Munition wurde vorgefunden, der andere durch die deutsche Kriegsbehörde ergänzt. Die Fort⸗ schaffung dieses Materials wird 5 volle Wochen hindurch dauern, während welcher Zeit täglich 30 und etliche Wagen hierher abgehen.
— In Lützelstein wurde der deutsche Ober⸗ förster v. Bodungen, in Diedenhofen der Fabrik⸗
director Geiger gewählt.
Ausland.
Oesterreich. Wien. Die Kaiserin Augusta traf in Begleitung des Kaisers von Oesterreich, welcher derselben bis St. Pölten entgegengefahren war, am 25. Juni Abends auf dem Penzinger Bahnhose ein und wurde daselbst von der Kaiserin, dem Kronprinzen Rudolph, den Erzherzogen und Erzherzoginnen und dem Fürsten von Rumänien u. s. w. begrüßt. Die höchsten Herrschasten fuhren sofort nach Schönbrunn.
Frankreich. Paris. Die französische Regierung ist benachrichtigt worden, daß die all⸗ gemeine Räumung der noch occupirten Landes“ theile am 10. Juli beginnt. General v. Manteuffel geht am 10. nach Verdun.
— Die„Agence Havas“ meldet officiös: Die Gerüchte, daß die gegenwärtige Regierung in ihrer auswärtigen Politik andere Tendenzen als die vorige Regierung, namentlich Italien gegenüber, verfolge, sind durchaus unbegründet. Den Beweis hierfür liefert die Thatsache, daß Fournier, dessen jetzige Instructionen diefelben wie seine früheren sind, auf seinem Posten verblieben ist und niemals die Rede davon war, ihn abzuberufen.
— Alle der Regierung nahestehenden Blätter sind darüber einig, daß Henri Rochefort dem nächsten Transport nach Neu Caledonien angehören wird! Wie die„Assemblée Nationale“ vernimmt, würde eigens ein General- Inspector der Gefäng⸗ nisse nach dem Einschiffungsorte geschickt werden, um die geeigneten Anordnungen gegen einen etwaigen Entweichungsversuch Rochefort's zu treffen. — Der Prinz Napoleon hat am 25. Juni Paris verlassen und sich über Lyon nach Mailand begeben. Es wird in Abrede gestellt, daß die Prinzessin Clotilde, wie es in einigen Blättern geheißen haite, ihrem Gemahl vorige Woche nach Paris gefolgt sei.
BVersailles. Die Regierung hat den Pariser Gemeinderath wegen der Frage sondirt, ob die Stadt Paris nicht geneigt wäre, dem Schah von Persien ein Fest zu geben. Die Majorität des Gemeinderaths nahm diese Er⸗ öffnung nicht günstig auf; von mehreren Seiten wurde sogar beißend erwidert, daß Paris bekannt⸗ lich aufgehört habe, die Hauptstadt des Landes zu sein und also, auch wenn die Zeiten minder schlecht wären, als sie in Wirklichkeit seien, keinen Beruf hätte, einem Gaste Frankreichs die Honneurs zu machen. In Versailles hat diese ablehnende Haltung, gegen welche sich nichts thun läßt, sehr verstimmt.
Bayonne. Gerüchtweise verlautet, daß
Nouvilas durch die Carlisten⸗Abtheilungen unter Ollo Lizarraga und Rostra bei Pampelima ge- fangen genommen sei. Flüchtlinge aus Spanien treffen täglich hier ein. Belgien. Brüßsel. Das Ministerium, lebhaft von der Linken wegen des Eifenbahnvet⸗ trags mit Holland angegriffen, erhielt ein Ver⸗ trauensvetum der Kammer mit 42 gegen 23 Stimmen.
Großbritannien. London. Nach aus Peking eingegangenen Nachrichten bestätigt es sich, daß der Kaiser von China von jetzt an Vertreter auswärtiger Mächte emrfantzen will.
