Ausgabe 
19.8.1913
 
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in Bestrebungen hinemzieht, sollte doch jedem denkenden Menschen

von vornherein die Vermutung nahelegen: das kann doch nicht purer Zufall sein, das kann doch unmöglich das Werk einzelner Leute sein, die vielleicht aus egen den bestehenden Staat, die bestehende Gesellschaft, die 1 diese Ideen verbreiten und

propagieren und durch die Macht ihrer Worte, durch ihre Beredsam⸗ keit die Massen ihre Seite bringen. Denn dann müßte doch nichts leichter sein, als ebenfalls durch die Macht die Wortes, des gesprochenen wie des geschriebenen, dieser Bewegung entgegenzu⸗ treten und mit A. 1897.

auf

diesen Ideen endgültig aufzuräumen.

Bewegungen

werden auch nicht

fallen nicht vom Himmel, sie ie Bewegung muß in der Natur der Dinge

von einzelnen erzeugt; ein

ihren Boden haben, nur dann allein ist sie lebensfähig, nur dann allein kann sie sich entwickeln. 11. Dezember 1895. 2 Treten irgendwo Bestrebungen auf, die, zuerst allerdings durch Agitatoren angeregt, größeren Widerhall in den Massen finden, so darf man nicht darüber hinweggehen, als über etwas, das nur vor

übergehend und ohe Bedeutung sei. Ob solche Vestrebungen uns gefallen oder mißfallen, muß uns, objektiv betrachtet, gleichgültig sein; wir haben zu untersuchen, we ins Leben riefen

dieser J

is die Ursachen sind, die dieselben und zur Eutfaltung brachten. Haben wir uns mit rage beschäftidaß uns beschäf⸗ die

Anti, 1894.

erk die

unt

tigende Erscheinung zu

Mine zu Nittel zu

der

untersuchen, mit deren Hilse sie beseitigt werden kann.

* Nicht die Revolutionäre sind es, die die Revolutionen machen, sondern zu aller und jeder Zeit die Reaktionäre. Schon der große Goethe hat seinem Eckermann gesagt, es Ne

sind nur die Re schuld, wenn d

gierungen e Revolution kommt. Ha., 1899. *

Die Großkapitalisten, dies sind in Wahrheit die Revolutlonäre, dle Umstürzler. Je mehr diese Herren arbeiten, je mehr sie tätig sind, wie sie heute tätig sind und tätig sind sie sicher, desto mehr Sozialdemokraten schafsen sie. Anti, 1894.

*

Die Fabriken sind unendlich bessere Einrichtungen für die Propaganda des Sozialismus als die Kirchen für die Propaganda der heiligen Ordnung. 11. Dezember 1895.

*

Je mehr dle bürgerliche Gesellschaft sich entwickelt, desto mehr

schreitet der Sozialismus vorwärts. 11. Dezember 1895. 5

Die kapitalistische Wirtschaftsordnung ist der Boden, auf dem

Sozialdemokratie naturgemäß erwachsen mußte, genau so, wie auf einer gewissen Höhe der Entwicklung der seudalen Gesellschaft die bürgerliche Gesellschaft erwuchs, die teils auf ruhigem, gesetz⸗ lichem Wege, teils auf gewalttätigem Wege die alte feudale Gesell schaftsordnung untergrub und zerschlug und die heutige bürgerliche Gesellschaftsordnung einzelnen Erscheinungen ins Leben rief. So gut also die heutige bürgerliche Gesellschaft erst das Produkt eines Entwicklungsganges ist, der innerhalb der alten seudalen Gesell schaft begann und sich zu immer höherer Vollendung entwickelte, so kommt aus dem weiteren Entwicklungsgang der bürgerlichen Gesell⸗ schaft das moderne Proletariat zum Klassenbewußtsein und strebt ebenfalls nach höherer Entwicklung und menschenwlürdiger Stellung in der Gesellschaft, nach einer neuen Form der Gesellschaft, die de⸗ gründet wird, weil sie in der naturgesetzlichen Entwicklung der Gesellschaft unausrottbar liegt. So wenig die Feudalmacht imstande war, die bürgerliche Gesellschaft aufzuhalten, so wenig ist diese im- stande, die sozialistische Gesellschaft aufzuhalten. Ist auch die bürgerliche Gesellschastsordnung die beste und vollkommenste aller bisherigen Gesellschaftsordnungen, so ist sie doch nicht die denkbar beste und nicht die letzte Entwicklungsstuse der Menschhelt. Hinter der bürgerlichen Gesellschaftsordnung steht eine neue, werdende Gesellschaftsordnung, die sozlalistische.

dle

Stellung. e Me d sterblich, die Institutionen sind vergänglich, die Volker leben weiter, die Völker entwickeln sich.

