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Die Petitzeile wird mit 3 ke., resp. 1 Sgr., berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Deu
Nr. 8. Gesetz, betr. die Einführung der Verfassung des deutschen Reichs in Elsaß⸗Lothringen. bahnamts. Seite 164.— Gesetz, betr. die Verwilligung von Wohnungsgeldzuschüssen an Offiziere und Reichsbeamte. Seite 169.— Gesetz, betr. die Registrirung der Kauffahrteischiffe? Seite 184. Nr. 19. Gesetz, betr. den Antheil des ehemaligen Norddeutschen Bundes an der franzöfischen Kriegskosten⸗Entschädigung. Seite 198.— Bekanntmachung, betr. die Pharmacopoea Germanica. Nr. 20. Gesetz, betr. die Feststellung eines Nachtrags zum Haushalts- E Seite 215. betr. den einstweilen reservirten Theil der französischen Kriegskosten-Entschädigung. Bekanntmachung, betr. die portopflichtige Correspondenz zwischen Behörden verschiedener Bundesstaaten. Seite 232.
der Reichsbeamten. mit Schweden.
nennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrathe. Nr. 21. Gesetz,
Nr. 22. Münzgesetz. Seite 233.
Amtlicher Theil.
Seite 200.
tschen Reiches publieirt worden: Seite 161.— Gesetz, betr. die Errichtung eines Reichseisen⸗
Seite 166.— Verordnung, betr. die Classification Seite 185.— Additional-Postvertrag
tats des deutschen Reichs für 1873. Seite 201.— Bekanntmachung, betr. die Er⸗
Seite 217.— Postvertrag mit Italien. Seite 222.—
Betreffend: Die Vornahme der Feuervisitation für 1873.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bügermeistereien.
Wir sehen der sofortigen Rücksendung der Feuer- Visitations Protokolle mit Nachweis über Beseitigung der Gebrechen entgegen.
Friedberg am 21. Juli 1873.
B. Haas, Kreis- Assessor.
S
Deutsches Reich.
Darmstadt, 21. Juli. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde, nachdem in Folge einer Anfrage des Abg. Heinzerling festge⸗ stellt worden, daß der Finanzausschuß sich bezüg⸗ lich des Antrags auf Aufhebung der Stempelpflicht auswärtiger Kalender wegen mangelnder Antwort der Regierung darauf noch nicht hat schlüssig machen können, in die Berathung des Finanzge⸗ setzes eingetreten. Abg. Dumont sprach Bedenken aus, ob das Finanzgesetz in der That, wie vom Ausschuß beantragt, ohne Gefahr für die Balan⸗ tirung der Staats⸗Einnahmen und Ausgaben an⸗ genommen werden könne, nachdem Einnahme⸗ und Ausgabe⸗Budget so wesentliche Aenderung erfahren haben. Finanzminister v. Biegeleben glaubte die peßfallsige Prüsung der Kammer überlassen zu müssen, worauf Welcker und Königer, unter Be⸗ gründung durch Zahlen, nachwiesen, daß die An⸗ nahme obne Gefahr erfolgen könne. Für die in Aussicht stehenden Nachtragsforderungen der Re⸗ gierung ꝛc. ꝛc. würde allerdings ein Nachtrags⸗ Budget nöthig sein, bezw. die Ausgaben müßten aus den Ueberschüssen der französischen Kriegs- Contribution gedeckt werden. Nach Bemerkungen von Dernburg, Schaum, Metz wurde das Finanz ⸗ gesetz in der Fassung des Ausschusses mit un⸗ wesentlichen Aenderungen angenommen.
Berlin. Die Schießversuche auf Langlütjen⸗ sand sollen überraschende Resultate geliefert haben und die neuen 24 fünder etwa eine deutsche Meile
weit schießen.
— Der Bischof von Fulda hat die Erklärung abgegeben, falls das dortige Priester⸗ und Knaben⸗
Seminar Seitens der Staatsbehörde geschlossen werden sollte, keinem Candidaten, der auf einer Universität seine Studien gemacht habe, die Ordi— nation ertheilen zu wollen. Ob der Oberhixt seine Renitenz bis zu diesem Zeitpunkte durch⸗ führen wird, erscheint zweifelhaft, zumal noch keine Proben davon vorliegen, in welcher Weise sich derselbe geriren wird, wenn demnächst mit Geldstrafen gegen ihn vorgegangen werden soll. In der That hat der ohnedies nicht reich dotirte Bischof Kött nach§. 22 des Gesetzets vom 11. Mai 1873 schon in zwei Fällen die festge⸗ setzte Strafe zu erwarten, indem er zwei Caplänen erledigte Stellen definitiv übertrug, ohne die Ein⸗ spruchsfrist von dreißig Tagen abzuwarten. — Nach Verkündigung des Münzgesetzes wird die Staatsregierung an die Einziehung der Silber⸗
münzen gehen und den Verkehrs- Intertssen dabei natürlich Rechnung tragen. An die Leistungs; fähigkeit der Münzstätten werden jedoch große Forderungen gestellt werden müssen, da es sich, so weit man es übersehen kann, um die Ausprägung von etwa 4000 Millionen Stück neuer Gold-, Silber-, Kupfer- und Nickelmünzen in einem kurzen Zeitraum handeln wird, um die Uebergangszeit nicht allzusehr zu verlängern. ö
Ems. Die Kaiserin Augusta ist am 22. d. zum Besuch des Kaisers eingetroffen. Für Freitag sind der Kronprinz und die Kronprinzessin von Sachsen angemeldet.
