Ausgabe 
22.7.1913
 
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könne, sondern um die Schwachen, besonders unter den Staats⸗ dienern, welche Drohungen nachzusehen geneigt sind, durch die Ge⸗ wißheit größerer Gefahr, von Uebeltaten anzuhalten, setze Ich folgendes fest:

5 der, der ohne durch vaterländische Behörden tragt zu sein, mit dem Feinde in Verbindung bleibt, tritt, sei es durch istliche oder mündliche Mitteilu

2. Jeder dem Feinde Pferde, Waffen, Mi Kleidun dürfnisse zukommen läßt,

e der dem Feinde erweislich Fourage oder Mu

zuführt, ohne anders als durch überwiegende, durch icht de Militär⸗Macht dazu gezwungen zu

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soll vor ein Kriegsgericht gestellt und hingerichtet werden. ie

Sich den freiwilligen Kriegsdiensten durch die Flucht zu ent⸗

ziehen, wurde durch ein drakonisches P zu verhindern erhaftung Naßloser, Ver halb des preußischen Gebiets, derun⸗ der Beförderung und Beherbergung

von Reisenden ohne Paß, meistern, dieKünstler oder Handwerker ins Ausland entließen.

In der Kabinettsordre vom 31. März wird den von der Land

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Stande ihres Vermögensdie völlige Ausrüstung eines Landwehr mannes zu Fuß oder zu Pferde, statt ihrer, freiwillig übernehmen

Zerrinnt somit zu erheblichem Teil der herrliche Schein der Freiwilligkeit und erkennt man hinter den Bemühungen der Macht des preußischen Absolutismus, so zerfällt die Opferlegende von 1813 schon, wenn man sie nur ein wenig ansieht. Es find furchtbare nalen Geschichtsdekorateure färben. Nichts ist unwahrer als die unerhörter Begeisterung alle Teile des Volkes sich drängten, um iht Lehtes der heiligen Sache zu opfern. Von solchemdemokrati

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Die bevorzugten Stände entzogen sich auch ihren gesetzlichen Pflich⸗ nicht einmal Vermögens- und Einkommensteuer vom 24. Mai 1812 eingetrieben. Die beim Beginn des Krieges ausgeschriebene zweite

Die Hinrichtung hatte eine Stunde nach dem Urteil zu ersolgen. aßreglement versucht. Sofortige V folgung auch außer⸗ Konsiskation des Vermögen befugten Reisenden, Verbot schwere Bestrasung von Handwerks wehrpflicht ausgenommenen Personen befohlen, daß sie nach dem werden.

8 haber, jacobinisch zu reden, das unverminderte Schreckensregiment Opfer gebracht worden, aber in ganz anderem Sinne, als die natio Darstellung, daß in einem einzigen und einheitlichen Aufschwung chen Geist ist in der Wirklichkeit jener Zeiten nichts zu entdecken. ten, geschweige, daß sie ihr Gut opferten. Im Jahre 1813 war noch

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Vermögens- und Einkommensteuer ist überhaupt niemals zur Aus führung gelangt. Die Steuerobstruktion der Besitzenden, besonders des Adels, setzte sich am rlicksichtslosesten und wirkfamsten gerade in den Kriegsjahren durch.

Auch die Opfer der

Kriegsteilnehmer waren recht verschieden. Während dle leitenden

1 Offiziere der Armee hohe Gehälter erhielten, mußten die Landwehrleute hungern und ohne d, schlecht bekleidet und mit nicht selten geradezu verbrecherisch untauglichen Wafsen ausgerüstet, ihr Blut vergießen. Als nach der Schlacht bei Leipzig die Regierungen von Ost⸗ und Westpreußen angewiesen wurden, die Ueberschüsse ihrer Provinzialkassen nach Berlin abzuführen, wider setzten sich die leitenden Männer, Dohna und Schön, dem Befehl der Zentralregierung; Schön äußerte bitter und verächtlich:Das Geld solle in Berlin nur zu den Gehalten verwendet werden; Dohna solle dem Könige die Alternative stellen, ob er seine Verwundeten und Invaliden hungern oder die Herren geheimen Staats räte gehörig besolden lassen wolle.

Wie aber ist diese Opferlegende entstanden? ist die Un sterblichkeit eines effektvollen Zeitungsinserats Sie ist aus jener öffentlichen Berliner Aufforderung Rudolph Werkmeisters hervor⸗ gewachsen, der die Besitzer von goldenen Trauringen aufforderte, sie auf den Altar des Vaterlandes niederzulegen und sie gegen eiserne Ringe einzutauschen, mit der Inschrift:Gold gab ich für Eisen 1813. In der Tat quittierte dann die Handt Speuersche Zeitung einige zwanzig Gaben solcher Vaterlandsliebe, wie z. B. eine% Lot schwere goldene Halskette, oder von des Kronprinzen Kgl. Hoheit 300 Thaler(welch Opfer!), etwa ebensoviel wie die Waldenburg Bergarbeiter beisteuerten, indem sie 221 Thaler 6 Gr. 95 Pig. der Weise sammelten, daß sie mehrere Tage umsonst arbeiteten.

Es sind auch sonst allerlei unergiebige Opfer gebracht worden. So hat etwa der Dichter Achim von Arnim den Ertrag einer Dra⸗ men-Sammlung dem Guß von Kanonen gewidmet. Die Geschichte berichtet aber nicht, wie viel Bruchteile einer Kanone durch diese Widmung zustande gekommen sind.

Die nüchterne Wahrheit ist, daß die Freiheltskriege nicht mit preußischem Gelde geführt worden sind; auch nicht paar Dutzend Trauringen.

