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dürfe. Es dauerte sehr lange, bis man sich in dieser immer⸗ hin heiklen Sache auf einer gemeinsamen Grundlage der Wertung zusammenfand. Die Jugendschrift dürfe das erotische Element, so hieß es in den Leitsätzen, insoweit ent⸗ halten, als die Darstellung die Liebe in ihrem wahren und edlen Verlaufe enthalte; die Jugend müsse dichterisch wert⸗ volle Liebesgeschichten und Liebeslieder kennen lernen, damit die erwachenden Gefühle in gesunde Bahnen gelenkt werden. Werke dagegen, die bei allem künstlerischen Wert geeignet seien, auf unreife Geister geschlechtlich erregend zu wirken, seien abzulehnen. Bedeutsam ist dann aber der Schluß dieser Festlegung der Jugendausschüsse:„Aenderungen und Kürz⸗ ungen der dramatischen, lyrischen und epischen Dichtungen der klassischen und Volksliteratur sind als Uebergriffe der Engherzigkeit und Scheinmoral gegen das Recht der Persön⸗ lichkeit des Schöpfers energisch zu bekämpfen.“
Der Völkerkrieg der Fürsten.
Die Kriege 181315. Von Kurt Eisner. Drittes Kapitel: Jacobinerspiel und Opfer⸗ legende. III.
Ueber die damalige Geldbeschaffung hat ein Menschenalter später der preußische Staatsminister v. Rother, aus seinen persön⸗ lichen Erinnerungen, einen amtlichen Bericht erstattet, den 1904 Friedrich Meinecke veröffentlichte. Rother erzählt im Wesentlichen:
„Alle erdenklichen Versuche, im In⸗ und Auslande das damalige dringende Geldbedürfnis zu beseitigen, blieben ohnerachtet der täg⸗ lichen Beratungen und der vielen gehaltlosen Projekte fruchtlos, und die Soldbezahlungen für das Heer, sowie die Auschafsung der vor allen Dingen nötigen Munition kamen ins Stocken. Bei den immer drängender werdenden Verhältnissen mußte in Schlesien, zum größten Teile in Breslau, eine Zwangsanleihe bei den wohlhaben⸗ den Kapitalisten ausgeführt werden, deren Ertrag von ungesähr 1½ Millionen zu den gedachten ersten Bedürfnissen verwendet wurde. Das Heer rückte ins Feld, und als das Hauptquartier Sr. Majestät des Königs solgte, waren in der damaligen interimistischen Generalkasse, aus welcher alle Geldbedürfnisse der Armee bestritten werden sollen, nicht volle 3000 Taler vorhan⸗ den. Alle weiteren Soldzahlungen mußten demnach unterbleiben und erst auf dem Rückzuge der Armee durch Dresden nach der Schlacht bei Großgörschen erhielt ich endlich und zwar erst am vor⸗ letzten Tage vor dem Abzuge, abends, auf mein dringendes Vitten von der damaligen oberen Verwaltungsbehörde der okkupierten feindlichen Provinzen, dem Winister Freiherrn von Stein, welcher die frühere Ausführung dieser Maßregel verhindert hatte, weil er immer der Meinung war, daß sich Sachsen mit den verbündeten Mächten vereinigen würde, die schriftliche Erlaubnis, die dortigen offentlichen Kassen mit Hilse der mir beigegebenen sechs Kosalen in Beschlag zu nehmen. Ich konnte nur ohnegesähr 100 000 Taler bar beschaffsen, mußte aber andere in Veschlag genommene 100 000 Taler, zu deren Transport es an Wagen fehlte, zurücklassen. Ich nahm daher, am Morgen kurz vor der Zerstörung der Elbbrücke, mit Zustimmung der sächsischen Behörden, die meine Verlegenheit wegen der Transportmittel nicht kannten, den aus Leipzig dort anwesenden Bankier Frege mit auf das rechte Elbuser und sicherte nur dadurch die gedachten letzten zurückgelassenen 100 000 Taler, indem ich den p. Frege vermochte, mir diese Summe in Wechseln auf Berlin zu überliesern. Mit diesen 200 000 Talern und den serner in Bautzen, Görlitz und allen bis zur schlesischen Grenze in Sachsen zu ereichen⸗ den Städten in Beschlag genommenen Kassenbeständen konnten die Truppen die Soldrückstände gezahlt und das erste Bedürfnis im Kriege, Pulver, an welchem schon während der Schlacht von Bautzen Mangel eingetreten und von den Russen erborgt worden war, ange kauft werden
In Bautzen konnte die Beschlagnahme der Gelder auch erst im letzten Augenblick, als die Truppen den Ort schon verlassen hatten, erfolgen, das Geld lag zusammengehäuft auf dem Marktplatze
Mit dem Eintritt des Wafsenstillstandes fingen auch im Haupt⸗ quartier die Beratungen wegen der Geldbeschaffung wieder an, sie wurden dis kurz vor dem Wiederausbruch der Feindseligkeiten ohne Erfolg sortgesetzt und selbst die vielen Prosektionsmacher, welche sich inmitten des unentschiedensten Krieges im Hauptquartier zu Reichen⸗ bach mit allerhand Vorschlägen und einem unausführbaren Plane zur Errichtung einer Nationalbank eingefunden hatten, konnten keine klingenden Münzen herbeischafsen. Eine an den Staats⸗ ranzler 8 oder 10 Tage vor Ablauf des Waffsenstillstandes gerichtete kurze Allerhöchste Ordre... gab der Sache eine andere Richtung Meine früheren Vota, die dahin gingen, daß die augenblicklichen Geldbedürfnisse nur durch Zwangsanleihen geschafft werden Wunten. sanden nun endlich bei dem Staatskanzler, nicht ohne Widerspruch von anderen Seiten, Eingang. Ich eilte mit den nöti⸗ En kur ch Berlin, um mit den Geheimen Staatsräten v 6 nd Staegmann bei den reichen Kapi⸗ talisten und wol den Kauflenten der Hauptstadt und der nahen
tierungen wurden gegen 2 Willlonen Taler in einsgen Tagen sammengebracht, welche von mir mit Kuxierpferden zum Te 2 Hauptquartier gesandt, zum Teil an das bei der Nordarmte be
liche v. Bülowsche und an die übrigen Armeekorps gezahlt 5 fördert wurden, dergestalt, daß namentlich die Truppen in Schlesse einen Tag vor dem Ausmarsch nach Böhmen, dem Vesehl Sr. N. stät des Königs gemäß, befriedigt werden konnten. In den Ubrige Provinzen wurde zwar auch diese Maßregel durch die är Gouvernements in Ausführung gebracht, die nicht bedentenden 8. träge mußten indessen an Ort und Stelle für die Heeresausr
verwendet werden“ „Erst viel später, gegen das Ende des Aufenthalts des quartiers in Teplitz, gingen einige nicht bedeutende Anwef auf bare Subsidien von England, welches indes eine große durch die zur See nach Pommern übersandten vielen Ar Bekleidungs- und andere Gegenstände gewährte, ein. D sidienanweisungen konnten nur in Wien zu dem allern Kurse versilbert werden.(Jorts.
