wird in Offenbach die südwestdeussche freireligiöse Synode abgehalten werden.
Heppenheim. Die Stimmen, welche auch für Hessen ein Verbot der öffentlichen religissen Processionen verlangen, mehren sich täglich. Schon hat sich die Tagespresse der Sache angenommen und wenn wir uns nicht täuschen, so wird der Posten von jetzt ab ein ständiger bleiben, bis ent⸗ weder die Regierung, oder die Stände die Ini⸗ tiative zu einer im Sinne des intelligenten Theils der Bevölkerung befriedigenden Lösung ergriffen haben werden.
Berlin. Der Handelsminister hat das in der am 16. April d. J. zu Wilhelmshöhe abge⸗ haltenen Eisenbahn⸗Conferenz ausgearbeitete Regu⸗ lativ über die Zahlung von Gratificationen an solche Bedienstete, welche betriebsgefährliche Schäden an den in die Züge eingestellten Wagen ꝛc. ent- decken, genehmigt. Ein weiteres, noch in der Vorbereitung begriffenes Reglement ist das über die Gewährung von Prämien für das fahrplan⸗ mäßige Anbringen der Personenzüge auf den Uebergangsstationen, an welchen Zug und Loco⸗ motivführer participiren. 5
— Der Geh. Obermedicinalrath Dr. v. Petten⸗ kofer ist aus München hier eingetroffen. Bekannt⸗ lich ist derselbe Seitens des Bundeskanzlers zum Vorsitzenden der sogenannten Cholera-Commission ernannt und ihm anheimgestellt worden, selbst den Termin der Constituirung derselben festzustellen. Man glaubt, daß dieselbe demnächst erfolgen wird.
— Außer der Schließung der Seminarien will die Regierung auch insofern gegen die widerspenstigen Bischöfe und ihre Zöglinge vor— gehen, als letztere weder durch die Subdiakonats⸗ noch durch die Priesterweihen vom Militärdienst befreit werden sollen. Die prächtige Erziehungs- anstalt der Dames au sacré coeur in Posen wird nun nach ihrer Schließung schon geräumt. Die Jesuiten und die polnische Aristokratie verlieren am meisten, denn für beide war hier eine Hei⸗ mathsstätte. Die abreisenden Schwestern em⸗ pfingen vom Erzbischof Ledochowski den Segen für ihr Martyrthum im Kloster.
Posen. Erzbischof Ledochowski ist zum 8. d, M. vor die Criminal Abtheilung des hiesigen Kreisgerichts geladen worden, um über die nach der Publication der Kirchengesetze vollzogene Ver⸗ a setzung des Geistlichen Arndt nach Filehne ver⸗ nommen zu wer den.
Wilhelms hafen. Der Oberwerftdirektor Przewisinskg ist von hier abgegangen, um das Commando des deutschen Geschwaders in den spanischen Gewässern an Stelle des von dort abberufenen Capitäns zur See Werner zu über nehmen.
Fulda. Der Katharinenverein, welcher bis- her unter dem Protectorate der zum Katholicismus übergetretenen Gräfin Habn⸗Hahn für die in unserer Stadt zu gründende katholische Universität Geldbeiträge sammelte, hat jetzt diese seine Thätig keit eingestellt.
— Der hiesige Bischof hat auf Zureden seiner Copitulare hin beschlossen, bezüglich des die Schließung des Knabenseminars verfügenden Er⸗ lasses des Oberpräsidenten beim König vorstellig zu werden und diesen um Zurücknahme der ge troffenen Maßregel zu bitten. Falls dieser Schritt sich als vergeblich erweisen sollte, will sich der Bischof der Ausführung des Beschlusses bis auf das Aeußerste widersetzen. 1
Limburg. Der Pfarrer Burggraf von Elz ist wegen Vergehens wider die öffentliche Ordnung — F. 130 a Kanzel Paragraph— angeklagt und Termin zur Hauptverhandlung vor der Straf- kammer dahier auf den 20 l. M. bestimmt. Der Angeklagte soll am 8. Juni l. J. in der Pfarr- kirche zu Elz vor der versammelten Kirchenge⸗ meinde Angelegenheiten des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zum Gegen⸗ hand einer Erörterung gemacht haben.
München. Nachdem hier mehrere Cholera— fälle vorgekommen, beschloß der Gesundheitsrath, jene Maßregeln sogleich anzuordnen, wolche für den Ausbruch der Cholera vorgeschrieben sind.— In der Megistratssitzung vom 2. August wurde
keingetroffen.
die Entschließung der kgl. Regierung von Ober⸗ bayern kund gegeben, wonach die Errichtung der
zwei Simultanschulen genehmigt wird. Die Re⸗
gierung genehmigte feruer die von den städtischen Collegien beschlossene Bildung neuer Schulbezirke.
Nürnberg. Se. Maj. der Kaiser, welcher am 3. d. von Homburg abreiste, ist hier glücklich Auf der Reise wurde der Kaiser überall von der Bevölkerung sympathisch begrüßt.
