nicht Theil nehmen, und diese setzt nicht bloß Lasker's wegen ihre Berathungen aus, sondern sie
muß, ehe sie mit Erfolg ihre Thätigkeit beginnen kann, abwarten, was aus der von ihr nachge⸗ suchten Competenz- Erweiterung wird. Letztere kann wiederum nicht ohne den Landtag ausgesprochen werden, und so stehen wir vor einer unabsehbaren Geschichte. Der Bank-Präsident Dechend sagte: Die Untersuchungs ⸗Commission kann Monate ge⸗ brauchen, um fertig zu werden, ja es kann ein volles Jahr darüber vergehen. Ueberdies ist die Rede davon, daß der Vorsitzende der Commission, Seehandels⸗Präsident Günther, Oberpräsident von Posen werden soll.
— Der„Staatsanzeiger“ bringt nachstehende Kaiserliche Verordnung zur öffentlichen Kenntniß: Wir Wilhelm von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 1c. verordnen auf Grund des Artikels 12 der Verfassung des Deutschen Reichs, im Namen des Reiches was folgt: Der Reichstag wird berufen, am 12. März d. J. in Berlin zusammenzutreten und beauftragen Wir den Reichs⸗ kanzler mit den zu diesen Zwecken nöthigen Vor⸗ bereitungen. Urkundlich unter Unserer Höchsteigen⸗ händigen Unterschrift und beigedrucktem kaiserlichen Insiegel.— Gegeben Berlin, 26. Februar 1873.
(L. 8.) gez. Wilhelm. gez. v. Bismarck.
— Der allgemeine Droschkenstrike hat in Folge des neuen Reglements am 1. d. begonnen. Nur ganz vereinzelte Droschken sind auf den Halteplätzen sichtbar.
— Das Polizei⸗Präsidium ordnete wegen des Droschken⸗Strikes die Beförderung der Reisenden und ihres Gepäckes von den Bahnhöfen und dem Schloßplatze durch Omnibusse, sowie die Auf⸗ stellung einer großen Anzahl von Dienstmännern auf den Bahnhöfen und dem Schloßplatze zur Gepäckbeförderung an; ferner forderte dasselbe die Besitzer von öffentlichen Fuhrwerken mit Ausnahme der Droschkenbesitzer zur Aufstellung von Wagen auf.
— Prinz Friedrich Karl trat am 2. März eine längere Inspicirungsreise nach den neuen Provinzen an; derselbe begibt sich zunächst nach Metz.
— Wie die„Kreuz⸗Zeitung“ meldet, hat am 1. d. endlich die Vernehmung des Hrn. Wagener durch den General Steuer Director Schuhmann und zwar in der Wohnung des Ersteren stattge⸗ funden. Es handelt sich hierbei um das„Audiatur et altera pars“ bezüglich der Rede des Abgeord⸗ neten Lasker vom 15. v. M., namentlich um die Ausstellung der Reverse, welche die Actienzeichner von jeder Verbindlichkeit befreien. Hoffentlich wird das Staatsministerium nunmehr in den Stand gesetzt sein, eine Entscheidung über die Frage, ob Diseiplinaruntersuchung oder nicht, zu treffen.
— Der Reichskanzler wird dem Reichstage eine Vorlage betreffs der Aufhebung der akademischen Gerichtsbarkeit machen.
Hirschberg(in Schlesien). Der alt⸗ katholische Pfarrer Haßler wurde von der Bürger⸗ schaft einstimmig als Stadtpfarrer gewählt.
Bonn. In der Sitzung des hiesigen Zucht⸗ polizei ⸗Gerichts am 28. Febr. wurden die drei Barone v. Los, Hompesch und Boeselager, welche bekanntlich ein Zustimmungs⸗Telegramm zur päpst⸗ lichen Allocution nach Rom gesandt hatten, von der in diesem Schritte gefundenen Majestätsbe⸗ leidigung freigesprochen.
Wiesbaden. Se. kaiserl. und kgl. Hoheit, der Kronprinz hatte den Wunsch geäußert, vor der Abreise von hier einer Sitzung des Regie⸗ rungs⸗Collegiums beizuwohnen. Zu dem Ende war eine solche Sitzung auf den 28. Febr., Vor⸗ mittags 11½ Uhr, anberaumt worden, welcher det Kronprinz bis zu Ende, nach 1 Uhr, bei⸗ wohnte. Wie wir hören kamen drei Gegenstände von allgemeinem Interesse zum Vortrag; nämlich über die Verwaltung der Domanialwaldungen durch Hrn. Landforstmeister Tilmann, ferner über die Leistungen des Fiscus an die Domkirche zu Limburg durch Hrn. Regierungs- Assessor Himly und drittens über die Verhältnisse der Cur⸗ und Badeorte Ems, Homburg und Wiesbaden nach Aufhebung der Spielbanken durch Hrn. Regie- rungsrath Sartorius.