Eisenach. Der Kaiser von Rußland trifft am 23. d. M. beim großherzoglichen Hoflager in Wilhelmsthal zu mehrtägigem Aufenthalt ein.
Wiesbaden. Der deutsche Kaiser wird am 29. d. auf einige Tage zu Besuch hier eintreffen. Es wird aus dieser Veranlassung ein Feuerwerk auf dem Weiher abgebrannt. 75
Braunschweig. Die großherzogliche Burg, Schloß Heinrichs des Löwen, ist am 20. d. M. Nachts durch eine Feuers brunst zerstört worden. Das Montirungsdepot des 67. Regiments ist ge- rettet, die nahe gelegene Burgkirche unversehrt geblieben.
München. Die Spitzeder ist des betrüge⸗ rischen Bankerotts für schuldig erklärt und zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Sie wurde ohnmächtig hinausgetragen; die Ehinger erhielt 6 Monate Gefängniß, welche durch die Unter⸗ suchungshaft getilgt sind. Die übrigen Ange- klagten ebenso.
— Unter dem Vorsitz des Freiherrn v. Loe fand am 20. d. M. dahier die zahlreich besuchte Wanderversammlung des Vereins deutscher Katho⸗ liken statt, wobei Freiherr v. Loe, Stadtrath Baudri(Cöln), Racke(Mainz), Pfarrer Huhn und Westermeyer, sowie der Redaetcur des hie⸗ sigen„Volksfreund“ Bucher als Redner auftraten. Eine von Letzterem beantragte Petition an den König gegen die weitere Ausdehnung des Jesuiten⸗ gesetzes auf die Franziskaner, die englischen Fräu- leins und die Schulschwestern wurde einstimmig angenommen.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der König von Württemberg ist am 22. d. M. von hier ab- gereist. Der Kaiser von Oesterreich begleitete ihn zum Bahnhof, wo sich beide Monarchen herzlich verabschiedeten.
Schweiz. Genf. Der Schah von Persien traf am 20. d. M. hier ein und wurde auf dem Bahnhofe durch den Bundespräsidenten Ceresole und den schweizerischen Gesandten in Paris, Dr. Kern, empfangen. Auf die bewillkommnenden Worte des Bundespräsidenten erwiderte der Schah, daß er habe die Schweiz sehen wollen und deß⸗ halb nach Genf gekommen sei. Nachdem ihm der General Dufour besonders vorgestellt worden, be- stieg der Schah den Wagen und fuhr in Mitten einer ungeheuren Menschenmenge nach dem Hotel des Bergues, wo er für die Dauer seines hie⸗ sigen Aufenthaltes logirt. Bald nach seiner An⸗ kunft im Hotel fand daselbst großes Diner statt.
Spanien. Madrid. Die Nationalgarde in Cadix hat das Arsenal angegriffen. Der com- mandirende General mit den reu gebliebenen Truppen leistet energischen Widerstand. In Se⸗ villa haben die Insurgenten von dem Telegraphen Besitz genommen.
— Die Nachricht, daß Santa Crnz sich nach Frankreich begeben hat, wird aus carlistischen Quellen bestätigt, mit dem Hinzufügen, daß der- selbe beabsichtige, sich nach Rom zu begeben, um die Verzeihung des Papstes zu erlangen. Nach einem Pariser Telegramm des Reuter'schen Bureaus hat der spanische Geschäftsträger in Paris von der französischen Regierung die Auslieferung de⸗ Santa Cruz verlangt, da derselbe sich gemeiner Verbrechen schuldig gemacht habe. Die französische Regierung soll jedoch dem Verlangen nicht nach⸗ gekommen sein. 5
— Hier ist wieder einmal ein neues Mini- 3 sterium gemacht worden und der neue Ministerrath& hat energische Maßnabmen zur Reconstruirung und Disciplinirung der Truppen in Arragonien und Catalonien beschlossen: Concentration des größeren Theiles der Armee um Madrid zum Zwecke der Neuformation von 2 Elite-Bataillonen aus allen disponiblen Offizieren, unter dem Commando von Generälen. Eine Division von 10,000 Mann soll die Ordnung in Andalusien wiederherstellen, die Generale Pierrand und Contreras sollen aus der Armee gestoßen, der General-Capitän von Valencia und Murcia abgesetzt, der Cemmandant von Carthagena vor ein Kriegsgericht gestellt werden, die Kriegsfahrzeuge, die mit Insurgenten unterhandeln, sollen für Piraten erklärt werden. Inzwischen macht Don Carlos langsame aber sichere Fortschritte. Von der Bevölkerung wurde
ser überall mit Enthysiasmus empfangen.
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