Ausgabe 
6.2.1873
 
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Donnerstag den 6. Februar.

berheffischer Anzeiger.

0 D Die Petitzeile

wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet.

Kreisblatt sür den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Deutsches Reich. Darmstadt. Der Kassationshof bestätigte freisprechende Urtheil in der bekannten An- aͤgesache v. Dalwigk gegen Hans Blum.

Das Ministerium des Innern hat eine orlage wegen Erböhung des Staatsbeitrags für n Landes⸗Gewerbe⸗Verein um 7000 fl. an die eile Kammer der Stände gelangen lassen. Die entralstelle für Gewerbe hatte beantragt, als tafion für den Landes ⸗Gewerbe⸗ Verein statt er bisherigen 13,000 fl. die Summe von 5,000 fl. oder 12,000 fl. jährlich mehr vorzu⸗ hen. Die Regierung nahm jedoch nur 7000 fl.

den Entwurf des Staatsbudgets auf, wie die D. Ztg. sagt, in der Voraussetzung,daß iermit wenigstens für die nächsten Jabre die ingendsten Bedürfnisse befriedigt werden können nd der Verein sich demnächst doch noch entschließt, urch Erhöhung der Beiträge seiner Mitglieder

sch weitere Einnahmen zu verschaffen, sowie in fücksicht auf die Höhe der Dotation der land-

zu gegend Atefühemz

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pirthschaftlichen Vereine, mit welcher die Dotation für den Landes⸗Gewerbe⸗Verein durch deren Er⸗ öhung um 7000 fl. ungefähr gleichgestellt würde. zan Der unlängst in der zweiten Kammer ein 1 11 ebrachte Antrag auf zeitgemäße Erhöhung der 00 20 ensionen der Wittwen und Waisen der Civil e leamten hat, obgleich der Staat bereits jetzt schon u der betreffenden Casse jährlich 83,000 fl. zuschießt, n, dil 0 ennoch begründete Aussicht auf baldige Realisirung. kin 9 Bei der demnächsligen Budgetberathung 1 ditd wiederholt der Antrag gestellt werden, das Landesgestüt, welches einen jährlichen Aufwand on etwa 43,000 Gulden erfordert, eingehen zu 84 da die erzielten Resultate diesem Kosten⸗ ufwand gegenüber nicht für entsprechend erachtet

erden. D nchlnezun zi 126 has DemFr. J. wird von hier geschrieben: In Folge einer Anfrage des Finanz Ausschusses ver zwelten Kammer hat die Regkerung ditjenigen Hegenstände bezeichnet, die voraussichtlich noch

Anlaß zu Geld⸗Borderungen, außer den im Budget d schon vorgesehenen, geben werden. Unter diesen Hegenständen befindet sich, wenn wir recht unter⸗ sichtet sind, die Wiederherstellung des abgebrannten Bof⸗ Theaters. Diese Wiederherstellung ist eine Kast, welche auf den in die Staatskasse fließenden e er, Linkünften des großh. Familien ⸗Fideicommisses en 1 fuht. Ein Zweifel über die Verpflichtung des andes zur Tragung dieser Kosten, soweit sie tune durch die Versicherungs⸗Summen nicht gedeckt sind, kat sann daher nicht bestehen. Wenn gele nllich der 1g* Aibten Landtagswahlen die Kosten der Wieder her⸗ B. dellung des Theaters bie und da auf mehr als e e, eine Million veranschlagt wurden, so scheint man ich sit dabel den von einem auswärtigen Architekten ent⸗ wende, worfenen Plan, welcher zugleich eine beträchtliche Erweiterung in sich schloß, vor Augen gehabt zu a 5 Haben. Nach den neueren Plänen und Voran⸗ en schlägen sieht zwar die Bedarssumme noch nicht 10 fest; nach einem vorläufigen Ueberschlage dürste , ledoch der außer der Brandentschädigung nötbige e Aufwand zur Wiederherstellung den Betrag von ee, 5,000 fl. nch überschrlan. Die Kreisordnung hat nunmehr die Ge. 1 1 gehmigung des Großherzogs erhalten und wird

1 fofort an die Stände gelangen. Wie verlautet, wird die zweite Kammer noch im Laufe dieses 7 ee zur Berathung der neuen Geschäfts⸗ ordnung zusammentreten.

