Das spanische Kanonenboot„Bonaventura“, welches außerhalb lag, kam heran, legte sich Bord an Bord und nahm den Dampfer weg, da sich bei der Untersuchung herausstellte, daß 1500 Gewehre und 100,000 Patronen sein Cargo ausmachten. Widerstand wurde nicht geleistet. Der„Deerhound“ führt auch gar keine Geschütze.
Spanien. Perpignan. 2400 Carlisten unter Führung von Don Alphons, Saballs und Tristany haben 3 Colonnen Regierungstruppen zwischen Caserras und Berga in die Flucht ge schlagen. Die Republikaner verloren 200 Mann und eine Kanone..
— Die Verbindungen von Barcelona mit dem übrigen Spanien sind seit dem 20. d. M. unterbrochen, da die Schienenwege abgeschnitten sind.
Aus Stadt und Land.
iedberg. Se. Königl. Hoheit der Großherzog 1180 sich 97 20. d. M. Vormiftags nach Darmstadt, um J. M. die Königin⸗Mutter, welche seit dem 18. d. M. bei ihrer Schwester, der Frau Prinzessin Carl, zu Besuche weilt, zu begrüßen. Um 1 Uhr nahmen die Herrschaften gemeinschaftlich das Diner im Palais in der Wilhelminen⸗ straße ein und traf S. K. Hoheit um 8 Uhr wieder in Friedberg ein. 0 5
Friedberg. Wir haben das Vergnügen, unseren Lesern mittheilen zu können, daß von sämmilichen in Wien ausgestellten Albumin papieren, wie uns soeben mitgetbeilt wird, dasjenige der Herren Trapp& Münch hier allein die Verdienst⸗Medaille erhalten hat.
Friedberg. Wir wollen nicht verfehlen, unsere Leser darauf aufmerksam zu machen, daß in dem Garten des Herrn Altmannsperger dahier ein blühendes Apfel⸗ bäumchen steht, gewiß um diese Jahreszeit eine seltene Naturerscheinung.
Offenbach. Am Freitag erhängte sich ein wegen Diebstahls in's hiesige Gefängniß gebrachter verheiratheter Mann von Mühlheim, nachdem er kaum einige Stunden sein neues Logis bezogen hatte.— Am 19. August wurde hier im Main die Leiche eines jungen Burschen geländet, welcher am Sonntag in Hanau beim Baden ertrank.— Unsere Portefeuille⸗Industrie, die bei der Wiener Welt⸗ ausstellung ziemlich stark vertreten war, kann mit dem Urtheil der Jury sehr zufrieden sein. Von den Ausstellern erhielten, wie wir bören, 3 die Fortschriits⸗, 10— 12 andere die Verdienstmedaille und eine gleiche Anzahl ehrende Anerkennungen. Da in Allem nur 32 Firmen ausgestell! hatten, die Firma Mönch aber schon dadurch eine hohe Auszeichnung erhalten hatte, daß ihr Chef, Herr Comm.⸗ Rath Jul. Mönch, zum Miiglied der Jury berufen wurde und deshalb bei Vertheilung der Preise nicht in Betracht kommen konnte, so bleiben von sämmtlichen Ausstellern nur sehr wenige übrig, welche ganz leer ausgingen. Wir werden die Namen der Preisträger, sowie auch der anderen Aussteller Offenbachs, welche ausgezeichnet wurden, sobald wie möglich bier mitheilen. Die Offenbacher Portefeuille⸗ Indusirie soll, wie wir hören, der Wiener den Rang streitig gemacht und im Ganzen 5 pCt. Auszeichnungen mehr wie jene erhalten haben. Bedenkt man, daß die Wiener Fabrikate seither bedeutendes Renomms batten, so muß im Allgemeinen durch unsere Offenbacher Firmen Ausgezeichnetes geleistet worden sein, um ein so günstiges Urtheil, wie das erwähnte, zu erlangen.
Darmstadt. Dieser Tage ereignete sich dahier ein recht bezeichnendes Vorkommniß, dessen Wahrheit wir in jeder Beziehung verbürgen. Eine in einer hiesigen Familie beschäftigte Waschfrau lehnte das ihr zum Frübstück an⸗ gebotene Bier ab, desgleichen den bei den Damen der Vütte in der Regel sonst nicht verschnähten Doppelkümmel, und zwar, weil ihr der Arzt Rothwein verordnet, worauf jedoch die wie aus den Wolken gefallene Hausfrau mit dem Bemerken nicht einging, daß, wenn sie rothen Wein hätte, sie ihn jedenfalls selbst trinken würde.