— Sechs der Diamanten, welche den Zaum des Pferdes, das der Schah bei der Parade in Woolwich ritt, zierten, gingen wähtend der Heim⸗ kehr nach Lendon verloren. Sie sind von beträcht licher Größe und nahezu 300 Lstr. werth.
Spanien. Barcelona. Ein am 23. de zwischen Soldaten und Cidilisten in der Vorstadt Barceloneta aue gebrochener Streit, in Folge dessen mehrere Verhaftungen unter ersteren vorgenemmen
Soldaten versuchten ihre gefangenen Kameraden
und die Cavalleriekaserne in Barceloneta räumen lassen mußten. N 5 Italien. Rom. Der Papst empfing am
23. Juni die Königin Isebella in einer Abschieds⸗ audienz. Die Königin hat Rom am 25. d. ver⸗ lassen.— Das Consistorium, welches der Papst
behufs der Ernennung neuer Bischöfe zu berufen gedenkt, wird dem Journal„Paese“ zufolge, nicht
— Die„Gazzette ufficiale“ veröffentlicht ein königliches Decret, wodurch die Vollziehung des Gesetzes über die Aufhebung der religiösen Körper⸗ schaften angeordnet wird. — Die„Opinione“ erklärt die Nachricht des „Univers“, daß Oesterreich und Frankreich gegen einzelne Bestimmungen des Klostergesetzes protestirt hätten für unbegründet und bemerkt, daß dieser Gegenstand zwischen den beiden Mächten und der italienischen Regierung nur freundschaftlichst ange— egt worden sei. Dasselbe Blatt meldet gegen- über dem Gerücht, daß Menabrea mit der Bildung eines Cabinets betraut worden sei, Lanza habe dem König die Bildung eines Cabinets Minghetti oder de Pretis anempfohlen. Peruzzi sei zum Könige berufen worden.
Rußland. Petersburg. Eine der vom kaspischen Meere aus gegen Khiwa vorgerückten Co- lonnen wurde bekanntlich durch die außergewöhnlich
manischen Sandwüsten genöthigt, umzukehren und nach ihrem Ausgangspunkt Krasnowodsk zurückzu⸗ marschiren. Dort sind die Truppen nun, wie man der„Jimts“ meldet, in einem Zustand der äußersten Erschöpfung wieder eingetroffen. Di: Soldaten hatten ihre Waffen in den Steppen weggeworfen, da es ihnen an Kraft gebrach um noch länger die Flinte oder den Säbel zu schleppen. Sechzig Mann starben unterwegs am Sonnenstich, die Ueberlebenden waren sämmtlich krank und un⸗ fähig sich zu vertheidigen. Zum Glück wurde die Colonne auf ihrem Rückzug vom Feinde nicht an⸗ gegriffen.
— Anm ersten Zeichnungstage der Bodeneredit⸗ pfandbriefe ist der volle Betrag der aufgelegten 6. Serie von 10 Millionen bei den Subscriptions- stellen Rußlands gezeichnet worden, abgesehen von den betröchtlichen Zeichnungen Deutschlands.
Amerika. New Nork. In Tennessee ist den von dort eirgegangenen Nachrichten zufolge die Cholera im Abnehmen; in Nashville waren derselben am Montage 37 Personen erlegen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Am 25. d. M. Abends gelangte von Homburg aus an das hiesige Kreisamt ein Telegramm, wonach der Deussche Kronprinz um 8 Uhr von Homburg per Chaise wegfahren, etwa um 9 Uhr hier eintreffen und um 10 Uhr per Bahn nach Gießen weiter fahren würde. In Folge dessen schmückse sich die Stadt mit Fahnen und erlebte man das sellene Schauspiel, einmal alle Straßen lampen im Sommer brennen zu seben. Die breite Straße füllte sich mit Menschen, aber der erwartete hohe Gast kam nicht. Einem später eingetroffenen Telegramm zu⸗ folge sollse derselbe erist mit dem Zuge 11,98 von Frank⸗ furt kommen.
