Sitzung die 58. 66 bis 101 des Verfassungs⸗Entwurfs, und zwar in den Hauptpunkten gemäß den An⸗ trägen des Ansschusses, bezwzadessen Majorität. Die Budgetberathung in 5 1. Kammer wir am 2. Orteber beginnen. Bie 1. Kammer wirde etwa 14 Tage beisammen bleiben, in welcher Zeit sie das ihr vorliegende Material vollständig erledigt baben dürfte. 14 M10. 3 a Nach dem eben aus gegebenen Bericht des ersten Ausschusses der ersten Kammer über den Haupt- Voranschlag der Staatsausgaben für die kommende Finanzperiode, sowie über mehrere be⸗ sondere Vorlagen, Petitionen ꝛc. Cerstattet vom Geh Commerzienrath Heyl, Graf zu Solms Lan gc d von Isenburg⸗Büdingen und Graf von Görtz), ist der Ausschuß im Wesentlichen mit den Anträgen der zweiten Kammer einverstanden, so daß in dieser Richtung einer demnächstigen raschen Erledigung der Sache nichts im Wege steht. Der weitere Bericht des Ausschusses über das Einnahme⸗Budget erscheint in der Kürze. Berlin. Louise Mühlbach ist am 26. Sept. gestorben. 1d De, eme Ik ungestörter das gegenwärkige Regime in Frankreich den Stagtsstreichs⸗Plan ducchflhren kauf, zu welchem unter dem Titel eines General⸗

e so zwingender mit a die Cabi jete

a von Berlin, Wien und Ro AN. 11 eines

neueste Privat⸗Mittheilungen aus Wien, so sind von Oesterreich Vorschläge hierher gelangt, welche ein fesses Abkommen der drei Mächte allen Even⸗ tualitäten gegenüber verlangen. 1 Im Finanzministerium finden täglich Con⸗ ferenzen wegen Aufslellung des preußischen Skaats⸗ baushalts⸗Etats statt. Man war in dem ge⸗

Mehrforderungen gefaßt, jedoch sollen die Er⸗ wartungen noch erheblich übertroffen sein. Der Etat soll dem Landtage sofort nach seinem Zu sammentreten vorgelegt werden.

Der König. von Italien ist am 26. Sept. Abends 10 Uhr mitder Görlitzer Bahn abgereist. Derselbe verabschiedete sich aufs Herzlichste von. dem Kaiser durch Kuß und Umarmung, ebenso von dem Kronprinzen und dem Prinzen Friedrich [Karl. Der Bahnhof war bengalisch beleuchtet Eine ungeheure Menschenmenge begrüßte den König mit sympathischen Zurufen.

Die Nothwendigkeit einer Revision des zwischen Preußen und Oesterreich abgeschlossenen Münz⸗Vertrages von 24. Januar 1857 hat sich⸗ in letzter Zeit dringend herausgestellt, und es sind die Einleitungen dazu in Vorbereitung.

Königsberg i. Pr. Hierselbst ist ein Alt- katholik gestorben und Propst Dinder verweigert wiederum, daß derselbe in geweihter Erde be stattet werde. DieKönigsberger Hartung'sche

itung vernimmt, daß das Polizti⸗Präsidium e habe, 905 Begräbniß in* Erde eventuell zwangewesse durchzuführen. 5

Cassel. Wegen Unterzeichnung des Aufrufs zur Unterstützung der renitenten Geistlichen ist von der Regierung gegen den Bürgermeister von Berge, von der Militärbehörde gegen den Oberst von Kornberg das Disciplinarverfahren eingeleitet worden. g i i

Ueber die Eingabe niederhessischer Geist⸗ lichen an das Gesammt. Consistorium, in welcher um Einberufung der hessischen Synoden gebeten wird, erfährt man, daß es sich nicht um die Haupt-, sondern lediglich um die Dibcesan⸗Sy⸗ noden handelt, deren Einberufung den Superinten⸗ denten obliegt. Dieselben sollen nach der Meinung der Antragsteller sich nur damit befassen, die Ge. meinden nach Beendigung des gegenwärtigen kirch⸗ lichen Conflictes wieder zu sammeln, sowie die

, Am 27. Sept. wurde die executorische Beitreibung der gegen die renitenten Pastoren Niederhessens erkanntenverdoppelten(20 Thlr.) Strafbeträge verfügt.

e Leipzig. Der Schriftsteller Roderich Benkdix ist am 26. Septbr. nach langem Krankenlager verschleden.

München. Wie derSp. Ztg.von guter Seite mitgetheilt wurde, soll der bayerische Landtag jetzt zum 15. October einberufen und don dem König Ludwig in Person eröffnet werden. Neben dem Budget werden namentlich auch die kiechlich⸗politische Frage, wie diejenige der deut⸗ schen Rechts⸗Einheit die Kammer zu beschäftigen haben, da die klerikal-patriotische Partei aber⸗ malige Interpellationen über die Stellung der Regierung zu diesen Angelegenheiten beabsichtigt.