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In der am 3. d. M. dahier stattgehabten Wahl von Abgeordneten zur Landes⸗Synode wurden Decan Ewald und Hofgerichts⸗Advokat Ohly, und zu deren Vertretern Pfarrer Diegeldey zu Roßdorf und Rentner Kohl zu Bessungen gewählt.

Groß Gerau. Bei der Wahl zur Landes Synode wurde dabier gewählt: Oberconsistorial- rath Linß von Nauheim und Fabrikant Engelhardt von Reichelsheim. Stellvertreter: Decan Habicht von Rüsselsheim, Färber Vollbardt von Groß-Gerau.

Berlin. Die Eisenbahn-Commission des Abgeordnetenhauses genebmigte einstimmig die Erbauung der Moselbahn Oberlahnstein⸗Trier bis zur Reichsgrenze bei Sierck und den hiefür ge⸗ forderten Kostenbetrag von 20,750,000 Thalern, wobei in Folge der von den Städten Wittlich, Bernkastel und Trarbach eingereichten Petitionen empfohlen wird, die Staatsregierung aufzufordern, Stichbahnen nach den genannten Orten auszuführen.

Berlin, 4. Febr. Abgeordnetenhaus. Nach Verlesung der Eingänge, worunter sich auch eine Interpellation des Abgeordneten v. Wierzbinski über den deutschen und polnischen Sprachunterricht an den Gymnasien der Provinz Posen befand, schritt die Kammer zur dritten Lesung der Gesetz vorlage über die Aenderung der Artikel 15 und 18 der Verfassung. Die Abgg. v. Gerlach und Mitschke⸗Kollande sprachen gegen, Brauchitsch jede Solidarität mit Gerlach und der Partei der Rechten, welche als conservativ nicht mehr an⸗ gesehen werden könne, zurückweisend und Kar⸗ dorff, welcher die nationale Haltung der Centrums⸗ partei auf's Heftigste keitisirte, für die Vorlage. Nachdem noch Schorlemmer-Alst sich gegen die Vorlage ausgesprochen, wurde der Schluß der Generaldiscussion angenommen. Bei der nun folgenden Sperialdiscusston sprach noch Abg. Glaser gegen den Art. 15, worauf die Specialdiscussion geschlossen und derselbe angenommen wurde; Art. 18, sowie die Einleitung zur Gesetzvorlage nahm das Haus ohne Debatte an. Das ganze Gesetz wurde beim Namens aufrufe mit 245 gegen 110 Stimmen angenommen.

Der Reichskanzler hat bein Bundesrath beantragt, eine Pauschsumme von 520,000 Thlr. an die Verwaltungen der im Reiche belegenen Staats- und Privat ⸗Eisenbahnen als vergleichs⸗ weise Abfindung zu gewähren für die von ihnen für die regulativwiprige, Benutzung von Kriegs- zwecken erhobenen Entschädigungsansprüche; ferner die Entschädigungen an die fremdländischen Ver⸗ einsverwaltungen für dieselben Leistungen nach Maßgabe der beantragten Miethszusätze und Prü⸗ fang der Liquidationen zu genehmigen.

DieGermania veröffentlicht den Wort⸗ laut einer Denkschrift des preußischen Episcopats an das ßpreußische Ministerium bezüglich der Kirchenvorlagen. l,.

Hr. v. Mühler hat seine literarische Thätig⸗ keit gegen die jetzt in dem früher von ihm geleiteten Ministerium herrschende Richtung wieder aufge⸗ nommen. ie dasD. Wchbl. hört, stammen die scharfen Artikel, welche dieNeue Preußische Zeitung kürzlich in den kirchlichen Fragen gebracht hat, aus der Feder des früheren Cultusministers.

