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daß nach dem Antrag der Abgg. Becker und Buff das ganze Alinea 2 gestrichen wurde, welches von Verpflichtung der Eltern oder deren Stellver- tretern handelt, dafür zu sorgen, daß den Kin⸗ dern in ausreichender Weise Unterricht in ihrer Religion zu Theil wird. Anträge Seriba's wegen Pflicht der Eltern von taubstummen Kindern, für deren Unterricht zu sorgen, wurden abgelehnt. — 25. Juli. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wird in der Berathung des Volksschulgesetzes fortgefahren. Art. 20 wird in der vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung an⸗ genommen; desgl. Art. 21. Bei Art. 22 will Welcker Dispensation vom Unterricht in weiblichen Handarbeiten nicht zulassen, wobei ihn Onken unterstützt. Der Artikel wird aber angenommen. Bei Art. 23, der den Besuch der Fortbildungs- schule für obligatorisch erklärt, beantragt Gold⸗ mann, den ganzen Artikel zu streichen. Der Ar⸗ tikel wird unter Ablehnung eines Amendements von Ellenberger angenommen. Art. 24 wird mit einer kleinen Aenderung nach dem Antrag des Ausschusses und Landmanns angenommen. Art. 25 veranlaßt eine längere Debatte. Es handelt sich um die Verpflichtung der Lehrherren ꝛc., den Lehrlingen ꝛc. zum Besuche der Fortbildungsschule die nöthige Zeit einzuräumen bei Strafe. Der Artikel wird angenommen. Nach Annahme der Artikel 26 und 27 giebt Art. 29 zu längerer Verhandlung Veranlassung. Es dreht sich um die
zulässigen„Privatunterrichts ⸗Anstalten“. Der erste Absatz wird angenommen. Bei Absatz 2
gelangt ein Antrag Schröder's, der den Unter⸗ richtsplan bei diesen Anstalten dem bei den Volks⸗ schulen mindestens gleichgestellt wissen will, zur Annahme, im Uebrigen werden die Ausschuß⸗An⸗ träge genehmigt. Nach diesem Artikel wollen die Abgg. Schröder und Becker folgende zwei Sätze als besondere Artikel eingeschoben haben:„Mit⸗ gliedern eines religiösen Ordens oder einer ordens⸗ ähnlichen Congregation ist jede Lehrwirksamkeit an Lebr⸗ und Erziehungs⸗Anstalten untersagt. Die Staatsregierung ist ermächtigt, für einzelne Per⸗ sonen in widerruflicher Weise Nachsicht von diesem Verbot zu ertheilen.“ Die Antragsteller begrün⸗ den ihren Antrag. Dagegen Schaub, Franck, Wolz, Edinger, Dumont, Ministerialrath Knorr, als zu weit gehend. Dafür Dernburg, Metz. Die Abgg. v. Wedekind, Heinzerling und Büchner sind nur für den ersten Satz, indem sie über haupt keine Ausnahme zulassen wollen. Die Abstimmung ergiebt eine Majorität in letzterem Sinne.
Mainz. Wie das„Mz. J.“ vernimmt, hätte auch ein großer Theil der protestantischen Geistlichen gegen den neuen Schulgesetz⸗Entwurf Protest erhoben.
Berlin. Schon früher tauchte das Gerücht auf, daß der Prinz Friedrich Karl dem Marschall Bazaine bei der Uebergabe von Metz habe sagen lassen, daß er auf seine Unterstützung rechnen könne, wenn er derselben einst bedürfen solle. Wie die„Deutsch. Nachr.“ erfahren haben wollen, sind die zu diesem Zwecke dienenden Schriftstücke dem Marschall jetzt übersandt worden.
Ems. Der Kaiser ist am 26. d. M. nach Coblenz abgereist; derselbe wird am 28. auf der Reise nach Wies baden die Kronprinzessin von Italien in Schwalbach besuchen.
Homburg. Nach hier angelangten Nach⸗ richten wird der Kaiser am 30. d. M. hier ein · treffen und fünf Tage verweilen.
Kassel. Seitens der orthodoxen Pastoren Niederhessens wurde eine Immediat⸗Eiagabe an den König gerichtet und darin um eine alsbaldige Wiederaufhebung des evangelischen Gesammteon⸗ sistoriums gebeten.
Paderborn. Wie die„Ess. Volks- Ztg.“ aus sicherster Quelle vernimmt, soll ein west ⸗ phälischer Edelmann, der Graf von..., sich beim bischöfl. General⸗Vicariate erboten haben, den Professoren der hiesigen philosophisch-theo⸗ logischen Lehr⸗Anstalt das ihnen von Seiten des Staats entzogene Gehalt aus seiner Tasche zu ahlen.
g 2515 Der„N. K.“ hat in Erfahrung ge— bracht, daß der Erzbischof Melchers die Anwesen⸗
heit des deutschen Kaisers in Ems benutzt habe, um den Monarchen für ein von ihm entworfenes Project zur Versöhnung von Staat und Kirche in Preußen und zur Beilegung des bestehenden Conflicts zu interessiren. Der Erzbischof habe in einer erbetenen Audienz seine Ideen dem Kaiser vortragen dürfen und sich auch seitdem brieflich an den Cultusminister v. Falk gewandt.