Friedberg. Für die Eisenbahn von Hanau nach Friedberg sind bekanntlich die Mittel aus Staats⸗ fonds bewilligt. Ehe aber die Baupläne für diese Bahn festgestellt werden, sollten alle dabei interessirten Gemein⸗ den ihre Wünsche aussprechen, damit man Alles prüfe und das Beste wähle. Von dieser gewiß richtigen An⸗ sicht ausgehend, hat Hr. Landrath Schrötter zu Hanau eine Versammlung auf Freitag den 4. Juli in Windecken aberaumt. Hoffentlich sorgen der Stadtvorstand, das Eisenbahneomité und der Handelsverein dafür, daß unsere Stadt bel der Versammlung zu Windecken recht tüchtig vertreten werde.
Darm ladt. Am 23. Juni fand vor der kith. Kirche eine eigenchümsiche Scene statt. Es sollte nämlich zu dieser Zeit ein Brautpaar aus Mainz getraut werden, und halle sich die frühere Braut des Bräutigams mit einem diesem Verhältunß enssprossenen sauber gekleideten hübschen Knäbchen im Alter von 4—5 J ihren am Eingang det Küche postirt, um dessen Vater an seine Pflicht zu mahnen. Als der Bräutigam mit seiner j tigen Braut die Kirche betreten wollte, hielt ihm seine frühere Braut das Kind vor; kotzdem begab sich der jedenfalls in keiner beneidens; werthen Lage Befindliche mit der geschmückten Braut in die Kirche, die alsbald durch einen Gendarmen abgeschlessen wurte, und ließ die Trauung vornebmen, worauf das
waren, wurde beute von beiden Seiten fortgesetzt und führte zu nicht unerheblichen Conflicten. Die
Ma Paar die Kirche durch den hinteren Ausgang verließ.
zu befreien, so daß die Militärbehörden einschreiten
Ansicht des Publikums aufgestellt sein.
vor dem Monat November abgehalten werden.
große Hitze in den von ihr zu passirenden turko⸗
Königlichen Hoheit an seinem Regierungsjubiläum zu⸗ in dem Lesesgal der Hofbibliothek auf einige Tage zur
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Ingenheim a. d. B., 25. Jun Front des den 1 heute itiat ge hier ein ele de det Kaiserin vo Rußland und setzie Nachmittags seine Reise nach Hombutg sort.. le
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Landgraf von Hessen⸗Rumpenbeim traf ebenfalls mit den Prinzen Fritz und Wilhelm hier ein.— Dem Vernehmen nach verlassen die Königin Olga von Württem⸗ berg und die Großfürstin Vera von Rußland, welche in der Villd van der Hoop äbgestiegen ist, Jugenheim be⸗ reits morgen..
Mainz. Beim Scheibenschießen auf dem Bruch wurde am 24, d. ein Soldat des 117. Regts., in Folge von Unvorsichtigkeit, durch einen Schuß derart getroffen, daß er sogleich starb..
Trebur. Am 22. d. Mittags um halb 12 Uhr wüthete hier eine Windhose, die große Zerstörungen zur
des Rheins einen lichten Wolkenstreifen, dem man irgend“ etne Bedeutung nicht beilegte, bald aber entwickelte sich“ ein Sturm und eine mächtige Windhose zog heran, die ein solches Geräusch verursachte, daß die Bewohner des Städt— chens angstpoll die Häuser verließen und beim Anblick des Phänomens einen Brand vermutheten. Die Windbose, einer dampfartigen Säule gleich, zog von der biesigen Gemarkung in der Richtung nach Nauheim, sie beschädigte an 100 Béume, meistens Obstbäume; einzelne ganz dicke Bäume wurden mit der Wurzel ausgerissen; andere sozu— sagen abgedreht oder der Aeste beraubt, große Bäume wurden SN. Schritte mitgeführt, so z. B. ein Nuß⸗ baum, der 4 M. Stammlänge und 70 Em. Durchmesser hat. Als die Windhose die Schwarzbach erreichte, nahm sie noch das Wasser derselben auf und setzte dann ihren verheerenden Gang fort, der- sich auf ½ Wegstunde erstreckle.
