§ 21. und sich in dieser Richtung nicht bestechen lassen.
§ 22. Jeder Wagenführer muß stets bei seinem Wagen bleiben und in der Regel auf dem Bocke sitzen, in den Wagen darf sich derselbe Bei starkem Regenwetter ist es den Droschkenführern gestattet nach gehöriger Sicherung ihres Fuhrwerks in den nächsten Gebäulichkeiten in einer Weise Schutz zu suchen, daß sie ihre Geschirre stets im Auge be⸗ halten und etwaigen Anforderungen genügen können.
§ 23. Die Fahrtaxe hat für das ganze Jahr Gültigkeit.
§ 24. Die Polizeiverwaltung Bad⸗Nauheim ist befugt die Wagen⸗
nicht setzen.
Die Wagenführer dürfen die Fremden nicht mit parteiischen Empfeblunges des einen oder anderen Gasthofes oder Logisgebers belästigen
a
führer bei Widersetzlichkeit, gröblicher Verletzung der Obliegenheiten geben das sich ihnen anvertravende Publikum, grobe Mißhandlung ihrer Pferde (Thierquälerei), Störung der öffentlichen Rühe durch Schreien, Schimpfen auf öffentlicher Straße und sonstigen Anstoß und Rergzente erregende Handlungen, abgesehen von der dieselben sonst treffenden S Verbande der Droschkenführer zu entlassen.
Festgestellt auf Grund des§ 37 der Reichsgewerbeordnung.
Bad⸗ Nauheim am 1. Juli 1873.
nee Polizei ⸗ Verwaltung Bad⸗ 1 G 5
Strafe, 2
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Vorstehendes Reglement bringen wir mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Uebertretung der darin gegebenen Vorschriften in 8 fl. Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 27. Juni 1873 zu Nr. M. d. J. 6767 mit einer Geldstrafe von 35 kr. bis
fl.(1—12 Mark) bestraft werden.
Ueberschreitungen der vorgeschriebenen Fahrtaxe unkerlliegen in Gemäßheit des§ 148 der Reichs gewerbeordnung
einer Geldstrafe bis zu 50 Thlr. und im Falle des Unvermögens einer Hape mistgafz bi; zu 4 Wochen.
Friedberg am 2. Juli 1873.
Betreffend: Die Einsendung der Verzeichnisse über die durch die Beitreibung der Communal⸗Jutraden
entstandenen Kosten vom 2. Quartal d. J.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. . H a as, Kreis- Asfssos
Friedberg am 10. Juli 1873.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die ee Büsgermeistereien.
Der sofortigen Einsendung der rubricirten Verzeichnisse sehen wir entgegen.
e ie, 9 a as, Kreis ⸗Assessor.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.
Johannes Sulzbach von Oppershosen wurde zum Güteraufseher und Baumwärter für die Domanialgüter in der Gemarkung Oppers⸗ hofen ernannt und verpflichtet.— Andreas Sauer von Griedel wurde zum Feldschützen der Gemarkung Griedel ernannt und verpflichtet.— Georg Höres von Bönstadt wurde zum Wiesenvorstandsmitglied der Gemarkung Böustadt ernannt und varpflichtet.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Bei der Berathung des Aus- gabe⸗Budgels der zweiten Kammer vom 9. d. M. wurden verwilligt: 1. für Pensionen 326,000 fl.; 2. für Bedürfnisse des Großh. Hauses und Hof— faates 767,000 fl.; 3. für die Landstände 20,000 fl.; 4. für Matricularbeiträge zur Reichs⸗ hauptkasse 934, 000 fl.; 5. für das Ministerium des Innern 39,460 fl.; 6. für Criminalkosten 278,806 fl.; 7. für die Kreisämter 158,098 fl.; 8. für den Administrativ- Justiz- und Lehnhof 14,320 fl.; 9. für die Ober⸗Medieinal⸗Direction 4925 fl.; 10. für das Oberconsistorium 25,320 fl.; 11. für die Ober⸗Studien⸗ Direction 16,370 fl.; 12. für die Oberrechnungskammer-Justifictur II. Abtheilung 52,278 fl.; 13. für Lokalpolizei beamte 1775 fl.