Limburg a. d. L. Nach einer Zusammen⸗ stellung des Cultus ministeriums zählt Deutschland an Priester- und Knaben-Seminarien in den Diö⸗ cesen 1) Köln 1 Priester-, 4 Knaben Seminarien, 2) Trier 1 Priester⸗, 1 Knaben⸗Seminar(letzteres

mit 90 Zöglingen), 3) Paderborn 2 Prlester⸗,

3 Knaben Seminare, 4) Münster 2 Priester⸗, 4 Knaben Seminare, 5) Breslau 1 Priester⸗, 2 Knaben Seminare(mit 168 Zöglingen), 6) Ermland 1 Priester⸗Seminar(16 Alumnen), 7) Kulm 1 Priester, 1 KnabenSeminar, 8) Posen und Gnesen 2 Priester⸗Stminare, von denen das zu Posen 75 Alumnen zählt, 9) Hildes⸗ heim 1 Priester⸗ Seminar, 10) Limburg 1 Priester⸗ Seminar,(4 Alumnen) und die Knaben⸗Seminare zu Hadamar mit 62 und zu Montabaur mit 51 Zöglingen, 11) Osnabrück 1 Priester⸗, (5 Alumnen) und 2 Knaben⸗Seminare, 12) Fulda 1 Priester⸗ Seminar, 13) Freiburg 1 Priester⸗ und 5 Knaben Seminare.

Homburg v. d. H. In der Sitzung des Gemeindevorstandes wurde der Vertrag mit der Staatsbehörde wegen Ankauf des mit Schluß 1872 dem Fiscus anheimgefallenen Besitzthums an Kurgebäuden, Heilquellen und Anlagen für 80,000 Thaler und zugleich wegen Uebernahme der Verpflichtung, die von Seiten des Fiscus der Kurbausgesellschaft abzukaufenden Kurgebäude ic. gegen Entschädigung von 50,000 Thalern für Rechnung der Stadt nach vorausgegangener Ab⸗ schätzung anzukaufen(welcher Vertrag am 27. De⸗ zember 1872 bereits die Genehmigung des Königs erhalten) von Seiten der Mitglieder des Gemeinde⸗ vorstands unterzeichnet.

Leipzig. Die biesigen Vereinsbuchdrucker kündigten am 1. Februar beiläufig 200 dem Ver- bande der deutschen Buchdruckergehülfen angehörigen Buchdruckern, in Folge dessen 53 Gehülfen aus dem. Verein austraten. 600 Gehülfen hatten bis jetzt in den Vereinsofficinen fortgearbeitet, am nächsten Montag wird die Zahl der sortarbeiten⸗ den Gehülfen voraussichtlich 400 betragen. Der Druck aller Zeitungen und Wochenjournale ist ge⸗ sichert, und demnach der Hauptzweck der Gehülfen vereitelt.

Ausland.

Oesterreich. Ein Telegramm derWiener Abendpost aus Prag meldet, daß weder dort⸗ selbst, noch in der Umgebung die beabsichtigten Demonstrationen durch ischechische Volks versamm⸗ lungen stattfanden.

Schweiz. Die Proclamation, welche zur Begründung der bekannten Beschlüsse die Dibeesan⸗ conferenz an die katholische Bevölkerung ihrer Cantone erließ, beginnt folgendermaßen:Unsere schweizerische katholische Bevölkerung lebte in den letzten Jahrzehnten in Friede und Eintracht unter sich und mit ihren eidgenössischen Mitbrüdern anderer Confession. Der milde, ächt christliche und eidgenössische Geist, der seit der Gründung des Bisthums Basel die Bischöfe beseelte, das gute Einvernehmen, das sie mit den Regierungen zu unterhalten trachteten, hat nicht wenig hierzu beigetragen. Mit dem Amtsantritte des hohen Bischofs Eugenius Lachat haben diese Verhältnisse sich geändert. Der h. Bischof Lachat, im Aus⸗ lande erzogen, mit unseren schweizerischen Einrich · tungen gar nicht bekannt, verstebt unsere Verhält- nisse nicht und läßt sich gänzlich durch fremde Einflüsse leiten.Wir haben fährt die Proclamation fort alle gütlichen Mittel er⸗ schöpft, um mit ihm in Frieden zu leben. Er hat uns in allen Fragen ein entschiedenesNein entgegengesetzt, und wenn wir uns endlich zu an⸗ deren Maßnahmen veranlaßt sehen, so geschieht es