München. Graf Friedrich Holnstein aus Bayern wurde durch den Wahrspruch der Ge— schworenen am 25. Juli des betrügerischen Bankerotts als Inhaber einer Dachauer Bank für schuldig erachtet und vom Gerichtshof ebenso wie seine übel beleumundeten Mitschuldigen Schneider Knipper und Metzger Brod zu je einem Jahr Zuchthaus verurtheilt. Von dieser Strafe wurden je drei Monate als durch die Untersuchungshaft bereits verbüßt erklärt.
Ausland.
Oesterreich:- Ungarn. Wien. Einer Meldung des„Pester Lloyd“ zufolge wäre der Erzherzog Albrecht der Ueberbringer eines Hand⸗ schreibens des Kaisers an den in Warschau weilen⸗ den Czaren, welches den Besuch des österreichischen Kaisers in Petersburg für die zweite Hälfte des September ankündigt. Derselben Quelle zufolge würde der Besuch des Kaisers auch auf Moskau ausgedehnt werden.
Schweiz. Bern. Der Nationalrath hat die drei gegen Mermillod's Ausweisung einge⸗ reichten Recurse, wovon einer von 180 Genfer Katholiken, der zweite von der Genfer katholischen Geistlichkeit und der dritte von Mermillod selbst ergriffen worden war, mit 79 gegen 23 Stimmen abgewiesen.
Frankreich. Paris. Die„Agence Ha⸗ vas“ meldet aus Madrid vom 24., daß die deutsche Panzer⸗Fregatte„Friedrich Karl“ den kleinen Dampfer der Insurgenten,„Vigilante“, der auf der Fahrt nach Almeria gewesen sei, um dort den Canton zu proclamiren, genommen habe. Der Deputirte Salvez, Haupt der Insurgenten in Carthagena, sei an Bord gewesen.
— Die Regierung erhielt, der„Agence Ha— vas“ zufolge, die Nachricht, daß die Internationale von England aus besohlen habe, während der Vertagung der Nationalversammlung Strike⸗ bewegungen in Frankreich zu organisiren und Agenten zu diesem Zwecke hinüberkommen würden. Der Finanzminister soll den Präfecten die strengste Ueberwachung der internationalen Umtriebe zur Pflicht gemacht und der Kriegsminister befohlen haben, die Berührung der Soldaten mit Aus- ländern zu verhindern.
— Sedan und Ligny wurden am 23. Juli geräumt. Die letzten deutschen Truppen verließen Bar- le-Dur am 23. Abends 5 Uhr. Sofort wur den die Glocken geläutet und die Häuser mit Fahnen geschmückt. Die Menge auf den Straßen rief: Es lebe die Republik! Es lebe Thiers! Morgen werden französische Truppen in Bar⸗le⸗ Duc erwartet. Auf der Landstraße von Charle⸗ ville nach Sedan sollen acht deutsche Soldaten in Folge der Hitze gestorben sein, zehn, die schwer erkrankten, wurden nach Sedan gebracht, wo ste gut behandelt wurden. 5
— Nachrichten aus Meziéres zufolge haben dort in der Nacht vom 25. Juli unruhige Be- wegungen unter zahlreichen Hochs auf Thiers, aber auch auf Gambetta und die Commune statt⸗ gefunden. Die Polizei machte einige Angriffe auf die Volks menge und stellte die Ruhe wieder her, nachdem mehrere Verhaftungen vorgenommen wor⸗ den waren.
Versailles. Das Gerücht, die Regierung sei im Begriff, die Carlisten als kriegführende Macht anzuerkennen, wird von der„Agence Havas“ ols unbegründet erklärt.
Großbritannien. London. Wie die
Spanien. Madrid. Die Erklärung Sal ⸗ meron's über energische Maßregeln der Regierung hat alle in Spanien oder dem Auslande befind⸗ lichen liberalen en bestimmt, die Regie ⸗ rung gegen die Carlisten und Intransigenten zu unterstützen.
— Die deutsche Fregatte„Friedrich Karl“ hat sich mit der Prise nach Gibralta begeben.
— General Contreras, einer der Chefs der Insurgenten von Carthagena, soll gedroht haben, ein im Hafen dieser Stadt liegendes preußisches Schiff wegzunehmen, falls die„Vigilante“ und der Insurgenten Chef Galvez nicht freigegeben würden. Ein Gerücht, demzufolge die Insur⸗ genten in Carthagena sich des dortigen preußischen Consuls als Geißel bemächtigt hätten, scheint un⸗ begründet.
Perpignan. Die von Freixa zu dem Ueber⸗ gang zu den Carlisten verleiteten Gendarmen sind zurückgekehrt und auf's Freudigste aufgenommen worden. Der Commandant und der Oberst⸗ lieutenant der Civilgarde wurden durch die Frei— willigen gefangen genommen. Freixa und dessen Sohn entkamen.