—(Post⸗Personalnachrichten.) Angenommen wurden; der Abiturient König von Ober-Mörlen als Posteleve, der Schreibgehülfe Schäffner von Reinheim als Postgehülfe, der Schreibgehülfe Weis von Nonrod als Postgehülfe, der Kaufmann Lessel in Kostheim als Postagent, der Gastwirths o Heberer in Bieber, Kreis Offenbach a. M., als Pestagent, der Lehrer Jung in Nieder Saulheim als Postagent, der Bäckermeister und Specerei⸗ händler Obert in Weisenau als Postagent, der Adam Roth zum Landbriefträger in Bieber, Kr. Offenbuch a. M., der Heinrich Dillemuth zum Landbriefträger in Heldenbergen, der Philipp Jakob Ferdinand Schmidt zum Packekträger in Mainz, der Adam Zorn zum Landbriefträger in Nieder- Saulheim, der Konrad Bingenheimer zum Land- briesträger in Oppenheim, der Lankbriefträger Stubaus zum Stadtpostboten in Mainz; der Privat- Postunterbeamte Rotenberger wurde als Briefträger in Gießen angestellt; versetzt sind: der
Ober⸗Postdirections⸗Secretär Marizy von Darm-
stadt nach Cöln, der Postsecretär Kratz von Cöln nach Darmstadt, der Postsecretär Fritsche von Mainz nach Braunschweig, der Postseeretär Werner von Friedberg nach Mainz, der Postseeretär Buch— heim von Halle a. Saale nach Friedberg, der Postseeretär Jordan von Worms nach Frank— furt a. M., der Postsecretär Ensinger von Mainz nach Alzey, der Postamts- Assistent Mayer von Cöln nach Gießen, der Postamts-Assistent Oble— müller von Mainz nach Cöln, der Postanwärter Vierheller von Frankfurt a. M. nach Worus, der Postgehulfe Möbus von Nauheim in den Ober-⸗Mostdirections-Bezirk Carlsruhe, der Brief— träger Coburger von Gießen nach Darmstadt; aus dem Postdienste sind ausgeschieden: der Post— agent Schranz in Kostheim, der Postagent Lau
in Weisenau; der Postschaffner Frankenberger in Darmstadt ist mit Pensson in den Ruhestand getreten.
— 7. Juli. In der heutigen Kammersitzung enispann sich eine erregte Debatte über die ober⸗ hessische Eisenbahn. Die Abgeordneien Schaum und Ellenberger griffen den Unternehmer, die Baugesellschaft und die Verwaltung dieser Bahnen heftig an und brachten eine ganze Reihe von Be⸗ schwerden von mfzist örtlichem Interesse vor. Der Abgeordnete Schaub wünschte eine große Station an der Mücke errichtet zu sehen, die seiner Meinung nach durch den Schottener Wursthandel die ganze Bahnstrecke alimentiren werde. Der Regierungs“ Commissär nahm sich der Bahn auf das Wärmste an; er erklärte, daß dieselbe gut und solide gebaut sei, daß deren Ertrag sich von Monat zu Monat hebe, und daß die vorgebrachten Beschwerden sammt und sonders auf Unkenntniß der Verhält⸗ nisse und falschen Voraussetzungen beruhten. Vielen Anklang fand in der Kammer ein von dem Ab⸗ geordneten Scriba empfohlenes Project einer Localbahn von Friedberg aus durch die Wetterau nach Alsfeld hin; wir heffen, daß diese gesunde Idee ihrer Ausführung entgegengeht.
Berlin. haben die Ausschüsse des Bundesraths beantragt, die Regierungen, weiche im Besitz von Münzstätten sind, zu ersuchen, Mittheilungen an das Reichs- kanzleramt gelangen zu lassen, ob sie geneigt sind, außer Reichs⸗ Goldmünzen auch Reichs ⸗Silber⸗, Nickel- und Kupfermünzen auf ihren Münzstätten ausprͤgen zu lassen, und welche Leistungsfähigkeit sie für die einzelnen Münzstätten und Münzsorten in Aussicht stellen können für den Fall, daß die Gold- Ausprägung in dem seitherigen Umfang sort⸗ gesetzt oder auf die Hälfte beschränkt wird.
