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alt dem Führer der russischen Befreiung Deutschlands, Gneisenau, mit Stein in persönlichen Zwist Gneisenau warf dem Freiherrn von Stein in einem Briefe vor, daß er seine Pläne allzu oft und ändere. In einem früheren Entwurf habe er das ganze nörd⸗ Deutschland an Preußen geben wolle. Das würde nicht nur Undank gegen England sein, sondern auch in den verschiedenen beutschen ee ben heftigsten Widerstand finden. Jetzt
wolle er umgekehrt ganz Deutschland zur Einheit unter Oesterreich organisieren. Auch zu diesem zweiten Entwurf müsse Gneisenau seine Mitwirkung verweigern:„Die Ausführbarkeit einer Zer⸗ elung Preußens ist wohl vorhanden, aber ob das Verschwinden eines Staates von der Bedeutung als Preußen nicht das Gleich⸗ gewicht auf andere Weise stören werde, mögen diejenigen berechnen, eine solche revolutionäre Maßregel anraten und unterstützen“. ö Man erkennt: in dem einen wie in dem andern Lager will man Deutschland durch das Ausland befreien. Hinsichtlich Preußens aber besteht die Meinungsverschiebenheit schließlich nur darin, ob man es noch weiter zerstückelt, oder nach des Freiherrn vom Stein Meinung ganz beseitigen solle. Man konnte es am Ende unter diesen Umständen dem König von Preußen nicht einmal verdenken,
daß er bei der Wahl, von Rußland oder Oesterreich verzehrt zu wer⸗
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in den Büchern steht, muß gar nicht in der Welt stehen. Es gibt ein Mittel, die Bücher nach ihrem innersten Wert zu überprüfen, und dieses Mittel ist: dein Auge. Du hast ein Buch über das Leben der Tiere gelesen. Gut; am nächsten Sonntag nimm den Stock zur Hand und schau einmal nach, wie denn diese Ameisen draußen leben. Und wenn du nach⸗ siehst, wirst du selbst die Entdeckung machen, daß ergreifender noch als das Wort die Wirklichkeit ist und daß dich dein Auge oftmals schneller zur Wahrheit führen kann als das Wort. Da liegt vor dir ein Buch über die Wirtschaftsgesetze, über die Zerklüftung der Menschenwelt in Klassen, über die Er⸗ zeugung der Waren, über Arbeit und Kapital. Aber schreite einmal durch die Straßen, sieh durch die Fenster einer Werk— statt hinein auf die Lehrlinge und Gesellen und Meister und Maschinen— und alles, was dir in den Worten so schwer und unfaßbar erschienen ist: mit geheimem Schreck wirst du sehen, daß es mehr als Worte sind, daß es das Leben ist, in das dich selbst die Zeit verstrickt hat. Wenn du so lebst, wird
den, lieber immer noch auf die französische Karte setzte.
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te dir bald das Wort Goethes zum Leitwort: Schon mit Schauen 1 ist Denken. 5 Merkworte Wenn du von einem Vortrag nach Hause gehst. Wenn er f* 0 1 . Von Josef Luitpold. du von einem Vortrag nach Hause gehst, so glaube niemals, 0 Vom Reden. Die Menschen verwechseln vieles mitein— daß der. 5 1 0 1 0. zu le ander. So glaubt man meistens, daß man lesen kann. Man Ende ist. Die eigne Arbeit benin in wirklin erf 154 15 5 kann aber gewöhnlich nur buchstabieren. Und vielfach glaubt Bedenke was dir gesagt wurde. Nimm es nicht treuherzig 8 man, reden zu können, aber man kann nur sprechen. Reden hin; es kann ragte gewesen sein—aber auch falsch. Du bist l ist eine Kunst, und jede Kunst muß durch Fleiß und Uebung dazu auf der Welt, daß du nichts, 957 n 1 0 erworben werden. In der Schule lernen wir das Reden sondern alles mit deinem Bae ers ande 5 0 nicht. Der Grund ist klar: der Staat braucht keine Bürger, Ueberprüfe also, was man dir heute gesagt hat durch enke es 15 die reden können. Wenn alle Menschen reden könnten, wäre besprich es mit deinen Freunden, greife nach Büchern und 0 die Regierung verzweifelt. Wenn du in der Schule aufge⸗ Zeitungen, die sich mit denselben Fragen befassen, komme zu 155 standen bist und etvwas hast reden wollen, so FFF Urteil. Wen du 8 einem Vortrag 7 he Lehrer oftmals als Keckheit gerügt. Und wenn du zu deinem Hause gehst und nicht den,. hast, zu einem eignen. r⸗ l. Meister etwas sagen willst, so hält auch er es oft für Dreist⸗ teil zu kommen, so war 5 Zeit deines Zuhörens vergeu 5 1. heit. Daheim wird es dir nicht selten ganz ähnlich ergehen.] Der Zweck N Vortrages ist 85 deinen 9 070 Geist 1 10 Da darfst