Ausgabe 
27.5.1913
 
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große affen in Mitleidenschaft zu ziehen, das ist der einzige und naturgemäße Weg für jeden, der da siegen will. ** * Nicht Partei ergreifen, das heißt: keine Ueber⸗ zeugung haben oder sie verleugnen und zu erbittern, möglichst große Massen in Mitleidenschaft zu ziehen, das ist

der einzige und naturgemäße Weg für jeden, der da siegen will. **

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Nicht Partej ergreifen, das heißt: keine Ueber⸗ zeugung haben oder sie verleugnen. Nicht Partei er⸗ greifen, das heißt: in einer schmachvollen Gleichgültigkeit gegen die höchsten Interessen, welche das Herz der Menschheit durchzucken, die eigene Ruhe und Behaglichkeit den gewaltigen Fragen vorziehen, von denen das Wohl und Wehe des Vaterlandes abhängt und so die Pflichten verraten, welche wir dem Vaterlande schulden. Die Geschichte hat Verzeihung für alle Irrtüme r, für alle Ueberzeugungen, sie hat keine für Ueber zeugungslosig⸗

keit. 9 2 Alle große politische Aktion besteht in dem Aussprechen dessen, was ü st, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei be steht in dem Verschwelgen und Vemänteln dessen, was ist.

Alle Kunst praktischer Erfolge besteht darin, alle Kraft zu jeder Zeit auf einen Punkt auf den wichtigsten Punkt zu kon⸗ dentrieren und nicht nach rechts noch links zu sehen.

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Eine Partei, die ihre wichtigste Position nicht mit ihren Toten zu bedecken weiß, um sie zu verteidigen, eine solche Partei hat keine Möglichkeit des Sieges für sich! Einer solchen Partei bleibt nichts übrig, als bei jedem Angriff von neuem davonzulaufen!

Aus unserer Sammelmappe.

Natur, Halbmonatsschrist für alle Naturfreunde. 4. Jahrgang, Heft 14. Theod. Thomas Verlag, Leipzig. Jährlich 24 reich illu⸗ strierte Hefte und 5 wertvolle Bücher zum Preise von zusammen nur 6 Mark, hierzu die BuchbeilageUnser Klima von Dr. Wilh. N. Eckardt.

Konnten wir bereits bei der Besprechung von Heft 13 der Natur unsere Leser auf die neue Ausstattung dieser Zeitschrift hinweisen, so dürfen wir jetzt wiederum feststellen, daß auch die Bu ch beilagen ein anderes Gewand angelegt haben, welches in dem Grundgedanken dem der Zeitschrift angepaßt ist, den Büchern aber trotzdem das Gepräge der Selbständigkeit gibt. Durch die fein ab⸗ gestimmten Farben hebt sich die künstlerisch ausgeführte Zeichnung wirkungsvoll von dem weißen Grunde ab. Das Thema, welches gerade jetzt dem größten Interesse begegnen muß, ist von einer Autorität auf dem Gebiete der Klimatologie und Wetterkunde be handelt. Scharf werden die Begriffe Klima und Witterung, welche sehr häufig noch identifiziert werden, getrennt. Nur dann ist es möglich, das Klima eines Landes richtig zu verstehen, wenn der Witterungsgang im Laufe des Jahres genau bekannt ist, und um⸗ gekehrt. Es muß also die Klimatologie notwendig mit der Witter ungskunde Hand in Hand gehen, wenn gültige Formeln aufgestellt werden sollen. In wunderbar einsacher Weise führt der Verfasser an Hand zahlreicher trefflich unterrichtender Abbildungen die Leser

in diese beiden Wissensgeblete ein und legt bei ihnen einen sicheren

Grundstock zu eigenen Beobachtungen. Wir können das interessante Buch aufs elbst ist wieder sehr unterhaltend und f 3. B. der Artikel von G. Schlenker -Winterruhe und Frühlingsauferstehen im Moore, w

ore, welcher in oft leise humorlstischer Weise die kleinsten Lebewesen uns beschreibt und

