Ausgabe 
4.9.1873
 
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1873.

Oberhessischer Anzeiger.

Donnerstag den 4. September.

Die Petitzeile wird mit 3 kr., resp. 1 Sgr., berechnet.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für den Monat September kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.

in Zukunft auf 4 kr. stellen.

behalten uns jedoch eventuell eine

Erhöhung vor. Der neue Preisansatz

Annoncen⸗Gebühren betreffend.

Die fortwährend gesteigerten Preise für das Material: Papier(um 30%), Schrift und Schwärze(um 2530), die erhöhten Arbeitslöhne ꝛc. ꝛc. machten eigentlich sowohl eine Erhöhung des Abonnementspreises, sowie eine Erhöhung der Annoncen gebühren nöthig. Trotzdem wollen wir vorerst nur die letztere vornehmen und zwar wird sich der Preis der Petitzeile oder deren Raum Es ist diese Erhöhung auch außerdem dadurch gerechtfertigt, daß der Anzeiger in letzter Zeit bedeutend an Abonnentenzahl zugenommen hat, Annoncen also selbstverständlich eine weit größere Verbreitung als seither finden. Won Friedberg und Bad⸗Nauheim eingesandte Annoncen werden wir für's Erste noch zum alten Preise berechnen,

beginnt mit dem 1. Oktober.

Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.

Deutsches Reich. Dar mstadt. Das Plenum der Landes⸗ Synode wird nicht wie von einzelnen Blättern irrig gemeldet, am 20., sondern schon am 15. Sept. zusammentreten. Die Einberufung Seitens des Präsidiums ist angeordnet. Der vom Ausschußz der Synode erstattete Bericht is jetzt, einschließ⸗ lich des Gutachtens der Aus schußminorität, voll⸗

ständig erschienen.

Am 18. v. M. wurde der Actuariate⸗ Aspirant Wilhelm Siebert aus Langen zum Land: gerichts ⸗Actuar bei Großherzoglichem Landgericht Büdingen ernannt.

Wie wir hören, ist die Frage über die Besetzung der Stelle eines Generalsecretärs der land wirthschaftlichen Vereine nunmehr erledigt und für diesen Posten Hr. Dr. R. Weidenhammer zu Helmstedt, dessen Ernennung in der Kürze bevor⸗ stehen dürfte, in Aussicht genommen.

Berlin. Durch Erlaß des Cultus ministers sind die Impfärzte aufgefordert worden, über die Erfahrungen, welche sie beim Impfgeschäft über⸗ haupt gemacht, sowie über die Benutzung der Glycerinlymphe, über das Verhalten der Kinder nach der Impfung, über die etwaige Erfolglostg⸗ seit mancher Vaccinationen und über anderweitige in dies Gebiet einschlagende Beobachtungen bis jum 20. Februar k. J. ausführlichen Bericht zu irstatten. f b

Wie man hört, werden sämmtliche katho⸗ lischen Seminare in allen Provinzen der Monarchie iner gründlichen Revision bezüglich der Statuten und ihrer Uebereinstimmung mit den Maigesetzen unterworfen. Man ist darauf vorbereitet, überall

venselben Widerstand und denselben Ausflüchten zu begegnen, man ist aber auch gewillt, mit aller Energie diejenigen Absichten durchzuführen, von genen bei Erlaß der Kirchengesetze ausgegangen t. In Regierungskreisen macht man sich keine Sorge darüber, wenn die Klerikalen jubeln, daß nan ihnen doch nichts anhaben könne und Geld- trafen sie kaum berühren. Es bleibt aber zu er⸗ pägen, daß die Kirchengesetze gegen ganz bestimmte Uebelstände gerichtet sind, deren Beseitigung die Regierung auf gesetzlichem Boden anstreben zu lönnen jetzt nicht unterlassen wird.

Die Einführung der sehr weittragenden Infanteriegewehre auf 1600 1800 Meter führt ten Uebelstand mit sich, daß die schießende Truppe zicht sicher wissen kann, ob sie getroffen hat oder icht, und selbst mit bewaffnetem Auge ist es nicht höglich, anzugeben, ob zu kurz oder zu weit ge⸗

schossen worden ist. Aus ditsem Grunde ist eine Correctur unmöglich. Man ist nun mit dem Ver⸗ suche beschäftigt, die Artillerie als Distancemesser zu verwenden. Da das Geschoß beim Crepiren die Feuererscheinungen der Explosion von sich gibt, so ist in nicht zu ungünstigem Terrain zu beob⸗ achten, wie weit zu kurz, ob Treffer, oder wie viel zu weit die Kugel geflogen ist. Ist nun die Ent⸗ sernung durch Correctur festgestellt worden, so soll die in der Nähe befindliche Infanterie nach dieser Entfernung das Vistir ihrer Gewehre stellen. Der erste Versuch fand kürzlich auf dem Artillerieschieß⸗ platz bei Tegel statt, und er wurde von der Mili⸗ tärschule aus Spandauk und von der hiesigen Artillerieschießschule ausgeführt; geschossen wurde von der Infanterie mit Mausergewehren und von der Arlillerie mit dem besten Feldgeschütz, welches wir bis jetzt officiell besitzen, dem 9 Centimeter.