Fulda, Bestem Vernehmen nach ist die Ent⸗ zithung des Staatszuschusses für das hiesige Seminar bereits verfügt und der beteeffende Erlaß wird dem Bischof alsbald mitgetheilt werden.
Essen. Die„Ess. Z.“ meldet: Das Presby⸗ terium der evangelischen Gemeinde hat in ein⸗
stimmigem Beschlusse dem Antrage des Vorstandes
des hiesigen altatholischen Vereins auf Bewilligung der Paulskirche zum altkatholischen Gottes sienste vorbehaltlich Gene migung des k. Consistoriums in Coblenz willfahrt. Der Verein hat sich zu einer altkatholischen Gemeinde constituirt. Die definitive Bildung derselben und die Berufung eines eigenen Seelsorgers erfolgt in nächster Zeit.
Bonn. Am 9. d. wurden die Mitglieder des Personals der wilche sich vor dem Zuchtpolizeigerichte weigerten, v über die Umstände, unter welchen die Aufnahme
Zur Ausführung des Münzgesetzes
„Deutschen Reichs 8 Zeitung“, 0
eines Schmähartikels gegen den altkatholischen Bischof Reinkens erfolgte, Aufklärung zu geben, sofort verhaftet und in Gewahrsam, gebracht. Das ganze Personal ist in jener Beziehung vor den Untersuchungsrichter citirt.
Rastatt. Wir haben schon wieder einen Eisenbahn Unsall zu registriren, der sich am 3. d. Nachts gegen 3 Uhr bei Rastatt zugetragen hat. Man spricht von 3 Todten. Nähere Nachrichten fehlen noch.
Passau. Der k. Ministerial⸗Assessor Erhard hat dieser Tage in Abwesenheit des Bischofs die hiesigen bischöflichen Seminare einer eingehenden Besichtigung unterzogen.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Die Königin Olga von Württemberg und die Großfürstin Vera sind am 9. d. von hier wieder abgereist.
Schweiz. Bern. des deutschen Reichskanzleramtes, daß sämmtliche betreffende Staaten die Abhaltung eines Con- gresses behufs Gründung eines europäisch⸗ nord⸗ amerikanischen Postvereins vorgeschlagen hätten, hat der Bundes rath beschlessen, die definitive Ein⸗ ladung zum ersten September 1873 nach Bern zu erlaͤssen.
Frankreich. Paris. Wie die„Fr C. erfährt, hat der Marschall Mae-Mahon dem Kriegs⸗ minister Bufehl gegeben, eine Einladung zu der auf künftigen Donverslag zu Ehren des Schahs von Persien anberaumten Revue an den deutschen Militär bevollmächtigten in Paris, Major v. Bülow, zu erlassen. Die deutsche Botschaft ist hiervon amtlich verständigt worden und es liegt kein Grund vor, daß Hr. v. Bülow dieser Einladung nicht enispräche. Zum ersten Male seit dem Kriege
1870/71 wird wieder eine deutsche Uniform vor
der Front einer französischen Armee erscheinen.
— Der Schah von Persien hat am 9. d. M. das Grab Napoleons im Invalidendom besucht. — Wie verlautet, wird Bar ⸗le⸗Duc bis zum 23. d. M. vollständig von den deutschen Truppen geräumt sein.
— In Folge einer von dem hiesigen persischen Geschäftsträger an den päpstlichen Nuntius er- gangenen officielle Notification von der Ankunst des Schahs, gab der Nuntius im Namen des diplomatischen Corps, als Doyen, den Wunsch zu erkennen, dem Schah vorgestellt zu werden. Der Empfang fand am 9. d. statt und währte andert⸗ halb Stundeg. Der Schah unterhielt sich, dem„Uni⸗
vers“ zufolge, mit sämmtlichen Gesanoten, theils französisch, theils durch einen Dollmetscher. An
Zufolge einer Anzeige f
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