einige entzückende Formen in Bildern vorführt. Auch der Aussatz 1 Nan i Vom C

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und anderen Naturgeschöpfen wird leider noch tellwelse in arg Gedankenlosigkeit viel gesündigt. Auch in der Fülle kleiner K. ag und Notizen wird jeder für sich etwas herausfinden, das ihn jutze in jeder Weise einbringt. Mögen daher recht viele unserer Lein auch Leser der Natur werden im eigensten Interesse. Denn werden dadurch Mitglieder der Deutschen Naturwissonschaftll Gesellschaft, deren mannigfache Vergünstigungen sie ohne jede weiten Verpflichtung genießen. Anmeldungen können bei der Buchhandlung oder der Geschäftsstelle der Deutschen Natur schaftlichen Gesellschaft, Leipzig, Königstraße 3, aufgegeben n rde Der Stand der Wissenschaft vom Urmenschen. Die Entwickle des Tierreichs ist bis in die jüngsten Perioden der Erdgeschichte ar die Steigerung körperlicher Eigenschaften gerichtet gewesen, die mi dem geistigen Fortschritt wenig zu tun haben. Erst seit dem N der Kreidezeit läßt sich unter den Säugetieren der Beginn einer neuen Laufbahn erkennen, die auf eine Vergrößerung und Vervol⸗ kommnung des Gehirns gerichtet ist. Gleichzeitig erhielten di warmblütigen Tiere eine Verbreitung über die ganze Erde. N. 1. mehr entwickelte sich das Gehirn auf Kosten aller übrigen Teile dch Körpers. Ein vergleichendes Studium der neuern Tierwelt außerdem, daß das Haupthirn gegenüber dem hintern oder Klein hirn immer mehr den Vorrang gewinnt. Die überragende 8 deutung dieses Entwicklungsgangs zeigt sich am stärksten 1 Menschen, dessen Knochengerüst sich seit der ältesten Zeit verhält, mäßig wenig verändert hat, so daß sein Aufschwung vom stumpfert Urmenschen bis zum hochgeistigen Vertreter der Gegenwart faßt! ausschließlich durch die Entwicklung des Gehirns zu erklären it, Die Heimat des Menschen bleibt auch nach den neuesten Forschungen die Alte Welt, denn es haben sich in Amerika noch keine Spuren menschlicher Ueberreste gefunden, die dem Alter nach dem menschen Europas und Asiens an die Seite zu stellen wären. f die Größe des Gehirns für die geistige Bedeutung nicht bedingend ist, beweist am schärfsten das Beispiel des Urmenschen von L Chapelle, der nach den Maßen des Schädels ein größeres Gehirn besessen haben muß als im Durchschnitt ein Europäer der Gegen wart. Die linke Hirnhälfte ist bei diesem Menschen größer als die rechte, woraus gefolgert werden darf, daß der Mensch schon damals vorzugsweise die rechte Hand benutzte. In den letzten Wochen I

Urbewohnern des Inselreichs kein vorteilhaftes Zeugnis anstellt. Nach dem Urteil von Dr. Woodward ist der zu diesem Meste ge⸗ hörige Schädel so beschaffen, daß er den niedrigsten bisher bekannt gewordenen Typus des menschlichen Gehirns verrät. Auch der Kiefer ist bei diesem Menschen durchaus assenähnlich. 15 Ein Kulturdokument. Die Deutsche Bergwerks⸗Zeitung 112) enthält folgendes Inserat:

Dringende Bitte!

schaft wertvoll ist, bittet edle Meuschen um Unterstützung, um 5 FJorschungen sortsetzen und abschließen zu können. Bei 8 größter Bescheidenheit sind dazu etwa 950 Mark nötig, die aber lediglich im Interesse der Wissenschaft aufgewandt werden sollen. Müßte die Jortsetzung der jahrzehntelang mit großem Flelß unter großen Entbehrungen und Opfern betriebenen Forschungen und Arbeiten, die jetzt kurz vor dem Abschluß stehen, wegen Mangel an Mitteln aufgegeben werden, so wäre das ein Verlust für ue Wissenschaft. Sich zur Erlangung des kleinen Kapitals an das Ausland zu wenden, muß im Interesse der deutschen Jorschung und des deutschen Namens vermieden werden. Sollte die nötige 5 Summe durch Zeichnung nicht voll gesellt werden, wird das Fehlende gegen Verpfändung sehr wertvollen wissenschaftlihen Materials gesucht. Die diesbezüglichen Forschungen liegen auf geologischem, paläbanthropologischem Gebiet. Speziell ist es Bit⸗ N tendem geglückt, auf paläontologischem Gebiet Ausgrabungen 75 Entdeckungen zu machen, die nicht nur für Deutschland wissenschast⸗ lich wertvoll sind, sondern in geologischer wie in paläontologischer Begiehung gleichsam eine Lücke ausfüllen zwischen Funden aus auf- der folgenden Formationen Amerikas und im 1 Englands und Belgiens.... Die Expedition dieser Heltung ik bereit, Gaben entgegenzunehmen und weitere Auskunft zu ere teilen. 0

In Deutschland werden Milliarden für den Krieg, für die Be

ꝛon Tieren lichen und geistigen Hunger der Wissenschaft zu stillen. 8 N 3*

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noch ein neuer wichtiger Fund in England gemacht worden, der den 14

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Ein unbemittelter strebsamer Natursorscher, dessen bisherige Erfolge den Beweis liefern, daß seine Tätigkeit für die Wissen⸗