— Prinz Ludwig von Hessen verweilt einige Tage hier zum Besuche bei der kronprinzlichen Familie.
Leipzig. Dem hiesigen geschäftsführenden Ausschusse des deutschen Buchdruckervereins ist aus Breslau die Mittheilung zugegangen, daß in einer abgehaltenen Versammlung des dortigen Localvereins von sämmtlichen Buchdruckereien mit Ausnahme der Genossenschaftsdruckerei, welche sechs Gehülfen beschäftigt, der Beschluß gefaßt ist, die Anordnungen des deutschen Buchdruckervereins wegen einer allgemeinen Kündigung der dem Gehülfen⸗Verbande ange⸗ hörigen Gehülfen am 8. d. strict zur Ausführung zu bringen und sich schriftlich dazu zu verpflichten.
Weimar. In Abgeordnetenkreisen kam zur Sprache, daß die Staatsregierung eine Summe von ¼ Millionen Thaler bei der Weimarischen Bank gegen den geringen Zins- betrag von 2 pCt. hinterlegt und dabei ausbe⸗ dungen habe, daß die Rückzahlung des Capitals auf Verlangen ohne jegliche Kündigungsfrist erfolgen müsse. Da der eigentliche Zweck einer solchen keineswegs ökonomischen Capital⸗Anlage nicht recht erfindlich ist, soll, wie verlautet, eine bezüglich Interpellation an die Regierung bevorstehen.
München. Beim Ableben des Generals v. Hartmann erinnert die„Südd. Post“ daran, daß General Hartmann nach dem Feldzug von 1866 wegen seines Nicht⸗Eintreffens bei der Schlacht von Kissingen, die dadurch verloren ging, heftig angegriffen wurde. Gegen den„Nürnb. Anzeiger“ und den„Volksboten“ fanden deßwegen Schwur ⸗ gerichtsverhandlungen statt, ohne daß dadurch die Angelegenheit zu besserer Kläcung kam, da der General, vom Kriegsministerium seines Diensteides nicht entbunden, schweigen mußte. Später wurde die Angelegenheit von der„Südd. Post“ wieder aufgegriffen und dieselbe kam in die Lage, aus authentischer Quelle constatiren zu können, daß Hartmann am Nicht-Eintreffen ganz schuldlos war. Gegen ausdrücklichen Befehl war er sogar zwei Mal vorgerückt, und erst das dritte Mal blieb er stehen, warf aber seinen Säbel weg mit den Worten:„Da möchte der Teufel General sein.“ In den von ihm selbst herrührenden Angaben er⸗ klärte er, er möchte den Soldaten kennen, der es wagte, einem dreimaligen Befehl ungehorsam zu sein.
Straßburg. Eine von der nieder ⸗elsäs⸗ sischen Gesellschaft für Ackerbau, Wissenschaft und Künste an den Bundesrath gerichtete, mit zahl- reichen Unterschriften von Bürgermeistern und Notablen des Landes versehene Petition gegen Erhöhung der Tabakssteuer erwähnt den Wider⸗ spruch, der auch in Altdeutschland bereits dagegen hervorgetreten, und betont, daß das Elsaß, dessen Tabakscultur von der französischen Regierung stets begünstigt worden, besonders empfindlich von einer Erhöhung der Tabakssteuer betroffen werden würde.
— Der Professor der Theologie Labatier, welcher in zwei Vorlesungen zu Bischweiler und Markirch die deutschen Frauen zu verunglimpfen suchte, erhielt die Weisung, binnen 48 Stunden Elsaß⸗Lothringen zu verlassen.
Ausland.
Frankreich. Paris. Der„France“ kommt das Gerücht zu Ohren, daß der Papst selbst dem Grafen Chambord in einem Briese gewisse Zuge ständnisse zur Herstellung der Einigkeit in der monarchischen Partei angerathen und darauf eine zwar in der Form ehrfurchtsvollere, aber nicht minder ablehnende Antwort als der Bischof von Orleans erhalten habe.
— Die„Union“ publicirt eine Proclamation Alfonso's, des Bruders von Don Carlos, an die spanische Armee, welche allen zu den Carlisten übertretenden Ossizieren höhere Grade verspricht. Die„Union“ schlägt die Streitkräfte der Car⸗ listen auf 35,000 Mann an.
— Wie es heißt, wird der Präsident der Re⸗ publik in der Sitzung vom 1. März der National- versammlung das Wort ergreifen, um die in seiner letzten Botschaft dargelegte Politik nochmals aus⸗
zuführen und zu vertheidigen; der Herzog v. Broglie
soll für diesen Fall gesonnen sein, den Entwurf der Dreißiger⸗Commission zurückzuziehen. In den parlamenkarischen Kreisen herrscht lebhafte Be, wegung.
Versailles, 1. März. Nationalversammlu Bei fortgesetzter Berathung des Gesetzentwurfs der Dreißiger Commission nazm der Justizminissen Dufaure das Wort, um Erklärungen im Sinn der Aufrechthaltung des Vertrages von Bordeauz abzugeben. Nachdem noch mehrere andere Redner
gesprochen, beschloß die Versammlung mit 499
gegen 200 Stimmen, in die Berathung der ein, zelnen Artikel einzutreten.