Darmstadt. Am 18. und 19. Sept. wird die Defintlorialprüfung der Schulamtsaspiranten dahier ab⸗ gehalten und am ersteren Tage Vormittags 8 Uhr in dem Anitslocal der Oberstudiendirecion beginnen.— Die Prüfung der Aspiranten für Stellen im Medicinalfache findet vom 13. an, die der im Veierinärfache vom 20. Okt. an, bei der Obermedieinalditecton statt.
Groß Umstadt. Postsekretär Hoffmann, früber in Offenbach, dann in Friedperg, zuletzt in Bingen stationirt, ist am 19. August in seiner Heimat, Groß Umstadt ge⸗ storben. Wer den Bieden nann und seine Talente kannte, wird den frühen Tod deo Dagingeschiedenen ernstlich be⸗ dauern. Seine vielen Bekannten werden ihm gewiß ein freundliches Andenken bewahren.
Höch. Am 20. d. M. ist im Tunnel bei Höchst (Odenwalovahn) ein zur Vornahme von Reparaturen und Verbesserung der Entwässerung aufgestelltes Gerüste durch einen muthmaßlich zu hoch geladenen Wagen eines durch⸗ passirenden Zuges umgerissen und der Tunnel hierdurch für den Betrieb gesperrt worden. Am Nachmitlag war
as Geleise geräumt und konnte wieder befahren werden,
Groß Biberau. Wie allerwärts, so klagt man auch hier über das schlechte, theilweise sehr schlechte, der (Jesundheit schädliche Bier. Man klagte sogal über Bei— mischung gifuger Substanzen u. s. w., es erfolgte Anzeige und so erschien plötzlich und unangemeldelein einer grötzeren
Bierbrauerei dahler eine Untersuchungs-Commission mit!
dem Großh. Staatschemiker Dr. Hallwachs aus Darm⸗ stadt, nahm aus verschiedenen Fässern Proben, die ver⸗ siegelt wurden, mit, und werden dieselben nunmehr chemisch
untersucht und geprüft. Das Mittel wird wohl vorsich⸗ liger machen, aber schwerlich helfen!
Mainz. Am 18. d. M. hat auf der Augustinergasse eine Mutter ihr vierjähriges Kind unter einen daher⸗ rollenden Müllerwagen geworfen oder gestoßen. Rasch ein⸗ springende Männer brachten die Pferde sofort zum Stehen, so daß das Kind nur an dem einen Arme gerädert wurde. Die Anwesenden waren im höchsten Grade entrüstet und wurde die Frau sofort verhaftet. Dieselbe siellte jede böse Absicht in Abrede. N a
Mainz. Dieser Tage fand ein Bahnbediensteter in einem Coupe eines ankommenden Zuges ein Körbchen, ent⸗ baltend eine Brieftasche mit Papiergeld und 2 weitere Portmonnaies, ebenfalle mit Geld ꝛc. ꝛc. und brachte der⸗ selbe dieses zur Ablieferung. Etwas später kam der Eigen⸗ thümer athemlos gelaufen und reclamirte sein Körbchen, was ihm auch nach erfolgtem Ausweis anstandslos be⸗ händigt wurde. In der Freude des Wiedererlangens gab er großmüthig dem Finder eine Belohnung in klingender Münze und als derselbe die Hand öffnete und den Betrag ansah, fand er zu seinem Erstaunen, daß dieser in einem Groschen und einem Silbergroschen bestand.
Mainz. Der Professor am hiesigen Gymnasium, Dr. Hallemer, der am 19. August während des Unter⸗ richis von einem Schlaganfalle betroffen wurde, i Abends mit Tod abgegangen.— Am 18. d. M. Morgens wollte, wie die„Mzr. Z.“ meldet, eine Frau mit ihren beiden kleinen Kindern ihrem Leben durch Ertrinken in dem
Rheine ein Ende machen und beute die weinenden Kinder bereits festgebunden, als Vorübergehende, hierauf aufmerk-
5 gemacht, noch glücklicherweise dem Vorhaben Einhalt thaten.
