flatürlich. Der Wert der Arbeitskraft fölrd bezahlt, aber dieser Wert ist weit geringer als derjenige, den der Kapitalist gus der Arbeitskraft herauszuschlagen versteht, und die Diffe⸗ renz, die unbezahlte Arbeit, macht gerade den Anteil des Rapitalisten oder, genauer gesprochen, der kapitalistischen Klasse aus. Denn selbst der Profit, den im obigen Beispiel der Baumwollhändler aus seiner Baumwolle herausschlug,
in die Baumwollpreise nicht gestiegen waren, aus unbezahlter Arbeit bestehen. Der Händler muß an einen ollfabrikanten verkauft haben, der, außer jenen 100
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1 uin Baumm Talern, noch einen Gewinn für sich aus seinem Fabrikat her- ausschlagen kann, der also die eingesteckte unbezahlte Arbeit
mit ihm teilt. Diese unbezahlte Arbeit ist es überhaupt, die alle nichtarbeitenden Mitglieder der Gesellschaft erhält. Aus ihr werden die Staats- und Gemeindesteuern, soweit sie die Kapitalistenklasse treffen, die Grundrente der Grundbesitzer usw. gezahlt. Auf ihr beruht der ganze bestehende gesell— schaftliche Zustand.
Andererseits wäre es abgeschmackt, anzunehmen, daß die unbezahlte Arbeit erst entstanden sei unter den gegenwärtigen Verhältnissen, wo die Produktion von Kapitalisten einerseits und von Lohnarbeitern andererseits betrieben wird. Im Gegenteil. Die unterdrückte Klasse hat zu allen Zeiten un-
bezahlte Arbeit leisten mi Während der ganzen langen Zeit, wo die Sklaverei die herrschende Form der Arbeits- organisation war, haben die Sklaven weit mehr arbeiten müssen, als ihnen in der Form von Lebensmitteln ersetzt
wurde. Unter der Herrschaft der Leibeigenschaft und bis zur Abschaffung der bäuerlichen Fronarbeiter war dasselbe der Hier tritt sogar der Unterschied handgreiflich zutage zwischen der Zeit, die der Bauer arbeitet für seinen eigenen Unterhalt, und der Mehrarbeit für den Gutsherrn, weil eben die letztere von getrennt vollzogen wird. Die Form ist jetzt verändert, aber die Sache ist geblieben, und so⸗ lange„ein Teil aft das Monopol der Produk— tionsmittel besitzt, muß der Arbeiter, frei oder unfrei, der zu seiner Selbsterhaltung nötigen Arbeitszei berschüssige Ar— beitszeit zusetzen, um der Produktionsmittel zu
Fall.
7.. 7 1 2 3 0 Welchen Zweck hat die Polarforschung?
Wenn man von den zahlreichen neueren und den älteren Polar expeditionen hört, wenn man aus der Geschichte der Polarforschung erfährt, wieviele wagehalsige Männer bei diesen Unternehmungen ihr Leben eingebüßt haben, so fragt man unwillkürlich nach dem Sinn dieser Fahrten, nach ihrem Zweck und Nutzen füc die Mensch⸗ heit. Die Expeditionen verschlingen immense Summen; aber nicht bloß diese wirtschaftliche Seite tritt in die Erscheinung, nein, noch viel mehr die Opfer an Menschenle die dieses menschliche Streben verschlingt. Es ist schad noch niemand eine Zu⸗ enstellung gemacht hat, wieviele Menschen bei den Polar- n umgekommen sind. Die würden selbst bei den
risch verbürgten Fahrten in die Tausende gehen.
Sollte der Preis, die Erdpole zu erblicken— und das st ja nun mehr gelungen„ des Ausw 8 wirklich wert sein? Nach dem noch bis vor wenige Jahr enden Ausspruche des auch um die
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Südpolargebiet(der Antarktis) gar ein Raum von der anderthalb⸗ fachen Größe Europas(17 Millionen e un · bekannt. Gegenstand der Geographie 95 aber der ganze Erdball, und diefe entbehrt der natürlichsten Grundlagen, so lange weite Räume noch unerforscht find. Schon unter dlesem Gesichtspunkte ergibt sich die Unsinnigkeit der Anschauung, daß die Hauptsache der Volar⸗ forschung die Auffindung der Wble ses. Denn damit wäre dieses Forschungsgebiet nunmehr erledigt und niemand hätte mehr etwas in den Polargebieten zu suchen. Was man an den Polen zu finden hoffen durfte und gefunden hat, das konnte man sich von vornherein denken. Es sieht dort ebenso und nicht anders aus als sonst in den Polargebieten.