Großbritannien. London. Nach den zur Veröffentlichung gelangten Marine⸗Bupget sih das Jahr 1873— 1874 find die Ausgaben auf 9,872,725 Pfund veranschlagt, mithin u 340,576 Pfund höher als im Vorjahre.
— Der Correspondent der„Pall⸗Mall Gazette“ bringt die Nachricht von Unruhen, die in Sumatra ausgebrochen seien. Der Gouverneur der Insel verlangte bedeutende Truppenverstärkung, um dem⸗ selben entgegentreten zu können.
Plymouth. Hier eingetroffene Nachrichten melden die Zerftörung von San Vincentes(San Salvador) durch Erdbeben.
Spanien. Die Nationalversammlung setzlz die Berathung über den Gesetzentwurf wegen der Abschaffung der Sclaverei auf Portorico fort.— Die Regierung bezeichnet die Nachrichten aus den Provinzen als fortdauernd befriedigend.— Be Cadix stießen ein französisches und ein spanisches Schiff zusammen, wobei letzteres sank und 92 Per⸗ sonen umkamen. ‚
Portugal. Nach Berichten, welche aug Loanda(Wesiküste von Afrika) eingetroffen sind, ist daselbst die Ruhe vollkommen wiederbergestellt; es gilt für gewiß, daß der Aufstand jeder politischen Bedeutung entbehrt.
Italien. Der Generalsekretär im französischen Handelsministerium, Ozenne, ist hier behufs der
Verhandlung über den Abschluß des italienisch⸗“
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französischen Handelsvertrages eingetroffen. Man versichert, daß der Papst beharrlich die Er nennung neuer Cardinäle verweigert.
Gernsheim. stand hier Feuer. nährt von einem leichten Südostwind, ein ganzes Quartier, circa 8 Wohnhäuser, 6 Scheuern, 7 Ställe ab. Wärk das Feuer einige Stunden später entstanden, dann wäre ein Verlust an Menschenleben und auch an Thieren sicher: zu beklagen gewesen. Ueber das Entstehen des Feuer vernimmt man nichts Bestimmies.
Alsfeld. Die von mehreren Zeitungen gebrachle⸗ Nachricht, daß Confirmanden auf dem Wege nach Homberg. auf dem Eise des Ohmflusses eingebrochen und ertrunken seien, ist nach amtlichen Ermittelungen gänzlich unwahr und rein aus der Luft gegriffen.
Am 22. Febr. Abends 8 Uhr ent Es brannte in ganz kurzer Zeit, ge⸗
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Berlin. Seit einigen Wachen befinden sich in der:
biesigen Charilé viele mit Sympiomen der Trichinen«⸗ Krankheit behaftete Patienten, an deren Genesung ges
zweifelt wird; es find größlentheils solche Personen, welche: mit Vorliebe ungekochtes Schweinesleisch zu genießen pfleglen⸗
Posen. der hier seit einigen Wochen siehenden Winkler'schen Mena⸗ gerie die Reinigung der Käfige besorgen half und rückwärte gewendet mit ihrem Kopfe dem Käfig nahe kam, schlug dieser mit der Taße das Mädchen vei den langen Haaren; dabei schlugen din Krallen des Raubtpiers tief in die Stirn des Mädchens ein. Dieses griff nun mit der rechten Hand berum, un sich zu befreien, was ihr auch irsofern gelang, als den Leopard den Kopf losließ und die Hand erhriff und zerris⸗ Der Kopf ist von der Stirn an Oynmächlige wurde sofort in ärztliche Hülfe gegeben.
hinaus und packe
Landwirthschaftliches. Ueber Kartoffelzucht. 5) Die Behandlung des Kartoffelkrautes, Tritt Kartoffelkraukheit man bei den ersten Anzeichen die obersten Theile det Reben abschneidet; dies darf aber erst nach der Blütthe⸗ zeit geschehen. Man machte in dteser Beziehung Versuche und fand, daß sich unter den beschnittenen Stöcken nur
wenige, bei den andern aber viele kranke Knollen zeig ten. Dr. Birnbaum empfiehlt, das Kraut jedes Jahr einige denn der Ansas
Zeit nach dem Verblühen abzuschneiden,
von Samerknollen entzöge dem Stocke, also den Wurzel
knollen, viele Nahrung. Die Natur gibt ja auch einen Fingerzeig durch das vergilbte und abstehende Kraut. Hiel ö
verhält sichs wie beim Heugras und den Getreiden. 00 Halt
beim ersteten Samenbildung ein, dann verlieren ö
und Bläuchen des Grases an nährenden Stoffen, die 1
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Als dieser Tage ein 22jähriges Mädchen im
des Leoparden zu 0
förmlich scalpirt. Dia hd