Worms. Am 20. August wurde in einem Garten vor dem Speyerthor die Leiche eines neugeborenen, in Leinwand eingewickelten Kindes gefunden. Die Leiche scheint über die Mauer in den Garten geworsen worden zu sein.
Allerlei.
Frankfurt. Am Sonntag Morgen ging die von der Gartenvau-Gesellschaft veranstalte Sendung von Ge⸗ müsen aus Frankfurt und Umgegend für die Wiener Welt⸗Ausstellung von hier ab. Es hat sich hierbei eine erfreuliche Betheiligung, namentlich aus Oberrad, kund— gegeben, so daß die Sendung eine sehr umfangreiche war und die verschiedenen Gemüse⸗Sorten in ihrer vollendeten Cultur und Größe gewiß nicht den geringsten Platz unter dem Ausgestellten in Wien einnehmen werden. Am nächsten Freitag wird die Gemüsebau⸗Section ihre Versammlung in Oberrad(zur Stadt Offenbach) abhalten, um die dortigen Gärtner zu einer regen Betheiligung aufzumuntern.
Frankfurt. Seit Samstag Morgen wird ein hiesiger, seither in höchster Achtung stehender Advocat vermißt. Der Ort seines Aufenthaltes ist noch nicht ermitttelt. Eine von der Familie unter Hinzuziehung eines Notars sammt Zeugen vorgenommene Juvenlarisirung ergab, daß sämmiliche Depositen und eingegangenen Gelder intact waren. Der Grund, weßhalb besagter Rechtsanwalt seine Va erstadt verlassen, liegt in verunglückter Börsenspecu⸗ lation. Eine einzige Firma A. hat nicht weniger als 36,000 fl. Differenzen zu fordern.
Kassel. Hier fand am 19. Aug. ein aus Stadt und Land sehr zahlreich besuchter Schuhmachertag statt, welchen der hiesige Schuhmacher-Verein gelegentlich der Ledermesse veranstaltete. Der Vorsitzende des Frank- furter Vereins, Hr. Ruoff, der als gewandter Redner wohl für einen der bedeutendsten Führer in der Bewegung des deutschen Schuhmacherhandwerks gelten kann, hielt in dieser Versammlung einen dreistün digen Vortrag im In⸗ teresse der Verbesserung und Hebung des Gewerbes und gab damit die Anregung zu weiteren practischen Unter⸗ nehmungen.
Hannover. Das Straußenweibchen im Zoologischen Garten hafte ein Ei gelegt. Von dem 3pfündigen Inhalte wurde ein Pfannkuchen gebacken, welcher 7 Personen, die sich darüber her viach en, vollkommen sätligte.
Wien. Am 14. August Abends, bevor noch die Votstellung ihren Anfang genommen hatte, erscholl plötz lich im Theater an der Wien der Schreckensruf: „Feuer!“ Das Kleidchen der Tänzerin Fräulein Walter batte sich an einer brennenden Kecze, die ein Arbei er unvorsichtiger Weise am Boden stehen gelassen hatte, enr⸗ zündet und im Nu war die Aeumste in ein Flammenmeer gehüllt. Schreck nerfülln flüchteten die Tänzerinnen. Fräu⸗ lein Walter selbst stürzte, jammernd und schreiend, rück⸗ wärts vinter die Coulissen, einen Statisten, der sie auf⸗ halten wollte, stieß sie zurück und sank dann erschöpft zusammen. Der Arzt, der die erste Hülfe leistete, con- statirte äußerst gefährliche Brandwunden, insbesondere an den Füßen und am Nacken. Die Verunglückte wurde auf einer Tragbahre in ihre Wohnung gebracht und ist nach 24 Stunden gestorben.*
New⸗NYNork. Das Kriegsgericht über die gefangenen Medoc Indianer begann seine Sitzingen in Fort Klamath, Oregon, am J. Juli. Nur die des Mordes des Generals Canby und der Friedeuscommissare beschuldigten Indianer wurden vorgeführt. Die Verhandlungen danerten bis zun 9 Juli. Das Urtbeil des Kriegs gerichis wird ge— heim gehalien und soll dem Präsidensen zur Bestätigung vorgelen werden.
Civilbebörsen des Staates ürerliefert werden.
