Ausgabe 
23.8.1873
 
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Samstag den 23. August.

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1 Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Bericht des Synodal- Ausschusses gelangt in zwei Abtheilungen in den Buchhandel. Die erste Abtheilung ist bereits bei der Verlagshandlung zu beziehen. Schon jetzt fleht fest, daß, wenn die Anträge der Majorität in dem Plenum der Synode zur Annahme ge langen, der ursprüngliche Regierungs-Entwurf in den wesentlichsten Theilen nicht bestehen bliebe.

Sicherem Vernehmen nach wird der Finanz- ausschuß der ersten Kammer schon in der nächsten Woche zur Berathung des Budgets, wie es aus der zweiten Kammer hervorgegangen ist, zusammen⸗ sreten. Wann der Gesetzgebungs⸗Ausschuß der ersten Kammer sich zusemmenfinden wird, ist da⸗ gegen noch nicht bestimmt. Uebrigens hat der für die drei Verwaltungsgesetze bestellte Referent, der frühere Finanzminister v. Schenck, sein Referat bereits erstattet.

Wie wir aus guter Quelle vernehmen, wurde Hofgerichtsrath Stüber zum Director des hiesigen Hofgerichts ernannt und muß sich deßhalb ale Vertreter des 13. Wahlbezirks der Provinz

Starkenburg(Gr. Gerau-Le⸗heim) einer Neuwahl

unterwerfen. Sein Gegencandidat war K. J. Hoffmann, zu dessen Ungunsten bei der letzten Wahl nach dem dritten Wahlgang das Loos entschied.

Berlin. Die andauernd günstigen Nachrichten, welche über das Befinden des Kaisers eingehen, machen es nach derA. A. Ztg. wahrscheinlich, daß der Versatz Seiner Majestät dem kaiserlich österreichischen Hof einen Besuch zu machen und die Weltausstellung in Augenschein zu nehmen,

zegen Ende des Monats September zur Aus-

führung gelungen wird, wenn auch für den Aufent⸗ halt in Wien nur einige Tage in Aussicht ge stommen sind.

Einen großen Antheil an der fortwährenden Zunahme der Auswanderung nach Amerika haben nach derCöln. Ztg. Verlockungen und Agita⸗ lionen der Ultramontanen daselbst, die auf diese Weise ihrer Kirche, die in Nordamerika schon un geheuer angewachsen ist und immer mehr Einfluß zewinnt, dort zum Sieg verhelfen wollen.

Der General- Feldmarschall Graf Roon wird dem Vernehmen nach in den letzten Tagen vieses Monats hier eintreffen. Ueberhaupt werden die sämmtlichen Mitglieder des Staatsministeriums zm Ende des Monats hier versammelt sein.

Welchen Werth man dem Besuch des Kron-

brinzen bei der dänischen Königsfamilie in Regie zungskreisen beilegt, geht daraus hervor, daß die Prov.⸗Corresp. das ministerielle Organ, den dom Kronprinzen in Schloß Fredensborg auf die wiederhergestellte alte Freundschaft zwischen beiden Königshäusern ausgebrachten Toast besonders abdruckt. e Der Bundcsrath hat sich auf den Antrag eines Ausschusses für Handel und Verkehr damit einverstanden erklärt, daß unter den auf Rechnung des Reichs einzuziehenden Landes- Silber-Münzen auch die Kronenthaler österreichischen oder bra vanter Gepräges inbegriffen sind.

Breslau. DasSchles. Protestantenblatt, welches gemeldet hatte, daß ein evangelischer Geist licher beim Einzug des auf einer Firmungsreise be⸗ sindlichen Fürstbischofs Dr. Förster in seiner Gemeinde die Glocken der evangel. Kirche habe läuten lassen, st, wie es schreibt, genöthigt worden, den Namen

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Posen. Der Bischof Rudigier von Linz hat an den Erzbischof Ledochowski ein Schreiben ge- richtet, in welchem er diesem seine Beglückwünschung und seinen Dank für die wackere Vertheidigung der katholischen Kirche darbringt.

Straßburg. Soweit bis jetzt ein Ueber blick möglich ist, sind von sämmtlichen 20 Kreis- tagen nur 7 durch Eidesverweigerung der Mitglieder beschlußunfähig, nämlich einer in Unter ⸗Elsaß, zwei in Ober Elsaß, vier in Lothringen.

In Colmar haben von den 9 Kreistags- Mitgliedern nachträglich 6 den vorgeschriebenen Eid geleistet und ist dadurch die volle Beschluß' fähigkeit des Kreistages erreicht.

Ausland.

Schweiz. Genf. Wie dasJournal de Gendve meldet, ist das Testament des verstorbenen Herzogs Karl von Braunschweig bereits am 19* auf der Kanzlei des hiesigen Civilgerichts geöffnet worden. Die hauptsächlichsten Bestimmungen des vom 5. März 1871 datirten Testamentes sind nach dem genannten Blatte folgende: Die Leiche des Herzogs soll von fünf Aerzten untersucht werden, um zu constatiren, daß sie nicht vergiftet sei, darnach einbalsamirt oder petrificirt werden. Das Leichenbegängniß soll in der Weise wie bei einem Souverän gehalten werden. Die Leiche soll in einem Mausoleum nach dem Muster der Grab denkmäler des Geschlechtes der Scaligeri in Ve- rona bestattet und dem Verstorbenen ein Reiter- standbild, bei welchem auch sein Vater und Großvater zu siguriren hätten, in Bronce und Marmor er- richtet werden. Das Testament verbietet den Testamentsvollstreckern, mit den Verwandten des Herzogs, demPrinzen Wilhelm von Braun- schweig, dem Exkönig von Hannover, dessen Sohn und dem Herzog von Cambridge, überhaupt mit jedem Mitgliede der Familie, einen Compromiß einzugehen. Die Testamentsvollstrecke, sollen suchen, in den Besitz des in Braunschweig, Hannover, Preußen und Amerika verbliebenen Vermögens einzutreten. Das gesammte bewegliche und unbe⸗ wegliche Vermögen, inbegriffen die Juwelen und die in Braunschweig seit 1830 zurückgehaltene Habe, wird der Stadt Genf vermacht. Der General-Verwalter des herzoglichen Vermögens, Smith in England, erhält eine Million und wird zum Hauptvollstrecker ernannt, Ferdinand Cher bulier, Advokat in Genf, zum Adjunkten. Das Testament ist geschrieben und unterzeichnet von der Hand des Herzogs und am 6. März bei Notar Binet deponirt. Die Höhe der berzoglichen Hinter- lassenschaft wird auf 25 Millionen geschätzt, ein Theil davon befindet sich in Genf.