Ueber die Ziele der Polarsorschung sagt Prosessor Hassert in seinem kleinen bei Teubner in der bekannten Sammlung„Aus Natur und Geisteswelt“ erschienenen Büchlein:„Die Polarsorschung“ (Preis geb. 1,25 Mark.):„Zunächst sind die Ziele arktischer und ant⸗ arktischer Forschungen rein geographisch im engeren Sinne, indem die Verteilung von Wasser und Land innerhalb des Polarkreises, die Größe, Höhe und Beschassenheit der Landflächen feststellt und das kartographische Bild der Polarregionen vecvollständigt und be⸗ richtigt werden soll, um das untrüglichste Wahrzeichen unserer Un⸗ kenntnis, die weißen Flecke auf der Karte, verschwinden zu machen.“ In der Antarktis bildet die Geologie ein neues Problem,„einmal wegen der dort entdeckten tätigen und erloschenen Feuerberge, die den nordischen Vulkanherden Islands und Jan Mayens entsprechen,
dann wegen des Vorhandenseins mächtiger Lager von Schicht⸗ gesteinen. Werden Versteinerungen gefunden, so ist daxaus eine
Klärung der zurzeit noch ungelösten Frage zu erhoffen, die in der bis ins Tertiär reichenden auffälligen Aehnlichkeit der südameri⸗ kanischen und australischen Tierwelt liegt. Trotz räumlich weiter Trennung zeigen beide Erdteile in ihrer Lebewelt eine nahe Ver⸗ wandtschaft, während sie von den übrigen ihnen weit näher liegen- den Festländern erheblich abweichen. Vielleicht hingen Sildamerika und Australien einst durch eine Landbrücke zusammen, deren letzte Reste man in der mitten zwischen ihnen gelegenen Antarktis zu suchen hat.“
Auch die Funde versteinerter Pflanzen reste in Gegenden, die heute unter Schnee und Eis begraben liegen, Pflanzenreste, die nicht alle Treibholz sein können, und andere Umstände weisen darauf hin, daß die Polarregionen einstmals ein wärmeres Klima besaßen, fo daß man nach genauer Durchforschung noch viele Aufschlüsse zu erlangen hoffen darf, die uns jetzt sehlen und für die Kenntnis der Geschichte der Erde von großer Bedeutung sind. Die von den For- schern angetrofsene Pflanzen- und Tierwelt hat schon so manche Fingerzeige dafür gegeben, daß noch mehr zu holen ist. Die merk⸗ wlrdige Tatsache des Uebereinstimmens und der Aehnlichkeit der nord⸗ und füdpolaren Tierwelten, die zwischen sich einen so riesen⸗ haften unüberbrückten Zwischenraum lassen, hängt zusammen mit den Fragen der Tiesenströmungen und der Entwicklungsgeschichte. Die Wetterkunde der Polargegenden bildet ein wesentlichstes Stlick der Wetterkunde unseres Planeten; sie ist übrigens verhältnis mäßig weit sortgeschritten.
Von der Polarsorschung hat ferner die neuerdings erst in ihrer ganzen Wichtigkeit erkannte Meeresforschung wichtige Aufschlüsse zu erwarten. Die tiefen Schichten der Ozeane sind bekanntlich mit außerordentlich kaltem Wasser erfüllt, das die Meeresströmungen von den Polen herabführen und das dort liegen bleibt, weil es am schwersten ist. Die Tiefseelotungen in den Polarmeeren haben diese als Meeresräume von beträchtlicher Tiefe kennen gelernt, während man sie bis vor kurzem als Flachseen ansah. Auch die Vergletsche⸗ rung der Polarländer ist für die Geologie und die Geschichte des Erdballes von Wichtigkeit. Das nordpolare trockene Kontinental⸗
klima beingt ein ganz anderes Verhalten des Eises beim Ab⸗ schmel und Abtreiben die wärmeren Zonen hervor, als das seuchte ozeanische Klima des Südpolargebietes. Und die Aus⸗
en ist für die Schiffahrt von großer Bedeutung. rofitiert ferner von den Forschungen über den Erd⸗ die ebenfalls durch die Polarforschung eine gewichtige
der Ant
tis die Geographie des Menschen(An- tropogeographie] leer ausgeht,
ht, weil sie völlig unbewohnt zu sein
cheint, bietet die Arktis in dieser Beziehung interessante Aufgaben bar. Das Küstenvolk der Eskimos hat die dem Menschen feindliche Polarnatur besiegt, indem es sich ihr ganz angepaßt hat. Die bere und heutige Verbrektungszone des Polarmenschen ist noch
icht überall festgestellt und seine Herkunft hat zu den verschiedensten
Vermutungen Anlaß gegeben, unter anderem auch zu der Ansicht, daß die Eskimos die letzten Reste der nach dem hohen Norden zurlülck⸗ bedrängten Eis teinzeit
nd Steinzeitbewohner, also der vorgeschichtlichen
1
n auch die wirtschaftlichen Interessen an der Rechnung. Die Polargegenden sind zwar ver⸗ n organischem Leben, sie bieten aber noch imme t Sind sie doch seit Jahrhunderten vielbesuchte ebiete.„Seefischerel, Robbenschlag und Walroßsang haben im Laufe der Zeit hunderte von Millionen abgeworsen; namentlich der Walfischfang war der lohnendste Zweig der kaufmännischen Schiff⸗ sahrt Nach Scorsby belrua der Geldwert der holländischen Wal⸗ fischerei in dem Zeitraum von 1668 bis 1778 über 40 Millionen
De Mark: Greely schägt den Wert des britischen Walfischfanges auf eine Willlarde Mark, Statbuck den des amerikanischen Walfis sanges von 1804 bis 1877 auf 1340 Millionen Mark.“ Jetzt, wo lten Fanggeblete schon stark ausgebeutet sind, können nur 3 abrten neue Jaadaründe erschließen. Die Tiere schelnen sich wirz⸗
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