12 9
Mealschule zu Friedberg.
die Gelegenheit, im Interesse meiner Mitbürger wieder einmal darauf aufmerksam zu machen, wie großen Nachtheilen es venisft Schüler in späterem Lebensalter, oder mit nicht hinreichender Vorbildung der Realschule übergeben werden. Die neue Organisation derselben besteht
tober) steht nahe bevor, und ich ergreife d
die Vortheile einer solchen Bildungsanstalt noch nicht genug schätzen gelernt und übergibt ihr die Knaben nicht rechtzeitig. Dazu lommt noch, daß seit zwei Jahren der Schulschluß von Pfingsten auf Herbst verlegt worden ist, was ebenfalls noch der Beachtung dee Publikums entgangen zu sein scheint. Daher ist es gekommen, daß wir
hältniß große Anzahl von Schülern mitten im Schuljabre übergeben bekamen. Hat dies schon Nachtheile, wenn es im ersten Drittel des Schul-
jahres geschieht, so wird es für die Anstalt und
die Schüler von geradezu verderblicher Wirkung, wenn es in der letzten Hälfte desselben stattfindet. Man kann doch die neuen Schüler, die nirgends bei und an den Gang des Unterrichts nicht ge⸗ wöhnt sind, nicht genz unberücksichtigt lassen, und so hemmen sie den Fortgang des Unterrichts für die andern, ohne daß sie selbst nennenswerthen Nutzen davon haben. Kommt nun noch dazu,
oft mehrere Fächer nachzuholen, beziehungsweise ganz neu zu erlernen haben, wobei es sich häufig trifft, daß sie 3 bis 4 Jahrgänge einholen sollen, so kann man sich denken, welche Anstrengung dieser Umstand für sie in Gefolge hat. Meist arbeiten sie sich einige wenige Jahre ab und hören dann
geworden sind und nun die Anstalt in den mitt⸗ leren Classen verlassen, so daß sie fast gar keinen Erfolg erzielt haben. Dadurch wird die Wirk⸗ samkeit der Schule gelähmt, und ihr Ansehen geschädigt.— Besonders machen wir darauf auf⸗ merksam, daß es zwei Fächer sind, welche in der Regel den Anstoß erregen: das Französische, welches bei uns schon im 9. Lebensjahre begonnen wird, und die Geometrie, welche in den Volks⸗ schulen gar nicht und in den Privatanstalten meist ungenügend betrieben wird.— Ich bitte darum
und, nach Umständen, mit dem Anfang des Schuljahres uns zu übergeben. Dr. Möller, Realschuldirector.
Accht kölnisches Wasser
von Johann Maria Farina.
Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober⸗ hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst.:
Johann Maria Farina in Cöln.
Bad⸗Nauheim. Möbel-, Spiegel- und Tapeten-Laget, 17 größte Auswahl in Rouleaux und Vorhangleisten
Sommerjalousien in allen Größen empfiehlt H. Blens dorf, Hof⸗Tapezier.
Große steinerne Töpfe,
Die schon feüher von der Grand Jury 208 n 5 2 in Ofegon wegen Mordes angeklagten Modoc-IndianerEuglische Sovereigns„„ werden nicht ver ein Kriegsgericht gestellt, sondern den Nussische Imperiales a
5„ 224½—25½
2161 von eirea 6 bis en Inhalt, empfiehlt zum Einmachen von Gemüsen, Gurken dc. 5 N
M. D. Loeb. 1 Geld Cours.
Frankfurt am 21. August 1873. Preußische Friedrichsd'or..„fl. 9 58—59 Pistolen 10 48 e lle Holländische fl. 10⸗Stücke„ 9 52—34 Ducaten ern, 55 5 31—33 Ducaten al marco,„ 5 33—35
⸗Frankenstücke„ 9 20 21
11 4648
8 9 38—40 Dollars in Gold N
0 Der Anfang des neuen Schuljahres(20. Ok. iu, wen
nun zwar schon mehrere Jabre, allein man hat
besonders in dem letzten Schuljahre eine unver⸗
daß solche Schüler nicht nur 1 Fach, sondern
für dieje
mitten in ihrem Laufe auf, weil sie schon zu alt
wiederholt, die Kinder möglichst frühzeitig
Betreff sches ur
Ni ringen Irüfunge 8. ür dieje 4 D für dieje 1
Honra. —
Do Oberin ald, zur sers Ren 9—
Mei G. Starken jeses G Ber sebrt ber sungsges Mögen
lichte, inatine⸗ sundenen bn wahrt
sächst ei es f. urch e unntlich orden; fachen 1 Wien sabn in N S


