Ausgabe 
1.2.1873
 
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berhessischer!

Samstag den 1. Februar.

nzeiger.

Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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g erefsfend: Wahl der Vertreter der Forensen.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Nachdem die Großherzoglichen Kreisbauämter beauftragt worden sind, die Großherzogliche Chaussee⸗ und Fluß baukasse zu Darmstadt den Wahlen der Vertreter der Forensen, bei welchen der gedachte Fond als stimmberechtigt erscheint, zu vertreten, so wollen Sie die effenden Wahlcommissionen anweisen, die für die Großherzogliche Chaussee- und Flußbaukasse bestimmten Einladungen zur Wahl der treter der Forensen künftig den betreffenden Großherzoglichen Kreisbauämtern zugehen zu lassen und deren Abstimmung als für den

unnten Fond abgegeben, entgegenzunehmen.

Amtlicher Theil.

Friedberg den 26. Janvar 1873.

T uin u.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Ebristoph Fissch II. von Bad⸗Nauheim wurde zum Polizeidiener für die Gemeinde Bad⸗Nauheim ernannt und in Pflichten genommen.

Deutsches Reich. Darmstadt.

Lon bier: Bei unserem Nachbarort Weiterstadt I demnächst ein camp de Chalons in kleinem stab errichtet werden. Die preußische Militär⸗

Late, det altung nämlich im Begriff, einen bedeuten⸗

ar errichtet werden sollen.

Len Gütercomplex zu erwerben, auf welchem Baracken und sonstige Räumlichkeiten für ungefähr 100 Es sollen diese AKirme den Artilleristen zur Unterkunft dienen,

** 4* b left mile jeweilen, sei es von der Corps- Artillerie

in den rich et wahrscheinlich in Frankfurt, eine allgemeine

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nes neunten, sei es von derjenigen anderer Armee⸗

kterstadt zu errichtenden ausgedehnten Artillerie beßplatz abgehalten werden sollen, abcommandirt amen. Man will das Terrain zwischen Weiter- set und Griesheim als zu einem Schießplatz in

f 0 zu Schießübungen, welche auf dem bei 0

td artigem Maßstabe besonders geeignet ge

fnen haben. Demnächst wird, wie man derFr. Ztg.

Itammlung Hessischer Israeliten zusammentreten,

a im über die geeigneten Schritte zu ihrer vollen (Hlechstellung mit den übrigen Staatsbürgern Be

see und an die Regierung soll vornehmlich die zd soldung der israelitischen Lehrer und Rabbiner tuch den Staat und die Einführung des israeli⸗ en Religionsunterrichts in den öffentlichen Arrichtsanstalten und Schulen als obligato⸗ riter Lehrgegenstand, die Zulassung von Israe⸗ in zu Staatsämtern, von denen sie bis jetzt

125 zu pflegen. In Eingaben an die Land-

bon gstens thatsächlich so gut wie ausgeschlossen

ind, etwa als besonders zu betonende Desiderien lieeichnet werden.

Der von Dumont und Genossen erneute r ag in Bezug auf die Steuer auf Wein und Iwein geht dahin, dieselbe aufzuheben und der tierung zu überlassen, Vorkehrungen zu treffen, haß den Weinhändlern und Wirthen bei der Ein scaäsung für die Einkommensteuer die gebührende

Slöhung zu Theil werbe.

HBinsichtlich der Katharinenkirche zu Oppen- ür, eine Perle der deutschen Gothik, die aber in gänzlichen Verfalle geweiht ist, wenn nicht b schnelle und gründliche Restauration erfolgt, ind der nicht minder beachtenswerthen, jetzt zu them Holzstall benutzten Capelle zu Iben, hat In Abg. Dumont beantragt, Vorlage wegen der

u brer Erhaltung nöthigen Mittel zu machen.

Der jährliche Etat des Polytechnicums elf eine Ausgabe von 68,700 fl. und eine eigene i ahme von 10,300 fl. auf, weßhalb ein Staats-

tuß von 10,400 fl. vorgesehen ist. Für eigent- ie Gehalte find 47,900 fl. in Ansatz gebracht,

n noch 7,700 fl. für neue Berufungen hinzutreten.

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* Friedberg. In der Nacht vom 30. auf Man schreibt demFr. J. den 31. Januar brannte die erst neu erbaute und

eingerichtete Gerberei des Hrn. Fritz Müller dahier nieder. Durch die leicht entzündlichen Stoffe (Wolle 1c.) griff das Feuer so rasch um sich, daß trotz der schnell herbeigeeilten beiden Feuerwehren fast Nichts mehr gerettet werden konnte. Ob und

wie hoch Herr Muller versichert war, konnten wir

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nicht in Erfahrung bringen.