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Aus unserer Sammelmappe. Natur, dalbmonatsschrift für alle freunde. 4. Jahrgang, Hest 20. Theod. Thomas Jährlich 24 reich iUustrierte Hefte Preise von zusammen nur 6 Mark. Hierzu die vierte Buchbeilage Bestimmung und Vererbung des Geschlechtes bei Pflanze, Tier

Natur⸗ Verlag, Leipzig. und 5 wertvolle Bücher zum

Im Zeichen des Reisens und Wanderns steht dleses dest un so kommt es gerade recht für die Ferienzest. Durch seinen Inhalt, der jedem Reiselustigen etwas bietet, wird sich dieses und dadurch auch die Zeitschrift selber viele Freunde gew Nebenher geht noch eine Fülle anderer interessanter Artikel, dal auch die, welche geruhsam zu Hause bleiben und die Welt von den Stille ihres Zimmers aus betrachten, voll auf ihre Kosten werden. Mit diesem Hefte gelangte die vierte BuchbeilageVesti und Vererbung des Geschlechtes bei Pflanze, Tier und Mensch⸗ Dr. Paul Kammerer zur Ausgabe. Gerade eine für die Kreise bestimmte und berechnete Darstellung der Geschl bestimmung war gegenwärtig eine Notwendigkeit. Denn bald auf einem Gebiet ist dem Volk gegenüber so gesündigt wo alle Augenblicke erscheinen im Buchhandel und öffentlichen tragsleben neueTheorien, die vom subjektiven Standpunkt Entdeckers aus angepriesen werden, ohne die Uebersicht zu bieten, was andere hier schonvorher geleistet und mlt neuenTheorie vielleicht Unverträgliches, aber Verläßlicheres foͤrscht haben. So wird höchst einseitige Kenntnis verbrestet, zwar dem jeweils neuen Mann und seiner Seisenblase bil rasch vergänglichen Tagesruhm schaffen, aber viele voreilige 8 nungen wecken und viel falsche Zeitungsdiskussionen hervorrufen Die vom Publikum stets so begierig aufgeworfene FrageKuna oder Mädchen ist eben für den Menschen einstweilen noch ungel so wahrscheinlich sie in nächster Zeit gelöst werden wird, so lausen alle positiven Behauptungen jetzt noch auf unbegla Sensationsnachrichten hinaus, die man wissenschaftlich unm 4 ernst nehmen darf. Dem gegenüber befleißigte sich Kammerer, der bekannte und berühmte Wiener Bioloe, strengster Obse N Das Buch gewährt einen weitreichenden und abgerundeten Uebel blick des gesamten Gebietets, wie es sich in den Augen der Wehn, heit jetzt arbeitender Jorscher spiegelt. Wir möchten unsers Lees auf die Schrift eindringlichst hinweisen..

Nikotin ein Keimgift! Daß der Alkohol ein Gift, das die

Keimzellen menschlichen Körpers schädigt, dürfte wohl allge⸗ gemein bekannt sein. Bertholet, Weichselbaum u. a. wiesen nach, daß das Hodengewebe bei Gewohnheitstrinkern verkülmmert, de sexuelle Potenz sich mindert und endlich völlig aufhört. Aber schon lange vor dem Eintreten der völligen Impotenz macht sich die ein wirkung des Alkohols auf die Keimzellen bemerkbar, die sich Außert in einer schwachen Nachkommenschaft: schwachsinnige und für see Krankheit besonders disponierte Kinder werden in der Hauptsache von Trinkeltern erzeugt. Diese Tatsachen zuerst wissenschastisch nachgewiesen zu haben, ist das Verdienst des berühmten Schweiger Physiologen Professor Bunge. Derselbe Forscher untersuchte nun auch die Wirkung des Nikotins, von welchem Gift die getrocknele Tabakblätter bis zu 8 Prozent enthalten, auf die seinen, kompll⸗ ierten Samenzellen. Er ließ zunächst eine Reihe von Medizinern aufmarschieren, die übereinstimmend den Nachweis erbrachten, die Eierstöcke der Weibchen und die Hoden der Männchen von Hu den, Kaninchen und Meerschweinchen durch Vergiftung mit Tabak sich krankhaft verändern und dabei die Zeugungsfählgkeit here gesetzt wird. Mit diesen Beobachtungen stimmen nun die Aussagen von solchen Aerzten überein, die sich eingehend mit den Wirkungen der chronischen Tabakvergiftung auf den Menschen beschästigen. Verminderte Potenz bei starken Rauchern wurde sehr oft sestgestellt.

Jälle, in denen schließlich völlige Impotenz eintrat, sind nicht selken, ebenso nicht solche, in den nach Einschränkung oder Aufgeben Rauchens die Zeugungsfähigkeit wieder erlangt wurde. Depf beobachtete als Marinearzt, daß bei tabakrauchenden und auen den Matrosen ein Nachlassen des Geschlechtstriebs eintrat! Die Tatsache, daß mancher starke Raucher noch bis ins hohe Alter hinein zeugungssähig bleibt, ändert an dem Resultat der mi 20 geteilten wissenschaftlichen Untersuchungen gar nichts. Es handelte sich da meist um Personen, die ein besonders gutes und reines Blut erbten. Es liegt ja die größte Gefahr der Keimpergistuns auch nicht in dem Nachlassen der Potenz, sondern bereits in der uu. merklichen Verschlechterung der Qualität des Keimplasmas. Don der leichten Schädigung der Keimzelle bis zu ihrer völligen ger. störung ist ja ein weiter Weg. Aber es wäre doch besser, ihn zu betreten! Prosessor Bunge hat sich mit seinen Untersuchungen über die keimvergiftende Wirkung des Tabakgenusses ledessalls ein

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Ve und Mensch pon Dr. Paul Kammerer. Mit 17 Abbildungen.

hohes Verdienst erworben!