Basel. DenBaseler Nachr. zufolge sind von dem Nachlaß des Herzogs von Braunschweig auf der Handelsbank in Genf 30 Millionen Frs. vorgefunden worden. Das liquidirte Vermögen ohne die deutschen Besitzungen wird auf 50 Mil- lionen geschätzt. Außerdem gehören zu dem Nach- laß drei Hotels in Paris und Immobilien in Amerika. Die Bevölkerung von Genf ist in höchster Freude.

Frankreich. Paris. Der Herzog v. Broglie hat von dem deutschen Geschäftsträger eine De⸗ pesche erhalten, in welcher derselbe Namens seiner Regierung wegen der vor kurzer Zeit in Pont à Mousson gegen friedliche deutsche Unterthanen ver⸗ übten Thätlichkeiten reclamirt.

ueber die in Frankreich jetzt herrschende Stimmung gibt nachstehender Bericht ein anschau⸗ liches Bild: Am 16. und 17. d. strömten von allen Seiten Pilgerschaften nach Boulogne sur mer, der Pariser Pilgerzug wurde in Amiens vom commandirenden General Henry begrüßt. In Boulogne fand enthustastischer Empfang durch die Geistlichkeit im kirchlichen Ornate statt, Hochrufe erschallten auf den Papst, auf König Heinrich und Sacré coeur. Am 17. d. M. fand Pontifical⸗ messe statt, Lequette, Bischof von Arras, weihte Frankreich der heiligen Jungfrau in einer langen Kanzelrede, worin er das Vertrauen ausdrückt, daß Frankreich unter dem Beistand Maria's wieder die große Nation und älteste Tochter der Kirche werden würde. Nachmittags erfolgte eine Pro⸗ zession durch die Stadt, bestehend aus mindestens 5000 prachtvoll costümirten Männern, Frauen und Kindern aus den wohlhabenderen Bürgerklassen, mit ungefähr 1000 heiligen Symbolen und Re- liquien und ein paar tausend Bannern, worunter solche aus Elsaß, Paray-le-Monial und England, das durch eine reizend costümirte Deputation ge⸗ tragen wurde. Siebenhundert Pilger sind am 19. d. von Paris nach Notre Dame de-Liesse bei Laon abgegangen; auch in Notre Dame de⸗Ceignat im Aveyron Departement soll der Zuspruch der Gläubigen sehr bedeutend gewesen sein.

Der Privat⸗Secretär Mac Mahon's hatte sich neulich auf diei oder vier Tage nach Trou⸗ ville begeben, und ein Blatt behauptet, daß er eine geheime Mission des Präsidenten an den ganz nahe dabei in Villers weilenden Grafen von Paris gehabt habe. Diese letztere Angabe hat man sich beeilt, officibs zu dementiren.

Von den gewählten Generalraths-Präst⸗ denten gehören 50 der conservativen Partei, 23 der Linken und 12 dem linken Centrum an. Es wird versichert, daß der Graf v. Paris gesagt babe, es existire kein orleanistischer Prätendent mehr, aber es bleibe eine orleanistische Partei, welche unveränderlich an den Principien des Königs- thums vom Jahr 1830 festhalte. Diese Erklärung wäre als ein Programm des rechten Centrums zu betrachten.

Gambetta beabsichtigt sofort nach der voll⸗ ständigen Räumung des französischen Gebiets zum Zwecke republikanischer Propaganda eine Rundreise durch die bisher boecupirten Provinzen anzutreten, im Fall Thiers sich nicht entschließen sollte, bei seiner Rückkehr aus der Schweiz den an ihn von Nancy und Luneville ergangenen Einladungen zu enisprechen. f

Großbritannien. London. Nach den beiläufig bemerkt noch immer unklaren Nachrichten über die Wegnahme des englischen Dampfers San Margarita oderDeerhound durch ein spanisches Kanonenbosct sceint die Sache zu Er⸗ örterungen zwischen der englschen und der spanischen Regierung zu führen, welche das Capitel über Waffeneinfuhr noch um einiges Material bereichern dürften. Ueber den Thatbestand meldet der Corre⸗ spondent desStandard von Biarritz Folgen- des: Die Wegnahme desDeerhound fand in einiger Entfernung von Fuenterrabig statt, ehe das Schiff die vollständige Lanvung seines Cargos bewerkstelligt batte. Ein Corps von 40 berittenen Carlisten und etwa 2000 Mann zu Fuß mit 18 Ochsenkarren wartete an der Küste. Wie es beißt, zog das Schiff erst die englische Handels- flagge und dann später die Nationalflagge auf.

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