11. Dezember 1808. *

Die Frau und ihre Bei ceiung.

Spricht man von der Gleichheit aller Menschhelk, dann ist ein Unding, davon die Hälfte des Menschengeschlechtes ausschließen zu wollen.Frau, Seite 248.

Das weibliche Geschlecht in seiner Masse leidet in doppelter Beziehung: einmal leidet es unter der sozialen und gesellschaftlichen Abhängigkeit von der Männerwelt bies wird durch förmliche Gleichberechtigung vor den Gesetzen und in den Rechten zwar ge⸗

mindert, aber nicht beseitigt und durch die ökonomische Abhängig⸗

keit, in der sich die Frau im allgemeinen und die proletarische Frau im besonderen, gleich der proletarischen Männerwelt, befinden.

Frau, Seite 0.

*

Die sprichwörtlich gewordene Frauenzunge ist wie die sprich⸗ wörtlich gewordene und von den Dichtern so viel besungene und bes

wunderte Geduld und Sanftmut der Frauen nur das anerzogene und ane

rerbte Resultat der Tyrannei der Männer, das Resultat 13

vieltausendjähriger Zucht und Vererbung, das auch auf diesem Ges

194 biet

arwins Entdeckungen zur Ehre bringt. Die Geduld, Sanst⸗ mut und Nachsicht der Frauen ist häufig dem Manne gegenüber

keine Tugend, sondern die Folge der Schwäche und ein Uebel. Stellung. * Die Tyrannel der Männer über das weibliche Geschlecht ist

ähnlich der Tyrannei der Bourgeois über die Proletarier, in

manchen Stücken ist die erstere noch schlimmer. Stellung. * Der Mann hat dle Rechte, die Frau die Pflichten. Stellung.

Mit dem den Frauen innewohnenden seinen Gefühl, welches sie als Selbstunterdrückte für die Unterdrückten stets empfanden und das ihnen instinktiv die Hoffnung gab, durch die Befreiung eines Unterdrückten ihre eigene Unterdrückung zu beendigen oder zu er⸗ leichtern, haben sie noch in jeder großen Bewegung ihre Rolle ges spielt und sich mit Eifer hingegeben. Es zeigt sich dies bei der Gründung und Ausbreitung des Christentums, bei allen religlös⸗ sozialen Bewegungen des Mittelalters, im Bauernkrieg, in der französischen Revolution, in der Junischlacht, in der Kommune⸗ bewegung. Stellung.

5*

Auch der genialste Mann wurde von einer Mutter geboren, der er oft das Beste, was er besitzt, verdankt. Mit welchem Rechte will man also der Frau die Gleichberechtigung mit dem Manne ver⸗ sagen?Frau.

e. 7*

Eine Frau, die Kinder gebiert, leistet dem allgemeinen Wesen mindestens denselben Dienst wie ein Mann, der gegen einen ers oberungssüchtigen Feind Land und Herd mit seinem Leben ver? teidigt.Frau, Seite 907.

* 1 1

Die Zahl der Frauen, die infolge von Geburten sterben ober siechen, ist weit größer als die der Männer, die auf dem Schlacht⸗ feld fallen oder verwundet werden.Frau, Seite 908.

Die Frau hat das gleiche Recht wle der Mann auf Entfaltung ihrer Kräfte und auf Betätigung derselben. Sie ist ein Mensch wie der Mann.Frau, Seite 248.

8*. N Erklärung der Abkürzungen. Antl 1894= Rebe über den Antisemitismus in Köln 1894: Essen 1007= Rede dem Parteitag zu Essen 1907: A. 1897Akademiker und Sozlalis⸗ mus: Att. 1898=Attentate und Sozialdemokratie; Y. 1908 Glossen zu Yves Gunot: Ha. 1890= Rede auf dem. Hannover 1800: Je. 1006 Rede auf dem Parteftag in Jena 1 FrauDie Frau und der Sozialismus; Stellungeber gegenwärtige und künftige Stellung der Frau; Volkswehr 1898

z Jür Volkswehr, gegen Militarismus; B. 1895Der

krieg: R.= Mohammedanisch-arabische Kulturpersode

1

in 1 die

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