Ueber die Festfeier vom 2. September bringen die Zeitungen Folgendes: Die heutige Festfeier wurde bei herrlichstem Wetter Morgens 8 Uhr durch Blasen eines Chorals(Allein Gott in der Höh sei Ehr) von der Kuppel des könig⸗ lichen Schlosses eröffnet. Die Stadt ist mit Bannern und Fahnen festlich geschmückt. Die Straßen und Plätze vom Schlosse bis zum Königs⸗ platze sind von dichtgedrängten Menschenmassen besetzt. Die Truppen des Gardecorps rückten von Uhr an mit klingendem Spiele nach dem Königsplatze. Um 10½ Uhr begab sich der Kaiser und König, umgeben von dem Kron- prinzen, sämmtlichen Prinzen des Königshauses und den anwesenden fremden Fürstlichkeiten, gefolgt von den Generalfeldmarschällen, sämmtlichen com⸗ mandirenden Generalen und der übrigen nicht in der Front stehenden Generalität, unter den Jubel- rufen der Bevölkerung zu Pferde nach dem Königs- platze. Die Kaiserin, die Königin ⸗Wittwe, die Kronprinzessin und die übrigen Prinzessinnen des königlichen Hauses mit ihren Hofstaaten folgten die Linden entlang in feierlicher Auffahrt. Schlag 10 Uhr rückte das Gardecorps auf die östliche und westliche Seite des Königsplatzes, in je drei Treffen aufgestellt. Die Artillerie war batterie⸗ weise durch die Friedensallee bis zum Branden- burger Thor postirt. Die Armee ⸗Deputationen, an deren Spitze bei der Feier selbst sich die com⸗ mandirenden Generale stellten, waren rechts und links zwischen dem Kaiserpavillon und dem Sieges⸗ denkmal aufgestellt. In der Mitte befand sich ein Podium für den Domchor und die Geistlichkeit.

Der Kaiser wurde mit militärischen Honneurs und

Hurrahrufen empfangen und nahm im Pavillon Platz. Hierauf schlugen die Tambours und bliesen die Trompeter zum Gebet. Der Domchor sang zwei Verse eines Kirchenliedes, Feldpropst Thiele hielt die Weihrede und schloß mit Gebet, worauf die Tambours abschlugen und die Trompeter ab⸗ bliesen. Ministerpräsident Graf Roon erbat sodann den Befehl zur Enthüllung. Als die Hülle siel, intonirten alle Musikchöre die preußische Volks- hymne. Die Artillerie löste 101 Schüsse und alle Glocken läuteten. Der Domchor schloß die Feier mit zwei Versen des LiedesNun danket alle Gott. Der Kaiser durchschritt darauf mit dem Kronprinzen, den Prinzen, den Fürstlichkeiten, den Generalfeldmarschällen, den commandirenden Gene⸗ rälen und einer glänzenden Suite die aufgestellten Treffen und nahm dann in der Siegesallee die Parade sämmtlicher Truppen ab. Der Kronprinz, Prinz Friedrich Carl, Wrangel, Moltke und Roon führten Feldmarschallstäbe. Die Prinzen Friedrich Wilhelm und Heinrich traten nach Schluß der Feier in ihre Stellen im ersten Garderegiment. Fürst Bismarck war im Gefolge des Kaisers. Der Kaiser wurde überall von stürmischen Zurufen begrüßt.

Cassel. Nachdem Metropolitan Hartwig in Waldkaphelwegen wörtlichen und thätlichen Widerstandes gegen das Kirchenregiment vom Amte suspendirt worden, hat das Gesammt⸗Con⸗ sistorium den Pfarrer Wiskemann zu Bischhausen mit Besorgung der Metropolitangeschäfte der Classe Waldkappel beauftragt. Als Letzterer dieses den Classenpfarrern Frankfurth zu Mitterode, Hoffmann zu Thurnhosbach und Witzel zu Schemmen mittelst Circular anzeigte, erwiderten sie,daß sie seine Bestellung durch das von ihnen nicht anerkannte Consistorium für den Regierungsbezirk Cassel als zu Recht bestehend und für sie verbindlich nicht anzusehen vermöchten, darum mit ihm in amt⸗ lichen Verkehr zu treten außer Stande seien, viel- mehr den lirchenordnungsmäßig im Amte stehenden Metropolitan Hartwig allein als ihren zuständigen Metropoliten auch ferner anerkennen könnten. Gegen den letztgenannten Pfarrer Witzel ist außer⸗ dem eine Klage wegen Verletzung des Kanzel⸗ paragraphen anhängig, die am 12. September vor der Strafkammer des Kreisgerichts Cassel zur Verhandlung kommt.

Bremen. Vom 13. bis 31. Juni 1874 soll eine internationale landwirthschaftliche Aus- stellung dahier stattfinden. Die Ausstellung wird aus 10 Abtheilungen bestehen, welche umfassen:

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