du dich nicht abschrecken lassen; die Menschen fürch.] sam zu N Fw 1 3 und zu 55 er ten überall dort, wo es Unrecht und Unterdrückung gibt, das schäftigen. Warum muß es denn so viele Zorträge in der ür Reden der Entrechteten und Unterdrückten. Gerade darum ist Welt geben? Weil es so viele verschlafene Geister gibt. Wenn in es notwendig, daß du gut reden kannst; daß du es nichtsein großes Wort große Menschen fände, dann müßte es nur 5 schreist, wenn du Recht willst; daß du nicht grob wirst, wenn einmal ausgesprochen werden. Laßt uns geistig wach sein 1 du Gutes forderst; daß du nicht so lange wirst, daß du nicht und bald in es in der Welt weniger Vorträge und mehr et⸗ unperständlich wirst, daß du knapp, scharf, überzeugend und umstürzende Veränderungen geben. . freimütig das sagst, was not tut; und daß du immer nur.. che sprichst, wenn du etwas zu sagen hast.* n ö 8 Wir müssen lesen. Die Volksschule, die wir besucht haben, Geschichte der Romauows. War schlecht. Wir haben kaum das Lesen und Rechnen er— Wie schon mitgeteilt wurde, begingen die russischen 90 lernt. Aber Tag um Tag vollbringen die großen Geister der] Patrioten 8 diesen Tagen auch eine J a 8 ndertfeier: vor e Menschheit, die Gelehrten, die Techniker und die Künstler, 300 Jahren hat der ersse Romauow mit dem Alen era 8 0 immer neue Werke, die wir nicht verstehen können, wenn wir F e n 5 8 N bei der unsern Geist im Dunkeln lassen. Es gibt einen Freund der] diefer Gelegenheit die Familienchronik der gefürsteten Romanows er⸗ Licht in unsere Hirne streuen kann, und das ist: das Buch.] noch ein wenig näher zu betrachten. se Aber mancher von uns als einzelner ist zu arm, sich Bücher Mit dem Tode des Sohnes Jwans des 3 3 8 ee benen Es geben wie dem in unfere ron aten ente ger legen deze eee dee def 1 ation, tragen unser Geld zusammen, und was der einzelne Boris Godunow. Kach dessen Tode(1605) begann eiue Zeit toller 1 5 nicht vermag, vollbringt der gemeinsame Wille: alle zusam⸗] Wirren für das Moskowiterreich. Thronprätendenten traten auf 1 15 men erwerben wir uns eine kleine Bibliothek. Und wenn unter andern der falsche Demetrius), 1 Schweden 1* 8 ich es Abend wird und die Arbeit zu Ende ist, dann holen wir F 3 1 af g 5 5 uns Bücher über die Arbeiterfrage, Werke über die Natur Romanow von den Bolaren zum Zaren gewählt. Sowohl er wie ö 1155 und Schöpfungen großer Dichter. Und wenn wir auch unter⸗[sein Sohn Alexei und sein Enkel Theodor waren durchaus unbe⸗ 1 1 tags nur verachtete und rechtlose Lehrlinge waren, jetzt können. 5 E und nun N 0 5 wir auf einmal Zwiesprache halten mit den Großen, mit 85 Anwartschaft 1 Thron stand den Kindern des Zaren 1 it Goethe und Shakespeare, mit Marx und Lassalle, mit Dar- Alexei aus seiner zweiten Ehe mit Natalie Narischkin zu. Es 1 . win und Haeckel, und können hineinblicken in Zeiten kühner] waren die Tochter Sophie und die Söhne Johann und Peter.. 11 Bolksbewegungen, in die Sturmtage der Bauernkriege und Jehan. 5 1 f 1 0 2 französischen Revolution. Und so, 20 so verändern 1 Bedenken. me Narischktin hatte ein ziemlich lockeres Leben as selber, uns kaum merkbar, wachsen an der Größe der] geführt, die Vaterschaft des Zaren Alexei staud stark in Frage, 1. andern und beginnen, die Fülle und die Bedeutung unserer oder vielmehr, sie stand nich in Naa 1 1 5 2 5„ Fe- 83 V 1 D Bo Für Balizit S 1 10 1 3 Gegenwart zu genießen, gehen daran, 3 5 ze 5 N 5 ele Eeppie urs ecke es ö 0 danken der andern eigene Taten zu gestalten, und werden durch daß die beiden Brüder gleichzeitig zu Zaren gemacht W 1 . das, wozu wir geschaffen sind: tätige Zeitgenossen. während Sophie die Regentschaft übernahm, wobei er selbst das 1 00 Nicht nur lesen, auch schauen. Jede Uebertreibung] Regiment führte. Andre Bojarengeschlechter neideten dem Empor⸗ 1 t schadet. Bücher sind gut, aber sich nur auf Bücher verlassen kömmling sein Gläick und Lalfen im Achreen and 7e damals 17. 1 eden wic dead werte abe d wiege eg een Seele de ae ee, were nec 1 15 0 Leben besteht nicht aus Worten. Wenn du die Buchstaben 5 1 ist, daß im Vergleich mit den rufsischen Klöstern jener Zeit 1 N 3 kenn die Verliese Sranieus und die Bleikammern Veuedigs idullllche N
unst, so kannst du vieles zusammenlesen. Aber das, was!