Aus Oberhessen schreibt man denHess. Volksbl.: Die Badeanstalt und das Braun- koblenbergwerk zu Salzhausen erfreuten sich schon seit längerer Zeit in gewissen Kreisen keiner be sonderen Sympathien, weßhalb ihr Eingehen mehr⸗ fach, wenn auch, Dank der Berüchsichtigung der obwaltenden eigenthümlichen Verhältnisse, vergeb⸗ lich verlangt wurde. Der Voranschlag des Eta⸗ blissements zeigt zwar keinen Ueberschuß ein solcher von 100 fl. dürfte nur als ein nomineller zu betrachten sein auf, erfordert aber auch keinen Zuschuß, denn mit den Einnahmen von etwa jährlich 7000 fl. werden die in den be⸗ scheidensten Grenzen gehaltenen Ausgaben bestritten und manchem Leidenden Hülfe gebracht werden können. Da man sogar begründete Hoffnung hegen darf, daß sich die Frequenz Salzhausens und damit auch die Einnahme nunmehr wieder heben wird, so dürfte sein fernerer Fortbestand wohl nicht mehr in Frage zu stellen sein, wenn auch das Braunkohlenlager, welches von jeher nur einen sehr geringen Reinertrag abgeworfen, vollständig abgebaut sein wird.

Alsfeld. Zur bevorstehenden Landessynode wurden dahier als Vertreter des Decanats Alsfeld gewählt: Prof. Dr. Diegel und Hofgerichts⸗ advokat Curtman, beide von Friedberg; als deren Ersatzmänner: Pfarrer Trautwein von Brauer⸗ schwend und Lehrer Fuhr von Windhausen.

Vom Rhein wird derMz. Ztg. in Be⸗ zug auf die neue Gemeinde Ordnung in Hessen die Ansicht ausgesprochen, daß der Modus bei den Bürgermeister- Wahlen ein anderer werden müsse. Der Bürgermeister(auch der Beigeordnete) solle nicht, wie die Gemeinderäthe aus 3 Classen, sondern aus der Mitte des Gemeinderaths durch diesen selbst(?) gewählt werden.

Offenbach. Am Sonntag Vormittag fand in der Schloßkirche dahier, die von dem evange lischen Kirchenvorstand bereitwilligst eingeräumt worden war, der erste altkatholische Gottesdienst statt. Eine überaus zahlreiche Zuhörerschaft, darunter auch eine Deputation aus Wiesbaden, hatte sich eingefunden, um der Feier beizuwohnen. Herr Professor Knoodt aus Bonn leitete dieselbe. Dem Gottes dienste, der in würdigster Weise ver⸗

lief, folgte die Taufe zweier Kinder, wobei der Vorstand Pathenstelle vertrat.

Berlin. Fürst Bismarck ist, wie dieSchles. Zeitung hört, zur Veröffentlichung des Aller- höchsten Handschreibens durch den ausdrücklichen Befehl des Kaisers veranlaßt worden.

Die jüngsten Erklärungen des Fürsteu Bismark im Abgeordnetenhause werden, derProv. Corresp. zufolge, unfehlbar den Ausgangspunkt neuer Erwägungen und Gestaltungen innerhalb der Reichsverwaltung bilden. Insofern werde der Wechsel im preußischen Ministerium voraussichtlich eint bedeutsame Nachwirkung in der Entwicklung der Reichsangelegenheiten haben.

Um der in der hessischen Kammer aufge⸗ tauchten Agitation gegen die festgesetzte Richtung der Berlin ⸗Coblenzer Bahn entgegenzuwirken, ist eine genaue Ermittelung der Verkehrsverhältnisse und der Montan ⸗Industrie auf der Strecke Fron⸗ hausen Wetzlar angeordnet. Das Ergebniß der Berichte der Landraths-Aemter und des Ober- bergamts Bonn wird der darmstädtischen Regierung von dem Handelsministerium mitgetheilt werden.

Zußolge einer Mittheilung Bayerns an den Bundesrath sind seit Mai 1872 alle außerhalb Deutschlands bestehenden bayerischen Consulate durch Reichsconsulate ersetzt worden.

Aus Baden. Die altkatholische Bewegung im Oberlande nimmt sehr beachtenswerthe Dimen- stonen an. Dem Vorgange von Konstanz folgten Waldshut und Thiengen, Städte mit sehr be deutenden katholischen Gemeinden, wo aͤngesehene Einwohner einen Aufruf gegen das Unfehlbarkeits- Dogma erlassen haben und, wie in Konstanz, für diedem alten Glauben Treugebliebenen das von ihren Vätern mühsam zusammengedrachte Kirchengut und die Gotteshäuser in Anspruch nehmen.

Ausland.

Schweiz. Die in Solothurn zur Berathung der gegen den Bischof Lachat zu ergreifenden Maßregeln zusammengetretene Diöcesanconferenz des Bisthums Basel ist am 28. zu keinem Beschluß gelangt. Jedoch herrscht principiell unter den Ständen Bern, Aargau, Solothurn, Thurgau und Baselland eine vollständige Uebereinstimmung. Es handelt sich nur um die definitive Redaction der zu fassenden Beschlüsse im Sinne der be kannten Anträge.

Die Dibcesanconferenz zu Basel nahm mit 5 gegen 2 Stimmen(Zug, Luzern) die belannten Anträge der Berner Regierung an, darunter die Amtsentsetzung des Bischofs von Basel, Lachat. Eine Proclamation der Conferenz wird das Re sultat dem Volke zur Kenntniß bringen.