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Aus unserer Sammelmappe.
Im Kampfe gegen die Insekten. Von vielen unbe 1 manchen unbekannt, führt die Menschheit schon seit langer
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einen ungeheueren Krieg gegen die Insekten, und wenn sie Un Sieg errungen hat, dann wird ein neues Kapitel der Weltge Ki beginnen. Einer der wichtigsten Schauplätze dieses Kampfes* Da Südafrika. Welch gewaltigen Schaden haben hier früher die en, da schrecken angerichtet! Wenn jetzt ein Schwarm dieser ö ein Tiere sich irgendwo niederläßt, dann kommt die Nachricht dot fei blißschnell nach der Ackerbauabteilung der Regierung in Preton
das Gras rings um den Schwarm wird mit Arsenik getränt,.
das ganze, früher so gefürchtete Riesenheer muß sterben. So it ba Heuschrecke mit großer Schnelligkeit sast ganz ausgerottet Er Eine englische Wochenschrift erzählt, daß vor kurzem ein De aus Peru nach Südafrika kam, um hier die Heuschrecke zu ft Wa aber die einzigen Exemplare, die man ihm zeigen konnte,: sei im Museum. Nicht minder hartnäckig, wenn auch freilich noch nich„drt mit dem gleichen Erfolg, wird der Krieg an der Westküste An Afrika gegen die Moskitos geführt. Sie sind ja die Uebertrager ber drei furchtbarsten Krankheiten, unter denen die Menschhest fel 1 der Elephantiasis, des gelben* und der Malaria. Wird N* Mensch nur einmal von einem Moskitos gebissen, so können dh n. 1
seinem Blute 250 Millionen jener Parasiten entfalten, Malaria hervorrufen. Da diese gefährlichen Feinde in und Morasten wohnen, sind zahllose sumpfige Stellen Ren ni
worden; wenn dies nicht möglich war, wurde in die Seine St Petroleum gegossen, das den schlimmen Insekten zu Millsones! eu
Tod brachte. In Westindien und auf den Hawai⸗Inseln hat mant um die Natur selbst als Bundesgenossen gegen diese von der Naim ge züchteten Schädlinge ausgenutzt. Eine kleine Fischart, die die Ne 5 ö kitos auffrißt, wird in die Moräste eingesetzt. Das ti“ Werk dieses Fisches bemerkte man zuerst auf Barbados, we am Gewässer und Sümpse eigentlich das Gedeihen der Moslites Ee günstigen mußten. Trotzdem fehlten sie hier und mit ihnen auch N furchtbare Geißel der Malaria, die die umliegenden Inseln 8 suchte. Den Gesundheitsbringer entdeckte man dann in dem Hei a Fisch und nutzte das aus. Der Kampf gegen die Moste us gegen die Malaria ist nicht nur in der römischen Campagna, in del Zone des Panamakanals und in anderen kultivierten vom endlichen Siege begleitet worden; auch in Westafrika, das früher„das Grab des weißen Mannes“ nannte, ist die Kn linie verhältnismäßig gesund und frei von Malaria geworden. anderes Insekt, gegen das man den Kampf mit Macht au hat, ist die Tsetse-⸗Fliege, die grausige Bringerin der Schlaß heit, die die Ursache gewesen ist, daß Hunderttausende de b und ganze Dörser verödet wurden. Da diese unheilvolle J art Bäume und Gesträuch nahe beim Wasser liebt, so sucht hauptsächlich dadurch zu vernichten, daß man das Buschwerk an Ufern von Flüssen, bei Sümpfen und rund um Dörser und niederbrennnt. Eine andere Methode der Ausrottung
daß die Leute auf ihrem Rücken eine Art Fliegensänger Das sind Tücher, in eine gewisse Substanz getaucht, die die Jute ten anzieht und sie dann sesthält, wie dies unsere Fli 2 Große Wengen von Fliegen sammeln sich auf diesen Tüchern verschonen so den Menschen, der den Fliegenfänger trägt. Bren, bevor die Schlacht gegen alle diese Unholde geschlagen und der E
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größeren Städte zwangsweise Geld anzuleihen. Wit vielen Mühen und Umständen, durch starke militärische Exekutionen und Arre⸗
errungen ist, wird noch so mancher ihren kleinen und doch so 8 baren Stichen zum Opfer fallen. 3
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