Amerika. Philadelphia. Am 26. d. war in Baltimore eine große Feuersbrunst. Das Feuer fing in den Werften der Claystreet an, hatte bis zur Mittagszeit bereits 300 Häuser er⸗ griffen und wurde um 3 Uhr gelöscht. Mehrere Personen sind umgekommen. Der Schaden wird auf 1,500,000 Dollars geschätzt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Die„Nordbd. Allg. Ztz.“ bringt folgende für Friedberg wichtige Notiz: Der Köln-Mindener Eisen⸗ bahn ⸗Gesellschaft ist die Erlaubniß zur Anfertigung der generellen Vorarbeiten für verschiedene, im Kreise Wetzlar zur Verbindung der Hauptsörderpunkte von Erzen mit der Deutz⸗Gießener Bahn projektirte Sekundärbahnen, sowie für eine Bahn von Wetzlar nach Friedberg ertheilt worden.
Bad⸗Nauheim. Wie wir vernehmen, wird unsere Kurkapelle nächste Woche ein Benefizconcert veranstalten, welches für Musikfreunde besonders genußreich zu werden
verspricht. Das Concert wird im Freien auf der Terrasse,
staufinden und werden wir verschiedene Solo's zu hören dekommeun, da auch ein Solo⸗Pistonist seine Mitwirkung zugesagt hat. Die Kapelle wird unter der anerkannt vor⸗ züglichen Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Edmund
Neumann etwas außergewöhnliches bieten und wünschen
wir derselben neben den bisher stets günstigen künstlerischen
Erfolgen für dieses Mal auch reichen pecuniären Segen. Auf Wunsch der Bade- Direction
Bad⸗Nauheim. Nauheims finder ein Concert der berühmten Pianistin Fräulein Ida Bloch, welche mit so bedeutenden Erfolgen zum Besten des Kurfonds concertirte, flat, unter gefälliger Mitwirkung der Opernsängerin Frl. Oppenheimer vom Stadt Theater in Frankfurt a. M., des Violin⸗Virtuosen Königl. Concertmeisters Herrn Fabian Rehfeld zu Berlin, sowie der Kurkapelle, unter Leitung des Herrn Kapellmeisters
Neumann. Wir erlauben uns auf dieses jedenfalls be⸗
deutende Concert unsere Leser aufmerksam zu machen.
Ober⸗Nosbach. Bei dem Gewitter in der Frühe des 27. d. M. schlug der Blitz in den hiesigen Kirchthurm und zerstörte die Thurmuhr, glücklicherweise ohne sonstigen weiteren Schaden zu thun.
Ober⸗Rosbach. Die heurige Kirschenernte war eine sehr gesegnetie sür unsere Gemeinde. Es wurden min⸗ destens für 15,000 fl. Kirschen verkauft, wobei der Verdienst der Händler nicht eingerechnet ist. Geringere Leute haben 50—150 fl. eingenommen. Erwägt man, daß die Kirsch⸗ baumanlage sich auf einem ziemlich sterilen Terrain be⸗ findet, welches für den Ackerbau wenig Werth hat und daß der Werth der Einnahme noch dadurch erhöht wird, daß dieselbe in eine Zeit fiel, in welcher gewöhnlich Ebbe in der Kasse der Landwirthe ist und daß bei der Ernte keine besonderen Ausgaben für Arbeitslöhne nothwendig waren, so ist dies ein schlagender Beweis, wie wichtig der Oystbau in volkswirthschaftlicher Beziehung für die hiesige Gegend ist. Zwar sind andere Gemeinden in der Nähe auch im Besitz ansehnlicher Kirschbaumanlagen und haben nur eine geringe oder fast gar keine Ernte gehabt, allein es spricht dies nicht gegen den Obstbau im Allgemeinen, sondern vielmehr für die neuere und unzweifelhaft richtige Ansicht, daß man den örtlichen Verhälimissen entsprechend, die Obsisorten auswählen und anbauen soll. Wenn man früher für Besörderung des Obstbaues schon genug gethan zu haben glaubte, wenn man irgend einen beliebigen
Obsibaum pflanzte, so ist dies heutzutage nicht mehr zu;
treffend. Es müssen die anzupflanzenden Sorten nach ihrer Ertragsfähigkeit und ihrem ökonomischen Werth ge⸗
„Morning Post“ wissen will, hat die Regierung, wie früher, in Irland so nunmehr auch in England den Saatsbeaiaten verboten, aus amtlicher Kennt niß erhaltene Nachrichten der Presse mitzutheilen bei Strafe sofortiger Entlassung. Die Beamten
sollen einen ditsbezüglichen Revers unterschreiben.
prüft und dabei der Markt und die Nachfrage berücksichtigt sein; nur wenn dies beachtet wird, nur dann ist Aussicht
vorhanden, daß der Obsibau zu einem wirklich lohnenden Zweig der Landwirihschaft wird.
Gießen. Prosessor Dr. Koester dahier hat einen von der Universilät Roslock angebotenen Ruf abgelehnt. Darmstadt. Wie wir hören, wird S. K. Hoh. der Großherzog einer Einladung des Kaisers von Oesterreich
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