Allerlei. i
Friedberg. Herr Heerman von Frankfurt, den wir ja hier durch die Concerte unseres Frohsinn“ kennen, concertirt eben in London, wo derselbe nebst Fräulein Heerman(Harfe) bereits seit längerer Zeit weilt, mit brillantem Erfolg. In einem am Mittwoch verflossener Woche in St. George's Hall stattgehabten Concert z. B. erntete, wie in Londoner Blättern zu lesen, das Künstler⸗ paar„sehr enthusiastischen Applaus.“ Fräulein Heerman excellirte in verschiedenen Solo's von Godefroid, Parish Alvors, sowie in der Garotte von Louis XIII.; Herr Heerman hatte zum Gegenstand seines äußerst guten durch⸗ geführten Vortrages Solo's von Beethoven, Raff und Blabms gewählt.
Hanau. Im Verlaufe unserer derzeitigen Kinder⸗ Impfung machte sich in den letzten Tagen unter den Impflingen eines der hiesigen Aerzte eine aroße und unter auffälligen Erschtinungen von Wundrose, Vlutzersetzung ꝛc. auftretende Sterblichkeit bemerklich, der Art, daß dem bedauerlichen Vorkommniß amtlich nachgegangen wurde. Wie ermiitelt worden, hat der betreffende Arzt, übrigens in seinem Fach durchsus küchtig und erst seit einem Jahr bier ansässig, die zur Impfung verwendete Lymphe von Gießen bezogen. Ob und wie die letztere etwa infieirt war, was man annebmen zu müssen meint, weil dag
günstig verlaufen ist, wird die weitere Untersuchung heraus stellen. Dieselve wird zweifellos eine sehr gründliche sein, sowohl im Hinblick auf die Impffrage an sich, als auch, weil hier ebenso wie anderwärts die Volkskreise gegen den Impfzw ng meist mißtrauisch und so widerwillig sind, daß regelmäßig mit Strafen vorgegangen werden muß,
Volkswirthschaftliches. Ii Friedberg, 21. Juni. Die Land wirth⸗ schaft, das Fundament eines jeden gesunden staat⸗ lichen Organismus, leidet in der Gegenwart schwer unter dem Druck der Verhältnisse und ist deßhalb jeder Versuch, dieselbe zu heben, mit Freuden zu begrüßen. Wenn auch die Staats regierungen in erlem Wetteifet in der Gesetzgebung ihr ihre ungetheilte Fürsorge zu Theil werden lassen, so bleibt sie doch vornehmlich auf die Seldsthülfe angewiesen. Diese Selbssbülfe ist ihr nur durch Benutzung von Genossenschaften möglict. Handel und Gewerbe haben dies schon längst eikannt und reichlich davon Gebrauch gemacht; sie sind dadurch zu neuer Blüthe, zu geoßem Reichthum gelongl. Sellte sich die Lantwirthschaft hieran nich ein Beispiel nehmen und mit Bildung von Genossch, schuften der verschiedersten Branche vorgehen! Sollten nicht in ider Gemeinde ländliche Credit⸗ vertine ins Leben gerufen weiren, um den Land⸗ wirth zut Zeit der Noth vor den Händen des Wucherers zu bewahren? Sollte nicht die Ein“ führung landwirthschastlicher Maschinen zur besseren Bearbeitung des Bodens, zur Ersparung von Ar⸗ beitskrästen und zur besseren Ausnutzung der Futter stoffe auf genossenschaftlichem Wege sich ale besonders vortheilhaft und nützlich erweisen? Wir wissen,
Darmstadt. Vom 26. Juni an werden die Seiner
iseum, sowse
Folge hatte. Man sah um diese Zeit nach der Gegend“
Seitens der übrigen Aerzte vorgenommene Impfgeschäst
daß sich auf alle diese Fragen nur ein unbedingtes
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