Stuftgart. DieSüdd. Post berichtet: Im Starnberger See steckte der bekannte Perleger Hallberger aus Stuttgart vor seiner Villa, eine große deutsche Flagge auf einem etwas weit in den, See geschlagenen Posten aus, welch letzterer blau-weiß angestrichen war. Er mußte jedoch die Fahne wieder entfernen. Der Vorfall wird viel fach besprochen und commentirt,

Ausland. Frankreich. Paris. Am 25. Septbr.

estäligen sich Lin

Synode erledigte, wie man derDarmst. 300 Reb Ressort auf einen ansehnlichen Umfang an

Eine Versammlung der äußerst hat, wie verlautet, beschlossen nken und der kußerssen Linken zu einer lung auf den 14. October einzuladen und darin den Antran zu stellen, daß di: Deputirten e andate in Masse niederzulegen haben, sobald der Versuch gemacht würde, die Monachie zu proclamixen. In voriger Woche sind 88 Todes. fälle in Folge von Cholera vorgekommen, während die Woche vorher 125 solcher Fälle zählte. DerAvenir national fordert den Prin⸗ zen Napoleon zum Abschluß eines Bündnisses der Bonapartisten mit den Republikanern auf. Der

Napolioniden mit der Demokratie aufrechterhalten. Luneville. Das hiesige Gerichtstribunal verhandelte am 25. September die Anklage wegen der bekannten Mißhandlung, deutscher Staats- Angehöriger. Zwei Angeklagle, darunker der Elsaͤsser Schwarz, wurden der thätlichen Bethei⸗ ligung überfühtt und erhielten vier, der dritte wegen nachgewiesener Bedrohung zwei Monate Gesängniß. Das zahlreich versammelte Auditorium zeigte bei der Uctheilspublication eine lebhafte Er- regung, die Ruhe wurde indeß nicht gestört. Spanien. Madrid. Die Regierung hat dem Vernehmen nach wegen der Herausgabe der FregattenVittoria undAlmansa, eine Noe

wie das JournalPolitica meldet, im Falle der Erfolglosigkeit dieses Schrittes alle Be- ziehungen mit der englischen Regierung abbrechen. Von Aguilas wird gemeldet, daß die Insur⸗ gentenschiffe in Cartagena nicht mehr in der Lage sind, aus dem Hafen auszulaufen, da die Maschi⸗ nisten den Gehorsam verweigern. 11

DieCorrespondencia dementirt das Ge⸗ rücht von dem Abbruch der diplomatischen Be⸗ ziehungen zu England. Die fremden Consuln in Alieante haben einen weiteren dreitägigen Auf schub des Bombardements erlangt. 90

Die FregattenVittoria undAlmansa sind der Regierung von den Engländern aus geliefert worden. Eine Carlistenkande unter Merendon wurde geschlagen und zersprengt, Merendon selbst dabei getödtet. ton

Cartagena. Der Correspondent detDaily 5 News telegraphirt: Nach Allem was ich höre, kommen die Dinge hier zu- Ende. Von der Re gierung sind den Insurgenten vortheilhafte Be- dingungen angeboten worden und überdies herrscht große Spaltung unter den Hauptführern der Be⸗

sich aber, dies zu sagen. Sit werden wahr⸗ scheinlich bald verschwinden. nn: 69 Italien. Rom. Cardinal Bonnechose ist am 26. Sept. vom Papst empfangen worden. Nuova Roma versichert, daß der Cardinal von den legitimistischen Deputirten die Mission er halten habe, den Papst zu einer persönlichen In⸗ tervention bei dem Grafen Chambord zu bestimmen. um diesen zu den unabweislichen Transactionen für die monarchische Restauration zu vermögen. Parlermo. Am 25 Septbr. Abends haben hierselbst sympathische Kundgebungen für Oesterreich und Deutschland stattgefunden. Mehrere Tausend Personen durchzogen die Stadt mit Fahnen, Fackeln und Musik. Vor dem österreichischen und dem deutschen Consulats⸗ Gebäude wurden

Aus Stadt und 112 55 10 5 Gießen. In seiner Sitzung vom 25. hat der Ge⸗ meinderalh der Stadt beschlossen, eine Abresse zu Gunsten des neuen Schulgesetzes an die erste Kammer zu richten, die Unlerzeichner der Adresse sprechen aus, daß sie, von dem Volksschulgesetzenwurf, wie er aus den Beschlüssen der 2. Kammer hervorgegangen ist, einen segensreichen Fortschritt unseres Volksschulunterrichts erwarten und daß sie, angesichts der beporstehenden Verhandlungen der 1. Kammer, für ihre Pflicht halten, ihre volle Zustim⸗

fand, den Blättern zufolge, eine Besprechung von Mitgliedern der Rechten statt, welche er- klärten, daß, nachdem das rechte Centrum sich einstimmig für die Monarchie ausgesprochen habe,

Lieutenants Heinrichs V. derloyale Soldat Frankreichs, Marschall Mac Mahon, seine Hand

die Rechte sich verpflichtet halte, die Tricolore als Fahne Frankreichs anzuerkennen. f

mung zu allen wesentlichen Grundgedanken desselben öffent⸗ lich zu bezeugen. Darmstadt.

Arbeiter dahier, der in Gemülhsruhe bei einem Glas Bier sich erquickt hatte, in der Soderstraße und zwar bei noch hellen Tag, von zwei Individuen ohne alle Veranlossung überfallen und mit einer tüchtigen Tracht Prügel bedacht. Adressen für das Schulgesetz sind weiter

Worms.

Prinz hätte geantwortet, er werde die Allianz der

an das englische Cabinet gerichtet, und würde,

wegung. Sie möchten gerne capituliren, fürchten

die betreffenden National Hymnen gespielt. 30

Am verflossenen Sonntage wurde ein

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