Regensburg. Der deutsche Kaiser ist hier⸗ selbst am 3. d. M. Abends 7 Uhr mit Benutzung
der Neumarkter Ostbahn von Nürnberg einge
troffen und an dem geschmückten Bahnhofe von einer großen Menschenmenge aufs Lebhafteste be⸗ grüßt worden. Das Feuerwehrkorps war zur Aufrechthaltung der Ordnung ausgerückt. Die Häuser und Straßen waren bis zum Absteige⸗ Quartier, dem Gasthof zum„Goldenen Kreuz“,
reich beflaggt und von der begrüßenden Bevölke⸗⸗
rung dicht besetzt.. 4 Rosenfeld. Am 1. d. wurden die vor und in unserer Stadt am Sonnenstich gestorbenen acht badischen Soldaten in Anwesenheit einer großen Menschenmenge beerdigt. Die hiesige Feuerwehr gab ihnen das Ehrengeleit. Die fünf noch hier befindlichen Soldaten sind auf dem Weg der Besserung.
Ausland. e
Oesterreich⸗lüngarn. Wien. Die ossi⸗ ciöse„Oesterreichische Correspondenz“ meldet, daß der Graf v. Paris und der Prinz v. Joinville hier eingetroffen sind und vom Kaiser empfangen wurden.— Der Schah nahm am 4. d. M. an einer Hofjagd Theil und dinirte Abends in Schön⸗ brunn.— Der deutsche Botschafter, General v. Schweinitz, ist nach Passau zur Begrüßung des Kaisers Wilhelm abgereist. 5
Schweiz. Bern. Der Bundes⸗Präsident Ceresole hat die Einladung des Kaisers von Oesterreich zur Wiener Weltausstellung in Rück⸗ 1 die wichtigen schwebenden Geschäfte ab⸗ gelehn!.
Frankreich. Paris. Die„Patrie“ meldet: Wegen der spanischen Complication hat das fran— zösische Mittelmeergeschwader den Befehl erhalten, der englischen Flotte an der spanischen Küste sich anzuschließen, um die französischen Landes ⸗Ange⸗ hörigen zu schützen und den maritimen Einfluß Frankreichs aufrechtzuerhalten. Das Mittelmeer⸗ Geschwader ist bereits vor Gibraltar angekommen.
— Am 3. d. sind von hier 106 französische Arbeiter zum Besuche der Weltausstellung nach Wien abgereist. 103 von ihnen machen diese Reise auf Kosten einer von dem Corsaire veran- stalteten Subseription, drei sind von Augouléme abgeordnet und in Nancy werden sich ihnen noch drei anschließen. Eine Delegation der Arbeiter von Lyon befindet sich schon in Wien.
Versailles. Die„Corresp. de Versailles“ bespricht die Beziehungen Frankreichs zu Spanien und hebt die strenge Neutraltät hervor, welche Frankreich sowohl gegenüber den Carlisten als den südspanischen Insurgenten beobachten werde. Die Madrider Regierung sei nicht anerkannt; man unterhalte nur die officiösen Beziehungen guter Nachbarschaft. Im Innern hätten die Consuln bei Berennungen und Bombardements nach den Grundsätzen des Völkerrechts die französischen Landes-Ange örigen zu schützen. Den Insurgenten⸗ schiffen gegenüber sei ein Einschreiten nur dann geboten, wenn außerhalb spanischer Gewässer auf hoher See ein Conflict mit französischen Schiffen entstehe. Veranlassung dazu läge nicht vor. Diese Nicht ⸗Interventions-Politik harmonire mit der französischen Auslandspolitik überhaupt.
Belfort. Die Festung ist am 2. d. früh zwischen fünf und acht Uhr von den Deutschen vollkommen geräumt worden und bald darauf folgten die üblichen Freudenbezeugungen, wie Glockengeläute, Ausstecken der dreifarbigen Fahnen, Hochrufe auf Thiers u. s. w.
Belgien. Brüssel. Dem„Fr. J.“ schreibt man von hier: Bevor diese Zeilen Ihnen zugegangen sein dürften, wird wohl der König Leopold II. schon in Frankfurts Mauern eingetroffen sein. Es heißt wenigstens, daß seine ganz unerwartete Ab⸗
reise am 1. d. mit dem Nachtzuge na ch⸗ land, welche der„Moniteur belge“ avisirte, Frankfurt zum Zielpunkte hatte. 5 eine Zusammenkunft mit dem deutschen Kaiser sein. Hier verlautet bis jetzt nichts Näheres. 1 Spauien. Madrid. In der Cortessitzung am 2. d. wurde Seitens des Ministeriums ein Telegramm verlesen, wonach der Dampfer„Vigi⸗ lante“ an Spanien zurückgegeben und Contreras von den Commandanten der fremden Kriegsschiffe zur Sicherung der von ihnen verlangten Rückkehr der Insurgentenschiffe von Malaga nach Cartagena als Geisel zurückbehalten worden ist. Das Vor gehen der fremdem Kriegsschiffe bei der Inhaft⸗ nahme Contreras erfolgte nach vorgängiger Ver ⸗ ständigung unter den Commandanten des englischen, franzöfischen und deutschen Geschwaders. 5 — Die Artilleristen von Cadix wendeten sich von der Rebellion ab, arretirten die revolutionäre Junta und lieferten dieselbe den in Cadix ein- ziehenden Truppen aue, Ganz Andalusien ist in vollständigem Frieden. Das Bombardement von Valencia wird fortgesetzt. N Gibraltar. Das englische Mittelmeer ⸗Ge⸗ schwader ist hier vor Anker gegangen. 10 — Die deutsche Panzerfregatte„Friedrich Karl“ zwang am 1. d. M. mit der englischen Panzerfregatte„Swiftsure“ die Insurgenten- Fre- gatten„Victoria“ und„Almansa“, welche behufs Geld⸗Erpressung das offene Almeria bombardirten, nach Cartagena zurückzukehren, wo sie blokirt ge⸗ halten werden. Contteras bleibt jetzt bis auf Weiteres an Bord des„Friedrich Karl“.
Italien. Rom. Der Marineminister hat die Commandanten der Panzergeschwader beauf⸗ tragt, einige Kriegsschiffe nach den spanischen Ge- wässern zu entsenden. Wahrscheinlich gehen die entsendeten Geschwader vereinigt nach Cartagena.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Bei dem bereits gemeldeten Brande in Wisselsheim brannten eine Scheuer und mehrere Stallungen nieder. Zugleich brannte es in Münzenberg. Näheres konnten wir von dort noch nicht erfahren.
Friedberg. Der Hessen⸗Darmstädtische Hauplverein der Gustav⸗Adolph⸗Stiftung hat im abgelaufenen Geschäfts⸗ jahre eine Mehreinnahme von 600 fl. erzielt. Nach dem Beschlusse, der kürzlich in Groß⸗Gerau abgehaltenen General⸗ versammlung des Vereins soll der Ueberschuß vorzugsweise für die Gemeinde Horchheim mit den Filialen Weins heim und Wies⸗ Oppenheim, woselbst unter dem e Drucke der speciftsch katholischen Umgebung die Gründung einer eigenen Gemeinde beschlossen worden ist, verwendet werden.
Darmstadt. Dieser Tage goß das Dienstmädchen eines hiesigen Kaufmanns, um dem schlecht brennenden Herdfeuer nachzuhelfen, unvorsichtiger Weise eine geringe Quantität Petroleum auf dasselbe. Sofort erfolgte eine Explosion, wodurch das Mädchen schwere Brandwunden davontrug. Möge dieser Vorfall zur allgemeinen Warnung dienen.
Mainz. Ein sein Ziel verfehlendes und weit über die Sicherheitsposten hinausgehendes Projektil schlug am 31. Juli inmitten einer Anzahl Arbeiter und Mombacher Leule in den Boden, crepirte deselbst und wühlte die Erde 1 Fuß tief auf. Zum Glück wurde Niemand verletzt. Ein Bruchtheil der Granate, 7 Pfund schwer, wurde daf dem Bureau des„Mzr. Anz.“ zur Einsicht niedergelegt.
Mainz. Uns steht demnächst eine höchst interessante Gerichtsverhandlung bevor. Domcapitular Moufang bat nämlich den Pfarrer Dr. Krumm angeklagt, weil derselbe die im Seminare zu Mainz gelehrte Gury'sche Moral⸗ theologie eine Spitzbubenmoral oder ähnlich gebeißen bat. Herr Krumm wird die Einrede der Wahrheit voraussicht⸗ lich verbürgen und dürfte nach dem sauberen Inbalt des Guty'schen Lehrbuchs sein Beweis sicherlich gelingen. Näheres demnächst, wenn die Sache zur Verhandlung kommt.
Worms. Ein fremder Mann wurde am 4. Aug. Nachmittags auf der Rheinbrücke vom Sonnenstich be⸗ fallen und war sofort todt. f
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Frankfurt. Am 4. August Nachmittags gegen zwei Uhr brach in dem Hause Nr. 8 der Grubengasse in dem Mansarde- und Dachstock Feuer aus. Die dadurch in Lebensgefahr gerathenen Kinder wurden über die Brand⸗ mauer gerettel. Dank der raschen Hülfe der Feuerwehr 5 und der 7, Compagnie des Löschbataillons blieb das Feuer auf seinen Heerd beschränkt. a r Frankfurt. Der Blitzableiter auf dem Pfarrthurme hat sich bei den letzten Wetiern trefflich bewährt und muß dessen Anlage als eine ganz vorzögliche bezeichnet werden. Ein Blitzstrahl, der an demselben herabfuhr, beschädigte
ohne weiteren Schaden anzutichten. 4 1
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Das will wenigstens ein Lütticher Blatt wissen. 1
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Fri e d bear g.
Wöllstadt.
Ober
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zwar einen Leitungshalter, fuhr aber direct in die Erde 44
Bruchenbrücken.


